Inhaltsverzeichnis
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1 Claus Offe als Vertreter der kritischen Demokratietheorie 2
2 Kritische Theorien zur Demokratie 3
3 Claus Offes Ansätze in der kritischen Demokratietheorie 4
3.1 Deliberative Demokratietheorie 6
4 Die westliche liberale Demokratie 7
4.1 Bewährungsproben der Demokratie 9
4.2 Desiderate an die politischen Eliten 10
4.2.1 Politische Parteien 11
4.3 Der Beitrag der Bürger zur modernen Demokratie 12
4.3 1 Vertrauen 13
5 Probleme demokratischer Lösungen 14
5.1 Tendenzen einer politischen Entfremdung 15
5.2 Die Bedeutung von Institutionen 16
6 Herausbildung von Institutionen und Präferenzbildung zentral 19
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1 Claus Offe als Vertreter der kritischen Demokratietheorie
Die Vertreter der kritischen Demokratietheorie legen ihr Hauptaugenmerk auf die Probleme und Schwachstellen der modernen Massengesellschaft. Durch unterschiedliche Faktoren sehen sie die liberale Demokratie in ihrer Stabilität gefährdet. Claus Offe wird den kritischen Demokratietheoretikern zugerechnet. Er setzt sich mit Strukturproblemen in der liberalen Demokratie auseinander. Zu diesem Thema hat er mehrere Beiträge verfasst, die auf vorhandene Schwachpunkte der heutigen liberalen Demokratie hinweisen. Er erachtet die Form der liberalen Demokratie zwar als die einzige noch zu rechtfertigende Organisationsform eines westlichen Staates, zeigt jedoch Differenzen zwischen dem Anspruch eines solchen Systems und der Realität auf. Anzeichen für eine Schwächung der Demokratie sieht Claus Offe sowohl von Seiten derer, die in der Regierungsverantwortung stehen bzw. auf der Entscheidungsebene Mitspracherecht besitzen als auch von Seiten der Bürger.
Zunächst einmal ist wichtig zu klären, was er unter der liberalen Demokratie versteht. Welche Voraussetzungen werden von ihm benannt, die notwendig sind, damit die liberale Demokratie in den westlichen Staaten auch weiterhin Bestand haben kann? Welche Schwachstellen der liberalen Demokratie legt er offen, und welche Desiderate fordert er darüber hinaus ein?
Des Weiteren ist interessant zu sehen, ob er Vorschläge oder Lösungsansätze anbietet, die von ihm formulierten Defizite der Demokratie auszubessern. Welches Bild von einer stabilen Demokratie zeichnet er?
Zu Beginn der Arbeit wird auf die Kritische Theorie eingegangen, die Ursprung für weitere Ansätze zur kritischen Demokratietheorie gewesen ist. Nach einer kurzen Biographie Claus Offes und dem Bezug zum theoretischen Ansatz der deliberativen Demokratietheorie, werden seinen Aussagen zu den Defiziten der westlichen liberalen Demokratie dargelegt. Unterschieden wird hier zwischen Handlungsweisen, Kompetenzen und Orientierungen der politischen Eliten und dem Zustand der Masse der Bürger. Abschließend soll näher auf Probleme eingegangen werden, die sich in der modernen Demokratie - Claus Offe folgend - ergeben.
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Zu der verwendeten Literatur ist anzumerken, dass sich die Arbeit zum allergrößten Teil auf Primärquellen stützt. Dies resultiert aus der Tatsache, dass Claus Offe erst im vergangenen Jahr emeritierte und Sekundärquellen demzufolge nur vereinzelt vorhanden sind.
2 Kritische Theorien zur Demokratie
Die Bezeichnung „Kritische Theorie“ wird weitgehend mit der Theoriebildung und Forschung am Institut für Sozialforschung der Frankfurter Universität in Verbindung gesetzt und aus diesem Grund auch häufig synonym mit „Frankfurter Schule“ bezeichnet. Kritische Theorie wird alsbald mit den Namen von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer in Zusammenhang gebracht, die zu den bekanntesten Vertretern zählen und gemeinsam in den vierziger Jahren im amerikanischen Exil das Hauptwerk „Dialektik der Aufklärung“ verfassten. Verbunden wurden die rationale Philosophie von Rousseau bis Hegel, die Politische Ökonomie von Marx und die Psychoanalyse Freuds. 1 „Kritisch“ war die Theorie deshalb, da sie sich von der „traditionellen“ Theorie, die sich am naturwissenschaftlichen Ideal orientierte, absetzen. Entwickelt wurde in diesem Sinne eine kritische Gesellschaftstheorie, welche die Menschen als die Produzenten ihrer gesamten historischen Lebensform zum Gegenstand hat. 2 Diese „Kritische Theorie“ ist jedoch nicht allgemein gleichzusetzen mit kritischer Demokratietheorie, wie Manfred G. Schmidt feststellt. So werden auch die Vertreter der kritischen Demokratietheorie mit der Frankfurter Schule in Verbindung gesetzt. Mittlerweile wird von mehreren Generationen der Frankfurter Schule gesprochen. Diese werden mit der Kritischen Theorie in Verbindung gebracht, weil auch sie einen kritischen Blick auf die Massengesellschaft werfen. Gleichwohl - allein bedingt durch den Faktor der Zeit - setzen sie andere, auf die aktuelle politische Situation bezogene Zeit, Schwerpunkte.
Manfred G. Schmidt legt sich in seiner Begriffsbestimmung der kritischen Demokratietheorien auf drei Gemeinsamkeiten fest, die dieser Form der modernen Demokratietheorien zu Eigen sind. Dies ist zum einen die besondere Sensibilität für
1 Vgl. Nohlen, Dieter; Schultze, Rainer-Olaf (Hrsg.): Lexikon der Politikwissenschaft Band I. München,
2005. S. 499.
2 Vgl. Schmidt, Manfred G: Wörterbuch zur Politik. Stuttgart, 2004. S. 397.
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Strukturdefekte der Demokratie, was bedeutet, dass die Einlösung der selbstgesetzten Ansprüche der demokratischen Regierungsform nicht dementsprechend erfüllt wird. Des Weiteren die dieser Regierungsform innewohnende Angst vor einer Tyrannei der Vielen und eine Ausleuchtung der Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit demokratischer Normen. 3
3 Claus Offes Ansätze in der Kritischen Demokratietheorie
Claus Offe wird der zweiten Generation der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule zugerechnet und zeichnet sich dementsprechend auch durch einen skeptischen Blick auf die moderne Massengesellschaft aus.
Claus Offe wurde 1940 in Berlin geboren und studierte Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaft in Köln, Berlin und Frankfurt am Main. Nach dem Universitätsabschluss in dem Fach Soziologie, war er in den sechziger Jahren Assistent von Jürgen Habermas am Frankfurter Institut für Sozialforschung und promovierte im Fach Politikwissenschaft im Jahre 1968. 1973 schloss sich seine Habilitation in Konstanz an und von 1975 bis 1988 hatte er die Professur für Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Bielefeld inne, 1988 bis 1995 selbige an der Universität Bremen. Dort unterstand ihm auch die Leitung der Abteilung "Theorie und Verfassung des Wohlfahrtstaates" am Zentrum für Sozialpolitik. Von 1995 bis zu seiner Emeritierung im April 2005 war er schließlich Professor für Politikwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. 4
Betrachtet man seine Arbeitsgebiete insgesamt, so sind diese breit gefächert. Er beschäftigte sich ebenso mit der Demokratie- und Staatstheorie sowie mit der Erforschung der Transformationsprozesse in den mittel- und osteuropäischen Staaten. Die Gesellschaft, in der wir heute leben, wird von ihm soziologisch als Arbeitsgesellschaft beschrieben. In diesem Zusammenhang setzte er sich weiterführend mit Arbeitspolitik auseinander. 5
3 Vgl. Schmidt, Manfred G.: Demokratietheorien. Opladen, 2000. S. 268.
4 Vgl. http://www2.hu-berlin.de/pol_soz/mitarbeiterinnen/offe/offe.html
5 Vgl. Buchstein, Hubertus: Claus Offe. In: Flügel, Oliver; Heil, R.; Hetzel, A. (Hrsg.): Die Rückkehr des
Politischen: Demokratietheorien heute. Darmstadt, 2004. S. 265.
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Weiterhin ist wichtig zu wissen, dass er sich immer aktuell auf die derzeitige gesellschaftliche Situation bezieht und in eben dieser seine Position einnimmt, sich von der jeweiligen Haltung aber durchaus im Verlauf der Zeit distanziert. So geschehen mit seiner Krisentheorie des Staates im Spätkapitalismus („Strukturprobleme des kapitalistischen Staates“), die er in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren verfasste. Im Fokus dieser Theorie stand die Aussage, dass er den westlichen Demokratien sowohl das Anwachsen einer radikalen Opposition als auch eine massive Legitimationskrise voraussagte, die in einem kapitalistischen Staat nicht zu lösen sei. Als Alternative zu dem System der liberalen Demokratie bot er damals den freiheitlichen Sozialismus an. 6
Von dieser Position hat er sich im Nachhinein jedoch distanziert, da eine derartige Krise ausgeblieben ist. Wie in der vorliegenden Arbeit später dargestellt wird, sieht er heute das System der modernen liberalen Demokratie, als das derzeit einzig in westlichen Staaten vertretbare an. Dazu beschäftigte er sich in einer Reihe von Beiträgen mit den aktuellen Gegebenheiten und der Praxis der Demokratie in unserer heutigen Zeit. Dabei wirft er seinen Blick verstärkt auf die interne Perspektive einer Verteidigung der westlichen liberalen Demokratie. 7
Einen besonderen Akzent legt Offe, wie im Laufe der Arbeiten deutlich wird, auf den Zusammenhang zwischen den Präferenzen der Bürger, den Institutionen und Parteien sowie dem Vertrauen der Bürger in die Demokratie.
Im Folgenden soll kurz auf die deliberative Demokratietheorie eingegangen werden. Die Theorien von Claus Offe können hier durchaus eingeordnet werden, wenngleich er eine Lösung der Probleme in der Demokratie nicht mit vollständiger Sicherheit durch diese Theorie als gegeben ansieht.
6 Vgl. ebenda, S. 266
7 Vgl. ebenda.
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Arbeit zitieren:
Nadja Kemper, 2006, Kritische Demokratietheorie von Claus Offe - Schwachstellen der liberale Demokratie , München, GRIN Verlag GmbH
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Sind die Parteien in Deutschland auf dem Weg zu Kartellparteien?
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 16 Seiten
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