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Das abweichende Verhalten junger Ausländer aus äthiologischer und reaktionstheoretischer Perspektive

Title: Das abweichende Verhalten junger Ausländer aus äthiologischer und reaktionstheoretischer Perspektive

Term Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Schäfer (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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Einführung in die Thematik-

Kriminalität ist immer verbunden mit Abweichungen von herrschenden Normen, wer sich kriminell verhält, verstößt gegen geltende Rechtsnormen. "Kriminalität" meint in diesem Bezugsrahmen die Summe der strafrechtlich missbilligten Handlungen. Das Strafrecht bestimmt also, was als Rechtsbruch zu gelten hat, d.h. es legt Umfang und Inhalt der als Rechtsbruch anzusehenden Teilmenge des abweichenden Verhaltens fest. Diese Normen existieren nicht als unumstößliche ewig geltende Gesetze, sondern werden durch soziale Prozesse hergestellt, in denen mittels Bewertungen das produziert wird, was von den Normen abweicht. Das bedeutet, dass Kriminalität keine feste und unabänderliche Größe ist, denn das was in einer Gesellschaft als kriminell gilt, wird von dieser festgelegt und kann im Verlauf der Entwicklung einer Gesellschaft und insbesondere unter veränderten (Macht-)Verhältnissen auch modifiziert werden. Trotzdem bedeuten kriminelle Delikte immer einen Verstoß gegen die jeweils gültigen Normen. Diejenigen, die sich - nach den jeweils gültigen Kriterien - kriminell verhalten, riskieren ihren Ausschluss aus der Normen-Gemeinschaft. Die folgenden Ausführungen zur Devianz von Ausländern, insbesondere die der jungen Ausländer, sollen einen Einblick in die verschieden Interpretationsmöglichkeiten von Kriminalstatistiken bieten. Hierbei kommt es auf eine wertungsfreie und unabhängige Betrachtung der Tatverdächtigenzahlen in der Polizeilichen Kriminalstatistik an. Sinn dieser Betrachtungsweise soll die Interpretation der vorhandenen Datensammlungen sein. Die angestellten Überlegungen sollen zur Thematik der Ausländerkriminalität in Deutschland verschiedene Blickwinkel ermöglichen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Thematik

2. Die Kontroverse um die Kriminalität junger Ausländer

2.1 Die Polizeiliche Kriminalstatistik

2.2 Die „Gefährdungsthese“

2.3 Die „Kriminalisierungsthese“

3. Verzerrungseffekte

3.1 Der Regionaleffekt

3.2 Der Anzeige- und Polizeieffekt

4. Generationsspezifische Betrachtung der Ausländerkriminalität

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Hintergründe der vermeintlich höheren Kriminalitätsbelastung junger Ausländer in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Aussagekraft polizeilicher Kriminalstatistiken zu hinterfragen und aufzuzeigen, inwieweit soziale Verzerrungseffekte und unterschiedliche Interpretationsansätze die Wahrnehmung von Ausländerkriminalität beeinflussen.

  • Kritische Analyse der Polizeilichen Kriminalstatistik
  • Gegenüberstellung von äthiologischen und reaktionstheoretischen Erklärungsmodellen
  • Untersuchung von Verzerrungseffekten wie dem Regionaleffekt sowie dem Anzeige- und Polizeieffekt
  • Generationsspezifische Differenzierung der Kriminalitätsbelastung
  • Hinterfragung von Stigmatisierungsprozessen durch staatliche Institutionen

Auszug aus dem Buch

-2.1- Die Polizeiliche Kriminalstatistik-

Im Allgemeinen existiert die Annahme das Ausländer krimineller sind als Deutsche. Auf diese These trifft man nicht nur im Volksmund oder am Stammtisch, auch in den Medien und in der wissenschaftlichen Literatur ist diese Meinung vorhanden. Die Hypothese ist jedoch aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Wenn in diesem Zusammenhang von Ausländern gesprochen wird, meint man zumeist die Nachkommen der Gastarbeiter. Diese werden auch als die „Zweite Generation“ bezeichnet. Jungen Ausländern wird nachgesagt sie seien krimineller als gleichaltrige Deutsche. Diese Behauptung hat auch eine empirische Basis, die Polizeiliche Kriminalstatistik.

In der polizeilichen Erhebung sind Personen gegen welche Ermittlungen wegen Verdachts einer Straftat eingeleitet wurden berücksichtigt. Im Jahre 1978 machte das Bundeskriminalamt (BKA) erstmals in diesem Zusammenhang auf die hohe Belastung der „Zweiten Generation“ aufmerksam. Die allgemeine Kriminalstatistik, mit der, gleichsam naturalistisch, Kriminalität gemessen werden könnte, gibt es nicht, weder im Inland noch im Ausland. Die amtlichen Kriminalstatistiken geben vielmehr Aufschluss über die auf verschiedenen Ebenen des Strafverfahrens stattfindenden Definitions- und Ausfilterungsprozesse. Nicht die Kriminalitätswirklichkeit wird gemessen, sondern die jeweils registrierte Kriminalität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Thematik: Die Einleitung definiert den Kriminalitätsbegriff als soziales Konstrukt und führt in die zwei zentralen theoretischen Perspektiven (äthiologisch vs. reaktionstheoretisch) zur Betrachtung der Kriminalität bei Ausländern ein.

2. Die Kontroverse um die Kriminalität junger Ausländer: Dieses Kapitel erläutert die empirische Basis der polizeilichen Statistik sowie die theoretischen Ansätze der „Gefährdungsthese“ und der „Kriminalisierungsthese“, die das abweichende Verhalten unterschiedlich begründen.

3. Verzerrungseffekte: Hier werden methodische Verzerrungen, insbesondere der Regionaleffekt sowie der Anzeige- und Polizeieffekt, analysiert, welche die Validität der Kriminalitätsbelastungsziffern in Frage stellen.

4. Generationsspezifische Betrachtung der Ausländerkriminalität: Der Autor differenziert zwischen den verschiedenen Generationen von Ausländern und untersucht deren unterschiedliche soziale Integrationsbedingungen und die daraus resultierenden Konsequenzen für ihr Kriminalitätsrisiko.

5. Resümee: Die Schlussbetrachtung relativiert die These einer besonderen Gefährdung durch junge Ausländer und betont, dass die statistische Mehrbelastung maßgeblich durch Ermittlungspraktiken und statistische Verzerrungen bedingt ist.

Schlüsselwörter

Ausländerkriminalität, Polizeiliche Kriminalstatistik, Kriminalisierung, Gefährdungsthese, Stigmatisierung, Verzerrungseffekt, Regionaleffekt, Anzeige- und Polizeieffekt, Zweite Generation, Anomie-Theorie, Devianz, Strafverfolgung, soziale Integration, Delinquenz, Dunkelfeldanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen soziologischen Untersuchung der Kriminalitätsbelastung von Ausländern, insbesondere jungen Ausländern, in der Bundesrepublik Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik, die Bedeutung von gesellschaftlichen Zuschreibungsprozessen und die Rolle von Strafverfolgungsbehörden bei der Konstruktion von Kriminalitätsraten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu zeigen, dass die statistisch erfasste Mehrbelastung von Ausländern nicht zwingend auf ein tatsächlich höheres kriminelles Verhalten zurückzuführen ist, sondern durch systematische Verzerrungseffekte und Kriminalisierungsprozesse beeinflusst wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine theoretische Analyse sowie die Auswertung empirischer Befunde aus der Kriminalsoziologie, um die Validität der Polizeilichen Kriminalstatistik zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Kontroverse um Gefährdungs- und Kriminalisierungsthesen, die Untersuchung methodischer Verzerrungseffekte und eine differenzierte Betrachtung der Ausländergenerationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Polizeiliche Kriminalstatistik, Verzerrungseffekte, Stigmatisierung, Kriminalisierungsthese und Generationsspezifische Betrachtung.

Warum spielt das „Dunkelfeld“ eine wichtige Rolle in der Argumentation?

Das Dunkelfeld verdeutlicht, dass die Polizeistatistik nur das „Hellfeld“ (registrierte Kriminalität) abbildet und somit keine objektive Auskunft über das tatsächliche Ausmaß der Gesamtkriminalität geben kann.

Wie beeinflusst der Regionaleffekt die Statistik?

Der Regionaleffekt führt dazu, dass in dicht besiedelten Großstädten mit höherer Polizeipräsenz mehr Ermittlungen eingeleitet werden, was den Anteil der dort lebenden Ausländer in den Statistiken künstlich erhöhen kann.

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Details

Title
Das abweichende Verhalten junger Ausländer aus äthiologischer und reaktionstheoretischer Perspektive
College
University of Hamburg  (Soziologie)
Grade
1,3
Author
Christian Schäfer (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V5907
ISBN (eBook)
9783638136280
ISBN (Book)
9783640870882
Language
German
Tags
Ausländerkriminalität Ausländer Jugendkriminalität Soziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Schäfer (Author), 2002, Das abweichende Verhalten junger Ausländer aus äthiologischer und reaktionstheoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5907
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