Inhalt
Einleitung 3
a ) d e r O r t b ) G e o r g s k i r c h e c) Datierung des Mosaiks
d) Beschreibung des Mosaikbodens
e) Interpretation der Karte
a ) d e r O r t
b) Stephanuskirche
c) Datierung des Mosaiks
d) Beschreibung des Mosaikbodens
e) Interpretation des Pavimentums
a ) d e r O r t b) Johanneskirche
c) Datierung des Mosaiks
d) Beschreibung des Mosaikbodens
e) Interpretation des Pavimentums
4. Vergleich der architektonischen Mosaike 29
L i t e r a t u r l i s t e 3 1 A n l a g e 1 3 2
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Einleitung
In manchen Fällen mosaizierten die Künstler die urbanen Alexandrias (nach Seminarkopie Fr. Rosenthal-Heginbottom 2004).
Siedlungen so hervorragend, dass eine Identifikation ohne Inschrift
möglich wäre, wie später am Beispiel Jerusalems auf der Madabakarte ausgeführt wird. Häufiger
verwendete man allerdings eine Symbolsprache, in der bestimmten Bauten eine gewisse Form
gegeben wurde, um ihren Charakter bildlich zu erläutern und abschließend mit einer Inschrift die
genaue Identifikation zu ermöglichen 3 .
Welchem Zweck solche Mosaikböden zur Entstehungszeit dienten, kann wohl nicht mit
absoluter Sicherheit geklärt werden. Sicherlich war ein Aspekt das Aufzeigen von besonderen
1 In Abbildung 1 zu sehen: eine eher schemenhafte Umzeichnung eines Turmes, in der oberen linken Ecke; einer
Säulenstellung bestehend aus zwei Säulen, die vielleicht zum Cardo Maximus gehörten oder einen Platz bzw. ein Atrium umstellten. Für Letzteres spricht, dass dachähnliche Gebilde mit Giebel oberhalb der zwei Säulen. Dieses Gebäude könnte sich allerdings auch direkt am Cardo Maximus befunden haben, womit sicherlich ersteres ebenfalls als mögliche Interpretation der Säulenreihe akzeptiert werden kann.
2 Eine Hauskirche aus der zweiten Hälfte des 6. Jh.s (http://maritime.haifa.ac.il/cms/newslett/cms26/
cms26_13.htm)
3 So erlaubte die Auswertung der Madabakarte, dass Rätsel um die topographische Lage der Stadt Askalon zu
erhellen.
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Handels- und Pilgerbeziehungen.
Wie bereits oben erwähnt will diese Arbeit versuchen einen Einblick in die Kirchen der Städte Gerasa, Madaba und Umm al-Rasas und deren Geschichte zu geben. Zu Beginn soll eine kurze Abhandlung der Stadtgeschichte stehen.
Dem folgen die Beschreibung und Datierung bzw. Datierungsvorschläge der Kirche und der Mosaiken. Hauptteil soll die Beschreibung der dort befindlichen Mosaikböden sein. Einige Aspekte sollen herausgegriffen und ein erster allgemeiner Überblick geschaffen werden. Eine Interpretation wird versucht, aber erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zum Abschluss soll ein Vergleich der Mosaikdarstellungen anhand von ausgewählten Beispielen folgen, um die Gemeinsamkeiten und vor allem Unterschiede in der Mosaizierung, Datierung, Raumlage und -wirkung sowie die Bedeutung für die Stadt und den Christen zu erörtern.
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1. Madaba
a) Der Ort
Abb.2: Stadtplan Madabas; rosa: Kirche des Heiligen Georgs (nach Piccirillo 1997, 354).
Madaba befand sich ab dem Beginn des 2. Jh.s an der so genannten „Via nova traiana“ (Anlage 1), einer Handelsstraße, die es neben Händlern und Soldaten auch Pilgern erlaubte schneller und, was weitaus wichtiger war, geschützter an ihre Ziele zu gelangen. Dies förderte den wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes.
Die Geschichte der Stadt begann aber weitaus früher, bereits in biblischen Zeiten, muss sich dort eine Ansiedlung befunden haben. Erwähnung fand es an vielen Stellen des Alten Testamentes, von denen das 4. Buch Mose (Num. 21,30) stellvertretend genannt sei.
Die eisenzeitliche Siedlung, welche wohl die Grundlage der biblischen Erwähnungen war, lässt sich archäologisch indirekt durch eine Nekropole und deren Grabbeigaben des 13. bis 12. Jh. v. Chr. belegen (Piccirillo 1995, 902).
Herrscher ließen es sich nicht nehmen über ihren Ruhm in oder über Madaba zu berichten. Im
9. Jh. v. Chr. ließ beispielsweise Mesha, König von Moab, auf seiner Stele den Sieg Omris über Madaba und deren spätere Befreiung durch sich selbst beschreiben (Negev/Gibson 2001, 306). Zu Zeiten des Hellenismus war die Stadt in nabatäischer Herrschaft, ebenso zu Beginn des Römischen Imperiums, wie Inschriften innerhalb der Stadtmauer beweisen. Erst mit der Eroberung Madabas durch die Römer begann deren Ansehen zu steigen. Seit 106 gehörte Madaba der Provinz Arabia an.
Sie wurde autonome Stadt, was sich in einer eigenen Münzprägung (Piccirillo 1995, 903)
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niederschlug. Ihr war ein Gebiet unterstellt, welches im Norden bis Hesban, im Westen bis Livias und im Süden den Arnon umfasste.
Nach einer Verwaltungsreform im 4. Jh. wurde Madaba südlichste Stadt der Provinz Arabia. Kirchengeschichtlich gewann es erst in byzantinischer Zeit an Bedeutung. Eusebius erwähnte um 330 eine kleine christliche Gemeinde im südlich gelegenen Dorf Quaryat (Piccirillo 1995, 903), von Madaba wusste er anscheinend nichts zu berichten. Bereits 451 mussten Christen fester Bestandteil des Stadtlebens gewesen sein, denn im Konzil von Chalcedon unterschrieb der damalige Erzbischof von Bosra, Konstantin, für den madabeischen Bischof Gaianus (Piccirillo 1995, 903).
Auch noch nach der Eroberung der Umayyaden, um 636, ist ein reges christliches Leben nachweisbar (Negev/Gibson 2001, 306), welches einen Tiefpunkt mit dem Beginn und dauernden Ikonoklasmus 4 (736 bis 830) erreichte.
Madaba war allerdings nie solch ein christliches Zentrum wie Bosra und deshalb stellt sich die Frage, warum in einer eher unscheinbaren Bischofsstadt ein Werk wie die Madabakarte von heute ungeahnter Bedeutung in Auftrag gegeben wurde?
Um dies zu beantworten, muss man in die nähere Umgebung schauen. Dabei stellt man fest, dass sich Madaba auf dem Weg zum Berg Nebo, dem Ort des Mosesheiligtums, befand. Somit lag es nahe auch in die Bischofsstadt mit ihrer biblischen Karte zu pilgern. Seit dem Erdbeben von 749 fiel die Siedlung langsam wüst.
Erst im 19. Jh. begann man mit einer Neubesiedlung des Territoriums, wobei die alten
Siedlungsreste neu entdeckt wurden, darunter die heutige Georgskirche (Abb. 2).
4 Zusammen mit der ummayyadischen Herrschaft begann somit der Untergang des christlichen Lebens Madabas. Das hier zu besprechende Pavimentum ist wenig von der figuralen Zerstörung betroffen, da sich zumeist Landschaften und Architekturen auf der Madabakarte befinden. Nur vereinzelt mosaizierte man zoomorphe und anthropomorphe Figuren.
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b) die Georgskirche
Die ursprüngliche Form der byzantinischen Kirche ließ zu beginn viele Spekulationen ertönen. Avi-Yonah (1954, 12) erörterte, dass die im 19. Jh. erbaute Nordwand nicht mit der ursprünglichen korrespondierte 5 , denn das Kartenmosaik würde über diese hinausgehen 6 . Er postulierte deshalb eine Art Transept (Abb. 3), welches von der Madabakarte ausgefüllt wurde (Avi-Yonah 1954, 15). Es sollte sich direkt an die Nebenräume im Süd- und Nordwesten, deren Fußböden ebenfalls mit Mosaiken ausgekleidet waren, anschließen. Das Transept kann im Fundament archäologisch nicht nachgewiesen werden und bleibt wohl bloße Hypothese (Andresen 1980, 540). Bei der heutigen Rekonstruktion der Kirche handelt es sich um eine dreischiffige Basilika mit einem Narthex und Attrium im Westen. Eine halbrunde Apsis schließt die sakrale Anlage nach Osten hin ab. Das eingezeichnete Bema in Abbildung 4 ist für die justinianische Kirche nicht nachgewiesen und lässt Spekulationen über sein Fehlen offen 7 .
Eine Mehrphasigkeit kann nicht ganz ausgeschlossen werden, doch bleibt dann weiterhin die Frage bestehen in welche Phase sich die Karte eingliederte.
Anhand des Mosaikstiles lässt sich die Kirche in die justinianische Zeit einordnen. Wenn es einen Vorgängerbau gegeben haben sollte, datiert dieser wohl in spätkonstantinische Zeit (Avi-Yonah 1954, 16-18).
1886 beschloss man auf dem Fundament dieser alten byzantinischen Basilika aus der 1. Hälfte des 6. Jh.s (Piccirillo 1995, 914), im Grundriss (Abb. 4) schwarz-gestreift markiert, ein neues Gebäude zu errichten. Neben der Zerstörung des alten Fundamentes, wurde auch der alten Fußboden mit Mosaikverzierung beinahe komplett vernichtet.
5 „..., but as we know of another fragment (Sarepta) a good deal further north, the line of the north wall cannot be the true northern limit of the mosaic.“ (Avi-Yonah 1954, 12).
6 Diese ersten nördlichen Fragmente der Karte wurden vor 1890 von Bruder Z. Biever gefunden und kopiert (Piccirillo 1993, 997). Sie lagen wahrscheinlich innerhalb der dreischiffigen Basilika und nicht in einer Art Transept (Avi-Yonah 1954, 15), wobei die Karte an sich wie ein solches gewirkt haben muss (Andresen 1980, 540).
7 Was Auswirkungen auf die Breite der Madabakarte hätte, denn sie könnte dann in den Bemabereich hineingereicht haben. Dazu ausführlicher Andresen (1980, 544).
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Das hier etwas Besonderes, ein Pavimentum
als Karte gearbeitet, lag, fiel zu Beginn niemandem auf, denn Mosaikfußböden mit Stadtbildern gab es im Heiligen Land allzu oft (Schulten 1901, 1). Erst Kleophas Koikylides, ein Bibliothekar des griechisch-orthodoxen Patriarchats in Jerusalem, erkannte die Bedeutung dessen, was er bei der Besichtigung der Baustelle sah, doch es war für etwa 2/3 der so genannten Madabakarte bereits zu spät. Von den ehemals ca. zwei Millionen Mosaiksteinchen sind
heute noch um die 800 000 8 erhalten (Andresen 1980, 540). Abbildung 5 zeigt das Ausmaß der Zerstörung des Mosaikbodens: Innerhalb der Karte steht ein neu errichteter Pfeiler, ebenso sind die fehlenden Reste nach Norden hin deutlich sichtbar.
c) Datierung des Mosaiks
Leider verrät uns keine Dedikationsinschrift etwas über die Weihung, Stiftung oder das exakte Alter der Basilika und damit des Mosaiks 9 , da sie bei dem Neubau oder früheren Erdbeben wie 749 völlig vernichtet wurde.
Einen „Terminus post quem“ liefert die Neakirche in Jerusalem, deren Einweihung im Jahre 542 stattfand. Sie ist in der Stadtvignette Jerusalems (Abb. 7) auf der Madabakarte deutlich zu erkennen. Weitere Anhaltspunkte für eine Datierung erhielt man über stilistische Vergleiche der Stadtdarstellungen 10 (Avi-Yonah 1954, 16f.) und insbesondere der Schrift (Avi-Yonah 1954, 27; Schulten 1901, 108/109). Darüber lässt sich die Karte in die justinianische Zeit datieren. Mit dem Weihedatum der Neakirche lässt sich die Entstehung der Karte in die Zeit zw. 545 und 565 legen.
d) Beschreibung des Mosaikbodens
Die verbliebenen Überreste 11 , welche in Abbildung 6 zu sehen sind, gehören zur bedeutendsten und zugleich ältesten Originalkarte des biblischen Landes (Schulten 1901, 3). Die einstmaligen Maße dürften wohl nicht allzu weit über die erhaltene Ausdehnung hinausgegangen sein und beliefen sich auf 15,7m Breite (nord-südliche Ausdehnung) und 5,6m Länge (Ost-West). Frühere Spekulationen über eine größere Nordsüdausdehnung (beispielsweise Avi-Yonah 1954, 11,15), lassen sich aufgrund der nicht haltbaren Rekonstruktion einer Basilika mit Querschiff verwerfen (vergleichend a).
8 Die herausgebrochenen Mosaiksteine wurden hauptsächlich als Glücksbringer an Pilger verkauft.
9 Wobei man beachten sollte, dass beides nicht zur gleichen Zeit entstanden sein muss.
10 Aus antiker Zeit sind solche Stadtvignetten als Münzbilder und auf Malereien bzw. Mosaiklegungen in Villen, zum Beispiel Beth She’an (Vergleich Abb. 1), bekannt.
11 Bestehend aus einem großen Zusammenhängenden Stück, welches den südlichen und mittleren Bereich der Basilika einnahm, sowie zwei kleineren aus der Nordhälfte des zentralen Kirchenbereiches (siehe Abb. 4, 5).
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Quote paper:
Jana Vogt, 2004, Architekturmosaiken am Beispel der drei Jordanischen Städte Madaba, Umm al-Rasas und Gerasa, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Die Dedikationsmosaiken der Martorana in Palermo
Scholary Paper (Seminar), 11 Pages
Das Grab des Childerich oder Sepulcrum Childerici I. Francorum Regis
History - World History - Early and Ancient History
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 45 Pages
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