INHALTSVERZEICHNIS
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
1 EINFÜHRUNG 1
2 DIE DOLLARBINDUNG DES RENMINBI ALS BEISPIEL EINES EINSEITIG
FIXIERTEN WECHSELKURSES 2
2.1 Grundlagen der Theorie fester Wechselkurse 2
2.1.1 Die stabilisierende Wirkung des Festkurses auf die Wettbewerbsfähigkeit
auf dem Gütermarkt 2
2.1.2 Zahlungsbilanzausgleich 4
2.1.3 Zahlungsbilanzfinanzierung 6
2.1.4 Geldmengensterilisation 6
2.2 Die Wechselkursanbindung Chinas in der Praxis 7
2.2.1 Aspekte des Renminbi- Peg 7
2.2.2 Kapitalverkehrskontrollen 9
2.2.3 Internationale Kritik 10
3 DER EFFEKT EINER RENMINBI-AUFWERTUNG AUF DIE US
LEISTUNGSBILANZ 12
3.1 Einführung 12
3.2 Die Rolle Chinas als Exportplattform 12
3.2.1 Außenhandel und Direktinvestitionen in China Empirische Befunde 12
3.2.2 Interpretation der Ergebnisse Chinas Rolle im ostasiatischen
Produktions- und Handelsnetzwerk 15
3.3 Die zu erwartende Reaktion der amerikanischen Leistungsbilanz auf eine
Renminbi-Aufwertung 17
4 DER EINFLUSS DES FESTKURSES AUF DIE CHINESISCHE
BINNENWIRTSCHAFT 20
4.1 Einführung 20
4.2 Grenzen der Geldmengensterilisation 21
4.2.1 Inflationsgefahr 21
4.2.2 Ineffiziente Ressourcenallokation und der marode Bankensektor 24
4.2.3 Das Problem der Conflicted Virtue 26
5 FAZIT 28
II NA
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1DDDDDDD
Jährliche Wachstumsrate des BIP
Abbildung 2DDDDDDD
Wechselkurs und Inflation in China
Abbildung 3DDDDDDD
Kapitalbilanzentwicklung seit 1994
Abbildung 4DDDDDDD
Leistungsbilanzentwicklung seit 1994
Abbildung 6DDDDDDD
Wachstum von Devisenreserven und Geldbasis
Abbildung 5DDDDDDD
Die Entwicklung der Dollarreserven im Zeitverlauf
Abbildung 7DDDDDDD
Die offiziellen Währungsreserven Chinas und Japans
Abbildung 8DDDDDDD
Direktinvestitionen im Vergleich zur Leistungsbilanz
Abbildung 9DDDDDDD
Anteile der Herkunftsländer an den in China getätigten
Direktinvestitionen NA
Abbildung 10DDDDDDD
Entwicklung ausstehender Kredite von 1998 bis 2003
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: NA
Handelsbeziehungen Chinas (in Prozent des Gesamtvolumens)
Tabelle 2: NA
Exportstruktur Chinas
Tabelle 3: NA
Importstruktur Chinas
IV NA
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
A inländische Absorption
AS-AD Aggregated Supply – Aggregated Demand
ASEAN Association of South East Asian Nations
Bill. Billion
BIP Bruttoinlandsprodukt
c.p. ceteris paribus
CFETS China Foreign Exchange Trade System
COI China Overheating Indicator
EA East Asia
EU Europäische Union
FDI Foreign Direct Investment
i Zinssatz
JV Joint Venture
LBD/LBÜ Leistungsbilanzdefizit/Leistungsbilanzüberschuss
Mill. Million
Mrd. Milliarde
NAZ Nettoauslandsvermögen der Zentralbank
NIE Newly Industrialized Economies
NKI/NKX Nettokapitalimporte/Nettokapitalexporte
NPL Non-Performing Loans
OECD Organisation of Economic Cooperation and Development
PBoC Peoples’ Bank of China
PPP Purchase Power Parity (Kaufkraftparität)
RMB Renminbi
ROW Rest Of the World
US(A) United States (of America)
USD US-Dollar ($)
w nominaler Wechselkurs
V
1 EINFÜHRUNG
Seit im Jahre 1978 durch Chinas großen Reformer Deng Xiaoping die zunächst vorsichtige wirtschaftliche Öffnung gewagt wurde, befindet sich das Land seit Beginn der 1980er Jahre in einem Transformationsprozess, der vor allem in ökonomischer Hinsicht das Gesicht des Reiches der Mitte vollkommen verändert. 1 Heute muss China zu den (wirtschaftlichen) Großmächten gezählt werden. 2 Die realen Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
lagen seit 1980 bei durchschnittlich über 10 Prozent, im Jahr 2005 wurde eine Steigerung des Volkseinkommens von 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. 3 McKinnon und Schnabl
behaupten sogar, dass die chinesische Ökonomie im Zeitraum von 2000 bis 2003 als einzige Volkswirtschaft eine Phase wirtschaftlichen Booms erlebt habe. 4 Träger des chinesischen
Wirtschaftswunders sind im Wesentlichen der florierende Außenhandel sowie eine hohe Investitionsnachfrage. Diese Größen stehen in engem Zusammenhang mit dem von der chinesischen Zentralbank (PBoC) installierten Wechselkurssystem der Währung Renminbi. Zum einen sichert die seit 1994 de facto bestehende Anbindung an den als Ankerwährung fungierenden US-Dollar (USD) stabile Erwartungen und Planungssicherheit im Ex- und Import von Gütern. Zum anderen trägt die fixierte Austauschrelation zur Schaffung eines positiven Investitionsklimas bei, das den Standort China zu einem attraktiven Ziel für ausländische Direktinvestitionen werden lässt. Mit Hilfe ausländischer Investoren ist China dazu in der Lage, den technologischen Aufholprozess zu beschleunigen und ausländisches Know-How zu akquirieren. Durch die Ankerwirkung des USD gelang es der PBoC außerdem, die Inflationsrate zu drücken, die sich seit Mitte der 1990er Jahre auf einem konstant niedrigen Niveau bewegt und erst seit Ende 2003 wieder leicht steigt. 5
Diesen unangezweifelten Vorzügen des „Peg“ stehen aber auch gewaltige Risiken und Gefahren gegenüber: Angesichts der seit 1994 permanent zu verzeichnenden Zahlungsbilanzüberschüsse 6 gestaltet es sich für die chinesische Zentralbank zunehmend
schwieriger, die Wechselkursparität bei 8,28 Renminbi pro USD zu halten. Die durch die notwendige Überschussfinanzierung stetig anwachsenden Dollarreserven 7 setzen die
Inlandsgeldmenge unter Druck und die zur Vermeidung von Preisanpassungen implementierte
1
Das Jahr 1980 wird für einige der folgenden Betrachtungen als Vergleichsjahr herangezogen.
2
Vgl. Schnabl (2005), S. 2.
3 Vgl. Deutsche Botschaft Peking (2006), S. 1 und vgl. Abbildung 1 im Anhang.
4 Vgl. McKinnon/Schnabl (2003), S. 3.
5 Vgl. Abbildung 2.
6 Vgl. Abbildung 3 und Abbildung 4 im Anhang. Diese stellen die Entwicklung der Kapital- und Leistungsbilanz seit 1994 dar und damit die Determinanten der Zahlungsbilanz.
7 Vgl. Abbildung 5 im Anhang.
1
Politik der Geldmengensterilisation ist nur mittels repressiver und regulierender Maßnahmen durchsetzbar und mit hohen Kosten verbunden. 8 Aus dem Ausland mehrt sich Kritik an der
Praxis der Währungspolitik der PBoC, da der durch das Festkursregime unterbewertet gehaltene Renminbi vielfach als unlauterer Wettbewerbsvorteil der chinesischen Exportindustrie interpretiert wird. Vor allem in den USA werden immer wieder Forderungen nach einer Aufwertung des Renminbi laut. Die günstigen Einfuhren aus China werden als eine der Ursachen für den Jobabbau in der US-amerikanischen Industrie identifiziert. So erscheint es nicht verwunderlich, dass der Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Hu Jintao bei US-Präsident George W. Bush im April dieses Jahres vor allem von währungspolitischen Fragen geprägt sein wird. 9
Die vorliegende Arbeit beleuchtet das chinesische Währungsregime unter einem externen und einem internen Aspekt: Zum einen wird in Kapitel 3 eine Einschätzung der zu erwartenden Reaktion der US-Leistungsbilanz auf die geforderte Wechselkursflexibilisierung gegeben. Zum anderen werden in Kapitel 4 binnenwirtschaftliche Implikationen des Festkurses erörtert. Im folgenden zweiten Kapitel werden vorangehend Merkmale der Theorie fester Wechselkurse vorgestellt und auf das Beispiel des Festkurssystems Chinas übertragen.
2 DIE DOLLARBINDUNG DES RENMINBI ALS BEISPIEL EINES
EINSEITIG FIXIERTEN WECHSELKURSES
2.1 Grundlagen der Theorie fester Wechselkurse
2.1.1 Die stabilisierende Wirkung des Festkurses auf die Wettbewerbsfähigkeit auf
dem Gütermarkt
Grundsätzlich stehen einem Land eine Reihe von Möglichkeiten offen, sein Währungsregime zu gestalten: „Die möglichen Vereinbarungen über die Art der Wechselkursbildung reichen von der freien Kursbildung bis zur vollkommen starren Fixierung der Austauschrelationen der beteiligten Währungen. Dazwischen gibt es eine Fülle von Abstufungen.“ 10 Das
Wechselkursregime Chinas stellt als Beispiel eines Festkurssystems zugleich eine einseitige
8
Dieses Problem wird in Kapitel 4 genauer erörtert.
9 Vgl. Kühl (2006).
10 Rübel (2002), S. 131.
2
Währungsanbindung infolge der autonomen Entscheidung eines Landes dar. 11 Aufgrund
seiner zentralen Bedeutung für diese Arbeit beschränkt sich die in diesem Kapitel vorgenommene Einführung auf die dem chinesischen Wechselkurssystem zugrunde liegende ökonomische Theorie. 12
Insbesondere Länder mit einer hohen Abhängigkeit vom Außenhandel unterliegen der Höhe und Volatilität des Wechselkurses ihrer Währung. 13 Beschränkt man sich auf einen Zwei- Länder-Zusammenhang und bezeichnet das im Blickpunkt stehende Land als Inland 14 , so
beeinflusst die Austauschrelation von Inlands- und Auslandswährung zum einen die Preise inländischer Güter im Ausland und stellt somit eine entscheidende Komponente der Nachfrage nach Inlandsgütern im Ausland dar. Zum anderen steigt, beispielsweise nach einer Aufwertung der Inlandswährung, die Kaufkraft des inländischen Zahlungsmittels im Ausland. 15 Des Weiteren beeinträchtigt eine hohe Wechselkursvolatilität den
Planungshorizont und die Planungssicherheit von Handelsunternehmen und kann sich hemmend auf die Handelstätigkeit auswirken. Der Wechselkurs stellt also eine wichtige Determinante der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes im internationalen Vergleich dar. Ist die Austauschrelation der Währung dieses Landes gegenüber den größten Handelspartnern nur geringfügigen Schwankungen ausgesetzt, so kann dies zu einem Klima beständiger Erwartungen und finanzieller Planungssicherheit beitragen und die Grundlagen für ein prosperierendes Auslandsgeschäft legen. 16 Dies gilt speziell dann, wenn das Land nicht über
einen verlässlichen Kapitalmarkt verfügt und damit auch nicht über Möglichkeiten der Kurssicherung von Auslandsgeschäften. 17
Ein Regime fixierter Wechselkurse stellt eine Möglichkeit dar, ein gegenüber einer Leitwährung stabiles Austauschverhältnis des inländischen Zahlungsmittels zu gewährleisten und damit die institutionellen Rahmenbedingungen eines wie oben beschriebenen Handelsumfelds zu setzen. Sofern sichergestellt ist, dass die gewählte Parität glaubwürdig ist, also keinen Anlass zu spekulativen Attacken bietet, entfallen in einem Festkurssystem weitgehend erratische Kursschwankungen sowie das Risiko plötzlicher Auf- oder
11
Auf die Entscheidung der chinesischen Notenbank (PBoC) vom 21. Juli 2005 wird in Kap. 2.2.3 eingegangen.
12
Um eine Fokussierung auf das Beispiel China zu ermöglichen, wird darauf verzichtet auf weitere Formen der Wechselkursgestaltung einzugehen.
13 Vgl. Rübel (2002), S. 131.
14 Im Zwei-Länder-Zusammenhang bezeichnet man das andere Land als Ausland.
15 Vgl. Rübel (2002), S. 21ff.
16 Vgl. ebd., S. 131.
17 Vgl. Schnabl (2005), S. 3. Ein verlässlicher Terminmarkt ist ein Beispiel für ein solches „Hedging“- Instrument. Ist eine Kursabsicherung nicht möglich und der Wechselkurs nicht fixiert, so würde ein inländischer Importeur eventuell von einem in Auslandswährung fakturierten Geschäft mit längerfristigem Zahlungsziel Abstand nehmen, wenn ihm die offene Position, die er bis zur Erfüllung des Geschäfts innehätte, zu risikoreich erschiene, um den erwarteten Ertrag zu rechtfertigen.
3
Abwertungen zwischen den Kursen der sich bindenden Währungen. Die in dieser Arbeit diskutierte Form der Wechselfixierung ist die einseitige Bindung an eine Ankerwährung. 18
Dabei verzichtet das betrachtete Land aus einer autonomen Entscheidung auf eine eigenständige Geldpolitik und nutzt
stattdessen sein geldpolitisches Instrumentarium zur Stabilisierung des Wechselkurses gegenüber einer Fremdwährung. Ein solches Vorgehen ist immer dann sinnvoll, wenn die Geldpolitik des Ankerwährungslandes als stabilitätsorientiert angesehen wird und man die Vorteile dieser Währungsstabilität für die eigene Währung nutzen will. 19
Diesen Vorteilen eines Festkurssystems steht der weitgehende Verlust geldpolitischer Autonomie gegenüber und damit die Notwendigkeit, die Eignung geldpolitischer Entscheidungen des Ankerwährungslandes für die inländische Volkswirtschaft annehmen zu müssen. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass sich bei Abwesenheit staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen makroökonomische Größen des Ankerwährungslandes tendenziell auf das sich bindende Land übertragen. 20 So existiert beispielsweise das Phänomen des „Inflationsimport[es] bei festen Wechselkursen“ 21 , das die tendenzielle Übertragung des
Preisniveaus des Ankerwährungslandes auf das des sich bindenden Landes beschreibt. Langfristig ist also eine weitgehend gleichgerichtete wirtschaftliche Entwicklung zwischen den beiden Ländern nötig, um die positiven Effekte des Festkurses nicht durch damit einhergehende, eventuell binnenwirtschaftlich suboptimale, Veränderungen anderer makroökonomischer Größen zu unterhöhlen. 22 Somit impliziert die Währungsanbindung an
eine Ankerwährung neben den oben beschriebenen Chancen auch das Risiko, im Falle exogener Schocks oder asynchroner Entwicklungen nicht über einen angemessenen Reaktionsspielraum zu verfügen, da der Wechselkurs als makroökonomische „Stellschraube“ entfällt und damit nicht als Handlungsparameter eingesetzt werden kann.
2.1.2 Zahlungsbilanzausgleich
Die Zahlungsbilanz eines Landes repräsentiert als ex–post-Betrachtung die für eine Periode erstellte „systematische Gegenüberstellung aller Zuflüsse ausländischer Zahlungsmittel in das
18
Daneben existiert eine Reihe weiterer Möglichkeiten der einseitigen Wechselkursanbindung (beispielsweise in Form eines „Currency Board“), die hier allerdings nicht erörtert werden.
19 Rübel (2002), S. 131f.
20 Vgl. ebd., S. 228f.
21 Ebd., S. 230.
22 Vgl. ebd., S. 166.
4
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Michael Nagl, 2006, China: Die Problematik fester Wechselkurse am Beispiel des Dollar-Renminbi-Kurses, Munich, GRIN Publishing GmbH
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