I
Inhaltsverzeichnis
Seite
I n h a l t s v e r z e i c h n i s I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Symbolverzeichnis V
1. Einführung 1
2. Die Grundidee von Issue Linkage 4
3. Das Modell von Carraro und Siniscalco (1997) 5
3.1 Die Modellannahmen 5
3.2 Einordnug des Modells innerhalb der Koalitionstheorie 8
3.3 Die Entscheidungsfolge des Modells 11
3.3.1 Die Höhe der Produktion und der R D-Ausgaben 11
3.3.2 Die optimal Emissionsreduktion 15
3.3.3 Stabile Koalitionen 18
4. Beurteilung von Issue Linkage 25
4.1 Auswirkungen auf die globale Wohlfahrt 25
4.2 Die Welt ohne Issue Linkage 26
4.3 Die Welt mit Issue Linkage 30
5. Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue
Linkage 32
5.1 Positive und negative Externalitäten bei der Koalitionsbildung 32
5.2 Die positive Externalität im reinen Umweltabkommen 33
5.3 Die Externalitäten im reinen R D-Abkommen 34
5.4 Externalitäten und Issue Linkage 36
6. Bewertung des Modells 38
II
7. Schlussbemerkungen 40
Literaturverzeichnis 43
III
Abbildungsverzeichnis
Seite
Abbildung 1: Stabilitätsfunktion A(j) A 0 (j - 1) 19
Abbildung 2: Stabilitätsfunktion H(j) H 0 (j - 1) 22
Abbildung 3: Stabilitätsfunktion T(j) T 0 (j - 1) 24
Abbildung 4: Stabilitätsfunktion L IL (j) 26
Abbildung 5: Stabilitätsfunktion L R&D (j) 28
Abbildung 6: Profitabilitätsfunktion P R&D (j) 30
Abbildung 7: wH 0 /wj + wT 0 /wj 33
IV
Tabellenverzeichnis
Seite
Tabelle 1: Globale Wohlfahrten in einer Welt ohne Issue Linkage 13
Tabelle 2: Globale Wohlfahrten in einer Welt mit Issue Linkage 14
Tabelle 3: Externalitäten im reinen R&D-Abkommen 16
Tabelle 4: Entwicklung der globalen Wohlfahrt und Externalitäten 17
V
Symbolverzeichnis
a Parameter der Nachfragefunktion des Oligopols; der größtmögliche Preis für das Gut Y b Parameter der Nachfragefunktion des Oligopols c Stückkosten der Produktion C i Produktionskosten der Firma i CS i Konsumentenrente des Landes i D i Umweltschaden im Land i e i Emissionen des Landes i E gesamte Emissionen g Steigung der Grenzforschungskostenkurve j Anzahl der Signatarstaaten n Anzahl der aller Staaten p Preis des Gutes Y P Payoff eines Signatarstaates q i die durch die Regierung eines Landes i auferlegte Emissionsreduktion Vektor (q 1 , ..., q n ) q Q Payoff eines Nicht-Signatarstaates S Menge der Signatarstaaten S 0 Menge der Nicht-Signatarstaaten v i durchschnittliche Emissionsmenge je Outputeinheit im Land i x i Umfang der R&D-Aktivitäten der Firma i Vektor (x 1 , ..., x n ) x y i Produktion der Firma i Y Gesamtproduktion aller Firmen Vektor (y 1 , ..., y n ) Y
Wirkungsgrad der R&D-Aktivitäten auf das Emissions-Output- D Verhältnis
Kosten-Spillover der R&D-Aktivitäten auf einen Signatarstaat E
VI
Innovations-Spillover der R&D-Aktivitäten auf das Emissions- J
Output-Verhältnis eines Signatarstaates Grenzschaden der Emission P
Steigung der Grenzvermeidungskostenkurve F
1
1. Einführung
Aufgrund der in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer offener zu Tage tretenden globalen Umweltschäden, verursacht durch die zunehmende Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden durch eine immer weiter wachsende Weltwirtschaft und zunehmende Industrialisierung auch in Entwicklungsländern, nimmt die Bedeutung erfolgreicher internationaler Umweltabkommen, die zu einer deutlichen Entlastung der Umwelt führen, immer weiter zu. Der Verursacherstaat einer global umweltbelastenden Aktivität verursacht nicht nur in seinem Land Schäden 1 , sondern auch in anderen Staaten, die er aber bei der Entscheidung über sein Emissionsniveau nicht berücksichtigt. Wegen dieser Externalitäten führen die Emissionsentscheidungen der einzelnen Staaten nicht zu einem globalen Optimum im Spannungsfeld zwischen den Kosten der Umweltschäden einerseits und den Vorteilen umweltbelastender Aktivitäten 2 andererseits, sondern zu einer übermäßigen Belastung und Zerstörung der Ressource Umwelt. Durch internationale Umweltkooperation kann eine Internalisierung der externen Effekte erreicht werden, die zu einer Emissionsreduktion und damit zu einer Erhöhung der globalen Wohlfahrt führt 3 . Dabei bilden die kooperationsbereiten Staaten eine Koalition 4 und verpflichten sich in einem internationalen Umweltabkommen (engl.: International Environmental Agreement, IEA) zu einer Reduktion ihrer umweltbelastenden Aktivität. Bekannte Beispiele für internationale Umweltabkommen in der Realität sind das Montreal Abkommen von 1987 zur Reduktion von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) und das Kyoto Protokoll von 1997 zur Reduktion von Treibhausgasen 5 . Häufig lassen sich jedoch entweder Umweltabkommen mit einer großen Anzahl beteiligter Staaten, aber nur geringen Ver- 1 ZurProblematik der ökonomischen Bewertbarkeit von Umweltschäden siehe z. B.
Endres/Holm-Müller (1998).
2 Der Vorteil einer umweltbelastenden Aktivität ist der volkswirtschaftliche
Wohlfahrtsgewinn aus der Produktion eines Gutes, das unter Einsatz der Ressource
Umwelt hergestellt wird.
3 Zur Internalisierung internationaler externer Effekte siehe z. B. die Darstellung in
Endres (2000), S. 208 ff
4 Näheres zum Begriff der Koalition in der Ökonomie siehe z. B. in Carraro (2003), S.
1.
5 Eine Auswahl weiterer, wichtiger IEA‘s findet sich bei Finus (2003), S. 153-155.
2
ringerungsverpflichtungen, oder Umweltabkommen mit ehrgeizigen Verpflichtungen, aber nur geringer Beteiligung beobachten 6 . Diese Tatsache weist darauf hin, dass sich die Umsetzung der internationalen Umweltzusammenarbeit mit erheblichen Problemen konfrontiert sieht, die durch Abbildung der Realität in einem abstrahierenden Modell einer wirtschaftstheoretischen Analyse zugänglich gemacht werden können. Zwei dieser Probleme seien hier näher betrachtet 7 : Erstens muss die Beteiligung an einem Umweltabkommen für alle Staaten profitabel sein, d. h. ihre individuelle Wohlfahrt muss sich durch die Beteiligung an dem Abkommen erhöhen. Geht man in der Modellwelt von symmetrischen Ländern aus, d. h. von Ländern, die ihre Grenzschäden gleich einschätzen und gleiche Grenzvermeidungskosten haben, ist dieses Problem in der Regel lösbar, denn jedes Land profitiert im Falle des Zustandekommens des Abkommens nicht nur von seiner eigenen Emissionsreduktion, für die ihm entsprechende Kosten entstehen, sondern auch kostenlos von der Emissionsreduktion aller anderen beteiligten Länder. Tatsächlich bestehen jedoch zwischen den Regionen der Welt große ökonomische und ökologische Assymmetrien, so dass viele Länder, z. B. aus der dritten Welt, die Kosten von Emissionsreduktionen höher bewerten und die Vorteile aus der Umweltverbesserung geringer schätzen als andere Länder, z. B. die meisten Industrieländer. Zweitens muss ein internationales Umweltabkommen selbstdurchsetzend sein, d. h. die betroffenen Länder müssen bereit sein, die in dem Umweltabkommen enthaltenen Verpflichtungen umzusetzen und einzuhalten. Es gibt im internationalen Bereich keine übergeordnete Institution, die Staaten dazu zwingen kann, sich an einem für sie profitablen Umweltabkommen zu beteiligen und die Emissionsziele einzuhalten. Vielmehr besteht ein Freifahreranreiz selbst dann, wenn das Abkommen für alle Länder profitabel ist: Durch die Umweltkooperation lässt sich zwar die individuelle Wohlfahrt eines einzelnen Staates erhöhen, aber noch weiter lässt sich dessen Wohlfahrt erhöhen, wenn er freifährt, d. h. sich entweder gar nicht erst beteiligt (Freifahrer des ersten Typs) oder sich zwar zunächst beteiligt, aber die vereinbarten Ziele nicht einhält (Freifahrer des
6 Vgl. Botteon/Carraro (1998), S. 181
7 Weitere Probleme der Kooperation siehe Finus (2003), S. 83-86.
3
zweiten Typs), während alle anderen Länder ihre Verpflichtungen umsetzen 8 . Der Grund dafür ist, dass die Vorteile internationaler Umweltzusammenarbeit nicht eingrenzbar sind, da globale Umweltqualität ein öffentliches Gut ist, von dem niemand ausgeschlossen werden kann. Der Freifahrer kommt in den Genuss der globalen Umweltverbesserung, ohne sich an den Kosten beteiligen zu müssen. Je größer die Anzahl der kooperierenden Staaten ist, desto größer ist dieser individuelle Freifahreranreiz, dem jedes Land gleichermaßen unterliegt. Daher ist die Kooperation, selbst wenn sie für alle individuell profitabel ist, ab einer bestimmten Anzahl beteiligter Staaten instabil 9 . Das bedeutet, dass nur die so genannte LPS-Koalition 10 die Umweltkooperation umsetzt. In der Realität ist, wie bereits erwähnt, zu beobachten, dass diese Koalition häufig klein ist.
Zur Überwindung der dargestellten Probleme der Umweltkooperation sind in der umweltökonomischen Literatur verschiedene Vertragsgestaltungselemente entwickelt und diskutiert worden. Ein mögliches Element wird als Issue Linkage 11 bezeichnet; die Grundidee dieses Instruments zur Erhöhung der Beteiligung ist in Abschnitt 2 dargestellt. In Abschnitt 3.1 wird ein theoretisches Modell vorgestellt, mit dessen Hilfe der Effekt von Issue Linkage näher untersucht wird. Nach der Ein-ordnung des Modells innerhalb der Koalitionstheorie (Abschnitt 3.2) wird das Modell rekursiv gelöst (Abschnitt 3.3). In Abschnitt 4 werden die Auswirkungen von Issue Linkage auf die globale Wohlfahrt beispielhaft für drei Kombinationen von Parameterwerten dargestellt. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse werden in Abschnitt 5 zunächst die Externalitäten des Umweltabkommens und des R&D-Abkommens untersucht und dann ihr Einfluss auf die Entwicklung der globalen Wohlfahrt für die drei Beispiele dargestellt. Abschnitt 6 unterzieht das hier verwendete Modell einer kritischen Betrachtung und Abschnitt 7 gibt einige Anregungen für weiterführende Untersuchungen.
8 Im Folgenden liegt der Fokus der Analyse auf dem Prozess der Koalitionsbildung, d.
h. Fragen der Einhaltung vereinbarter Ziele werden hier bewusst ausgeblendet.
9 Zur formalen Definition des Begriffs der Stabilität siehe Abschnitt 3.2.
10 LPS = „largest profitable and stable“.
11 Vgl. Carraro (1997a), S. 6
4
Die Grundidee von Issue Linkage 12 2.
Mit Issue Linkage, das man im Deutschen etwa mit „Problemverknüpfung“ übersetzen könnte, ist der Versuch gemeint, die Verhandlungen über den Abschluss von Abkommen unterschiedlicher Problembereiche 13 miteinander zu verbinden und so eine möglichst große Beteiligung an einem kombinierten Abkommen zu erreichen. Im Falle eines internationalen Umweltabkommens soll die Verknüpfung dieses Themengebietes mit Verhandlungen beispielsweise über Fragen des internationalen Handels, internationale Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit (R&D-Zusammenarbeit 14 ) oder Fragen der Abrüstung und Verteidigung 15 zur Überwindung des Profitabilitäts- und des Stabilitätsproblems des internationalen Umweltabkommens beitragen. Das Profitabilitätsproblem kann in einer Modellwelt, in der Asymmetrien zwischen den Staaten modelliert sind, dadurch überwunden werden, dass die Gewinne aus der Zusammenarbeit auf dem Gebiet 1 der einen Gruppe der Länder, hervorgerufen durch die Asymmetrien zwischen den heterogenen Ländern, ausgeglichen werden durch die Gewinne auf dem Gebiet 2 der anderen Ländergruppe, wenn die Verteilung der Gewinne der beiden Gebiete mehr oder weniger entgegengesetzt ist 16 . Auf diese Weise kann ein für alle Ländergruppen profitables, kombiniertes Abkommen gestaltet werden. Damit eine Kooperation zwischen Staaten zu Stande kommt, muss sie aber nicht nur profitabel, sondern auch stabil sein, d. h. es darf für keinen Staat ein Freifahreranreiz bestehen. Wie in Abschnitt 1 bereits dargestellt, liegt der Grund für die Instabilität eines reinen Umweltabkommens in der Tatsache, dass die Vorteile internationaler Umweltzusammenarbeit nicht eingrenzbar sind, wodurch ein entsprechender Freifahrer-Anreiz entsteht. Es handelt sich also um ein Abkommen über ein öffentliches Gut. Bei anderen Abkommen sind die Vorteile der Kooperation auf die beteiligten Staaten eingrenzbar. Diese so genannten Club-Gut-Abkommen weisen eine entsprechend höhere
12 Vgl. Carraro (1997b), S. 5
13 In der Regel sind es zwei Problembereiche, grundsätzlich ist aber auch die
Verbindung mehrerer Bereiche denkbar.
14 R&D = Research and Development
15 Vgl. Finus (2002), S. 50
16 Vgl. Finus (2002), S. 51
Arbeit zitieren:
Diplom Kaufmann Thomas Kruse, 2006, Der Einfluss von Externalitäten auf den Erfolg von Issue Linkage bei der Bildung internationaler Umweltabkommen, München, GRIN Verlag GmbH
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