A. Inhaltsverzeichnis 02
B. Hausarbeit 03
1. Problemstellung 03
2. Ansätze zur Stimulierung unternehmerischen Denkens 05
3. Die Juniorenfirma 06
3.1. Zur geschichtlichen Entwicklung der Juniorenfirma 06
3.2. Beschreibung des Lehr-Lern-Settings 07
3.3. Ziele der Juniorenfirma 08
3.4. Die „typische Juniorenfirma“ 09
4. Aspekte zur Beurteilung der Juniorenfirma
4.1. Erwerb von beruflicher Handlungskompetenz 11
4.2.Voraussetzungen des Trägers 12
4.3.Voraussetzungen des Lernenden 13
4.4.Der Lernende als Kollege 14
4.5.Der Lernende als Entscheider 15
4.6.Die Realität der Lernumgebung 15
5. Fazit 17
C. Literaturverzeichnis 18
22
1. Problemstellung
Auch nach der Jahrtausendwende ist die Arbeitswelt weiterhin im Wandel. Beinahe täglich kann man in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen von Fusionierungen großer Unternehmen lesen. Durch die Unternehmensfusionen entstehen immer größere „Branchenriesen“, in denen die Mitarbeiter im zunehmenden Maße speziellere Arbeiten zu erledigen haben. Durch diese Spezialisierung der Arbeitsschritte verliert der einzelne Arbeitnehmer leicht den Überblick über den Wertschöpfungsprozess der Unternehmung. Junge Menschen, die heute in Unternehmen ein Ausbildungsverhältnis beginnen, konnten kleinere Betriebe nicht kennen lernen und stehen in einem viel größeren Maße vor dem Problem aus den einzelnen Arbeitsschritten, die sie während der Ausbildung kennen lernen ein Gesamtbild einer Unternehmung zu entwickeln. Zwar erkennen sie während der Ausbildung die Ziele der einzelnen Abteilungen, das eigentliche Unternehmensziel, welches sich aus den einzelnen Zielen der Abteilungen, ergibt, können sie jedoch nicht erkennen.
Erschwert wird dies insbesondere dann, wenn durch Fusionierungen an Standorten Abteilungen geschlossen werden und daher eine Ausbildung in allen Abteilungen aufgrund der örtlichen Struktur gar nicht mehr möglich ist. So gibt es in der Versicherungsbranche Zweigniederlassungen, die Versicherungskaufleute ausbilden, aber vor Ort nur über eine Schadensabteilung verfügen. In der Schadensabteilung lernen die Auszubildenden, dass sie als Hüter der eingezahlten Prämien der Versicherungsnehmer nur Entschädigungen für versicherte Schäden an den Kunden auszuzahlen haben. Der Argumentationen der örtlich weit entfernten Verkaufsabteilungen, bzgl. der immensen Kosten, die bei der Akquisition von neuen Kunden entstehen, können die Auszubildenden nur schwer folgen, da sie nicht selbst direkt den direkten Verkauf von Versicherungen erleben durften. Auszubildende, die allein in der Schadensabteilung ausgebildet wurden, werden daher nicht angeleitet unternehmerisch zu denken und die Kundenzufriedenheit in die Bearbeitung des Schadenfalls mit einzubeziehen. Sie werden lediglich angeleitet aufgrund der
33
Vertragsbedingungen Entscheidungen zu fällen und diese dem Kunden gegenüber durchzusetzen. Wenn Auszubildende aus den einzelnen speziellen Vorgängen nicht ein Gesamtpuzzle entwickeln können, wird es schwerer ein unternehmerisches Denken zu stimulieren.
Durch den Siegeszug der EDV in den Unternehmen sind einzelne unternehmerische Handlungen für den Auszubildenden nicht mehr nachvollziehbar, da ein Großteil der Handlungen durch die EDV abgenommen wird.
Vergleicht man die Märkte im Allgemeinen zu Beginn des letzten Jahrhunderts mit Heute, stellt man fest, dass sich die Märkte von Verkäufer- zu Käufermärkten entwickelt haben. Während in Verkäufermärkten ein Fehler des Verkäufers keine unmittelbare Änderung des Käuferverhaltens zur Folge hatte, werden in Käufermärkten Fehler des Verkäufers durch unmittelbare Veränderungen des Kaufverhaltens bestraft. Durch die verschärfte wirtschaftliche Lage können Fehlentscheidungen deshalb nicht von den Unternehmen getragen werden. Aus diesem Grund übertragen Ausbilder den Auszubildenden in einem immer geringeren Umfang verantwortungsbewusste Aufgaben, da eine mögliche Fehlentscheidung des Auszubildenden eine unmittelbare Veränderung des Kaufverhaltens bedeutet und damit eine Umsatzeinbuße zur Folge hat. Das Verhalten der Ausbilder kann nicht nur zur Demotivation der Auszubildenden und zu einem Kreativitätsverslust führen, sondern eine wichtige Aufgabe der kaufmännischen Ausbildung verhindern: Die Stimulierung unternehmerischen Denkens. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage mit welchen Methoden unternehmerisches Denken stimuliert werden kann? Um diese Frage zu beantworten, stelle ich im zweiten Abschnitt dieser Hausarbeit Ansätze zur Stimulierung unternehmerischen Denkens anhand der Übungsfirma, dem Lernbüro und der Juniorenfirma, vor. Aufgrund der starken Realitätsnähe der Juniorenfirma stellt diese in den Lehr-Lern-Settings, die ein unternehmerisches Denken ermöglichen können, eine besonders hervorzuhebende Form dar. Daher soll ab dem dritten Kapitel die Juniorenfirma unter der folgenden Fragestellung beleuchtet werden:
44
Im dritten Kapitel soll das Konzept „Juniorenfirma“ zunächst beschrieben werden. Ausgehend von verschiedenen Aspekten, unter den die Juniorenfirma gesehen werden kann, sollen im vierten Kapitel dieser Hausarbeit sowohl Gefahren als auch Probleme erörtert werden. Das fünfte Kapitel rundet mit einem Fazit die Hausarbeit ab. Als Untersuchungsmethode wurde das inhaltliche Auswerten der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur gewählt.
2. Ansätze zur Stimulierung unternehmerischen Denkens
Mittlerweile haben sich in der beruflichen Aus- und Weiterbildung drei Ansätze, die zur Stimulierung unternehmerischen Denkens besonders geeignet sind, herausgebildet. Alle drei Ansätze bauen auf der konstruktivistischen Unterrichtsphilosphie auf und möchten Lernenden die Möglichkeit geben selbst unternehmerisch zu denken und zu handeln. Die Schülerinnen und Schüler haben in den Unterrichtsmodellen die Aufgabe ein eigenes Unternehmen zu führen. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Unterrichtsformen durch ihren Realitätsgrad: Im Lernbüro sind sämtliche Vorgänge fiktiv, d.h. dass sowohl die Produkt- und Güterströme, wie auch die Außenkontakte fiktiv sind. In der Übungsfirma sind zwar weiterhin die Produkt- und Güterströme fiktiv, es bestehen jedoch reale Außenkontakte. Diese realen Außenkontakte entstehen durch eine Mitgliedschaft in einem Übungsfirmenring, in dem die Übungsfirmen untereinander reale Beziehungen pflegen. So verkaufen andere Übungsfirmen Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe an eine Übungsfirma, die diese nach dem Wertschöpfungsprozess an andere Unternehmen weiter vertreibt. Festzuhalten ist jedoch, dass die gekauften und verkauften Gegenstände real nicht existieren, sondern diese nur fiktiv unter den Übungsfirmen transferiert werden. Die Juniorenfirma ist
55
Arbeit zitieren:
E. Böttcher, 2005, Die Juniorenfirma - Ein Konzept zur Stimulierung unternehmerischen Denkens, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Konzept des handlungsorientierten Lernens: Eine Darstellung von Jo...
Studienarbeit, 24 Seiten
Der Einsatz von Juniorenfirmen im Hinblick auf die Förderung der Sozia...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 13 Seiten
Die Entwicklung des Jugendlichen in der Adoleszenz am Beispiel der Ent...
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit, 17 Seiten
Tupftechnik (Unterweisung Maler/-in und Lackierer/-in im ersten Ausbil...
AdA Handwerk / Produktion / Gewerbe - Maler, Lackierer, Fliesenleger
Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 12 Seiten
Das Geschlechterverhältnis in der Moderne: Individualisierung und Plur...
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Seminararbeit, 18 Seiten
Anwendbarkeit allgemeindidaktischer Modelle auf Lernsituationen
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Hausarbeit, 20 Seiten
BIGA - Bausteine zur interkulturellen Gruppenarbeit mit Kindern und Ju...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 419 Seiten
Selbstgesteuertes Lernen in der betrieblichen Ausbildung - Exemplarisc...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Diplomarbeit, 139 Seiten
Zur Integration von Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion - u...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Vordiplomarbeit, 34 Seiten
Vincent van Gogh, Das gelbe Haus - Praktisch-Methodische Prüfung in Ac...
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Assimilation und Binnenintegration bei Hartmut Esser und Georg Elwert
Seminararbeit, 19 Seiten
E. Böttcher's Text Die Juniorenfirma - Ein Konzept zur Stimulierung unternehmerischen Denkens ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
E. Böttcher hat den Text Die Juniorenfirma - Ein Konzept zur Stimulierung unternehmerischen Denkens veröffentlicht
E. Böttcher hat einen neuen Text hochgeladen
Boomwhackers im Kreis Das DrumCircle-Konzept mit Boomwhackers
Das DrumCircle-Konzept mit Boo...
Andreas von Hoff
Unternehmerisches Denken zwischen Strategie und Finanzen
Die vier Jahreszeiten der Unte...
Burkhard Schwenker, Klaus Spremann
Ausbildungskonzept Juniorenfirma
Ein Praxishandbuch für Betrieb...
Zorana Dippl, Frank Elster, Guido Fassbender, Wolfgang Fiedler, Jeanette Rouvel
Wahrheit Und Notwendigkeit: Die Theorie Der Wahrheit Bei Anselm Von Ca...
Markus Enders, M. Enders
A Van Der Kooi
August Sander - Sehen, Beobachten, Denken
Hundert Meisterphotographien
August Sander, Gabriele Conrath-Scholl
0 Kommentare