Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung Seite 01
II. Exkursionsetappen der Deutschland Komplexexkursion zum
Thema : Kultur - Landschaft - Kulturlandschaften hinsichtlich der
Kulturpflanze vitis vinifera
1. Schloss Proschwitz Seite 01
2. Hof Lößnitz Seite 04
3. Randesacker und Frickenhausen Seite 05
4. Fachhochschule Geisenheim Seite 07
5. Rüdesheim am Rhein Seite 09
6. Höhnstedt Seite 10
III. Der Wein
1. Die Geschichte des Weines Seite 12
2. Die Biologie und die Standortbedingungen
f ür Weinanbau Seite 12
3. Schadorganismen und Krankheiten der
Weinrebe mit Schwerpunkt auf der Reblaus Seite 14
4. Das Pfropfen Seite 16
5. Rebsorten und Qualitätsstufe Seite 17
IV. Resümee Seite 20
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I. Einleitung
Anhand dieses Exkursionsberichtes sollen sowohl die einzelnen Stationen, als auch die Bedeutung des Weines als Kulturpflanze dem Leser verdeutlicht werden. Während der vier Tage der Forschungsreise konnte die Kulturpflanze Wein, im lateinischen „vitis vinifera“, von verschiedenen Seiten kennen gelernt werden. So war zum Beispiel der Wein im Schloss Proschwitz eng mit der Kultur verbunden. Dem entgegen stand in der Fachhochschule Geisenheim die Forschung im Vordergrund.
Fortfahrend widme ich mich dem Wein als Kulturpflanze hinsichtlich verschiedener Aspekte, u.a. der Geschichte und Biologie des Weines. Die Herstellung des Weines wird an verschiedenen Stellen angesprochen werden.
II. Exkursionsetappen der Deutschland Komplexexkursion zum Thema: Kultur - Landschaft - Kulturlandschaften hinsichtlich der Kulturpflanze vitis vinifera
1. Schloss Proschwitz
Auf dem Weingut Schloss Proschwitz angekommen, erhielten wir sodann ein Glas Sekt zum Empfang, der ebenso wie der französische Champagner hergestellt wird. Unsere Führerin stellte unterdessen Schloss Proschwitz vor. Ab der Mitte des zwölften Jahrhunderts bis zur Reformation waren die Proschwitzer Weinberge im Besitz des Bischofs von Meißen. Die damalige Weinproduktion war so groß, dass die größte Menge der Messweine in Sachsen von Proschwitz stammten. Das Geschlecht des Prinzen zur Lippe zählt zu den ältesten Adelshäusern in Deutschland und war bis zum Jahre 1918
auch eines der regierenden Fürstenhäuser Deutschlands. Bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte die Familie zur Lippe zu den bedeutendsten Unternehmerfamilien Sachsens. Nach dem II. Weltkrieg wurde die Adelsfamilie vollständig enteignet
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und letztlich von der DDR nach Westdeutschland ausgewiesen. Mit dem Fall der Mauer war der Weg zum Rückkauf des Familienbesitzes wieder frei. Das Weingut kaufte Dr. Georg Prinz zur Lippe in den Jahren ab 1990 und im Jahre 1998 nach längeren Bemühungen auch das Schloss Proschwitz selbst
Heute wird neben dem Weinanbau und der Weinherstellung die Kultur im Schloss Proschwitz groß geschrieben. So lassen klassische Musikkonzerte, Hochzeitsveranstaltungen, Empfänge (u.a. im Chinesischen Pavillon), Seminare und einiges mehr das Schloss zum kulturellen Mittelpunkt in Sachsens Kulturlandschaft werden. Des Weiteren wurde das Schloss früher als Erziehungsanstalt genutzt. Die aus dieser Zeit stammenden Spuren sind bereits zum Großteil bereinigt wurden. Zum Beispiel verzieren ein Kunstprofessor und dessen Assistenz einige Wände im Inneren des Schlosses. Während des Rundganges um das Schloss konnte der Historische Weinberg, welcher erst seit einem Jahr nach langer Zeit mit einer ganz neuen Sorte wieder angelegt wurde, betrachtet werden. Danach verlagerte sich die Besichtigung des Gutes zum Weinberg. Dort wurde die Ernte von
einigen Weinsorten mit der Maschine bereits durchgeführt, da der Wetterbericht Regen vorhersagte. Die Grundlage für den Anbau des Weines bildet der für das Elbtal typische rote Granitfelsen, der von einer ca. 6m dicken Lößschicht
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bedeckt ist. Zudem ist die südlich
exponierte Hanglage eine der Grundvoraussetzungen zum Weinanbau. Das Klima ist kontinental und lässt in der Regel trockene Frühjahrsböden zu. Durch dieses Klima kommt dem Wein genügend Vegetationszeit zu, die er zum Reifen benötigt. Da das Weingut Proschwitz Mitglied im
Verband deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter ist, erfolgt der Anbau nach einem umweltschonenden Prinzip. Die Qualität der Böden wird regelmäßig kontrolliert und nach den daraus resultierenden Werten gedüngt. Dadurch und durch den Einsatz des Befallprognosesystems wurde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seit 1990 effizient und systematisch einsetzbar gemacht, wodurch die Quantität dieser Mittel enorm dezimiert wurde. Auf Gut Proschwitz werden knapp 15 Rebsorten angebaut. Darunter befindet
sich seit kurzem (seit 2 Jahren) der Regent, eine Weinsorte aus Heilbronn stammend. Ferner werden u.a. folgende Sorten angebaut: Grauer Burgunder, Müller-Thurgau, Elbling, Spätburgunder sowie die vor einigen Jahren preisgekrönte Scheurebe. Der Ausbau und die Kelterung des Weines soll an dieser Stelle
Erwähnung finden. Auf dem Gut ist man bemüht bereits beim Keltern die Weintrauben vor zuviel Gerbstoffen zu schützen. Dies wird möglich, indem moderne Membranpressen beim vorsichtigen Abpressen verwendet werden. Der Weißwein wird durch einen Vakuumdrehfilter rein geklärt, damit nur der reine Saft der Traube zur Vergärung gebracht wird. Zur Schönung und Filtration werden auf dem Gut nur Naturstoffe (Kieselgur, Bentonit) gebraucht, da diese eine schonende Weinbehandlung gewährleisten. Auch bei der Gärung achtet man dort auf Genauigkeit, um die fruchtigen Aromen nicht zu gefährden.
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Im Gegensatz zu Rotweinen werden
Weißweine nicht im Barriquefässern, sondern in riesigen Tanks gelagert. Rotweine werden nämlich durch die Lagerung im Barrique kontrolliert oxidativ ausgebaut, wodurch sie ihren vollen Geschmack entfalten können.
2. Hof Lößnitz
Die zweite Station des ersten Tages war Hof Lößnitz. Unser Hauptaugenmerk war auf die Freilandausstellung gerichtet.
Auf den Tafeln wurde u.a. von dem Leben und Werk Carl Pfeiffers, dem Pfropfenweinanbau sowie der Wiederbelebung des Weinbaus in Sachsen im 20. Jahrhundert berichtet. Der Weinanbau konnte auch gleich vor Ort vom Freilandmuseum aus betrachtet werden.
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Bild 9 lässt die durch die Trockenmauern entstandene Terrassierung in den Lößnitzhängen erkennen, die vor einigen Jahrhunderten aus Gründen der Wärmespeicherung und Entwässerung angelegt worden waren.
3. Randesacker und Frickenhausen
Tag zwei dieser Mehrtagesexkursion startete in der Randersackerer Winzergenossenschaft.
Randersacker befindet sich am westlichen Maindreieck zwischen Ochsenfurt und Würzburg und ist ein bekannter fränkischer Ort in Weinfranken. Wirtschaftlich bedeutend sind in der Stadt und der Umgebung der Weinanbau und der damit oftmals verbundene Tourismus. Die bekanntesten Weinanlagen sind z.B. der Teufelskeller, der Pfülben und der Sonnenstuhl. Unser Leiter Herr Sauer zeigte uns am Anfang der Führung die Weinberge nur kurz, da es zu regnen begann und die Winzer deshalb unter Zeitdruck standen, musste die Ernte schnellstmöglich eingefahren werden, weil sich die Trauben andernfalls mit mehr Wasser gefüllt hätten, was wiederum den Öchslegehalt vermindert hätte. Auf dem Weg zur Weinverarbeitung erfuhren wir, dass Rosen häufig auf Weingütern anzutreffen sind, weil sie als eine Art Frühwarnsystem für den für den Wein schädlichen Mehltau funktionieren. Ebenfalls gab uns Herr Sauer Informationen zu erforderlichen Faktoren (Boden, Hanglage etc.), die der Wein zum guten Reifen benötigt. Danach hatten wir die Möglichkeit die aktuelle Weinverarbeitung betrachten zu können. Die geernteten Trauben wurden aus den Hängern in eine große Presse zur Mostgewinnung gekippt. Des Weiteren erklärte uns Herr Sauer zum Beispiel die kühl durchzuführende Gärung (10 - 12°C), da der Wein
sonst zu Essig würde, und somit für den vorgesehenen Verbrauch ungeeignet wäre. Die größten Tanks, welche während der Führung zu sehen waren, haben ein Fassungsvolumen bis 40.000 Liter. Die Abfüllung des Weines in Flaschen wird in der Regel
Arbeit zitieren:
Maria Reif, 2005, Deutschland Komplexexkursion "Kultur - Landschaft - Kulturlandschaften", München, GRIN Verlag GmbH
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