Institut für Donauraum und Mitteleuropa
Balkanlehrgang – WS 05/06
Modul 5: „Der Balkan im europäischen Kontext“
Essay
Kritische Analyse des Terminus
Neue Kriege
eingereicht von:
Paul Swoboda
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ... 2
1 Einleitung ... 3
2 Zur Definition der neuen Kriege ... 3
2.1. Die „klassischen“ Kriege ... 3
2.2. Die neuen Kriege ... 4
3 Bezug zu den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien ... 7
2.1. Der „10-Tage“ Krieg um die Unabhängigkeit Sloweniens ... 7
2.2. Der Krieg in Kroatien ... 8
2.3. Der Krieg in Bosnien ... 9
2.4. Die Kämpfe im Kosovo ... 10
4 Ein Kritik des Begriffs der „neuen Kriege“ ... 12
3.1. Trennschärfe und Nützlichkeit ... 12
3.2. Die neuen Kriege als qualitatives Kriterium ... 13
5 Die neuen Kriege als Kriege ... 15
Bibliographie ... 18
1 Einleitung
Ein Begriff der im Diskurs um die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und anderer Konflikte seit dem Ende des zweiten Weltkriegs immer wieder ins Spiel gebracht wird ist der der neuen Kriege. Wir wollen in diesem Essay versuchen diesen Begriff zu fassen und versuchen zu klären, was neu an diesen neuen Kriegen ist. Dabei wollen wir insbesondere auf die bewaffneten Konflikte im ehemaligen Jugoslawien eingehen. Schließlich wollen wir untersuchen, ob dieser Begriff im aktuellen Diskurs nützlich ist und inwiefern er sich gegen die klassischen Kriege abgrenzen lässt.
2 Zur Definition der neuen Kriege
2.1. Die „klassischen“ Kriege
Um uns an den Terminus der neuen Kriege anzunähern, erscheint es sinnvoll, zuerst das Phänomen der herkömmlichen, bzw. „klassischen Kriege“ zu besprechen, um dann feststellen zu können, was an den neuen Kriegen eigentlich neu ist. Folgende einfache Definition sollte dabei für unsere Zwecke wohl ausreichend sein: „Krieg ist ein unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffengewalt ausgetragener Konflikt unter Beteiligung von Staaten oder planmäßig vorgehenden, bewaffneten nichtstaatlichen Kollektiven.“1
Es handelt sich also bei Krieg um eine bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Staaten oder pseudostaatlichen Kollektiven mit Staatlichkeitsanspruch. Aufgrund der Stellung des Staates bzw. der Staaten in der bewaffneten Auseinandersetzung kann man folgende Ausprägungen des Krieges unterscheiden:
· Der zwischenstaatliche Krieg: Hierbei bekriegen sich zwei oder mehrere souveräne Staaten um ihre Ziele (Gebietsgewinne, etc…) zu erreichen.
· Der Bürgerkrieg: Hierbei kommt es zur bewaffneten Auseinandersetzung zwischen einer oder mehreren Bevölkerungsgruppen und der Staatsgewaltoder anderen Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel, die Macht im Staat an sich zu ziehen oder zu verteidigen.
· Der Unabhängigkeitskrieg oder Sezessionskrieg: Hierbei kommt es zur bewaffneten Auseinandersetzung zwischen einer Bevölkerungsgruppe und der zentralen Staatsgewalt mit dem Ziel, die Macht über einen Teils des Staates an sich zu ziehen und diesen unabhängig vom Zentralstaat zu machen.
Die Kriegsführung ist durch das Völkerrecht geregelt. So sind z.B. das Genfer Abkommen, die Haager Landfriedensordnung und die UN-Charta wesentliche Bestandteile dieses Kriegsvölkerrechts. Die wesentlichsten Regeln betreffen wohl den Beginn des Krieges und sein Ende, den Umgang mit Gefangenen und Verwundeten und den Umgang mit der Zivilbevölkerung.
2.2. Die neuen Kriege
Die im Folgenden gebrachte Definition der neuen Kriege stützt sich im Wesentlichen auf Herfried Münkler. 2 Zuerst müssen wir aber – um Missverständnissen vorzubeugen – klären, was wir unter neu in der Bezeichnung neue Kriege verstehen wollen. Alle die Aspekte, die wir im Folgenden als charakteristisch für die neuen Kriege beschreiben werden, sind nicht neu an sich, sondern es handelt sich vielmehr um „eine Wiederkehr des ganz Alten.“3 Das Attribut neu soll vielmehr zur Abgrenzung gegen den klassischen Staatenkrieg des 19. und 20. Jahrhunderts dienen. Es soll also ein Phänomen beschreiben, das seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer häufiger auftritt und sich von diesen klassischen Kriegen unterscheiden lässt.
[...]
1 Vgl. www.wikipipedia.de.
2 Vgl. Herfried Münkler: Die neuen Kriege. Reinbek 2002. Die Erklärungen wurden auf die Kriege im ehemaligen Jugoslawien angepasst.
3 Ebd., S. 9.
Quote paper:
Mag. rer. soc. oec. et phil. Paul Swoboda, 2006, Kritische Analyse des Terminus 'Neue Kriege', Munich, GRIN Publishing GmbH
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Zu: Die neuen Kriege von Herfried Münkler, 2002
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