Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 4
2 PROBLEMSTELLUNG 4
2.1 Drop out 6
2.1.1 Exkurs 7
2.2 Bearbeitungsstand. 7
3 BEGRIFFSBESTIMMUNG. 8
3.1 Gesundheit. 8
3.2 Alter. 9
4 PSYCHO-SOZIALE FAKTOREN IM ALTERSPROZESS. 11
4.1 Theorien des Alterns 11
4.2 Psychische Veränderungen im Altersprozess 13
4.3 Soziale Veränderungen im Altersprozess 16
5 PSYCHO-SOZIALE AUSWIRKUNGEN VON ALTERSSPORT 19
5.1 Bedürfnissituation Älterer 20
5.2 Psycho-soziale Auswirkungen sportlicher Betätigung. 21
6 ÜBERFÜHRUNG DER ERKENNTNISSE IN DIE PRAXIS 22
6.1 Handlungsgeschehen 22
6.1.1 Entstehungs- oder Antriebsphase 23
6.1.2 Vorbereitungsphase 23
6.1.3 Realisierungsphase 24
6.1.4 Nachwirkphase 24
6.1.4.1 Ergociser-RR Study 25
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6.2 Übungsgestaltung 27
6.2.1 Bewegung und Spannungsregulation 27
7 RESÜMEE. 28
8 QUELLENVERZEICHNIS 29
9 ABBILDUNGSVERZEICHNIS 30
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1 E i n l e i t u n g
Im Rahmen des Hauptseminars Sportpsychologie hatten die Autoren die Aufgabe, sich mit dem Thema „Psycho-sozialen Aspekte des Alterssports“ zu befassen. Im Zuge der vorbereitenden Recherche war die erste Erkenntnis, dass die Literaturlage zum Thema nicht üppig ist. So wurden die gefundenen Quellen und Aussagen um viele eigene Überlegungen zum Thema angereichert. Als erstes wollen wir klären, warum wir uns mit der Problemstellung befassen. Dies nimmt einigen Raum ein, denn zugrunde liegt ein gesellschaftliches Problem, dass so oder ähnlich in vielen westlichen Kulturen zu beobachten ist. Auch kann man die Situation der Älteren nicht isoliert von den Entwicklungen in jüngeren Generationen betrachten. So ist das Dropout aus dem Sport im jungen Erwachsenenalter eine Voraussetzung für die Notwendigkeit eines Wiedereinstiegs im Alter. Über eine Klärung des Bearbeitungsstandes und der Begriffe kommen wir dann zu den konkreten Bedingungen, unsere Zielgruppe betreffend.
Abschließend werden wir Übungsbeispiele aus dem Alterssport daraufhin untersuchen, ob er unseren Ansprüchen aus psycho-sozialer Sicht gerecht werden. Dabei wollen wir auch die motorischen und physiologischen Ansprüche der Übungen betrachten, bevor wir ein Resümee ziehen 2 P r o b l e m s t e l l u n g
Wie oben dargestellt, ist es wichtig, zu klären, warum wir uns mit einem Thema beschäfti-
abnimmt.
Dem steht der Trend der Alterung, manche sagen Überalterung, der Gesellschaft gegenüber. So wir sich der Anteil der unter 20jährigen von heute 21% im Jahre 2050 auf 16% verringern. Dem steht entgegen, dass der sich Anteil der 60- und Höherjährigen von derzeit 22% auf 37% erhöht (vgl. bmfsfj 2005). Die grafische Darstellung dieser Entwicklung ist in den Abbildungen 1 und 2 zu sehen.
Die Folgen für die Gesellschaft sind ökonomisch betrachtet dramatisch. Die solidarisch gestalteten Krankheits- und Alterungssicherungssysteme werden die Kosten nicht bewältigen und ein Umbau derselben wird unumgänglich. Schon jetzt ist ein Umdenken im Ge-sundheitswesen erkennbar. Langsam greifen Vorstellungen, die die Entstehung von Ge-sundheit in den Vordergrund stellen. Der Ansatzpunkt ist einfach: eine Krankheit, die gar nicht entsteht, muss nicht behandelt werden und somit fallen die Kosten der Behandlung nicht an. Es wird gespart. Das Modell der Salutogenese (synonym wird auch der Terminus Sanogenese verwendet) wurde von Antonowsky schon 1974 vorgestellt, aber „erst die in der Ottawa Charta 1986 von der WHO propagierte Hinwendung zur Gesundheitsförderung bereitete den Boden für die Rezeption der salutogenetischen Vorstellungen. Die paradoxe Situation, dass die Menschen zwar immer älter werden, dieser Lebensabschnitt durch eine Fülle von chronischen Krankheiten gekennzeichnet ist, hat ebenfalls die Bereitschaft zur Akzeptanz neuerer Denkweisen erhöht“ (vgl. Huber in Schüle 2004, S. 33). Wir wollen das Modell an dieser Stelle nicht eingehend erörtern, sondern nur die für uns wichtigen „Wi-derstandquellen“, die der Mensch der Entstehung von Krankheit entgegensetzt kennzeich-
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- soziale Widerstandsquellen, z.B. soziale Unterstützung“ (vgl. Huber in Schüle 2004, S. 35).
Hier finden wir drei Komponenten, die wir mit Sport beeinflussen können, einen physiologischen, die psychische Ebene und die soziale Einbettung. „Bewegung und Sport tragen erwiesenermaßen zum Gewinn von Lebensqualität bei, da sie positive Effekte auf alle drei Aspekte der Lebensqualität (physisch, psychisch und soziale) haben können“ (vgl. Schüle 2004, S. 70).
Fassen wir bis hierhin zusammen. Wir haben einen wachsenden Anteil älterer Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, die behandelt werden. Der Anteil dieser Krankheiten an den Todesfällen ist ernorm hoch. Z.B. gibt das Statistische Bundesamt (Schüle 2004, S. 67) für 2001 den Anteil von Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Ursache für die Gesamttodesfälle mit 47,3 % an. Die WHO schätzt, dass die träge Lebensweise das Risiko an dieser und anderen Leiden zu erkranken, verdoppelt und fordert deswegen in ihrem Fitnessappell 30 min. körperliche Betätigung täglich. Trotzdem sind in Deutschland nur 16% der über 50jährigen, 13% der über 60jährigen und lediglich 7% der über 65jährigen sportlich aktiv (vgl. vitanet 2005). Wir fragen nach dem Warum und vermuten, dass die Sportangebote nicht auf diese Zielgruppe zugeschnitten sind, weil u.a. die psycho-soziale Aspekte in Bezug auf die Teilnahme am Sport vernachlässigt werden.
2.1 Drop out
Das Einstellen sportlicher Aktivität hat die unterschiedlichsten Gründe. Wie wir festgestellt haben, geht es scheinbar gesetzmäßig mit dem Altern einher. Das nehmen wir als gegeben und fragen uns nach der Wiederaufnahme der Sporttätigkeit. „Empirische Untersuchungen zeigen, dass viele Inaktive den Wiedereinstieg zwischen 40 und 50 finden. Nach dem 50sten Lebensjahr werden sie dagegen nur noch verhältnismäßig selten sportlich aktiv“ ( vgl. Meusel 1999, S. 8). Es wird in Zukunft entscheidend sein, wie man die älteren Jahrgänge dazu motiviert, wieder etwas für sich zu tun. „Eine aktive Lebensweise beinhaltet somit die wirksamste Maßnahme zur Verringerung der mit steigendem Alter zunehmenden Kranheitsinzidenz und den damit zusammenhängenden Kosten im Gesundheitswesen“ (vgl. Weineck 1992, S, 40). Klar ist, dass dies mit zunehmenden Alter und zunehmender Kompetenz fundierter vermittelt werden muss. Für Viele besteht der Grundkonflikt des Alterns darin, dass es biologisch bergab geht, biografisch geht es jedoch bergauf. „Mit dem Alter nimmt die individuelle Differenzierung aufgrund der persönlichen Biografie und der je eigenen Lebenssituation noch einmal erheblich zu. Eine pädagogische Beratung
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kann sich also nur an der Eigenart und Einzigartigkeit des Individuums orientieren“ (vgl. Meusel 1999, S. 52). Der Erfahrungsschatz, auf den man in bestimmten Situationen zurückgreifen kann, wird mit zunehmendem Alter naturgemäß größer. Dieser Vorteil Jüngeren gegenüber macht es andrerseits schwerer, von gewohnten Bahnen abzuweichen. So werden dann als Modeerscheinung eingeordnete Tendenzen nicht akzeptiert. So kann es dann geschehen, dass alles was unter anti-aging oder health-aging propagiert wird, nicht ernst genommen.
2.1.1 Exkurs
An dieser Stelle wollen wir eingeführte Begriffe kritisch beleuchten. Erste Bemühungen um die Aufrechterhaltung eines äußeren Erscheinungsbildes, dass dem Idealbild der Jugendlichkeit entspricht wurden unter dem Schlagwort „anti-aging“ bekannt. Diesen Begriff wollen wir in Zukunft vermeiden, den er ist so falsch wie irreführend. Es wird suggeriert, dass das Altern selbst aufgehalten werden kann. Dies ist biologisch gesehen Unsinn und führte zu Methoden, die mehr als zweifelhaft sind. Nach wie vor werden Hormonbehandlungen durchgeführt und die kosmetische Chirurgie erfreut sich großer Beliebtheit. Was wir in den Sportwissenschaften fördern wollen, grenzen wir mit dem Begriff des aktiven „health-aging“ scharf gegen die oben genannte Strömung ab. Dabei geht es darum, die Lebensqualität aus dem Individuum heraus zu fördern. Angebote in diese Richtung stützen sich auf die drei Säulen Ernährung, Bewegung und Entspannung bzw. Spannungsregulation. Wir wollen uns mit den Angeboten zur Bewegung und Entspannung näher befassen.
2.2 Bearbeitungsstand
Bei der Erstellung der Hausarbeit und dem dazugehörigen Referat fiel uns auf, dass die Literaturlage speziell zu den von uns betrachteten Aspekten dünn war. Natürlich war die Zusammenschau der Literatur durch die Autoren nicht erschöpfend. Dazu fehlte die Zeit und der Zugang zu allen Datenbanken. Das Fehlen einschlägiger Werke legt die Vermutung
nahe, dass der Bearbeitungsstand noch nicht ausreichend ist. 1 „[....] vernachlässigte Faktoren, die sich in Einzelstudien zur ,Sportteilnahme` oder Aufrechterhaltung z. T. empirisch bewährt haben, beziehen sich v. a. auf soziale Aspekte, die auch dem Kontext des Sportprogramms gerecht werden wie gruppendynamische Aspekte oder sozial unterstützende Einflüsse durch Trainingspartner oder Übungsleiter. Ferner gehören dazu Faktoren, die sich auf die aktuelle Lebenslage einer Person beziehen“ (Daugs 2001, S. 213). Auch wenn
1 Diese Vermutung wurde in einem Gespräch mit Dr. Thonack vom vitawerk in Greifswald bestätigt. Selbi-
ger bemängelte diesen Umstand auch in einer Schulungseinheit zur Ausbildung zum Sporttherapeuten, an der
einer der Autoren teilnahm.
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seit der Buchbesprechung zu Denk in den dvs-Informationen (12/1997, S. 66 f.) acht Jahre vergangen sind, hat sie nach Meinung der Autoren nach wie vor Gültigkeit. „Die wissenschaftliche Grundlegung und Ausgestaltung des ,Alterssports’ in Deutschland ist bisher nur sporadisch und eher unsystematisch erfolgt. Die hier veröffentlichen Beiträge zeigen jedoch, dass in jüngster Zeit in unterschiedlichen Disziplinen der Sportwissenschaft Probleme des Alterssport im Blickpunkt stehen und z.T. umfangreiche Forschungen betrieben werden.“ Von einer Hinwendung zu diesem Feld in jüngerer Zeit, zeugt denn auch die Promotion des Seminarleiters Dr. Neß, die 2003 veröffentlicht wurde. In ihr geht es um das „Psychisches Wohlbefinden und Sport - Empirische Untersuchung an Patienten mit peripheren Durchblutungsstörungen“. Die anderen genannten Studien zielen meist auf die physiologischen Wirkungen von Training im Alter ab. Die Autoren dieser Arbeit wollen aber die psycho-sozialen Aspekte in den Mittelpunkt stellen. 3 B e g r i f f s b e s t i m m u n g
3.1 Gesundheit
Ausgehend von der Tatsache, dass Altern im einfachen Fall alle fortschreitenden Veränderungen eines Menschen über eine Zeitspanne hinweg beschreibt und sowohl auf positive, als auch auf negative Entwicklungen der lebenden Substanz verweist, ist es nötig, über den Begriff der Gesundheit nachzudenken. Altern und Gesundheit sind eng miteinander verzahnt, so dass es nahezu unmöglich ist, eine klare Trennung beider Themenkomplexe vorzunehmen. Ziel älterer Menschen sollte es sein, Selbständigkeit zu erhalten und Gesundheit zu fördern - dabei stützen sich diese Betrachtungen auf den salutogenetischen Ansatz, welcher eher davon ausgeht, dass Gesundheit erhalten, nicht aber Krankheit behandelt werden muss. Demnach verliert die traditionelle Definition von Gesundheit, die in der Abwesenheit von Krankheiten und Gebrechen fußt, ihre Bedeutung. Problematisch bei dieser Definition sind Schnittmengen von gesund und krank: Jemand mit einer Sehbeeinträchtigung gilt medizinisch als nicht gesund, und obwohl niemand in unserem heutigen Kulturverständnis diese Person als behindert bezeichnen würde, gab es dennoch Zeiten, in denen Menschen als „minderwertig“ galten, wenn ihre Sehfähigkeit beeinträchtigt war. Hier schon zeigt sich, dass das Verständnis von Gesundheit einem Wandel unterliegt. Mit dem Diskurs der Psychologie eines Menschen entwickelten sich völlig neue Erkenntnisse, die mehr und mehr in den Diskurs der Gesundheit eingriffen. So definierte die Weltgesund-heitsorganisation den Begriff der Gesundheit 1946 wie folgt: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens“ und beschreibt da-
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Arbeit zitieren:
Ines Meier, Michael Schnur, 2005, Psycho-Soziale Aspekte des Alterssports, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
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Der Text von der Stellungnahme
. Europäische Gruppe für Ethik der Naturwissenschaften und der Neuen Technologien, Europäische Kommission
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