Inhaltsübersicht Seite
1. Einleitung 1
2. Historischer Kontext 2
3. Personen 3
- Herbert Marcuse
- Oskar Negt
4. Gewalt in der Dritten Welt 5
4.1. Theoretische Ansätze in der Beziehung Zur Dritten Welt 6
5. Gewalt in den Metropolen 7
6. Fazit 10
7. Literaturliste 11
II
1. Einleitung
„Kein Land der europäischen Zivilisation hat, im gesellschaftlichen Binnenverhältnis nicht weniger als in kriegerischen Expeditionen nach außen, eine so stark mit sozialpsychologischen Mechanismen von Schuld und Abwehr versetzte Gewalterfahrung wie Deutschland. So erweist sich der 68 weltweit angestoßene Gewaltdiskurs in diesem Lande als besonders kompliziert.“ 1
„Im Wohlstand einer autoritären Leistungsgesellschaft hatten sich Lebensregeln institutionalisiert, die sich auf eine verlässliche und breite Folgebereitschaft in der gründeten.“ 2 Bevölkerung Nach zwei Jahrzehnten des gesellschaftlichen
Neuordnungsprozesses treten Gruppen der Opposition in die Öffentlichkeit, die den geschaffenen Gesellschaftsvertrag aufkündigen und mit massivem Druck mehr und anderes verlangen, als sie verdienen oder was für sie vorgesehen ist. 3 Es ist möglich, die Studentenopposition als Kern einer Umwälzung zu betrachten, die versucht, Schichten zu mobilisieren, welche aufgrund ihrer Stellung im gesellschaftlichen Produktionsprozess, eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion einer freien Gesellschaft spielen können. 4 „Kein Thema kennzeichnet deutlicher die atmosphärischen Veränderungen der bundesrepublikanischen Gesellschaft zur Zeit der außerparlamentarischen Proteste als das der Gewalt.“ 5
In dieser Seminararbeit werde ich mich mit der Gewaltdiskussion in Deutschland unter dem besonderen Aspekt „Gewalt in der Dritten Welt und in den Metropolen“ auseinandersetzen. Dabei werde ich auf aufgestellte Theorien von Herbert Marcuse und Oskar Negt, welche ich zu Beginn der Arbeit vorstelle, eingehen und ihre Wirkung auf die 68´ Studentenbewegung darstellen. Wie stellten sich der historische Kontext zu dieser Zeit dar, und welchen Einfluß hatte dieser auf die Oppositionsbewegung? Wie sahen Oppositionsführer wie Rudi Dutschke die Gewaltdiskussion in Deutschland? Dabei wird unterschieden zwischen der „Gewalt in der Dritten Welt“ und der „Gewalt in den Metropolen“. Am Ende der Seminararbeit werde ich ein Fazit ziehen und die herausgearbeiteten Fakten zusammenfassen.
1 Vgl. Negt, Oskar: Achtundsechzig. Politische Intellektuelle und die Macht., Göttingen, 1995, S. 49.
2 Vgl. ebd., S. 58.
3 Ebd., S. 58.
4 Marcuse, Herbert: Das Ende der Utopie. Vorträge und Diskussionen in Berlin 1967, Frankfurt, 1980, S. 62.
5 Vgl. Negt, Oskar: Achtundsechzig. Politische Intellektuelle und die Macht., Göttingen, 1995, S. 58.
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2. Historischer Kontext
Seit Mitte der 1960er Jahre entstand eine weltweite Bewegung, welche deutlich studentisch dominiert war und deswegen auch Studentenbewegung genannt wurde. Diese protestierten gegen die überkommenen kulturellen, politischen und sozialen Verhältnisse und Normen. Keimzellen der Studentenbewegung in Deutschland waren an zahlreichen Universitäten bemerkbar, auffällig war die 1963 gegründete Gruppe Subversive Aktion oder die Kommune 1. Seit 1967 entstand, verursacht durch die Restauration der Nachkriegs-Fünfziger-Jahre und die Große Koalition (ohne eine einflussreiche Opposition innerhalb des Bundestages), unter der Führung des Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) die außerparlamentarische Opposition (APO). 6
Um das Aufkommen der Gewaltdiskussion in der studentischen Opposition besser analysieren zu können, muss der historische Kontext im Vorfeld betrachtet werden. Dabei spielen verschiedene Faktoren im innen- und außenpolitischen Bereich eine wesentliche Rolle. Nachdem Bundespräsident Heinrich Lübke das Rücktrittsgesuch Ludwig Erhards am 1. Dezember 1966 angenommen hatte, wurde noch am Vormittag Kurt Georg Kiesinger vom Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt. Er konnte sich erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auf eine Koalitionsmehrheit der beiden größten Parteien CDU/CSU und SPD stützen, die gemeinsam die wirtschaftlichen Probleme des Landes lösen wollten. Dies war nur mit Steuererhöhungen möglich, der Lösung, an der die alte Koalition schon zerbrochen war. 7 Ein weiterer entscheidender Aspekt war der Staatsbesuch des persischen Herrscherpaares Schah Mohammed Reza Pahlewi und Farah Pahlewi vom 27. Mai bis zum 04. Juni 1967 in Deutschland. Der orientalische Glanz des Auftritts wurde von schweren Zwischenfällen an fast allen Stätten des Schahbesuchs überschattet, die ihren Höhepunkt am 2. Juni in Berlin erreichten, als bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten 60 Personen verletzt wurden und der Student Benno Ohnesorg von einem Kriminalbeamten - angeblich aus Notwehr - erschossen wurde. Das Geschehen führte zu einer Welle von Protestaktionen in allen deutschen Universitätsstädten. 8
6 Wolff, Frank/Windaus, Eberhard (Hrsg.): Studentenbewegung 1967-69. Protokolle und Materialien, Frankfurt
a. M. 1977, S. 9-22.
7 Beier/Hinz/Hünermann/Kruse/Willmann: Chronik des 20. Jahrhunderts., Chronik Verlag, Gütersloh 1994, S.
973.
8 Ebd., S. 980.
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Arbeit zitieren:
Gerald Rabe, 2006, Gewalt in der Dritten Welt und in den Metropolen, München, GRIN Verlag GmbH
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