Inhalte
1. Einleitung 3
2. Empirische Daten zum Ausländeranteil in Deutschland und
an den Schulen 4-5
3. Primärer Spracherwerb 5-6
4. Babylon: Folgen der Mehrsprachigkeit für den Unterricht 6-9
4.1. Zweitspracherwerb von Immigranten 6-7
4.2. Herkunftssprachunterricht in Deutschland 7-9
5. Mehrsprachigkeit als Chance interkulturellen Verständnisses 9-11
5.1. Von einer Migrantenpädagogik zur Interkulturellen Pädagogik 9
5.2. Schriftspracherwerb von Sprachminderheiten 10-11
am Beispiel türkischer Kinder in Berlin 1
5. Literatur 12
1 Vgl. Apeltauer, Glumpler, Luchtenberg, Erziehung für Babylon ,Schneider 1998
2
1. Einleitung
Blickt man heute in ein deutsches Klassenzimmer, so findet man einen Querschnitt durch viele Nationen Europas. Dies spiegelt sich vor allem in der sprachlichen Vielfalt wieder. Basil Bernstein ging in den 60er Jahren von zwei unterschiedlichen Sprachcodes, dem elaborierten 2 Code und dem restringierten 3 Code aus. Diese Differenzierung war die Grundlage für sein „Defizitmodell“ 4 .
Heute sieht sich die Sprachlandschaft jedoch mit einem mannigfaltigeren Problem konfrontiert, dem Problem der Mehrsprachigkeit 5 . Durch die immer größer werdende Zahl von Immigranten veränderte sich das Sprachbild in Deutschland. Meist spiegelt sich eine Veränderung in der Gesellschaft in den Schulen wieder. Auch dieser Prozess des veränderten Sprachbildes in Deutschland zeigt sich in den Klassenzimmern. Heutzutage zeigt sich in den meisten Schulen ein heterogenes Sprachbild. Dies ist vor allem in den Städten zu finden, da dort eine höhere Ansiedlung von Immigranten stattgefunden hat. Dies lässt sich auf die wachsende Industrie in vielen Städten zurückführen.
Im Vorfeld möchte ich mich mit dem Spracherwerb außerhalb der Problematik von Mehrsprachigkeit auseinandersetzen, da ich am Schluss meiner Arbeit auf den spezifischen Spracherwerb von Immigrantenkindern eingehen werde. Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Problematik des Zweitspracherwerbs 6 von Immigrantenkindern aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang werde ich mich ebenfalls mit dem Problem der Mehrsprachigkeit 7 auseinandersetzen.
2 „elaborierte Code, der dem normalen Sprachgebrauch der Oberschicht bzw. Mittelschicht enspricht“ in, Linke, Nussbauer, Portmann, Studienbuch der Linguistik, 5.Auflage,Tübingen 2004, Niemeyer, S.339
3 „ restringierte Code, der dem Sprachgebrauch der Unterschicht enspricht“, in, Linke, Nussbauer, Portmann, Studienbuch der Linguistik, 5.Auflage,Tübingen 2004, Niemeyer, S.339
4 Linke, Nussbauer, Portmann, Studienbuch der Linguistik, 5.Auflage,Tübingen 2004, Niemeyer, S.234
5 „ the knowledge and use of two or more languages” Mackey 1987: 700
6 „Erwerb einer zweiten Sprache, der nicht synchron mit dem Erwerb der ersten Sprache erfolgt“ in: De Cillia, Rudolf, Migration und Sprache - Rolle der Sprache im Spracherwerb, in Gleichwertige Sprache? Muttersprachlicher Unterricht für die Kinder von Einwanderern, 1998, Innsbruck - Wien, S. 233
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2. Empirische Daten zum Ausländeranteil in Deutschland und an den Schulen
Da ich mich in meiner Hausarbeit neben dem Problem des Zweitspracherwerbs von Immigranten auch mit der Problematik von Mehrsprachigkeit in deutschen Klassenzimmern auseinandersetzen will, scheint es mir sinnvoll zu Beginn meiner Hausarbeit auf die Verteilung der Ausländer in Deutschland, sowie auf den Ausländeranteil in den einzelnen Schultypen einzugehen.
Im Jahre 2001 belief sich die Gesamtbevölkerung von Deutschland auf 82 440 300 Menschen. Davon sind 8,87 % (7 318 200) ausländische Mitbürger. Hierbei stellten die türkischstämmigen Personen mit 26,61 % das größte Kontingent. Im Jahre 2003 hatte Deutschland eine Gesamtbevölkerungszahl von 82 531 700 Bürgern. Davon stellten die Ausländer 8,89 % (7 341 800) und der Anteil der türkischen Mitbürger belief sich auf 25,57 % (1 877 700). Obwohl die Zahl der türkischen Immigranten zurückging, stellen sie immer noch den größten ausländischen Anteil dar, denn die zweitgrößte ausländische Gruppe bildet Angehörige aus dem ehemaligen Jugoslawien mit 8,87% (568 200) 8 .
Bei der Verteilung der Immigranten auf die 16 Bundesländer stehen Nordrhein-Westfalen mit 21,91 % (1 926 598), Bayern mit 15,05%( 1 172 002) und Baden-Württemberg mit 12,95 % (1 243 969) an der Spitze 9 .
Da wie oben gezeigt, die türkischstämmigen Bürger das größte Kontingent stellen, muss vor allem eine Möglichkeit im Bezug auf eine deutsch - türkische Unterrichtskonzeption gefunden werden. Im Jahre 2001 und 2002 gab es trotz dieser großen Anzahl von türkischsprachigen Menschen nur 11 700 Schüler in Deutschland, die fremdsprachlichen Unterricht in Türkisch auf dem Stundenplan hatten. Obwohl es wesentlich weniger russischsprachige Kinder in Deutschland gib, als türkische haben 151 800 Schüler Fremdsprachenunterricht in Russisch 10 . Zwar kann man den Fremdsprachenunterricht nicht mit einem zweisprachigen Unterricht gleichsetzen, doch kann man an Hand der Zahlen erkennen, dass trotz eines hohen Bevölkerungsanteils von türkischsprachigen Menschen dies nicht in die Unterrichtplanung miteinbezogen wird.
Im Jahre 2001 und 2002 wurde die Hauptschule von 196 900 11 Ausländern besucht, damit befindet sich in dieser Schulart im Vergleich zu Anderen der größte Ausländeranteil. Dies stellt vor allem die Hauptschullehrer vor eine große Herausforderung, denn ohne eine
8 www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab4.php , gelesen am 16.06.2005
9 www.zuwanderung.de/tabelle/1_03.html, gelesen am 16.06.2005
10 www.destatis.de/basis/d/biwiku/schultab.15.php, gelesen am 16.06.2005
11 www.destatis.de/basis/d/biwiku/schultab9.php, gelesen am, 16.06.2005
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Arbeit zitieren:
Julia Sonnenwald, 2005, Zweitspracherwerb von Migrantenkindern, München, GRIN Verlag GmbH
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