Inhalt
1 Einleitung 1
2 Definition Wissensmanagement 1
3 Anforderungen an Wissensmanagement 2
3.1 Wissensidentifikation 3
3.2 Wissenserwerb 4
3.3 Wissensentwicklung 5
3.4 Wissens(ver)teilung 5
3.5 Wissensnutzung 7
3.6 Wissensbewahrung 7
3.7 Wissensbewertung 8
3.8 Definition von Wissenszielen 8
4 Anforderungen an Wissensmanagement-Systeme / IT-Plattformen 9
5 Umsetzung in der Praxis am Beispiel des USU KnowledgeMiner 10
6 Fazit 11
Abbildungsverzeichnis 13
Literatur 13
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"Nicht wissen wollen ist die erste intellektuelle Todsünde, nicht wissen lassen die zweite." Otto Galo, deutscher Schriftsteller
1 Einleitung
Nach einer Studie der University of California in Berkeley beträgt die Menge der weltweit verfügbaren Informationen mittlerweile 12 Exabyte (entspricht 12 Milliarden Gigabyte) (nach [Ep+02], S.41). Zur Verarbeitung dieser Menge bietet die aktuelle IT-Situation viele unterschiedliche Möglichkeiten wie zum Beispiel eMail-Systeme, elektronische Newsletter, digitale Diskussi-onsforen oder virtuelle Chaträume. Mit der Menge der Informationen wächst gleichzeitig die Geschwindigkeit dieser Techniken, die Datenübertragung auch komplexer Informationen erfolgt in zunehmend kürzeren Zeiten und die qualitätsverlustfreie Vervielfältigung wird immer unproblematischer.
Für einen einzelnen Mitarbeiter in einem Unternehmen bedeutet dies, dass er zu jedem beliebigen Thema auf eine gewaltige Informationsmenge Zugriff hat. Um diese Informationsflut zu bewältigen, entwickelt jeder Mitarbeiter eine eigene Strategie mit dem Ziel, ein möglichst umfassendes Repertoire an Informationen und Wissen am Arbeitsplatz zur Verfügung zu haben. Dies führt zunächst zu vielen separaten Pools mit mehr oder weniger strukturiertem Wissen, von denen jedoch keines vollständig sein kann.
Die Ressource Wissen wird durch die Entwicklung zur Dienstleistungsgesellschaft immer wichtiger. So kommt es oftmals nicht mehr nur darauf an, am Fließband eine bestimmte Handlung fortwährend zu wiederholen, dies wird mehr und mehr von Rechnern beziehungsweise Robotern übernommen. Vielmehr geht es darum, durch den Einsatz von Wissen täglich neue Situationen zu beurteilen und Probleme zu lösen. Wissen wird deshalb oft als der "Produktionsfaktor Nr.1" bezeichnet.
Um konkurrenzfähig zu bleiben, genügt es für ein Unternehmen nun nicht, dass jeder Mitarbeiter auf seinen eigenen Wissenspool zurückgreift und gegebenenfalls durch Zufall Wissen mit seinen Kollegen austauscht, vielmehr muss jedem Mitarbeiter möglichst problembezogenes Wissen möglichst effizient zugänglich gemacht werden. Dies ist die Aufgabe von Wissensmanagement, das zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden ist, der zu Vorteilen gegenüber Konkurrenten durch Wissensvorsprung sowie bessere Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Wissen führen kann. (vgl. [Tr+99])
Die vorliegende Arbeit hat Anforderungen an Wissensmanagement zum Thema. Zunächst werden in Kapitel 2 Definitionen von Wissensmanagement vorgestellt, daraufhin werden in Kapitel 3 die Anforderungen anhand von Teilbereichen beleuchtet, bevor es in Kapitel 4 um Anforderungen an die Systeme geht, die zum Unterstützen des Wissensmanagements dienen. Abschließend wird die Umsetzung eines solchen Systems an einem Beispiel betrachtet (Kapitel 5) und ein Fazit gezogen (Kapitel 6).
2 Definition Wissensmanagement
Von dem Begriff Wissensmanagement gibt es viele unterschiedliche Definitionen, die jeweils unterschiedliche Teilbereiche abdecken, es lässt sich jedoch keine Definition finden, die allen Facetten gerecht wird. Im folgenden werden nun zwei mögliche Definitionen vorgestellt, die jedoch beide keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben:
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● Definition der TU München: "Wissensmanagement
- ist die Disziplin des systematischen Erfassens, Nutzens und Bewahrens von Expertise und Informationen, um die Effizienz, Kompetenz, Innovation und Reaktionsfähigkeit der Organisation zu verbessern.
- umfasst alle Methoden, Werkzeuge und kritischen Aspekte einer Organisation, die zu seiner Anpassung, Kompetenzbewahrung und -erweiterung notwendig sind, um auf Änderungen des Marktes, die nicht notwendigerweise kontinuierlich und zentralisiert auftreten, effektiv und effizient reagieren zu können.
- handhabt insbesondere die Informationen zu Geschäftsprozessen sowie die kreativen und innovativen Fähigkeiten der Mitarbeiter." [TUM01]
● Definition durch Norbert Wilkens (vgl. [Wi97]):
"Wissensmanagement ist ein ganzheitliches, integratives Konzept, das psychologische, orga-nisatorische und informationstechnologische Faktoren beinhaltet, um die effektive Erschließung und den Transfer von Wissen zu gewährleisten."
Nach dieser letzten Definition lässt sich Wissensmanagement in Wissenserschließung und Wissenstransfer aufteilen (vgl. Abb.1). Für die Erschließung von Wissen sind sowohl fachliche als auch soziale Kompetenz gefragt, da hier Informationen verarbeitet und verstanden werden müssen. Dies erfordert zum einen Fachwissen, zum anderen emotionale Intelligenz in Form von Erfahrungen, Wahrnehmungen und Einstellungen. Für den Wissenstransfer ist Teamarbeit notwendig, um Kommunikation und Kooperation zu ermöglichen.
Da die Begriffe Information und Wissen im folgenden vielfach verwendet werden, auch hierzu eine Einordnung: Unter Informationen versteht man Daten, die durch ihren Kontext interpretierbar sind. Wissen entsteht aus Informationen durch deren Vernetzung und durch Verstehen. (vgl. [Pr+99], S.36f.)
3 Anforderungen an Wissensmanagement
Gilbert Probst et. al. (vgl. [Pr+99], S.51ff.) gehen mit der Aufteilung von Wissensmanagement in Teilbereiche noch einen Schritt weiter als Norbert Wilkens und definieren 8 Teilbereiche, die
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untereinander eng vernetzt sind: Wissensidentifikation, Wissenserwerb, Wissensentwicklung, Wissens(ver)teilung, Wissensbewahrung, Wissensnutzung, Wissensbewertung und die Definition von Wissenszielen. (vgl. Abb.2)
Die Teilbereiche werden auch als Bausteine bezeichnet. Auf die einzelnen Bausteine wird im folgenden detaillierter eingegangen, es wird jedoch bereits aus Abb.2 deutlich, dass die Bausteine zusammengehören und zusammenwirken, die Vernachlässigung von einem einzelnen schwächt das gesamte System.
3.1 Wissensidentifikation
Die Wissensidentifikation oder auch die Wissenstransparenz beinhaltet die Schaffung von Transparenz über internes und externes Wissen. Dabei geht es vor allem um die Analyse und Beschreibung dieses Wissens. Transparenz kann hier unter anderem durch Dezentralisierung, Globalisierung, Restrukturierung oder Fluktuation verloren gehen (vgl. [Mi01]). Durch mangelhafte Identifikation kann es zu Ineffizienz dahin gehend kommen, dass Wissen in einem Unternehmen neu produziert wird, obwohl es in einer anderen Abteilung oder auch außerhalb des Unternehmens bereits in nutzbarer Form vorliegt.
Bei der internen Wissensidentifikation geht es nun zunächst darum, eine Transparenz über das bereits im Unternehmen befindliche Wissen zu erhalten. Da es aufgrund der zu großen Menge meist nicht möglich ist, das gesamte Wissen in einem Unternehmen transparent zu halten, wird oft von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, statt der Identifikation von Wissen die Wissensträger zu identifizieren. Konkret heisst das, dass jedem Mitarbeiter ein erweitertes Personalverzeichnis zugänglich gemacht wird, aus dem er entnehmen kann, wer unternehmensintern als Experte auf dem Gebiet qualifiziert ist, über das er im Moment Informationen sucht. Diese Verzeichnisse, in denen neben den Personaldaten die zugehörigen Wissensgebiete und ein geschätzter Expertengrad aufgeführt sind, werden auch als Gelbe Seiten bezeichnet. Eine weitere Möglichkeit, das vorhandene Wissen zu identifizieren und transparent zu gestalten, sind Topic Maps. Dies sind Strukturen, mit denen der effiziente Zugang zu großen unstrukturierten Informationsmengen ermöglicht wird. Sie bestehen zum einen aus Themen (Topics), die in der Karte als Knoten eingetragen werden, und den zugeordneten Dokumenten, zum anderen
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Arbeit zitieren:
Diplom-Wirtschaftsinformatiker Christoph Treude, 2003, Anforderungen an Wissensmanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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