Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis II
1. Einführung 1
2. Gegenstand und Wesen der Früherkennung 2
3. Begriff und Aufgabenstellung des Marketing-Controlling 4
4. Notwendigkeit der Früherkennung im Marketing-Controlling 6
5. Klassifizierung von Früherkennungssystemen im Marketing-Controlling 8
5.1 Früherkennungssysteme der ersten Generation 8
5.2 Früherkennungssysteme der zweiten Generation 8
5.3 Früherkennungssysteme der dritten Generation 9
6. Leistungsfähige Systeme zur Früherkennung im Marketing-Controlling 10
7. Schlussbetrachtung 12
Literaturverzeichnis V
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Klassifikation von Früherkennungssystemen ..................................................3
Abb. 2: Folgeschritte einer zielorientierten Früherkennung.........................................7
Abb. 3: Beurteilung der verschiedenen Früherkennungssysteme...............................10
Abkürzungsverzeichnis
AktG = Aktiengesetz
BFuP = Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis
CRM = Customer Relationship Management
DBW = Die Betriebswirtschaft
FES = Früherkennungssystem
KonTraG = Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
ZfbF = Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung
1
1. Einführung
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Komplexität, Turbulenz und Unvorhersagbarkeit der Unternehmensumsysteme ist das Management immer häufiger strategischen Überraschungen ausgesetzt. 1 „Ad-hoc“-Entscheidungen reichen an dieser Stelle nicht mehr aus, um langfristig den Erfolg des Unternehmens zu sichern. Zeitgerechtes Handeln wird somit zur kritischen Erfolgsgröße. Insbesondere Entwicklungen im Marktbereich können lange zurückliegen, bevor sie sich im Rechnungswesen für das Unternehmen sichtbar niederschlagen. Folglich steht das Schnittstellenthema Marketing-Controlling als marktorientierte, informationsversorgende Instanz im Unternehmen vor der großen Herausforderung künftige Marktentwicklungen zu antizipieren. 2 Die Früherkennung ist an dieser Stelle ein Instrument, diesen Herausforderungen zu begegnen und sich systematisch mit Zukunftsfragen zu beschäftigen. Das Marketing-Controlling muss daher versuchen, die Etablierung systematischer Früherkennung voranzutreiben, um die Informations- und Prognoseunsicherheiten auf ein Minimum zu beschränken. Dabei sind Anforderungen zu erfüllen, die sich einerseits aus Marktfaktoren, andererseits aus rechtlichen Bestimmungen ergeben.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Gegenstand und Wesen der Früherkennung im Marketing-Controlling darzulegen. Dabei sind folgende Fragestellungen von Bedeutung: Warum ist Früherkennung speziell im Marketing-Controlling so wichtig? Welche Möglichkeiten der Früherkennung bietet sich im Marketing-Controlling an? Und was sind Beispiele für eine systematische, strukturierte und regelmäßige Früherkennung?
Neben einer anfänglichen Begriffsbestimmung soll zunächst die Notwendigkeit der Früherkennung im Marketing-Controlling aufgezeigt werden. Danach werden ausführlich die Möglichkeiten, Früherkennung im Marketing-Controlling zu betreiben, dargestellt, bevor anschließend auf einige leistungsfähige Systeme zur Früherkennung im Marketing-Controlling eingegangen wird. Abschließend erfolgt eine kritische Betrachtung der Früherkennung im Marketing-Controlling.
1 Vgl. hierzu und im Folgenden: Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 66f
2 Vgl. Reich/Hillar (2006), S. 91
2
2. Gegenstand und Wesen der Früherkennung
Der Begriff Früherkennung meint „die Wahrnehmung latent bereits vorhandener Chancen und Bedrohungen in einem so frühzeitigen Stadium, dass noch ausreichend Zeit für eine Planung und Realisierung von Strategien und Maßnahmen zur Nutzung der signalisierten Chancen oder zur Abwehr der angezeigten Bedrohungen verbleibt.“ 3 Die Wahrnehmung entspricht dabei einer strukturierten und regelmäßigen Erfassung, Beobachtung und Beurteilung kritischer Situationsmerkmale im Bereich des Unternehmens und seines Umfeldes mit dem Zweck, Planungsprozesse in Gang zu setzen (Aktivierungsfunktion), sich gedanklich mit der Zukunft und ihren möglichen Herausforderungen auseinanderzusetzen (Orientierungsfunktion), Entscheidungen abzuwiegen (Fundierungsfunktion) und sämtliche Alternativen zu berücksichtigen (Optionsfunktion). 4 Konkrete Handlungsempfehlungen, die eine Planung teilweise ersetzen, sind nicht Gegenstand der Früherkennung. 5 Ein besonderer Bedeutungsschwerpunkt der Anwendung von FES liegt damit in der Problemstellungsphase und in der Beurteilungs-/Entscheidungsphase. 6
Abzugrenzen von der Früherkennung sind die Frühwarnung und die Frühaufklärung, die trotz leicht unterschiedlicher Bedeutungen in der betriebswirtschaftlichen Diskussion - insbesondere im deutschsprachigen Raum - meist synonym verwendet werden. 7 Die Früherkennung unterscheidet sich von der Frühwarnung dadurch, dass bei letzterer lediglich auf das Erkennen von Gefahren abgestellt wird, um rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. 8 Frühaufklärung bezieht sich zwar auch auf die frühzeitige Identifikation von Chancen und Risiken, leitet im Gegensatz zur Früherkennung aber gleichzeitig adäquate Gegenmaßnahmen ab. 9 Weiterhin ist Früherkennung von der strategischen Überwachung abzugrenzen. 10 Letztere beobachtet zwar auch die Umwelt, um strategierelevante Informationen zu generieren. Die strategische Überwachung ist jedoch lediglich auf Risiken gerichtet, die die Absicherung der gewählten Geschäftsfelder und Wettbewerbskonzepte gefährdet.
3 Krystek (1996), S. 266
4 Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 67 und die dort angeführte Literatur; Reichmann (2001), S. 523; Link (2004), S. 125; Link (2002), S. 543 5 Vgl. Wolf (2002), S. 127 6 Vgl. Krystek/Müller-Stewens (1999), S. 516 7 Vgl. Hammer (1992), S. 175; Wolf (2002), S. 127; Müller (2003), S. 23; Loew (1999), S. 21 8 Vgl. Piser (2004), S. 59 und die dort angeführte Literatur 9 Vgl. Krystek (1996), S. 266; Wolf (2002), S. 127; Müller-Stewens/Lechner (2001), S. 151 10 Vgl. hierzu und im Folgenden: Piser (2004), S. 57f
3
Früherkennungssysteme (FES) als betriebliche Ausprägung von Früherkennung stellen spezielle Arten von Informationssystemen dar, die einen spezifischen Output in Form der oben erläuterten Früherkennungsinformationen generieren. 11 FES entsprechen somit in höchstem Maße dem kybernetischen Grundprinzip des Feedforward-Control. 12 Dieses besagt, dass Veränderungen der Stellgröße im Gegensatz zum Feedback-Control an Input-Kontrollen anknüpft, d.h., dass bereits das Auftreten von Störgrößen unmittelbar zu einer solchen Veränderung der Stellgröße führt, sodass es zu keinem Zeitpunkt zu unzulässigen Abweichungen der Regelgröße kommt. Seit Mitte/Ende der 1970er Jahre ist die Früherkennung Forschungsgebiet der Wissenschaft. 13 Hier wurde zunächst nur von Frühwarnsystemen gesprochen, da das Erkennen und Vermeiden von Risiken im Vordergrund stand. 14 In den letzten Jahren setzte sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass das Erkennen von Chancen neben den Bedrohungen und Risiken in einer dynamischen und komplexen Umwelt ebenso zum Ziel eines solchen Informationssystems gemacht werden muss. 15 Dies legte den Grundstein dafür, Frühwarnsysteme zu FES weiterzuentwickeln. Schließlich bildeten sich hieraus die Frühaufklärungssysteme, die wie bereits oben erwähnt auch eine informationelle Sicherstellung der Planung und die Realisation von Reaktionsstrategien oder Gegenmaßnahmen beinhalten. In der angloamerikanischen Literatur beschäftigt sich das Strategic Issue Management mit diesem Aufgabenkomplex. FES werden nach vielfältigen Gesichtspunkten klassifiziert. 16 Abbildung 1 gibt hierzu einen kurzen Überblick.
11 Vgl. Hammer (1992), S. 175 bzw. Horvath (2003), S. 398
12 Vgl. hierzu und im Folgenden: Link (2004), S. 124 und S. 118f; Müller (2001), S. 214; Muchna (1988), S. 47 13 Vgl. Link/Gerth/Voßbeck (2000), S. 67; Krystek/Müller (1999), S. 178; Geißler (1995), S. 11 14 Vgl. Bea/Haas (1995), S. 269; Reichling (1992), S. 233 15 Vgl. hierzu und im Folgenden: Krystek/Müller (1999), S. 178; Bea/Haas (1995), S. 269 16 Vgl. Hartmann (2001), S. 18; Link (1996), S. 127
Quote paper:
Christian Bauer, 2006, Früherkennung im Marketing-Controlling, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Die Balanced Scorecard als Controlling-Instrument
Business economics - Controlling
Diploma Thesis, 40 Pages
Balanced Scorecard als Controllinginstrument
Business economics - Controlling
Diploma Thesis, 39 Pages
CRM-Controlling: Status quo und Implikationen
Business economics - Controlling
Diploma Thesis, 129 Pages
Die Auswirkungen der IFRS-Rechnungslegung auf das Controlling
Business economics - Controlling
Diploma Thesis, 128 Pages
Makroökonomie und Neue Makroökonomie
Economics - Macro-economics, general
Scholarly Research Paper, 63 Pages
Instrumente des Risikocontrollings zur Bewertung von Risiken
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 31 Pages
Hidden Champions und das In Search of Excellence-Konzept - Die Theorie...
Business economics - Business Management, Corporate Governance
Scholarly Research Paper, 25 Pages
Risikocontrolling im Absatzbereich
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 24 Pages
Neue Entwicklungen im Controlling
Business economics - Controlling
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 27 Pages
Marketingcontrolling - Instrumente und Organisation im Überblick
Business economics - Controlling
Scholary Paper (Seminar), 26 Pages
Die Balanced Scorecard als Instrument des strategischen Management dar...
Business economics - Controlling
Diploma Thesis, 56 Pages
Optimierung der Logistikkette und Schaffung einer durchgängigen Kosten...
Engineering - Industrial Engineering and Management
Diploma Thesis, 110 Pages
Die Balanced Scorecard unter besonderer Berücksichtigung der Marketing...
Business economics - Controlling
Scholarly Research Paper, 34 Pages
Christian Bauer has published the text Früherkennung im Marketing-Controlling
Christian Bauer has uploaded a new text
Marketing-Controlling junger Wachstumsunternehmen
Eine Fallstudienanalyse mit In...
Carolin Sylvia Wufka
Informationssysteme als Fokus zur Rationalitätssicherung des Marketin...
Theoretische Ansätze und prakt...
Ivan Barjasic
Control System Problems: Formulas, Solutions, and Simulation Tools
Anastasia Veloni, Alexandros Palamides, Alex Palamides
0 comments