Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Augustinus von Hippo
Confessiones XI.
Confessiones XI, XIV, 17
Fazit
Literaturverzeichnis
1
Einleitung
„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit.“(Michael Ende)
Die Zeit vergeht, sie ist vergänglich, und doch scheint sie ewig für uns. Wieso scheint sie nur? Ist sie nicht tatsächlich ewig? Und wenn sie ewig ist, in welche Richtung läuft sie? Der Zeitbegriff verfolgt die Menschheit seit Jahrhunderten; vor allem in der Philosophie beschäftigt man sich bereits seit der Antike besonders mit diesem Themenkomplex. So diskutierten antike Philosophen Fragen, die bis in die Gegenwart hinein von großer Bedeutung sind. Vor allem begegnen wir häufig dem Komplex Vergangenheit - Gegenwart -Zukunft. Wie kann Zeit vergehen? Wie sehen wir sie in der Gegenwart, und wo finden wir sie in der Zukunft?
Im Rahmen der folgenden Hausarbeit werde ich mich mit dem XI. Buch der Confessiones des Augustinus von Hippo befassen, wobei ich besonders auf die Fragestellung eingehen werde, was Zeit - aus der Sicht des Augustins- eigentlich ist.
Um den Leser meiner Arbeit in das Kernthema einzuführen, werde ich zunächst einen groben biographischen Abriss Augustins geben. Hierbei werde ich mich jedoch auf den philosophisch-theologischen Werdegang beschränken müssen, da eine ausführliche Auslegung seiner Biographie in meinem Gesamtkonzept den geforderten Rahmen einer Hausarbeit weit übersteigen würde. Im darauffolgenden Schritt versuche ich das XI. Buch der Confessiones kurz vorzustellen, um mich dann mit der darin begründeten Zeittheorie auseinander zu setzen. Dies bildet den Schwerpunkt meiner Hausarbeit.
2
Augustinus von Hippo
Aurelius Augustinus wurde am 13. November 354 n.Chr. in der kleinen nordafrikanischen Stadt Thagaste geboren, welche zur damaligen Zeit noch dem römisch-christlichen Kulturland angehörte. Sein nichtchristlicher Vater Patricius war ein städtischer Beamter in Thagaste, und starb im Jahre 372. Über ihn und weitere Geschwister des Augustinus erfährt man in dessen Biographien kaum etwas. Viel mehr spielt Monica, seine Mutter, in seinem Leben eine große Rolle. Sie - im Gegensatz zu Patricius- war überzeugte Christin und begleitete ihren Sohn bis zu ihrem Tod im Jahre 387 überall hin. Durch sein Rhetorikstudium in Karthago wurde ihm der Weg zu vielen berühmten literarischen Werken geebnet. Ciceros Hortensius (ein Aufruf zur Philosophie) entfachte in Augustinus ein großes Interesse an Weisheit und Philosophie, und so fing er an sich mit ethischen und religiösen Fragen auseinander zu setzen. Vor allem die Frage nach dem Glück und dessen unvollkommene Wahrheit trieb ihn immer mehr zu unterschiedlichen Lektüren. Sein Bestreben war dermaßen groß, dass der noch ungetaufte Augustin anfing eine Antwort in einer lateinischen Bibel zu suchen. Enttäuscht von ihrer,, mangelhaften literarischen Qualität“ 1 , schloss er sich nacheinander dem Manichäismus 2 , dem Skeptizismus 3 und schließlich dem Neuplatonismus 4 an. Doch auch diese Denkrichtungen befriedigten seinen Drang nach der „Wahrheit“ nicht, sodass er sich im Jahre 387 in Mailand, in der Osternacht vom 24. auf den 25. April, taufen ließ.
Nach dem Tod seiner Mutter Monica im selben Jahr, kehrte Augustinus in seine Heimat Thagaste zurück, und beschloss dort ein klösterliches Leben zu führen, da er durch die Taufe sein Lehramt niederlegte, auf die Ehe verzichtete und somit enthaltsam leben musste. Dort gründete er eine zönobitische Gemeinschaft, die aus einer Gruppe getaufter Christen bestand.
1 Horn, Christoph: Augustinus, München: 1995, S. 14 .
2 synkretische Religion der Antike; benannt nach ihrem persischen Gründer Mani.
3 Pyrrhonismus; nach ihrem Gründer (Pyrrhon von Elis) benannte erkenntnistheoretische Strömung, nach
welcher weder Verstand noch Erfahrung unfehlbare Erkenntnis bringen können .
4 Moderne Bezeichnung für die spätantike philosophische Schule; Im 3.Jahrhundert aus dem Mittelplatonismus
entstanden und bis Ende der Antike im 6.Jahrhundert zahlreiche Vertreter hervorgebracht; basierend auf den
Lehren des Platons und des Platonismus .
3
Arbeit zitieren:
Susan Waezi, 2005, Das XI. Buch der Confessiones - Was ist Zeit?, München, GRIN Verlag GmbH
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