1. Angaben zur Lerngruppe
1.1 Lerngruppenzusammensetzung
Die Klasse XY0 ist eine Unterstufenklasse der zweijährigen Berufsfachschule. Das Ziel dieses Bildungsganges ist der Erwerb umfassender Handlungskompetenzen für den Einstieg in eine qualifizierte Ausbildung im Berufsfeld „Wirtschaft und Verwal- tung“. Ein typisches Merkmal dieses Bildungsganges ist die homogene Altersstruktur. Die Klassengemeinschaft setzt sich aus 10 Schülerinnen und 10 Schülern im Alter von 17 bis 19 Jahren zusammen und vereint folgende Nationalitäten: Deutschland (17 SchülerInnen), Polen (1 Schülerin), Belgien (1 Schülerin) und Korea (1 Schüler). Als wesentliches Kennzeichen dieser Lerngruppe sind die hohen Fehlzeiten der Schüler 1 anzuführen. Diese Tatsache wird insbesondere dadurch begünstigt, dass das Fach IWBW in diesem Schulhalbjahr von der 7 bis zur 10 Stunde unterrichtet wird. So ist es schon mal vorgekommen, dass lediglich zwei Schüler zum Unterricht erschienen sind.
1.2 Besonderheiten der Lerngruppe
Obwohl, bedingt durch die Eingangsvoraussetzungen des Bildungsganges alle Schüler die Fachoberschulreife besitzen, ist das Leistungsniveau und die Schülerak- tivität, wie die folgende Übersicht zeigt, als sehr heterogen einzustufen.
Es können vier Leistungsträger und vier äußerst schwache Schüler wahrgenommen werden. Die Defizite der schwächeren Schüler liegen nicht nur im sprachlichen Bereich, sondern auch im schriftlichen Bereich. Im Rahmen der Erstellung einer Bewerbungsmappe konnte festgestellt werden, dass es den Schülern schwer fällt, 1 Der Begriff Schüler wird im folgenden geschlechtsneutral verwendet – bezieht sich also auf alle männlichen und weiblichen Personen.
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zusammenhängende Sätze zu formulieren und Thesen argumentativ zu vertreten. Insbesondere das Bewerbungsanschreiben inhaltlich zu füllen, bereitet fast allen Schülern große Schwierigkeiten. Zudem kann festgestellt werden, dass einige Schüler Problemen haben, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren und somit dem Unterrichtsgeschehen teilweise nicht folgen können.
Das Lernklima kann als positiv bezeichnet werden, was auch darauf zurückzuführen ist, dass sich die meisten Schüler untereinander gut verstehen. Dennoch sind in der Klasse bevorzugte Gruppenbildungen wahrzunehmen.
Die Klasse ist mir seit dem 01. Februar 2005 durch Hospitationen in dem Fach Informationswirtschaft mit zwei Stunden in der Woche bekannt. An unserer Schule ist das Fach Informationswirtschaft in Bürowirtschaft, Datenverarbeitung und Textverar- beitung unterteilt. Seit Mitte März unterrichte ich in der Klasse regelmäßig zwei Stunden in der Woche die Unterrichtsreihe „Bewerbungstraining“. Meine Unterrichts- erfahrungen in dieser Klasse sind positiv. Der Unterricht findet immer im Computer- raum statt und jeder Schüler hat einen eigenen Arbeitsplatz. Da die Schüler den größten Teil des Unterrichts dem Computer zugewandt sind, hatte ich zu Beginn der Unterrichtsreihe ein Distanzgefühl. Dieses konnte ich durch ständiges „Umhergehen“ und persönliche Ansprache einzelner Schüler erfolgreich überwinden.
Im Rahmen des Schulfestes hatte ich die Gelegenheit, drei Schüler außerhalb des Unterrichts besser kennen zu lernen. Diese Schüler hatten sich bereit erklärt, an einem von mir eingeführten Projekt zur Potenzialermittlung im Rahmen eines As- sessment-Verfahrens, teilzunehmen.
1.3 Ausprägungen der Kompetenzbereiche in der Lerngruppe
Zur Fachkompetenz Die Schüler sind in der Lage, eine Bewerbungsmappe vom Deckblatt bis zu den Anlagen zusammenzustellen. Formale Anforderungen wie z. B. die Anordnung von Anschrift und Textfeld im Brief beachten die Schüler sehr sorgfältig. Dagegen fällt es ihnen sehr schwer, Texte mit den entsprechenden Bausteinen eigenständig zu formulieren. Nur sehr wenige Schüler zeigen sich kompetent bei der Bewerbung auf eine konkrete Stellenannonce, indem Sie die wesentlichen Anforderungen dieser
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Stellenbeschreibungen entnehmen können und diese mit ihren Fähigkeiten in Ver- bindung stellen.
Zur Lern- und Methodenkompetenz
Während die Lernfähigkeit der Lerngruppe insgesamt in einem durchschnittlichen Bereich einzustufen ist, kann die Lernbereitschaft als förderungsbedürftig bezeichnet werden. So müssen einige Schüler ermahnt werden, bevor sie sich mit der Aufga- benstellung beschäftigen. Einige Schüler haben offensichtlich ein Motivationsprob- lem. Häufig werden die Aufgabenstellungen nur sehr schnell und oberflächlich behandelt, damit mehr Zeit für Internetrecherchen bleibt. Deshalb hat es sich be- währt, die Schüler in diesen Fällen stärker zu leiten und die Unterrichtsinhalte klar vorzustrukturieren. Das Präsentieren von Ergebnissen bereitet den Schülern keine größeren Schwierigkeiten und macht ihnen offensichtlich viel Spaß. Insbesondere die Gestaltung der Präsentationsmedien kann auch die stilleren Schüler zur aktiven Beteiligung am Unterrichtsgeschehen motivieren.
Zur Sozialkompetenz
Obwohl in der Klasse eine Gruppenbildung festgestellt werden kann, ist ein Aus- schließen einzelner Klassenmitglieder nicht zu beobachten. Die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfestellung ist vorhanden. Insgesamt ist die Lerngruppe offen für Kritik ihrer Ergebnisse, so dass Verbesserungsvorschläge akzeptiert und umgesetzt werden.
2. Didaktische Schwerpunkte
2.1 Vorgaben der Richtlinien / Legitimation des Themas
Das heutige Thema wird durch den Lehrplan für die zweijährige Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung (Höhere Handelsschule) legitimiert. In diesem finden sich die Lerninhalte der heutigen Stunde im Themenbereich „Planen, Realisieren und Kontrollieren von Standardgeschäftsprozessen unter Nutzung der modernen Infor- mations- und Kommunikationstechniken“ der Jahrgangsstufe 11 des Faches Informa- tionswirtschaft wieder. Personalwirtschaftliche Grundelemente sind an das Ende der Jahrgangsstufe 11 gelegt worden, um die Schülerinnen und Schüler für anstehende
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Bewerbungsverfahren für eine Ausbildungsstelle zu qualifizieren. 2 Die didaktische
Jahresplanung des Robert-Schuman-Berufskollegs sieht die Behandlung der Unter-
richtsreihe „Bewerbungstraining“ in der Unterstufe im Fach IWBW vor.
2.2 Einbettung des Themas in den unterrichtlichen Kontext
In der nachfolgenden Übersicht wird die heutige Unterrichtstunde im Zusammenhang
mit der Unterrichtsreihe dargestellt.
In der heutigen Stunde, recherchieren die Schüler im Internet für vier Ausbildungsbe-
rufe, Orte an denen noch Ausbildungsplätze frei sind. In der vorhergehenden Stunde
wurde mit den Schülern der Future-Check-Beratungstest 3 durchgeführt und ermittelt,
welche Berufssparte, mit welchen Ausbildungsberufen für sie in Frage kommen
könnte. Nach den Testergebnissen wurden die vier häufigsten Ausbildungsberufe
ausgewählt und die Gruppen für die heutige Stunde entsprechend gebildet. 2 Vgl. KMK (2004), S. 4.
3 Die Testauswertung ist mit der Datenbank der Bundesagentur für Arbeit verbunden, in der derzeit 668 Berufe
ausführlich beschrieben werden.
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Diana Ivanjic, 2005, Unterrichtstunde: Bewerbungstraining in der zweijährigen Berufsfachschule - Förderung der regionalen Mobilität im Rahmen der Ausbildungsplatzsuche mit Hilfe des Internets unter besonderer Berücksichtigung einer Erweiterung der Humankompetenz sowie der Festigung geographischer Kenntnisse, Munich, GRIN Publishing GmbH
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