Inhaltsverzeichnis:
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1. Einleitung 3
2. Begriffsdefinitionen 3
2.1 Sozial 4
2.2 Kapital 4
3. Hintergründe zur Entstehung und Einführung des Sozialkapitalbegriffs 4
3.1 Erstmalige Verwendung des Begriffs 4
3.2 Weitere Entwicklungen in der Entstehung der Sozialkapitaltheorie
in der Soziologie 5
4. Erläuterung des Konzeptes 6
5. Fazit 12
Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Kapital, das glauben wir seit der Industrialisierung Anfang des neunzehnten Jahrhunderts und aufgrund der Theorien von Marx und Engels zu wissen, ist etwas Kaltes, Grausames und im Grunde Menschenverachtendes. Denn es kann nur unter der Ausbeutung der Arbeitskraft des Humankapitals, also der Mitarbeiter des Betriebes, erlangt und vergrößert werden. Der Unternehmer streicht dabei die Gewinne aus dem Mehrwert, also dem Teil der Einnahmen, den seine Angestellten über ihren eigenen Lohn hinaus erarbeitet bzw. erwirtschaftet haben, unentgeltlich ein.
Seit Anfang/Mitte des letzten Jahrhunderts ist allerdings in wissenschaftlichen Kreisen eine Debatte über eine Art „soziales Kapital“ entfacht worden, welche sich mit den Beziehungsnetzwerken zwischen Individuen und Gruppen beschäftigt. Demnach profitiert auf der einen Seite die Gesellschaft von der Zusammenarbeit ihrer Teile, und auf der anderen Seite erlangen die Individuen durch ihre Kooperation Vorteile wie Hilfeleistungen und Zugang zu Ressourcen. Soziale Verbindungen zwischen Menschen, ob nun privater oder beruflicher Natur, können folglich als „Sozialkapital“ angesehen werden, aus dem sich ein Nutzen oder Gewinn für den Einzelnen oder die Gruppe bzw. Gesellschaft schlagen lassen.
Doch was genau verbirgt sich nun hinter dem Begriff „Sozialkapital“? Welche Wirkungen und Funktionen hat es? Wem bringt es Vorteile, oder birgt es auch Risiken? Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt sich die folgende Ausarbeitung.
2. Begriffsdefinitionen
Um sich der Bedeutung des Sozialkapitals nähern zu können, bedarf es erst einmal einer Bestimmung der Begrifflichkeiten.
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2.1 Sozial
Das Fremdwörterbuch des Duden übersetzt „sozial“ mit „die menschliche Gemeinschaft betreffend, gesellschaftlich“, weiterhin als „das Gemeinwohl betreffend“ und „der Allgemeinheit nutzend, auf das Wohl der Allgemeinheit bedacht; gemeinnützig, menschlich, wohltätig, hilfsbereit“. (Duden 1982, S. 716)
2.2 Kapital
Der Begriff „Kapital“ stammt aus dem Lateinischen und wird vom Fremdwörterbuch des Duden mit „alle Geld- u. Sachwerte, die zu einer Produktion verwendet werden, die Gewinn abwirft“ übersetzt, weiterhin als „Wert des Vermögens eines Unternehmens; Vermögen[sstamm] oder verfügbare Geldsumme, die bei entsprechendem Einsatz Gewinn erbringt“ und als „Gesamtheit der kapitalkräftigen Unternehmen [eines Landes]“. (Duden 1982, S.380)
3. Hintergründe zur Entstehung und Einführung des Sozialkapitalbegriffs
3.1 Erstmalige Verwendung des Begriffs
Der Begriff „Sozialkapital“ wurde erstmalig 1916 in einer Schrift des jungen Pädagogen Lyda Judson Hanifan erwähnt. Dieser hatte an einigen der besten Universitäten der USA studiert und kehrte nach dem Studium zurück in seine Heimat West-Verginia. Dort stellte er fest, dass im Laufe der Jahre viele nachbarschaftliche Bande und Bräuche nahezu verschwunden waren und sich die Menschen nicht mehr am sozialen Leben der Gemeinschaft beteiligten. Das brachte ihn zu der Überzeugung, „dass die Wiederbelebung des Gemeinschaftsengagements für den Erhalt der Demokratie und die weitere Entwicklung von größter Bedeutung sei.“
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(Putnam 2001, S.16) In seiner Publikation erläutert Hanifan, Sozialkapital sei das, worauf es im Alltag der Menschen am meisten ankäme- „nämlich guter Wille, Gemeinschaftsgeist, Mitgefühl und geselliger Austausch zwischen den Einzelnen und den Familien, aus denen sich eine gesellschaftliche Einheit zusammensetzt.“ (Putnam 2001, S. 17) Er stellte heraus, dass soziale Netzwerke sowohl für den Einzelnen, als auch für die Gemeinschaft Nutzen haben und erklärte: „Die ganze Gemeinschaft wird von der Zusammenarbeit ihrer Teile profitieren, und der Einzelne wird infolge seiner Verbindungen Vorteile wie Hilfeleistungen, Mitgefühl und den Gemeinschaftsgeist seiner Nachbarn erfahren.“ (Putnam 2001, S. 17)
Hanifan nahm zwar mit seiner Darstellung des Sozialkapitals viele Merkmale vorweg, die in späteren Arbeiten wieder aufgegriffen wurden, allerdings erregte seine Veröffentlichung zum damaligen Zeitpunkt keine größere Aufmerksamkeit.
3.2 Weitere Entwicklungen in der Entstehung der Sozialkapitaltheorie in der Soziologie
Erst in den 1950er Jahren wurde der Begriff „Sozialkapital“ wieder aufgegriffen. Der Soziologe John Seeley verwandte ihn zur Beschreibung der Vorteile, die karriereorientierte Vorstadtbewohner aus der Mitgliedschaft in Clubs und Vereinen ziehen könnten. Die Urbanistin Jane Jacobs benutze ihn 1965 um auf den „kollektiven Wert informeller Nachbarschaftsbeziehungen in der modernen Großstadt“ (Putnam 2001, S. 18) hinzuweisen. In den 1970er Jahren beschäftigte sich der Ökonom Glenn C. Loury unter Verwendung des Begriffs Sozialkapital mit den „in familiären und nachbarschaftlichen Beziehungen eingebetteten Ressourcen (...), die sich positiv auf die kognitive und soziale Entwicklung von Kindern auswirken“ (Riemer 2005, S. 68). Außerdem wollte er mit seiner Arbeit hervorheben, „dass die afroamerikanische Bevölkerung keinen Zugang zu breiteren gesellschaftlichen Beziehungen habe und dies eine der heimtückischsten Hinterlassenschaften
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Arbeit zitieren:
Kirsten Wallasch, 2006, Was meint "Sozialkapital" nach Robert Putnam?, München, GRIN Verlag GmbH
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