Freiheit und Verantwortung - Männlichkeit Seite: 1
Inhaltsverzeichnis
Thema : Helden als Maske der Männlichkeit
1. Einleitung 2
2. Definition 2
3. Ursprung und Entwicklung des Heldentums 3
3.1. Antike Helden 3
3.1.1. Mythologie 3
3.1.2. Religion 4
3.1.3. Märchen 5
3.2. Moderne Helden 5
3.2.1. Politik 5
3.2.2. Fernsehen 6
3.2.3. Sport 7
4. Hinter der Maske 8
4.1. Männertypen und -bilder 8
4.1.1. Der traditionelle Mann 9
4.1.2. Mann werden 10
4.1.3. Der neue Mann 12
4.1.4. Helden mal anders 13
5. Schlussbemerkung 14
6. Quellen 15
Freiheit und Verantwortung - Männlichkeit Seite: 2
1 Einleitung
Die Zitate stammen aus Bertholt Brechts „Leben des Galilei“. Nachdem Galilei von der Heiligen Inquisition zum Widerruf seiner Lehre gezwungen wird, gibt er schließlich nach. Nach der öffentlichen Verkündigung seines Widerrufes kehrt Galilei zu seinen Schülern zurück, worauf sich o.g. Wortwechsel zwischen Schüler und Galilei ergibt. Die Schüler hätten Galilei gern als einen Helden gesehen, doch Galilei legte keinen Wert auf diesen „Status“.
Viele Männer sind der Meinung sie müssten Helden sein und ihr Leben als Einzelkämpfer meistern. „Der Mann steht vor einem Berg von Ansprüchen an seine Stärke, sein Stehvermögen, seine Durchsetzungskraft.“ 2 Dieser Leistungsdruck ängstigt Männer und macht eine absolute Mehrheit von ihnen zu Verlierern, denn erfolgreich im männlichen Sinne können nur ganz wenige sein. Die Verlierer suchen einen Ausgleich, etwas mit dem sie ihren Frust kompensieren können, zum Beispiel versuchen sie über ihre Frauen, Kinder oder Untergebenen zu herrschen. Die versteckten Ängste und ihre Verzweiflung, die Erwartungen von den Eltern, Umwelt und den Frauen nicht erfüllen zu können, lassen sie aggressiv werden und treiben sie immer mehr in ihre männliche Isolation. Da sie ihren Gefühlen nicht trauen, verkehren sich ihre inneren Wünsche nach Geborgenheit und Schutz ins Gegenteil => sie werden zu harten, scheinbar gefühlslosen Männern, die vorgeben vor nichts Angst zu haben… In meiner Hausarbeit werde ich versuchen, den Einfluss der Helden auf die Männerwelt zu behandeln. Ich werde versuchen, die Eigenschaften und die Symbolik von Helden zu beschreiben und darzulegen inwiefern diese Gestalten die Männerwelt bis zur heutigen Zeit beeinflussen.
1 Bertolt Brecht - Leben des Galilei
2 Wilhelm Johnen - Die Angst des Mannes vor der starken Frau, Frankfurt a. M. 1992, S. 11
Freiheit und Verantwortung - Männlichkeit Seite: 3
2 Definition
Held = urspr. der sich durch Stärke oder Tapferkeit auszeichnet [...] gefeierte Person. 3 "Held, ursprünglich ein Mann, vornehmlich ein Krieger, der sich durch hervorragende Tapferkeit und besonders ruhmreiche Taten auszeichnete. In dieser Bedeutung erscheinen u.a. die Hauptpersonen in der Heldensage. Als Held wird darüber hinaus auch eine Person betitelt, die im Mittelpunkt eines Geschehens steht oder durch vorbildliches Verhalten Bewunderung und Anerkennung hervorruft. " 4
Ein Held ist die Hauptfigur einer Geschichte, Legende oder Sage, die über Kräfte (nicht nur körperliche sondern auch geistige Kräfte) verfügt, die weit über die eines normalen Menschen hinausgehen, so dass er zu einer außergewöhnlichen guten Tat (einer "Heldentat") in der Lage ist, die ihm Ruhm beschert.
Zu solchen Taten zählen u. a. das Töten von Ungeheuern oder die Rettung von Menschenleben. Ein Held entspricht normalerweise der Definition dessen, was in der jeweiligen Kultur als gut und edel gilt. Jedoch begeht der Held in der Literatur, besonders in der Tragödie, auch ernste Fehler, die zu seinem Fall führen, z.B. Hamlet. 5
3 Deutsches Wörterbuch
4 Schülerduden - Die Literatur, Mannheim 1989, S.195
5 http://www.net-lexikon.de/Held.html
Freiheit und Verantwortung - Männlichkeit Seite: 4
3 Ursprung und Entwicklung des Heldentums
3.1 Antike Helden
3.1.1 Mythologie
In der klassischen Mythologie sowie in den Mythen aller Kulturen werden die idealen Anlagen und Talente ihrer Helden beschrieben. Der klassische Held ist in jeder Hinsicht ein Meister: Er besteht alle Prüfungen, befreit die Welt von Übeltätern und geht am Ende als Sieger hervor.
Die griechische Mythologie ist reich an Helden jeder Art. Manche, wie Achilles und Ajax, sind Kriegshelden, andere, wie Odysseus oder Iason, sind Helden zu Friedenszeiten. Manche sind konstruktiv, wie Herakles oder Perseus; wieder andere sind eher Helden des Charakters als der Tat, wie Ödipus oder Hektor, die angesichts ihrer hoffnungslosen Lage standhaft blieben. 6
3.1.2 Religion
In den Religionen der Welt werden vorzugsweise Männer hervorgehoben und als Wohltäter, Retter der Welt, Beschützer der Armen, Schwachen und Kranken dargestellt. Die Helden der Religionen werden als einfache Menschen dargestellt, die von Gott auserwählt wurden heldenhafte Taten zu vollbringen.
Ein Held des Alten Testaments im Christentum ist zweifellos Moses, der die Israeliten aus Ägypten ins gelobte Land führte. Ein anderer klassischer Held der Bibel ist David, der im ungleichen Kampf gegen Goliath, nur mit einer einfachen Steinschleuder bewaffnet, gewann und später sogar König wurde. Wenn man aber von biblischen Helden spricht, darf der Retter der Welt nicht vergessen werden. Obwohl Jesus nicht dem klassischen Bild des Helden entspricht, der sich durch körperliche Stärke, Tapferkeit und ruhmreiche Taten auszeichnet, hat er doch für eine außergewöhnlich gute Tat gekämpft, den Armen und Schwachen geholfen und letztendlich sein Leben für die Menschheit geopfert.
6 Die Enzyklopädie der Mythologie, Reichelsheim 2000, S. 30
Arbeit zitieren:
Karl-Heinz Konnerth, 2004, Helden und Männlichkeit - Oder - Helden als Maske der Männlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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