Inhaltsübersicht Seite
1. Einleitung 1
2. Georg Wilhelm Friedrich Hegel 2
3. Philosophie der Geschichte 3
- Das Wesen der Vernunft/ des Geistes
- Die Mittel des Geistes zur Realisierung
seiner Idee
- Der Staat als Gestaltwerdung der
realisierten Idee
4. Kritische Betrachtung Hegels 8
- Karl Löwith
- Karl Raimund Popper
5. Fazit 10
6. Literatur- und Quellenverzeichnis 11
II
1. Einleitung
Die Aufgabe der Philosophie ist die Erlangung des "methodisch gesicherten, systematisch durchgeführten, gedanklich geklärten" Wissens um das Wirkliche. Als die Universalwissenschaft geht es der philo-sophia 1 nicht um beliebige (Tatsachen-)Wahrheiten, sondern um die wesentlichen Wahrheiten, d.h. es geht um begründete Wesenserkenntnis. Sie behandelt - im Gegensatz zu allen anderen Einzelwissenschaften - nicht nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit, sondern alles. Dieses zusammenhängende, begründete Wissen dringt dabei bis zu den letzten Gründen vor und findet, wie sich noch zeigen wird, seine Krönung in dem letzten bzw. ersten und absoluten Grund. So sehr es der Mutter aller Wissenschaften aber um Überzeitliches geht, sie ist nichtsdestotrotz, sofern sie vom Menschen betrieben wird, nicht völlig von dessen Zeitlichkeit zu trennen. Dementsprechend ist die Philosophiegeschichte ein wichtiger und interessanter Teil der Philosophie, der jedoch stets der Frage nach der Wahrheit untergeordnet bleiben muss. 2 Es gibt in der Philosophie, wie in jeder Wissenschaft, einen erkennbaren Fortschritt, auch wenn die Fragen, im Gegensatz zu den meisten anderen Wissenschaften, stets die gleichen geblieben sind. Man darf sich nicht von den oft widersprüchlichen Lösungsvorschlägen der Vergangenheit blenden und verwirren lassen. Vieles wiederholt sich und erscheint im neuen Gewand der neuen Begriffe, ohne wirkliche neue Erkenntnis zu bringen und lange nicht jeder Philosoph hat die Philosophie "nach vorne" gebracht. Doch stehen wir in der glücklichen Position dessen, der prüfend auf viele Jahrhunderte des harten Ringens um die Wahrheit zurückschauen darf. Wir sind zwar selbst Zwerge, aber auf dem Rücken von Riesen. Das ist der nicht hoch genug einzuschätzende Wert der Tradition. Darauf beruht die gesamte philosophia perennis, die immerwährende Philosophie, die von den Zufälligkeiten des einzelnen Philosophen absehend das Wesentliche weitergibt und sich getragen weiß von dem Wissen, daß es nur eine Philosophie gibt, so wie und weil es nur eine Wahrheit gibt. 3
In der folgenden Seminararbeit werde ich mich im Rahmen des interdisziplinären Seminars„Geschichtsbegriffe und Geschichtsbilder“ mit der Thematik „Hegels philosophische Geschichtsbetrachtung“ auseinandersetzen. Dabei werde ich im nächsten Abschnitt einen kurzen biographischen Abriss Hegels darstellen, um im folgenden Kapitel seine Vorlesungen über die Philosophie der Geschichte inhaltlich wiederzugeben.
1 griech.: Liebe zur Weisheit
2 Brugger, Walter: Philosophisches Wörterbuch, 21. Auflage, Freiburg 1992, S. 295.
3 Ebd.: S. 296.
1
Des Weiteren werde ich eine kritische Betrachtung des Werkes „Philosophie der Geschichte“ von Hegel, seinen Darstellungen und Betrachtungsweisen der Entwicklung der Geschichte vornehmen.
2. Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, geboren 1770 in Stuttgart, war Schwabe wie Schelling und Hölderlin. Das Studium der Philosophie, die Beschäftigung mit der Antike und die Begeisterung für die Französische Revolution vereinte die drei Freunde im Tübinger Stift. Die Begeisterung für die Griechen bewahrte Hegel durch sein ganzes Leben. Nach einigen Jahren mühseliger Hauslehrertätigkeit in Frankfurt und Bern versetzte die bescheidene Erbschaft, die Hegel mit dem Tode seines Vaters zufiel, ihn in den Stand, seiner inneren Berufung zu folgen. Für die Habilitation wählte er auf Schellings Empfehlung die weimarsche Universität Jena. Es war die Zeit, da Schiller dort Professor der Geschichte war, Fichte und Schelling Philosophie lehrten, die Romantiker Tieck, Novalis, die Schlegels in Jena ihren Mittelpunkt hatten, kurz: Jena war damals das geistige Zentrum, das erst durch den bald folgenden Aufstieg der Berliner Universität in den Schatten gestellt wurde. 4 Von 1801 bis 1806 las Hegel in Jena, zunächst im engsten Verein mit Schelling. Als 1806 mit der Schlacht bei Jena die preußische Niederlage hereinbrach, hatte Hegel gerade sein erstes bedeutendes Werk, die "Phänomenologie des Geistes", vollendet. Hegel war nun für einige Zeit Redakteur, dann Rektor eines Gymnasiums in Nürnberg. Hier vollendete er sein zweites großes Werk, die "Wissenschaft der Logik" in drei Bänden (1812/16). Das Werk trug ihm einen Ruf auf den philosophischen Lehrstuhl in Heidelberg ein. Dort schrieb Hegel die "Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften"(1817). 5 Im folgenden Jahre rief man ihn nach Berlin. Der preußische Staat hatte Hegel schon lange angezogen. In seiner Antrittsrede betonte er, dass Preußen durch sein geistiges Übergewicht sich Staaten gleichgestellt habe, die ihm äußerlich überlegen waren. Hegel gelangte in Berlin zu größtem Ansehen und Einfluß. Seine Vorlesungen, obwohl sein Vortrag unvollkommen und stockend war, zogen führende Männer des Staates in ihren Bann. Hegel wurde "preußischer Staatsphilosoph" und das anerkannte Oberhaupt der deutschen Philosophie. 6
4 Metzler, J.B.: Philosophen, Metzler Verlag, Stuttgart 2004, S. 75-76.
5 Ebd., S. 80-81.
6 Heintel, Peter: Hegel - Der letzte universelle Philosoph., Musterschmidt-Verlag, Göttingen 1970, S.79-80.
2
Arbeit zitieren:
Gerald Rabe, 2006, Hegels dialektischer Geschichtsaufriss, München, GRIN Verlag GmbH
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