I. Inhaltsverzeichnis
I.Inhaltsverzeichnis. 2
II.Abk ürzungsverzeichnis. 3
1.Einleitung. 4
2.Grundlagen der Projektfinanzierung 4
2.1.Historische Entwicklung. 4
2.2.Anwendungsgebiete. 5
2.2.Begriff und Definition 5
3.Merkmale der Projektfinanzierung 6
3.1.Charakteristika einer Projektfinanzierung 6
3.1.1.Off Balance Sheet. 6
3.1.2.Cashflow related Lending 6
3.1.3.Risk Sharing 7
3.2.Projektbeteiligte. 7
3.3.Finanzierungsstruktur 10
3.4.Risikostruktur. 10
4.Praxisbeispiel. 11
4.1.Einleitung. 11
4.2.Projektbeteiligte. 12
4.3.Finanzierungsstruktur 14
4.4.Risikostruktur. 16
4.5.Ertragsprognose. 17
5.Fazit. 18
III. Literaturverzeichnis: 20
IV. Anhang 21
2
II.Abkürzungsverzeichnis
EEG Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien EPK Enercon-Partner-Konzept kWh Kilowatt/Stunde Nord LB Norddeutsche Landesbank OLB Oldenburgische Landesbank AG StEG Strom-Einspeise-Gesetz WEA Windenergieanlage WWP GmbH Windpark Wybelsumer Polder Verwaltung-und Beteiligungs GmbH WWP GmbH & Co KG Windpark Wybelsumer Polder GmbH & Co KG
3
1.Einleitung
Große Investitionsvorhaben, bei denen Kapitalbedarf und Risiko die Bereitschaft einzelner Unternehmen übersteigen, sind durch die klassischen Finanzierungsformen nicht darstellbar. Solche Fälle werden häufig über die so genannte Projektfinanzierung abgewickelt.
Zwar ist die Projektfinanzierung kein eigenständiges Finanzierungsinstrument, aber dennoch unterscheidet sie sich in einigen Punkten signifikant von der konventionellen Kreditfinanzierung.
Eine detaillierte Beschreibung aller Elemente von Projektfinanzierungen wird allerdings durch die Tatsache erschwert, dass jede Finanzierung individuell aufgebaut ist und dadurch die Vergleichbarkeit nur schwer möglich ist. Nichtsdestotrotz verfügen Projektfinanzierungen über gewisse Grundstrukturen, die im Folgenden herausgearbeitet werden sollen. Kapitel 2 beschäftigt sich zunächst mit den Grundlagen von Projektfinanzierungen und somit mit der historischen Entwicklung sowie den gebräuchlichen Definitionen. Kapitel 3 beschreibt die grundlegenden Merkmale einer Projektfinanzierung.
Nach der theoretischen Heranführung an das Thema beschäftigt sich Kapitel 4 mit der Finanzierung des „Windpark Wybelsumer Polder“, einem Windpark westlich der Stadt Emden.
2.Grundlagen der Projektfinanzierung
2.1.Historische Entwicklung
Große Investitionen, wie z.B. Kraftwerke, Raffinerien, Rohstoffabbau-Vorhaben oder auch Infrastrukturprojekte übersteigen in der Regel die Finanzierungs- und Risikobereitschaft einzelner Investoren. Ist diese Investition jedoch attraktiv, bietet es sich an, Risiken und Chancen auf mehrere Schultern zu verteilen. Dieses Prinzip bildet den Grundgedanken jeder Projektfinanzierung. 1 Dieser Gedanke ist keineswegs erst im 20.Jahrhundert aufgekommen, denn in ganz ähnlicher Form wurden bereits in früheren Jahrhunderten Erkundungs-und Entdeckungsfahrten der europäischen Staaten organisiert und finanziert. 2 Der Ursprung der heutigen Projektfinanzierungen wird zumeist im
19. Jahrhundert gesehen. Während der Industrialisierung wuchs der Bedarf an
1 Vgl. Fahrholz 1998, S.254
2 Vgl. Reuter 1999, S.31
4
größeren Infrastrukturprojekten für die volkswirtschaftliche Entwicklung, wie beispielsweise dem Eisenbahnbau. Ebenso wurden technische Großvorhaben, wie der Bau des Suezkanals, oder die Erschließung der US-amerikanischen Ölvorkommen auf diese Weise finanziert. 3
2.2.Anwendungsgebiete
Heutzutage wird das Instrument der Projektfinanzierung äußerst vielfältig und besonders in folgenden Bereichen genutzt: 4 • Erschließung und Förderung von Öl- und Gasvorkommen • Anlagenbau (besonders in Entwicklungsländern) • Verkehrsinfrastrukturvorhaben (z.B. der Euro-Tunnel) • Öffentliche Infrastrukturvorhaben (zur Entlastung der öffentlichen Haushalte)
• Energieversorgung (z.B. Kraftwerks- und Windparkbau) • Telekommunikation (z.B. Aufbau des E-Plus-Funknetzes) • Immobilien (z.B. Frankfurter Messeturm) Hinzu kommt, dass viele dieser Großprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern erstellt werden, in denen es neben dem nötigen Kapital auch an der Rechtssicherheit mangelt. An dieser Stelle stößt also die traditionelle Kreditfinanzierung an ihre Grenzen, so dass Risiken und Finanzierung auf mehrere Schultern verteilt werden müssen, damit ein Projekt überhaupt realisiert werden kann.
2.2.Begriff und Definition
Trotz der langen Geschichte der Projektfinanzierungen bestand in der Fachwelt lange Zeit Uneinigkeit über eine einheitliche Definition. Das heutige Begriffsverständnis basiert in der Regel auf dem Financial Accounting Standard No. 47 aus dem Jahre 1981, in dem Projektfinanzierung als die Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit definiert wird, bei der „die erwirtschafteten Projekt-Cashflows neben den Projektaktiva einen
Kreditsicherheiten ähnlichen Charakter für die Kreditgeber besitzen.“ 5 Projektfinanzierung zielt somit nicht auf die Finanzierung eines Unternehmens im Allgemeinen, sondern auf die Finanzierung des eigentlichen Projektes. In diesem Punkt unterscheiden sich Projekt- und Unternehmensfinanzierung. 6
3 Vgl. Reuter 1999, S.31
4 Reuter 1999, S.31
5 Backhaus / Werthschulte 2003, S.13
6 Reuter 1999, S.32
5
Im Gegensatz zur herkömmlichen Kreditfinanzierung, bei der es im Wesentlichen auf entsprechende Sicherheiten sowie die Bonität des Unternehmens ankommt, das die Gelder aufnimmt, steht bei der Projektfinanzierung die erwartete Rentabilität und damit der zu erwartende Cashflow des zu finanzierenden Projektes im Fokus.
3.Merkmale der Projektfinanzierung
3.1.Charakteristika einer Projektfinanzierung
3.1.1.Off Balance Sheet
Für die Finanzierung eines Projektes gelten verschiedene Besonderheiten, die sich von der klassischen Unternehmensfinanzierung unterscheiden. Träger und damit Darlehensnehmer ist in der Regel die Projektgesellschaft. Somit entsteht den Sponsoren aus dem aufgenommenen Fremdkapital keine bilanzierungspflichtige Verbindlichkeit. Aus Sicht der Sponsoren ist dies wünschenswert, da zum einen verfügbare Kreditlinien nicht ausgenutzt werden und somit für alternative Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zum anderen bleiben die Bilanzkennzahlen der Sponsoren durch die Fremdkapitalaufnahmen unberührt. 7
Eingeschränkt wird dies jedoch durch die aktuelle Konzernrechnungslegung, also durch die Aufnahme von Haftungszusagen (§251 HGB) und langfristigen Leistungsbeziehungen (§285 Nr. 3 HGB) in die Bilanz. 8 Durch Spielraum in der Gestaltung der Beteiligungsverhältnisse und anderen Konzernrechnungslegungspflichten lässt sich jedoch die Einbeziehung in den Konzernabschluss umgehen. 9
3.1.2.Cashflow related Lending
Im Gegensatz zur klassischen Kreditfinanzierung stehen bei der Projektfinanzierung nicht die Unternehmensbonität und die freien Sicherheiten im Vordergrund einer Kreditentscheidung. Da die Sponsoren üblicherweise keine Sicherheiten stellen wollen oder gar können, müssen die Fremdkapitalgeber einer Projektfinanzierung ihr Engagement ähnlich wie die Eigenkapitalgeber anhand der prognostizierten Cashflows aus dem Projekt beurteilen 10 , da der Cashflow die zentrale Größe für die Deckung der
7 Vgl. Backhaus / Werthschulte 2003, S.19
8 Vgl. Reuter 1999, S.33
9 Vgl.Achleitner 2000, S.439
10 Vgl. Achleitner 2000, S. 439
6
Arbeit zitieren:
Markus Naber, 2006, Projektfinanzierung am Praxisbeispiel Windpark Wybelsumer Polder, München, GRIN Verlag GmbH
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