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Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Ursachen für das Bevölkerungswachstum
1.1 Wertevorstellung
1.2 Bildungsstand der Eltern
1.3 Kinder als Altersvorsorge
2. Ein-Kind-Politik
2.1 Maßnahmen zur Durchsetzung
2.1.1 Sanktionen
2.1.2 Belohnungen
2.2 Durchsetzungsprobleme
2.3 Folgen der Ein-Kind-Politik
2.3.1 Geschlechterverhältnis
2.3.2 Überalterung
2.3.3 Ein-Kind-Politik versus Menschenrechte
3. Fazit und Ausblick
4. Literaturverzeichnis 20
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Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Weltbevölkerung
Abbildung 2: Weltbevölkerungswachstum
Abbildung 3: Wachstum ethnischer Minderheiten
Abbildung 4: Fertilitätsrate1949 bis
Abbildung 5: Geburten- und Sterberate 1949 bis
Abbildung 6: Altersstruktur 1953 bis
Abbildung 7:Bevölkerungsentwicklung 1950 bis
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Einleitung
Die Volksrepublik China gilt als das bevölkerungsreichste Land der Erde: mit ca. 1,3 Milliarden Menschen stellen die Chinesen 20,52 % der Weltbevölkerung dar. Das heißt, fast jeder fünfte Mensch ist ein Chinese. Diese Entwicklung ist eine Folge des starken Bevölkerungswachstums in China. (s. Abb. 1 und 2) Während in Deutschland seit längerer Zeit der Geburtenrückgang, vor allem im Hinblick auf die Alterversorgung, kritisiert wird, führte die hohe Bevölkerungszahl in der VR China zu massiven Wirtschafts- und Versorgungsproblemen. Daher versuchte man die anwachsende Bevölkerungszahl durch eine gezielte Familienplanungspolitik unter Kontrolle zu bringen. Waren in den frühen 50er Jahren Abtreibungen und Verhütungsmittel verboten, weil Geburtenplanung als imperilaistisches Komplott und Mord am chinesischen Volk galt, startete 1954 langsam eine groß angelegte Kampagne zur Geburtenkontrolle. Diese wurde 1958 bereits beendet und erst nach einer großen Hungerkatastrophe begann ab 1963/64 eine zweite Geburtenplanungskampagne, in der Verhütungsmittel kostenlos abgegeben und Abtreibungen liberalisiert wurden. Ab 1971 wurde die dritte Geburtenplanungskampagne schrittweise durchgeführt und beinhaltete die Erhöhung des Heiratsalters und eine Zwei-Kind-Beschränkung sowie Planziffern für den Bevölkerungszuwachs. Ethnische Minderheiten waren von diesen Vorschriften nicht betroffen. 1 Mit Beginn der chinesischen Wirtschafts-reformen sahen die Chinesen die Überbevölkerung nun als Haupthindernis für die Modernisierung des Landes an und so startete anfang der 80er Jahre eine Massenkampagne, die den Übergang von der Zwei-Kind- zur Ein-Kind-Politik beinhaltete. Die 1979 vom Nationalen Volkskongreß proklamierte Ein-Kind-Familie stellt heute die wichtigste und einschneidenste Methode der chinesischen Familienplanung dar.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das hohe Bevölkerungswachstum in China erfolgreich war. Dazu werden die Ursachen, die Durchsetzungsmethoden und -probleme sowie die Ergebnisse dieser Ein-Kin-Politik untersucht.
1 Vgl. Scharping, 1999, S. 1
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1. Ursachen des Bevölkerungswachstums
Nachdem Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 die Volksepublik China verkündete, stiegen die Geburtenraten nach einem Jahrhundert vieler Hungersnöte wieder an. Unter Maos Herrschaft war ein Bevölkerungswachstum erwünscht, da er der Ansicht war, daß eine starke Bevölkerung auch den Staat stärken würde. Der pro-natalistische Standpunkt Maos und seine Fehleinschätzung der Überbevölkerung wird in seiner folgenden Aussage aus dem Jahre 1949 deutlich : „Wenn das chinesische Volk eine feudale Dynastie stürzte, geschah das jedesmal, weil diese feudale Dynastie das Volk unterdrückt und ausgebeutet hatte, und nicht wegen irgendeiner Überbevölkerung...Es ist eine ausgezeichnete Sache, dass China eine große Bevölkerung hat...Revolution plus Produktion können die Ernährungsprobleme lösen“ 1 . Diese Einstellung förderte ein Bevölkerungswachstum in China.
Dies ist aber nur einer der möglichen Gründe für das Ansteigen der Bevölkerungszahlen. Es gibt hier noch weitere Ursachen, die in Betracht kommen, wie in den folgenden Abschnitten deutlich wird.
1.1 Wertevorstellung
Eine weitere Ursache ist die traditionelle Wertevorstellung der Chinesen, die das Motto: „mehr Söhne, desto glücklicher“ verfolgt und auf der Staatsideologie, dem Konfuzianismus beruht. Diese Lehre geht auf den weisen Konfuzius zurück, der vor zweieinhalb Jahrtausenden Gebote für das menschliche Zusammenleben schuf. Seine Lebensregeln mischten sich mit buddhistischen Gedanken. Der konfuzianischen Lehre wohnt ein starker konservativer Zug inne. Gefordert wird die Erhaltung traditioneller Bindungen (Familie, Staat) und traditioneller Werte.
1 Zedong, Mao 1949 in: Scharping, 44/1988, S. 6
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Der Konfuzianismus gilt vor allem als frauenfeindlich, weil er die Frauen unter die sogenannten “Drei Gehorsamkeiten“ stellt: so unter-stand die Frau als Kind der väterlichen, als Ehefrau der Gattes- und als Witwe der Sohnesgewalt. Zudem verlangte die Lehre eine strikte Geschlechtertrenn-ung in fast allen Lebensbereichen 2 . Kinder gelten im Konfuzianismus als “Blumen des Vaterlandes“ und als “Zukunft der Menschheit“ .Das heißt also, dass schon im Denken der Chinesen das Streben nach Kindern verankert ist.
Dennoch hat die Bevölkerung, wenn auch widerwillig, zumindest in den Städten ein Einsehen in die Notwendigkeit dieser drastischen Bevölkerungspolitik, bei der Landbevölkerung jedoch trifft diese Politik immer noch auf Unverständnis.
1.2 Bildungsstand der Eltern
Ende 2000 wurde in ganz China eine allgemeine Schulpflicht von neun Jahren eingeführt. Doch die meisten Chinesen gehen nach Abschluß der sechsjährigen Grundschule ins Arbeitsleben und verzichten auf den Besuch weiterführender Schulen. Der Bildungsstand der Eltern hat einen Einfluß auf die Anzahl ihrer Kinder und somit auf das Bevölkerungswachstum allgemein. Eltern mit einem geringen Bildungsstand sind oft arm. Um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern, müssen die Kinder mit verdienen. So ist zu beobachten, daß die Kinderzahl dort sehr hoch ist, wo die Menschen arm sind. Man kann daher behaupten: je niedriger der Bildungsstand, desto höher ist die Kinderzahl. Allerdings wird hier auch der Teufelskreis deutlich, in dem sich die ärmeren Familien befinden: Kinder armer Eltern müßen mitverdienen und können deshalb die Schule nicht weiter besuchen, aus diesen Kindern wiederum werden später Eltern mit einem niedrigen Bildungsstand und deren Kinder müßen dann auch wieder mitverdienen u.s.w.
2 Vgl. Informationen zur politischen Bildung 1997, S. 40
Arbeit zitieren:
Türkan Elmaci, 2005, Bevölkerungspolitik in China: Die Ein-Kind-Politik als Antwort auf das Bevölkerungswachstum, München, GRIN Verlag GmbH
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