Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Das mittelalterliche Frauenbild 2
3. Die rechtliche Stellung der Frau 3
4. Hochzeit und Ehe der Frau im Mittelalter
4.1 Das Arrangieren der Ehe 5
4.2 Die mittelalterliche Hochzeit 6
4.3 Eheleben und Scheidung 7
4.4 Die Witwe 8
5. Die Frau in der Kirche
5.1 Der Eintritt ins Kloster 9
5.2 Das klösterliche Leben 10
5.3 Äbtissinnen und Priorinnen 11
5.4 Die klösterliche Bildung und Disziplin 11
6. Die Frau in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten
6.1 Die Lady
6.1.1 Die Bedeutung der Lady 12
6.1.2 Die Bildung der Lady 14
6.2 Die Bäuerin 14
6.3 Die Städterin
6.3.1 Die Ehe in der Stadt 15
6.3.2 Arbeitende Frauen in der Stadt 15
6.3.3 Prostitution 17
7. Schluss 18
Anhang I - IX
Literaturverzeichnis
1
1. Einleitung
Das Leben der Frau im Mittelalter ist ein Thema, das heute viele Historiker beschäftigt. Allerdings ist die Suche nach objektiven Informationen schwierig, da das Quellenmaterial über Frauen im Mittelalter nicht sehr umfangreich ist und meist eine männliche Sichtweise repräsentiert. Zwar ist das Leben der adligen Frauen größtenteils überliefert, über nichtadlige Frauen ist jedoch sehr viel weniger bekannt. Somit gibt es keine eindeutigen Quellen, die das Leben der Frauen aller Stände belegen. Darüber hinaus gibt es nur wenige Quellen darüber, wie Frauen im Mittelalter ihre Situation selbst erkannt und erlebt haben, denn Frauen haben ihre Leben meist nicht schriftlich festgehalten. … women write not in black ink but in white milk. She was more likely to record history in cloth than upon parchment. Her story is the unexamined, seemingly wrong side, of the arras of history. Her chronicle was more likely to have been told to the baby in the cradle and to the family at the hearth, and to have been woven at the loom and embroidered with the needle, than it was to be inscribed with quills upon parchment and with chisels upon stone. 1
Die folgende Arbeit wird sich hauptsächlich mit der Stellung der Frau in England im ausgehenden 14. Jahrhundert beschäftigen. Diese Zeit des Spätmittelalters war geprägt durch das Wachsen und Ausdehnen von Städten. Außerdem sorgten Pestepidemien seit 1348 für eine Reduzierung der Bevölkerung, sodass jede Arbeitskraft benötigt wurde. 2 Betrachtet man das Leben der Frau, ist es jedoch schwierig, genaue zeitliche Abgrenzungen zu finden, da Entwicklungen meist nicht abrupt, sondern kontinuierlich verliefen. Daher wird diese Arbeit einen allgemeinen Überblick über bestimmte Aspekte der Frau im Mittelalter geben und dabei immer wieder auf die Situation im 14. Jahrhundert verweisen.
In einem ersten Teil dieser Arbeit wird das mittelalterliche Frauenbild vorgestellt, das größtenteils durch die Ideen der Kirche geprägt war. Danach wird die rechtliche Stellung der Frau erläutert. In einem dritten Teil wird auf die Stellung der Frauen in der Ehe eingegangen, wobei dabei vier Aspekte hervorgehoben werden: das Arrangieren der Ehe, die mittelalterliche Hochzeit, Eheleben und Scheidung und das Leben als Witwe. Der folgende Teil beschäftigt sich dann mit Frauen in der Kirche und insbesondere im Kloster. Der Eintritt ins Kloster wird dabei ebenso behandelt wie das klösterliche Leben, der Einfluss von Äbtissinnen und Priorinnen sowie die Bedeutung des Klosters als Bildungsstätte. Der letzte Teil dieser Arbeit erörtert schließlich die Stellung der Frau in den verschiedenen gesellschaftlichen Schichten. Dabei werden zuerst sowohl die Bedeutung
1 Julia Bolton Holloway. Equally in God’s Image - Women in the Middle Ages. New York: Peter Lang Publishing, 1990, S. 8.
2 Vgl. Mavis E. Mate. Women in Medieval English Society. Cambridge: CUP, 1999, S. 27.
2
der Lady für die mittelalterliche Feudalgesellschaft erläutert als auch ihre Bildungsmöglichkeiten aufgezeigt. Auf die Beschreibung des Lebens der Bauersfrauen folgt die Stellung der Städterin. Die Ehe in der Stadt wird ebenso beschrieben wie das Leben der arbeitenden Frauen. In einem letzten Punkt wird dann auf die im Spätmittelalter immer weiter anwachsende Prostitution hingewiesen.
2. Das mittelalterliche Frauenbild
„Das Frauenbild der Kirche ist durch frauenfeindliche und diffamierende Schilderungen gekennzeichnet.“ 3 Die Minderwertigkeit der Frau im Vergleich zum Mann wurde von der Bibel hergeleitet, denn Eva wurde nur aus der wenig wertvollen Rippe Adams geschaffen und nicht aus dessen Kopf oder Herz. Da es ihr daher an Herz und Verstand fehlte, konnte nur die Frau dazu verführt werden, die Frucht des verbotenen Baumes im Paradies zu kosten. Der Frau wurde also die Erbsünde vorgeworfen. Die Kirche sah die Frau als den Grund an, warum die Menschheit aus dem Paradies verbannt wurde. 4 Daraus entwickelte sich ein Bild, dass die Frau als Instrument des Teufels, als gleichzeitig minderwertig und böse ansah. 5
Andererseits war das Frauenbild aber ebenso geprägt durch die Verehrung von Maria, der Mutter Christi. Es entwickelte sich ein Kult um ihre Person, der bis zum Ende des Mittelalters anhielt. Pilgerfahrten zu Marienschreinen fanden statt und viele Kirchen und Kathedralen erbauten Marienkapellen. 6 Das Frauenbild der Kirche war also zwiespältig. Frauen wurden folglich entweder als sündig angesehen oder sie wurden auf ein kaum erreichbares Podest gehoben. „Die negative und positive Vorstellung der Frau wurden durch Eva als Mutter der Sünde und der Jungfrau Maria als Mutter Gottes verkörpert.“ 7 Eine weitere Begründung für die Minderwertigkeit der Frau wurde durch die 4-Elemente-Theorie des Hippokrates hergeleitet. Aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft, Erde ergeben sich die Eigenschaften warm, feucht, kalt, trocken. Im Mittelalter wurden Männer als warm und trocken angesehen; Frauen dagegen als kalt und feucht. Daraus resultierte laut der mittelalterlichen Sichtweise die physiologische und moralische Unterlegenheit von Frauen gegenüber Männern. 8
3 http://www.frauenjournal.de/artikel1.htm.
4 Vgl. http://www.frauenjournal.de/artikel1.htm, siehe auch Anhang I.
5 Vgl. Eileen Power. Medieval Women. Cambridge: CUP, 1975, S. 14.
6 Vgl. Power, S. 19.
7 http://pflege.klinikum-grosshadern.de/campus/berufsku/hexe/hexe.html.
8 Vgl. Henrietta Leyser. Medieval Women - A Social History of Women in England 450-1500. London: Phoenix Press, 2003 5 , S. 97.
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Die katholische Theologie des Thomas von Aquin verschärfte diese Minderwertigkeit. Dieser vertrat die Theorie, dass jeder Mann eigentlich männliche Kinder zeugen müsste. Nur durch widrige Umstände konnte ein Mädchen gezeugt werden. Die Frau wurde also als etwas Mangelhaftes und Verunglücktes angesehen - als eine biologische Fehlentwicklung. Im Mittelalter wurde die Geburt eines Mädchens daher als „Strafe Gottes“ angesehen. 9 „The female is understood to be the result of defective generation and is, as it were, a deformed male. Since she is imperfect, it is natural that man should rule over woman.” 10
Diese Unterwerfung der Frau wurde schon durch den Apostel Paulus im Neuen Testament erläutert, der an eine hierarchische Ordnung glaubte, die von Gott über Christus zum Mann und letztendlich zur Frau führte.
„But I want you to know that the head of every man is Christ: the head of woman, man: just as the head of Christ is God“ (I Cor. 11:3). “Wives, be subject to your husband as to the Lord; for the man is the head of the woman, just as Christ is the head of the church” (Eph. 5:22 - 23) 11
Von Frauen wurde erwartet, dass sie entweder heirateten oder ins Kloster eintraten. Der Wert der Frau wurde an ihrem Familienstand gemessen. Ledige Frauen galten als gottgefällig, da die Jungfräulichkeit als ein Ersatz für die Priesterschaft gesehen wurde und daher hoch angesehen war. Ehefrauen und Mütter wurden als wertvoll und respektabel angesehen.
Das Frauenbild im Mittelalter änderte sich auch nicht durch die vielen intelligenten und politisch hochbegabten Frauen wie zum Beispiel Eleonore von Aquitanien, Jeanne d’Arc oder Hildegard von Bingen.
3. Die rechtliche Stellung der Frau
In der Regel war die Frau finanziell vom Mann abhängig und auf dessen Schutz angewiesen. Somit war die Frau dem Mann untergeordnet. Die Tätigkeit der Frauen beschränkte sich oftmals auf den häuslichen Bereich, denn im Mittelalter waren Frauen von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. 12
Vor Gericht durfte die Frau nicht selbst auftreten, sondern ein Mann musste für sie sprechen. Sie musste außerdem mehr Zeugen vor Gericht vorweisen, um ihre Unschuld zu
9 http://pflege.klinikum-grosshadern.de/campus/berufsku/hexe/hexe.html.
10 Jennifer Carpenter. Power of the Weak - Studies on Medieval Women. Urbana: University of Illinois Press, 1995, S. 4.
11 Carpenter, S. 5.
12 Vgl. Jennifer Lawler. Encyclopedia of Women in the Middle Ages. Jefferson: McFarland, 2001, S. 5.
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bezeugen. Während ein Mann nur sechs Zeugen brauchte, benötigte eine Frau 36. 13 Es gab unterschiedliche Gesetze für Männer und Frauen, denn Frauen wurden für die gleichen Verbrechen oft härter bestraft. Brachte eine Frau ihren Mann um, so wurde sie wegen Verrats zum Tode verurteilt, da ihr Ehemann als ihr Herr angesehen wurde. Tötete ein Mann seine Ehefrau, so konnte er, wenn er reich war, ein königliches Pardon erkaufen und wurde somit überhaupt nicht bestraft. 14
Andererseits konnte eine verheiratete Frau aber auch von Verbrechen freigesprochen werden, wenn sie es schaffte zu beweisen, dass ihr Mann, dem sie zu Gehorsam verpflichtet war, sie zu der Tat gezwungen hatte. Außerdem konnte eine Schwangerschaft verhindern oder wenigstens hinauszögern, dass eine Frau zum Tode verurteilt wurde, da es illegal war, ein ungeborenes Kind zu töten. 15
Frauen, die Opfer von Verbrechen geworden waren, wurden meist weniger entschädigt. Es gab auch Unterschiede bei der Entschädigung von verheirateten und unverheirateten Frauen. Wurde eine verheiratete Frau vergewaltigt, dann erhielt der Ehemann eine Geldstrafe vom Täter. Für eine unverheiratete Frau musste eine geringere Geldstrafe gezahlt werden. Wenn es keine Zeugen für die Vergewaltigung gab, wurde angenommen, dass sie nicht stattgefunden hatte. In vielen Gebieten wurde die Vergewaltigung nicht als Verbrechen behandelt, wenn der Mann danach einwilligte, die Frau zu heiraten. 16 Wenn eine Frau vergewaltigt wurde, so wurde ihr von Seiten der Kirche die Schuld zugewiesen. Ebenso wie der Mann wurde auch sie bestraft. 17 Die Mediävistin Rebecca Gablé beschreibt eine solche Situation, in der eine vergewaltigte und dadurch schwanger gewordene Frau Rat bei einem Priester sucht, in ihrem historischen Roman „Der König der purpurnen Stadt“:
Dann sagte die warme Stimme des Priesters: „Dir ist ein großes Unrecht widerfahren.“ Sie kniff die Augen zu und versuchte, den Kloß in ihrer Kehle hinunterzuwürgen. „Ja, Vater, was soll ich nur tun?“
„Nun, das Wichtigste scheint mir zu sein, dass du erst einmal erkennst, dass es deine eigene Schuld ist.“
Sie riss die Augen auf und starrte den Vorhang ungläubig an. „Bitte? Aber … wieso?“ „Weil du eine Tochter Evas bist. Alle Frauen sind sündig, mein Kind, auch du. Und ehe du das nicht einsiehst, kannst du deine Verfehlungen nicht bereuen. Ehe du sie nicht bereust, wird Gott dir nicht vergeben.“
Annot atmete tief durch: „Ich bin nicht gekommen, um Vergebung für eine Sünde zu erbitten, die ich nicht begangen habe, Vater. Ich suche Rat.
13 Vgl. Marty Williams & Anne Echols. Between Pit and Pedestal - Women in the Middle Ages. Princeton:
Markus Wiener Publishers, 1994, S. 159.
14 Vgl. Williams, S. 159.
15 Vgl. Williams, S. 159.
16 Dieser Abschnitt fußt auf: Lawler, S. 101.
17 Vgl. Lawler, S. 100.
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„Da siehst du, wie verstockt du bist. Geh in dich. Gib zu, dass du dem Kaufmann schöne Augen gemacht hast. Vermutlich hast du gehofft, er werde seine kinderlose Frau fortschicken und stattdessen dich nehmen.“ 18
Mit dem Tod des Ehemannes wurde die Frau meist finanziell und rechtlich unabhängiger. Außerdem verbesserte sich im 14. und 15. Jahrhundert die rechtliche Stellung der Frau zunehmend, denn sie hatte einen größeren Anspruch auf die Besitztümer ihres Mannes und konnte selbst Besitztümer haben. 19
4. Hochzeit und Ehe der Frau im Mittelalter
4.1 Das Arrangieren der Ehe
Im Mittelalter war die Ehe aus weltlicher Sicht eine Funktionsgemeinschaft, die durch Rechte und Pflichten geregelt war. Folglich wurde die Ehe in der mittelalterlichen Gesellschaft als Geschäftsangelegenheit angesehen. Innerhalb der Feudalgesellschaft wurde die Ehe Mittel zur Macht- und Bündnispolitik und somit zu einer Möglichkeit, Besitz und Macht zu erweitern. 20
Frauen konnten ihren Partner in der Regel nicht selbst auswählen. Die Ehe wurde durch die Eltern arrangiert, die dabei auf politischen, wirtschaftlichen oder sozialen Aufstieg ihrer Kinder bedacht waren. „Among the gentry and wealthy urban families marrying above one’s status was a primary goal, but wedding a person of lower rank was viewed with disdain.” 21 Die einzige Alternative zur Ehe war für adlige Frauen der Eintritt in ein Kloster. Obwohl Frauen offiziell das Recht hatten, gegen die Wahl ihres Ehepartners zu protestieren, wehrten sich viel jedoch nicht gegen die Wahl ihrer Eltern, denn einerseits waren sie darauf vorbereitet worden, eine arrangierte Ehe zu erwarten und andererseits waren sie es gewöhnt, ihren Eltern zu gehorchen. 22
Frauen wurden meist im Alter zwischen 14 und 16 Jahren verheiratet und Verlöbnisse wurden oft schon beschlossen, wenn die Frau 7 Jahre alt war 23 . In hohen Kreisen und in Herrscherhäusern wurden Verlöbnisse sogar oft schon bei der Geburt der Kinder geschlossen. So beschreibt Rebecca Gablé im Folgenden die Geburt von Isabella, Tochter des englischen Königs Edward III:
18 Rebecca Gablé. Der König der Purpurnen Stadt. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2002, S. 73-74.
19 Vgl. Lawler, S. 81.
20 http://www.frauenjournal.de/artikel1.htm.
21 Williams, S. 71.
22 Vgl. Williams, S. 76.
23 Vgl. Angela M Lucas. Women in the Middle Ages - Religion, Marriage and Letters. Brighton: The Harvester Press, 1983, S. 89.
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Philippa hatte eine Prinzessin zur Welt gebracht, die zu Ehren der Königinmutter auf den Namen Isabella getauft worden war. Natürlich wäre ein zweiter Prinz allen lieber gewesen, doch die allgemeine Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Edward, der zweijährige Thronfolger, war ein kerngesunder, pausbackiger Junge; es bestand kein Grund, um sein Leben zu bangen. Und da die Königin von Kastilien vor kurzem einen Infanten geboren hatte, riet Erzbischof Stratford, der erfahrene Chancellor, dem König, einen Boten nach Kastilien zu schicken und eine Ehe zwischen der kleinen Isabella und Prinz Pedro zu vermitteln, ehe irgendein anderer Herrscher auf dem Kontinent ihm zuvorkam. 24
Diese frühen Verlöbnisse und Hochzeiten lagen vor allem an der geringen Lebenserwartung einer Frau im Spätmittelalter, denn das durchschnittliche Lebensalter der Frau lag bei ca. 30 Jahren 25 . Eine hohe Sterberate ergab sich durch die Gefahren, die sich eine Frau bei Schwangerschaft und Geburt ausgesetzt sah. Kinderverlöbnisse sowie Ehen zwischen Partnern mit hohem Alterunterschied waren üblich. Durch die frühe Verheiratung der Frau wurde ihr jegliche Möglichkeit genommen, unabhängig zu werden, denn sie ging von der Obhut des Vaters direkt in die Obhut des Ehemannes über. 26
4.2 Die mittelalterliche Hochzeit 27
Ursprünglich war die Ehe eine rein weltliche Angelegenheit ohne Mitwirkung der Kirche, denn von der Kirche wurde die Ehe als minderwertig angesehen. Dies wurde mit dem Scheitern der Paradiesehe gerechtfertigt. Im Hochmittelalter wurden dann bestimmte Heiratsregeln durch die Kirche festgelegt. Die Ehe wurde zum Sakrament. Außerdem wurde die Konsensehe als ideale Form der Ehe, in der beide Partner ihr Einverständnis geben sollten, eingeführt. Diese setzte sich allerdings nur sehr langsam durch. 28 Im Folgenden sollen einige Ausschnitte aus „Der König der Purpurnen Stadt“ die wichtigsten Abläufe und Besonderheiten einer mittelalterlichen Hochzeit dokumentieren. Die Trauung des Brautpaares fand vor der Kirche an der Kirchentür statt. Als das schlichte Westportal der großen Kirche von All Hallows sich quietschend öffnete und Vater Rufus heraustrat, nahm Jonas seine Braut bei der Hand und führte sie zur Kirchentür. Vor dem Priester blieben sie stehen. 29
Während der Zeremonie fragte der Priester die Anwesenden nach Gründen, die die Eheschließung verhindern könnten.
Sollte einem von euch ein Hindernis bekannt sein, das diesen Bund verbietet, wie etwa ein früheres Verlöbnis, eine Eheschließung oder die Exkommunizierung der Braut oder des Bräutigams, dann möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen. 30
24 Gablé, S. 262.
25 Edith Ennen. Frauen im Mittelalter. München: C.H. Beck, 1984, S. 143-146.
26 Vgl. Lucas, S. 85-86.
27 Siehe Anhang II.
28 Vgl. Leyser, S. 106.
29 Gablé, S. 429.
30 Gablé, S. 430.
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MA Simone Petry, 2005, Zur Stellung der Frau in England im ausgehenden 14. Jahrhundert , München, GRIN Verlag GmbH
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