Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
1. Einführung 1
2. Studienkredite als neues und besonderes Kreditprodukt. 2
3. Refinanzierungsmöglichkeiten. 3
3.1. Offenmarktgeschäft 3
3.2. Einlagen 4
3.3. Anleihen 5
3.4. Verbriefung von Forderungen / ABS 6
4. Refinanzierung von Studienkrediten in den USA. 8
4.1. Studienkreditsystem 8
4.2. Refinanzierung 10
5. Mögliche Refinanzierung von Studienkrediten in Deutschland 12
6. Zusammenfassung und Ausblick 15
Literaturverzeichnis III
I
Abkürzungsverzeichnis
ABS Asset Backed Securities ASF American Securitization Forum CPI Consumer Price Index EK Eigenkapital DLSC Direct Loan Servicing Center FDLP William D. Ford Federal Direct Student Loan Program FFELP Federal Family Education Loan Program KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau MaK Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft SLM Student Loan Marketing Association/ Sallie Mae SPV Special Purpose Vehicle SPE Special Purpose Entity TSI True Sale International GmbH
II
1. Einführung
Die deutsche Hochschullandschaft beginnt sich dramatisch zu wandeln. Die bisher fast vollständig öffentliche Finanzierung der Hochschulbildung steht, nicht zuletzt wegen der prekären Finanzlage bei Bund und Ländern auf der Kippe. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 26. Januar 2005 sind Studiengebühren in Deutschland keine Utopie mehr. 1 Sie werden kurz- bis mittelfristig die öffentliche Finanzierung spürbar substituieren. Angebote von Kreditinstituten zur Finanzierung der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten gibt es schon. So verkaufen private Großbanken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften bereits erste Studienkredite. 2 Damit ist klar, dass sich jede Bank ihren Anteil am schätzungsweise bis zu € 10 Mrd. großen Kreditvolumen sichern möchte. 3 Eine offene Frage bleibt: Wie sollen sich diese refinanzieren? Sind Einlagen der richtige Weg der Finanzmittelbeschaffung, oder gibt es modernere Refinanzierungsinstrumente, mit denen Studienkredite finanziert werden können?
Zur Beantwortung dieser Fragen wird zunächst untersucht, welchen strukturellen Besonderheiten das Produkt „Studienkredit“ unterliegt, um anschließend geeignete Refinanzierungsmöglichkeiten zu identifizieren. Im vierten Kapitel wird beleuchtet, welche der vorgestellten Refinanzierungsinstrumente letztlich in den USA zur Refinanzierung von Studienkrediten Verwendung finden, oder ob gar gänzlich andere Refinanzierungsformen oder Mischformen eingesetzt werden. 4 Dazu wird an einem aktuellen Beispiel die Refinanzierung von Studienkrediten in den USA aufgezeigt. Die Erfahrungen der USA werden im fünften Kapitel auf die Situation in Deutschland projiziert. Dabei wird untersucht, ob die Verbriefung von Forderungen in Deutschland unter den institutionellen Rahmenbedingungen eine Refinanzierungsmöglichkeit von Studienkrediten sein könnte. Schließlich werden die Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst und es wird ein Blick in die Zukunft vorgenommen, bei dem die Rolle der KfW bezüglich der Refinanzierung von Studienkrediten dargestellt wird.
1 BVerfG Urteil vom 26.01.2005, 2 BvF 1/03.
2 Folgende Kreditinstitute bieten Studienkredite mit Beginn des Wintersemesters 05/06 an: Deutsche Bank
AG, Hamburger Sparkasse, Sparkasse zu Lübeck, Sparkasse Herford und die Volks- und Raiffeisenbanken in
Bayern.
3 Vgl. Roby (2005), S. 7.
4 Zur Informationsgewinnung wurde insbesondere das Internet genutzt.
1
2. Studienkredite als neues und besonderes Kreditprodukt
Die Vergabe von Studienkrediten ist auf Grund ihrer Volumina als sehr kleinteiliges Geschäft einzuordnen. Die Cash Flows beinhalten niedrige Beträge, verbunden mit einer hohen Auszahlungsfrequenz und langer Rückzahlungsdauer. 5 Studienkredite stellen eine besondere Form von Krediten dar. Junge Akademiker können als potentielle Kreditnehmer in der Regel keinerlei Sicherheiten bereitstellen, die üblicherweise für Kreditprodukte erforderlich sind, um letztlich Kreditinstitute gegen Forderungsausfälle abzusichern. 6 Sie besitzen kein Haus und i.d.R. kein wertvolles Auto, was man zur Sicherheit verpfänden könnte. Ferner gibt es meist keine Kredithistorie, historischen Daten, o. ä., mit denen auf die Zahlungsgewohnheiten des Studenten geschlossen werden könnte. Zudem verfügen Studenten in der Regel über kein oder allenfalls geringes Einkommen, so dass letztlich die Banken ein scheinbar hohes Risiko bei der Studienkreditvergabe eingehen, wenn staatliche Bürgschaften ausblieben. 7 Eine Folge der ausbleibenden Sicherheiten und der Ungewissheit über zukünftige Einkommen der Absolventen ist ein hoher Risikoaufschlag. Im Zweifel wird der Studienkredit erst gar nicht vergeben. 8
Auch vor dem Hintergrund von Basel II bleibt die Kreditvergabe an Studenten schwierig. Basel II und die MaK-Regeln erachten Einzelkreditratings für zwingend notwendig, bevor die Vergabe eines Kredites stattfinden darf. 9 Diesbezüglich wurden bereits Verfahren entwickelt, welche die Kreditwürdigkeit von Studenten quantifizieren. Die Firma Tenman entwickelte ein „externes prognostisches Rating“ 10 , das auf der Schätzung zukünftiger Einkommen nach Studienabschluss, auf Abiturnoten und der Mobilität basiert. 11 So ist das Merkmal Abiturnote mit der Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung eines erhaltenen Studienkredits positiv korreliert. Das heißt, dass das Ausfallrisiko dezimiert wird, wenn ein Student bereits im Abitur sehr gute Noten erhalten hatte, da von einem erfolgreichen Abschluss des Studiums ausgegangen werden kann. Des Weiteren ist die Mobilität im Studium ein Indikator für die zukünftige Mobilität im Beruf. So werden Studenten, die fernab der Heimatstadt ein Studium beginnen, wahrscheinlicher
5 Vgl. Brenken/ Schmidt-Boch (2005), S. 55.
6 Vgl. Debande (2004), S. 170. So sind für den Abschluss von Konsumenten- und Immobilienkrediten
Sicherheiten erforderlich, wie z.B. ausreichendes Einkommen, Bürgen, Kapitallebensversicherungen, u.a.
7 Vgl. Hollweg (2005), S. 32.
8 Vgl. Debande (2004), S. 170.
9 Vgl. Becker (2002), S. 32 f.
10 Hollweg (2005), S. 32.
11 Vgl. Ankenbrand/ von Petersdorff (2004), S. 54.
2
auch später eine Stelle annehmen, die weit entfernt von der Heimat liegt. Somit gibt es einen positiven Zusammenhang „zwischen der Mobilitätsbereitschaft einer Person und ihren Einkommenschancen.“ 12
Und letztlich kann durch eine Einkommensprognose das Ausfallrisiko am besten abgeschätzt werden. Ein Student der Wirtschaftswissenschaften hat mit Abschluss des Studiums mit hoher Wahrscheinlichkeit ein höheres Anfangsgehalt als ein ausgebildeter Philosoph. Je höher das Anfangsgehalt, desto höher ist wiederum die Wahrscheinlichkeit, dass der Studienkredit zurückgezahlt werden kann. 13
Das Risiko des Kreditausfalls kann damit quantifiziert werden und eine Kreditvergabe unter den ordnungspolitischen Erfordernissen durch Basel II und den MaK ist somit möglich.
3. Refinanzierungsmöglichkeiten
Damit nun Studienkredite vergeben werden können, benötigen Kreditinstitute zunächst selbst finanzielle Mittel, die sie Studenten zu einem gewissen Zinssatz leihen können. Oder Kreditinstitute möchten aus Liquiditätsgründen bereits gewährte Studienkredite rückfinanzieren. 14 Dabei werden Kreditinstitute ihre Gewinne nur dann maximieren können, wenn der Zinssatz für die Geldbeschaffung (Refinanzierung) geringer ist als der Zinssatz für die Geldverwendung (Studienkreditvergabe). Im Folgenden werden wichtige Refinanzierungsmöglichkeiten kurz dargestellt.
3.1. Offenmarktgeschäfte
Das Hauptrefinanzierungsinstrument für Banken bilden Offenmarktgeschäfte mit der jeweiligen Zentralbank. Dabei tritt die Zentralbank als Käufer von Wertpapieren der Geschäftsbanken auf. Die Geschäftsbanken wiederum erhalten Liquidität in Form von Zentralbankgeld, welches sie für die Vergabe von Krediten einsetzen können. Solche so genannten Wertpapierpensionsgeschäfte mit der Zentralbank sind in ihrer Laufzeit auf maximal drei Monate befristet und dienen daher vor allem dem Liquiditätsmanagement der Geschäftsbanken. 15 Vor dem Hintergrund der Fristigkeit eignen sich Offenmarktgeschäfte zur Refinanzierung von Studienkrediten nicht, da Studienkredite eine mittel- bis
12 Hollweg (2005), S. 33.
13 Ob dies eine Gefahr für die Vielfalt des Studiennachfrage und des -angebots darstellt, muss gesondert
geklärt werden.
14 Vgl. o.V. (2000), S. 1084.
15 Vgl. Priewasser (2001), S. 66.
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Arbeit zitieren:
Andrej Rowek, 2005, Refinanzierung von Studienkrediten, München, GRIN Verlag GmbH
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