Bruchgleichungen mit Variablen im Nenner
von
Andreas Wolf
Studienseminar für berufliche Schulen in Wiesbaden
Unterrichtsskizze zum ersten Unterrichtsbesuch im Unterrichtsfach Mathematik
Thema der Unterrichtsreihe: Lineare Gleichungen und Ungleichungen
Thema der Unterrichtsstunde: Bruchgleichungen mit Variablen im Nenner
Schulform: Berufsfachschule
Klasse: 10 BF e
Fach: Mathematik
Datum: 09.03.2005
Uhrzeit: 08.30 – 09.15 Uhr (2. Unterrichtsstunde)
Raum: 212
Eingereicht von: Andreas Wolf
1. Lehr- und Lernbedingungen
Die besuchte Unterrichtsstunde findet am 09.03.2005 von 08.30 – 09.15 Uhr in der zweijährigen Berufsfachschule in der Klasse 10 e statt, in der ich pro Woche drei Stunden doppelt besetzt Mathematik unterrichte.
Die Berufsfachschule mit dem Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung vermittelt neben allgemeiner Bildung eine breit angelegte kaufmännische Grundbildung. Sie verbindet die Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt mit dem Erwerb eines dem mittleren Bildungsabschlusses gleichwertigen Abschlusses. Zugangsvoraussetzung ist der Hauptschulabschluss mit mindestens befriedigenden Leistungen in zwei der drei Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sowie mit im Durchschnitt mindestens befriedigenden Leistungen in allen übrigen Fächern. Der erfolgreiche Abschluss der vollzeitschulischen Ausbildung ist Voraussetzung für die Aufnahme in weiterführende Schulen und für die Anrechnung als erstes Jahr der Berufsausbildung in bestimmten kaufmännischen Ausbildungsberufen.
Die SchülerInnen der Klasse 10 BF e haben im zweiten Schulhalbjahr 2004/2005 montags von der fünften bis zur neunten, donnerstags von der sechsten bis zur neunten und dienstags, mittwochs bzw. freitags die ersten acht, also insgesamt 33 Stunden Unterricht. Sie werden von elf Lehrern in insgesamt zwölf allgemein bildenden und kaufmännischen Fächern betreut. Ihre Klassenlehrerin ist Frau S..
Die Klasse 10 BF e wurde neben anderen vier Berufsfachschulklassen zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 neu gebildet. Wie mir ein Kollege mitteilte, waren ursprünglich nur vier neue Berufsfachschulklassen geplant. In der 10 BF e kamen alle Spätbewerber zusammen, größtenteils vermutlich, weil sie keine Ausbildungsstelle oder keinen Arbeitsplatz bekommen haben und ihrer Berufsschulpflicht nachkommen müssen. Die zwölf Schüler und zwölf Schülerinnen sind zwischen 15 und 19 Jahre alt. Eine Schülerin besuchte zuvor das Berufsgrundbildungsjahr an der X-Schule, alle anderen wechselten von unterschiedlichen Schulen auf die Berufsfachschule der X. Da das Einzugsgebiet der X relativ groß ist, kommen die SchülerInnen aus vielen verschiedenen Dörfern und Städten. Die Anfahrtswege für die SchülerInnen der Klasse 10 BF e sind bis zu 30 km lang, sie können die Schule aber dennoch relativ gut mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Das durch die unterschiedlichen Herkunftsorte und –schulen heterogene Bild wird durch die vielfältigen in der Klasse vertretenen Nationalitäten ausgeweitet. Knapp die Hälfte der Schüler stammt aus Deutschland, die andere Hälfte aus Ländern wie Marokko, Tunesien, Syrien, Kasachstan, Russland, der Türkei und Portugal. Obwohl viele wie beschrieben außerhalb von Deutschland geboren sind, sprechen sie fließend deutsch.
Durch das Hospitieren in Parallelklassen konnte ich feststellen, dass das Lerntempo sowie das Leistungsniveau der Klasse 10 BF e vergleichsweise gering ist. Dennoch fiel die letzte Klassenarbeit, die mein Mentor identisch in einer Parallelklasse schreiben ließ, besser als in der Parallelklasse aus, wenn auch mit einem Notendurchschnitt von 3,71. Die Klassenarbeit bestätigte die großen Leistungsunterschiede innerhalb der Klasse zwischen den SchülerInnen. Die auch im Unterricht durch mündliche Beiträge hervorgetretenen SchülerInnen konnten ihre Leistungen in der Arbeit untermauern. Zehn der 24 SchülerInnen schnitten in der Klassenarbeit schlechter als vier ab. Im Unterricht fallen diese Schüler durch starkes Desinteresse auf. Entweder erscheinen sie sowieso nur sporadisch im Unterricht, haben keine Stifte, Bücher oder sonstige Materialien dabei oder weigern sich, sich in irgendeiner Weise am Unterricht zu beteiligen oder Aufgaben, Lösungsschritte bzw. Ergebnisse aufzuzeichnen. Teilweise fehlen bis zu 60 % der Schüler dieser Klasse, sodass ein kontinuierlicher und stetiger Lernprozess beinahe unmöglich ist. Da auch Hausaufgaben nur von einem kleinen Teil der Klasse angegangen wurden, bin ich dazu übergegangen, Hausaufgaben zu kontrollieren. Um Anreize zu schaffen, in den Unterricht zu kommen bzw. die Hausaufgaben auch dann zu machen, wenn man in der vorherigen Stunde nicht da war, notiere ich mir nicht die SchülerInnen, die die Hausaufgaben nicht gemacht haben, sondern verteile Pluspunkte an die SchülerInnen, die zum einen ihre Hausaufgaben gemacht haben und dazu noch pünktlich zum Unterricht erschienen sind. Diese Maßnahme scheint zu fruchten. Seit ihrer Bekanntgabe vor zwei Wochen fehlten maximal drei SchülerInnen pro Unterrichtseinheit. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
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Andreas Wolf, 2005, Bruchgleichungen mit Variablen im Nenner, Munich, GRIN Publishing GmbH
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