Inhaltsverzeichnis
Titelblatt
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
1. Executive Summary 1
2. Das Projekt 2
2.1 Die Projektidee 2
2.2 Durchführung 2
2.2.1 Ergebnisse 3
2.2.2 Auswertung 7
2.3 Perspektive 9
3. Resümee 12
Interviewleitfaden III
Quellenverzeichnis IV
I
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Erwerbstätigenquoten¹ der 30- bis 64-Jährigen nach dem höchsten Schulabschluss in Deutschland 1991 und 2004 (in %) - Gender Report des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend S. 115 -http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/01-Redaktion/PDF-Anlagen/kapitel-zwei,property=pdf,bereich=genderreport,rwb=true.pdf Stand : 28.03.2006 19.15 Uhr
Abb. 2: Wachstum bzw. Rückgang der Erwerbstätigenzahlen nach Geschlecht und Ausbildungsabschluss in Deutschland 1991 bis 2004 (in %)- Gender Report des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend S. 116 - http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/01-Redaktion/PDF-Anlagen/kapitel-zwei,property=pdf,bereich=genderreport,rwb=true.pdf Stand : 28.03.2006 19.15 Uhr
Abb. 3: Anteile der Fraueneinkommen an den Männereinkommen im Produzierenden Gewerbe, Handel, Kredit- und Versicherungsgewerbe (Vollzeit) im früheren Bundesgebiet bzw. in Westdeutschland und in Ostdeutschland 1960 bis 2001 (in %) - Gender Report des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend S. 170 - http://www.bmfsfj.de/Publikationen/genderreport/01-Redaktion/PDF-Anlagen/kapitel-zwei,property=pdf,bereich=genderreport,rwb=true.pdf Stand : 28.03.2006 19.15 Uhr
II
1. Executive Summary
Menschen sind vielfältig. In Zeiten übergreifenden ökonomischen und sozialen Wandels wird es wichtig sich den Veränderungen anzupassen. Dies gilt insbesondere für die Vermögensberatung, die durch die Komplexität der Sachverhalte, immer von immer mehr privaten Personen benötigt wird. Exogene Faktoren, wie Renditeeinbrüche bei Lebensversicherungen, Diskussionen über sinkende Renten, Krisen an den Aktienmärkten, die Realzins und Inflationsentwicklung, und Veränderungen an den Geldmärkten, machen es immer schwieriger die richtige individuelle anlegergerechte Strategie für den Kunden zu finden. 1
Frauen und Männer sind unterschiedlich: in der Art, wie sie Konsumwünsche artikulieren, Kaufentscheidungen treffen und Produkte bewerten. 49% aller erwerbstätigen Menschen in Deutschland sind Frauen; Selbständige und Unternehmer sind bereits zu 35 % weiblich. Studien zufolge entscheiden Frauen über 80% der privaten Haushaltsausgaben - eine machtvolle und kaufkräftige Zielgruppe. 2 Fehlende Informationen werden im Alltag oft durch vereinfachende Deutungsmuster, also beispielsweise von Stereotypendenkweisen und Vorurteile ergänzt und ersetzt. Vorurteile haben eine systemstabilisierende Wirkung und so existieren verfestigte Vorstellung darüber welches Verhalten von Frauen und Männer im Umgang mit Geld erwartet wird.
Aber woher stammt die Motivation zur Erforschung von Gender Aspekten? Zum einen bieten sie eine wesentliche Grundlage in der Vermarktung anderer Produkte wie beispielsweise bei der Vermarktung von Bekleidung und Kosmetik. Zum Anderen wurde Gender als wissenschaftliche Kategorie eingeführt um die Struktur von Beziehungen der Geschlechter mit anderen kulturellen Zusammenhängen und gesellschaftlichen Organisationen zu erforschen. Eine Abgrenzung vom biologischen Geschlecht und der geprägten Geschlechtsrolle zu ziehen, eine Analyse der Machtverhältnisse, der eine Zuordnung „männlich“ und „weiblich“ folgt, und der Prozess des Unterscheidens zwischen Geschlechtern sowie seine Hintergründe und deren Auswirkungen zu bedenken. 3
1 Böckhoff / Stracke : „Der Finanzplaner - Handbuch der privaten Finanzplanung und individuellen Finanzberatung“ 2. Auflage 2003 S. 5-8
2 Vgl. http://www.finanz-advice.de - 1. Internationaler Gender Marketing Kongress Stand : 01.04.2006
3 Braun : „Gender Studies: Eine Einführung“ - 1. Auflage 2000
Seite 1
Eine ausgiebige Erforschung dieser Motive und Aspekte erfolgt im Rahmen der Gender Studies, die sich speziell mit den Unterschieden zwischen den Geschlechtern beschäftigt. Das Anerkenntnis dieser Unterschiede und dem Versuch diese zu verändern, erhält Ausdruck im Gender Mainstreaming, der gesellschaftlichen Verpflichtung zur Gleichstellung von Frau und Mann. Manifestiert wurde dies am 1. Mai 1999 in den europäischen Richtlinien gem. des Amsterdamer Vertrages. 4
Es stellt sich also die Frage in wieweit die Finanzdienstleistungsbranche schon heute oder auch in der Zukunft bereit oder verpflichtet ist, Differenzierungen in den Produkten und in der Beratung vorzunehmen In wieweit setzt man sich mit geschlechtsspezifischen Lebensläufen und unterschiedlichen Erwerbsbiographien auseinander, um einen individuellen Zugang zu Produkten, wie Kredite, Vermögensaufbau und Altersicherung, im Rahmen der Vermögensberatung, zu schaffen.
Gegenstand dieser Arbeit ist es zu analysieren in wieweit die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frau und Mann, englisch kurz Gender genannt, einen möglichen Interessen- oder Präferenzunterschied in einer anlagen- oder anlegergerechten Vermögensberatung schon heute zur Folge haben oder haben werden. Basis dieser Arbeit sind geführte Experteninterviews mit ausgewählten Gesprächspartnern und anderen recherchierte Quellen und Studien.
2.2 Durchführung
Die beschriebene empirische Forschungsidee soll mittels des, in der Sozialforschung häufig eingesetzten Verfahrens, Experteninterviews durchgeführt werden. Das Experteninterview zielt auf den Wissensvorsprung, der aus der privilegierten Position des Experten in einem Funktionskontext resultiert. Da sich die Experten der Relevanzen ihres Handelns keineswegs durchweg bewusst sind, kann Expertenwissen nicht einfach abgefragt werden; es muss aus den Äußerungen der Experten rekonstruiert werden
4 Auszug http://www.gender-mainstreaming.net/gm/definition.html - Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Stand: 01.04.2006
Seite 2
Als angemessenes Erhebungsinstrument wird ein leitfadengestütztes offenes Interview angewandt. Der Leitfaden wird flexibel und nicht im Sinne eines starren Ablaufschemas gehandhabt, um unerwartete Themenaspekte durch den Experten nicht zu unterbinden. Die Auswertung hat zum Ziel, im Vergleich der Interviews überindividuell-gemeinsame Wissensbestände herauszuarbeiten. 5
2.2.1 Ergebnisse
Interview mit Herrn Sefo und Herrn Dedermann von der Avenia Frankfurt, Vermögensmanagement
Für Herrn Sefo und Herrn Dedermann setzt eine umfassende Vermögensberatung in erster Linie eine ausführliche individuelle Analyse des Problems bzw. der Aufgabenstellung voraus. Diese kann sowohl allumfassend als auch partiell erfolgen. Innerhalb dieser Phase der Datenaufnahme müssen bereits individuelle Präferenzen wie Flexibilität oder Risikoneigung einfließen. Aus eigener Erfahrung konnten beide Finanzberater zunächst von keiner Pauschalität im Zusammenhang mit Gender Aspekten berichten. In ihren Beratung versuchen sie eine Stereotypendenkweise zu vermeiden. Natürlich sind auch Sie nicht gefeit, persönliche Erfahrungen mit geschlechterspezifischen Eigenschaften in die Beratung mit einfließen zu lassen. Empirische Beobachtung zeigen aus ihrer Sicht, dass Frauen die Dienstleistung einer Vermögensberatung selbst für sich eher in Anspruch nehmen, wenn Sie aus Ihrer Lebenssituation heraus sich selbständig mit ihrer Vermögensplanungspeziell der Altersvorsorge - auseinandersetzen müssen. Ein Beispiel hierfür sind alleinerziehende Mütter, die im Gegensatz zu liierten Frauen, die meist in der Beratung nur sekundär auftauchen, sich aktiv mit ihren finanziellen Mitteln auseinandersetzen.
Bei der Auswahl von Produkten konnte oftmals beobachtet werden, dass Frauen in der Vorsorgeplanung, speziell der Krankenversicherung, eher auf die zu erwartenden Leistungen wert gelegt haben, hingegen Männer oft die Ersparnis in den Beitragszahlung und die Zahlen einer solchen Versicherung sehen. Letztlich sehen beide den Konflikt in den Vertriebsystem des Vertreters und Maklers. Wo es für einen Makler beim Verkauf bestimmter Produkte keinen
5 Vgl. Bogner / Littig / Menz: „Das Experteninterview Theorie, Methode, Anwendung“ 2. Auflage 2005
Seite 3
Arbeit zitieren:
Christian Häusler, 2006, Gender Aspekte in der Vermögensberatung, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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