Gliederung
1. Einleitung
2. Darstellung der Begriffskonstellation
2.1 Erläuterung des Begriffs des Guten (agathon)
2.2 Bestimmung des höchsten Ziels, dem besten Gut (ariston)
2.3 Die Glückseligkeit als das beste Gut (eudaimonia)
2.4 Das Verhältnis von ergon, areté und eudaimonia
3. Problematik des Menschen als soziales Wesen
4. Zusammenfassung und persönliche Stellungnahme
5. Literaturverzeichnis
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1. Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Begriff des Guten (agathon), des Glücks (eudaimonia) und der spezifisch menschlichen Tüchtigkeit (areté), die im 1. Buch der Nikomachischen Ethik eingeführt werden.
Zunächst werde ich die einzelnen Begriffe gemäß ihrer genauen Bedeutung erläutern und anschließend den Zusammenhang zwischen den Begriffen herausarbeiten und kurz zusammenfassen.
Die Nikomachische Ethik untersucht die Annahme, es gäbe ein letztes Ziel des Handelns, das sogenannte beste Gut des Menschen. Dies ist Grundlage der zu erläuternden Begriffskonstellation.
2. Darstellung der Begriffskonstellation
2.1 Erläuterung des Begriffs des Guten (agathon)
Aristoteles führt zu Beginn der Nikomachischen Ethik die These an, alles Tun strebe ein Gut an:
„Jede Kunst und jede Lehre, ebenso jede Handlung und jeder Entschluß scheint
irgendein Gut zu erstreben. Darum hat man mit Recht das Gute als dasjenige
bezeichnet, wonach alles strebt.“
(NE I1 1094a1)
Hierbei bedarf es einiger Begriffserläuterungen, da die Übersetzung aus dem Griechischen zu Missverständnissen führen kann. Zum einen ist die „Kunst“ im Originaltext mit techné bezeichnet, was nicht allein als bildende Kunst oder die „schönen Künste“ zu verstehen ist wie z.b. die Malerei, sondern vielmehr die Bedeutung einer technischen Fähigkeit oder Fachkunde hat. Die techné lässt sich wiederum in zwei Teilbereiche gliedern: erstens das praktische Handwerk wie z. B. die Sattlerei, dessen Ergebnis ein fertiger Sattel ist; zweitens kann die Wissenschaft wie z. B. die Medizin praktisch wie auch theoretisch vollzogen
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werden. In beiden Fällen bedarf es einem, dem Gegenstandsbereich entsprechenden Wissen, also der Fachkunde, um das gewünschte Ergebnis hervorzubringen. In der Medizin wäre dies z. B. Kenntnis über die Anatomie, Gesundheit usw.
Zusätzlich nimmt die techné eine übergeordnete Zielhaftigkeit ein. Während das Ziel (telos) der Handlung (praxis) die Tätigkeit, bzw. Aktivität (energea) ist, ist das Ziel der techné das Produkt (ergon) des Handelns. So verfolgt z.B. das Flötespielen kein anderes Ziel als die Flöte gut zu spielen, während der fertiggestellte Sattel selbst das Ziel darstellt und nicht dessen Herstellung. (Vgl. NE 1094a3-6)
Wir können festhalten, dass es zwei Arten von Zielen gibt: erstens jenes, dass in der Tätigkeit selbst liegt, also den Zweck in sich selbst findet (energea) und zweitens das Ziel, das außerhalb seiner Tätigkeit im ergon liegt. Die techné ist also nur Mittel zum Zweck.
Bezüglich der Anfangspassage der NE wäre nun zu sagen, dass der eingeführte Begriff des Guten (agathon) als Ziel zu verstehen ist, wonach sich alles Streben und Handeln richtet. Zunächst geht Aristoteles nicht auf ein ultimatives Ziel ein, sondern betont die Vielfalt der Ziele (NE 1094a6), die durch die verschiedenen Handlungen entstehen. Außerdem sollte das „Gut“ weder als „Wert“ verstanden werden, noch als Gutes im moralischen Sinne, sondern als wünschbares Ergebnis einer Handlung bzw. techné 1 . Im folgenden Abschnitt meiner Hausarbeit wird der noch unklare Begriff „Gut“ näher bestimmt. Dies erfolgt durch eine hierarchische Gliederung der verschiedenen Ziele.
2.2 Bestimmung des höchsten Ziels, dem besten Gut (ariston)
Wie bereits in 2.1 erwähnt, gibt es zwei verschiedene Handlungstypen, die ihre jeweiligen Ziele verfolgen, welche wiederum untergliedert werden können. Beispielweise ist die techné der Sattlerei der Reitkunst untergeordnet und diese wiederum der Kriegsführung. Die Kriegsführung dient zudem in letzter Instanz der Politik, die somit die leitende techné darstellt. Das übergeordnete Ziel ist
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Arbeit zitieren:
Nina Reißler, 2004, Der Begriff des Guten, des Glücks und der spezifisch menschlichen Tüchtigkeit bei Aristoteles, München, GRIN Verlag GmbH
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