Inhaltsübersicht
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
1
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 1
1.2 Vorgehen und Gliederung der Arbeit 3
3
2. Net Investments in Foreign Entities
2.1 Definition 3
2.2 Die Ursache der Umrechungsdifferenz 8
Hedging und Hedging-Instrumente für Net Investments in Foreign Entities 9
3.
3.1 Motivation für Hedging-Aktivitäten 9
3.2 Grundlagen des Hedging 11
3.2.1 Definition 11
Hedging-Instrument 3.2.2 13
3.3 Die Hedging-Methoden für Net Investments mit originären und
derivativen Finanzinstrumenten 14
3.3.1 Das Hedging mit originären Finanzinstrumenten 14
Das Hedging mit derivativen Finanzinstrumenten 3.3.2 15
3.3.2.1 Devisenforward/-future 17
3.3.2.2 Währungsswap 18
3.3.2.3 Devisenoption 19
3.3.3 Bilanzierung der Hedging-Instrumente und
des Net Investment 21
3.3.3.1 Bilanzierung beim Einsatz von
originären Finanzinstrumenten 21
3.3.3.2 Bilanzierung beim Einsatz von
derivativen Finanzinstrumenten 21
22
4. Hedge-Accounting von Net Investments in eine Foreign Entity
Grundlagen des Hedge-Accounting 4.1 22
4.1.1 Definition 22
4.1.2 Zielsetzung 24
I
Voraussetzungen für die Anwendung des Hedge-Accounting 4.2 25
Hedged-Item 4.2.1 26
4.2.2 Zusätzliche Anforderungen an das Hedging-Instrument
im Rahmen des Hedge-Accounting 27
4.2.3 Anforderungen an eine Hedge-Beziehung zur Durchführung
des Hedge-Accounting 28
4.2.3.1 Dokumentation und Designation 28
Effektivität 4.2.3.2 30
4.2.3.3 Messbarkeit der Effektitvität 31
4.2.3.4 Zeitpunkt der Beurteilung der Effektivität 36
4.2.3.5 Zukünftige zu erwartende Tranksaktionen 36
4.3 Durchführung des Hedge-Accounting von Net Investments
in Foreign Entities 38
4.4 Hedging-Strategien für das Hedge-Accounting 41
4.4.1 Statisches Hedging 41
Dynamisches Hedging 4.4.2 42
4.5 Beendigung des Hedge-Accounting 44
45
5. Resümee und kritische Würdigung
Anhang 51
Literaturverzeichnis VI
II
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung Anm. Anmerkung akt. aktualisierte ausschl. ausschließlich bearb. bearbeitete Bsp. Beispiel BX Berichtswährung bzgl. bezüglich bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise DCF Discounted-Cash-Flow d.h. das heißt DTG Devisentermingeschäft (Devisenforward) erw. erweiterte et al. et alia etc. Etcetera evtl. eventuell f. folgende (Seite) ff fortfolgende (Seiten) FX-Kurs Wechselkurs FX Fremdwährung GE Geldeineinheit gem. gemäß ggü. gegenüber GuV Gewinn- und Verlustrechnung Hrsg. Herausgeber IAS International Accounting Standard(s) IASB International Accounting Standards Board i.d.R. in der Regel i.e.S. im engeren Sinne IGC-Q&A IAS 39 Implementation Guidance Commitee, Questions and Answers IFRS International Financial Reporting Standard(s) i.V.m. in Verbindung mit i.w.S. im weiteren Sinne
III
Mio. Millionen OTC Over-the-Counter (Außerbörslicher Markt) o.Verl. ohne Verlag Rn. Randnummer S. Seite t 0 Cash-Flow zu Beginn des Geschäfts t 0 bis t n Cash-Flows während der gesamten Laufzeit des Geschäfts t n Cash-Flow bei Fälligkeit des Geschäfts überarb. überarbeitete Vgl. Vergleiche u.a. unter anderem v.a. vor allem z.B. zum Beispiel
IV
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Alternativen des Net Investments in einen ausländischen Geschäftbetrieb
Abb. 2: Risiken nach IAS 32
Abb. 3: Betriebswirtschaftliche Risken
Abb. 4: Hedging mit derivativen Finanzinstrumenten
Abb. 5: Abgrenzung der Deviseninstrumente
Abb. 6: Arten von Hedge-Beziehungen
Abb. 7: Zielsetzung des Hedge-Accounting
Abb. 8: Anforderungen an das Hedge-Accounting
Abb. 9: Messung der prospektiven Effektivität
Abb. 10: Messung der retrospektiven Effektivität
Abb. 11: Hedging-Strategien für das Hedge-Accounting
Abb. 12: Mikro-Hedge
Abb. 13: Makro-Hedge
Abb. 14: Portfolio-Hedge
Abb. 15: Hedging und Hedge-Accounting mit einem Fremdwährungskredit
Abb. 16: Cash-Flows bei einem Devisenforward/-future
Abb. 17: Cash-Flows bei einem Währungsswap
Abb. 18: Long-Put-Position
Abb. 19: Cash-Flows bei einer Devisenoption
Abb. 20: Kumulative versus nicht-kumulative Messung der Effektivität
V
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Die zunehmende Globalisierung eröffnet neue Märkte und damit neue Chancen. Unternehmen investieren im Ausland, um lokale Vorteile zu generieren. Investitionen werden vorgenommen, mit dem Zweck der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, einen Mehrwert für die gesamte Unternehmung zu generieren, Erfolgspotentiale auszuschöpfen und eine Diversifikation durchzuführen. Gleichzeitig sehen sich Unternehmen aber auch hierdurch verstärkt Risiken in einem Ausmaß ggü., welches eine professionelle Steuerung und eine Absicherung (Hedging) unabdingbar macht.
In der vorliegenden Bachelor-Thesis werden ausschl. die Net Investments in eine Foreign Entity (im Weiteren als Net Investment bezeichnet) betrachtet. Diese Net Investments, welche als Beteiligung durch das berichtende Unternehmen an einer wirtschaftlich selbständigen ausländischen Unternehmung gehalten werden, unterliegen bei Umrechnung in die Berichtswährung des berichtenden Unternehmens der Volatilität der Wechselkurse. Die Wechselkursschwankungen verursachen sowohl eine Schwankung des Wertes dieser Beteiligung als auch eine Schwankung der zukünftig aus dem Net Investment zu generierenden Erträge bzw. Verluste. Das signifikante Risiko der Wechselkursänderungen kann zu Verlusten aus den Net Investments und deren zukünftigen Cash-Flows führen.
Wenn das berichtende Unternehmen unterstellt, dass aus dem Net Investment Verluste durch die Wechselkursänderungen generiert würden, tendiert es unter dem Aspekt der Risikominimierung dazu, das Net Investment und die evtl. daraus resultierenden Wechselkursrisiken abzusichern (im Weiteren als hedgen bezeichnet). Durch das Hedging soll das Risiko, der Generierung von Verlusten, verringert werden. Für das Hedging der Net Investments bedient sich das berichtende Unternehmen originärer und derivativer Finanzinstrumente.
Der Zeitpunkt und die Höhe des Fremdwährungsrückflusses sind als besondere Charakteristika der Net Investments zu nennen, da diese in den meisten Fällen unbekannt sind. Ebenso besteht Unkenntnis über die Höhe des Zuflusses der daraus resultierenden Gewinnausschüttungen. Darüberhinaus kann aus bilanzrechtlicher Sicht das Periodenergebnis erheblichen Schwankungen unterliegen.
Um diese Ergebnisasymmetrie in der Bilanzierung zu eliminieren, kann das berichtende Unternehmen unter bestimmten Bedingungen Hedge-Accounting durchführen.
1
In der Praxis werden von Unternehmen, insbesondere von Kreditinstituten, Zinsänderungs- und Wechselkursrisiken einerseits der Fair-Values von bilanzierten Vermögenswerten/Schulden und andererseits von Cash-Flows im Zusammenhang mit bilanziell erfassten Vermögenswerte/Schulden oder aus einer fest vereinbarten (vorhergesehenen) Transaktion mit hoher Eintrittswahrscheinlichkeit gehedged. Net Investments in Foreign Entities werden kaum gehedged.
Für das Hedging und Hedge-Accounting der Net Investments fehlt es an Managemententscheidungen, an ausführlichen Arbeitsanweisungen und Verständnis darüber, wann, wie und unter welchen Bedingungen diese Net Investments und deren erwarteten zukünftigen Cash-Flows gehedged und im Rahmen des Hedge-Accouting dargestellt werden können.
In der Literatur, werden der Fair-Value- und Cash-Flow-Hedge inkl. Hedge-Accounting ausreichend dargestellt. Das Hedging und das Hedge-Accounting bzgl. des Net Investment in eine Foreign Entity wird weitestgehend ausgegrenzt. Selbst in Broschüren von namhaften Wirtschaftsprüfungsgesellschaften ist die behandelnde Thematik nicht ausreichend dargestellt. Weiterhin war in Gesprächen und im Schriftwechsel mit diesen festzustellen, dass sich eine einheitliche Praxis hinsichtlich des Hedgings und Hedge-Accountings der Net Investments, aufgrund der in den nachfolgenden Kapiteln diskutierten Probleme, nicht feststellen lässt. 1
Aus den Grundsätzen ordnungsgemäßen Devisenmanagements ist eine
Regelfinanzierung für diese nicht abzuleiten. Unternehmen entscheiden über ein Hedging oder Hedge-Accounting i.d.R. bei jedem Erwerb und/oder während der Laufzeit separat.
Da der Hedge und das Hedge-Accounting von Net Investments in der Praxis auf Grund fehlender Kenntnisse eine eher untergeordnete Rolle spielt, hat die vorliegende Bachelor-Thesis zum Ziel, einen zusammenfassenden Überblick über diese Thematik zu geben.
1 Persönliche Informationen durch: Barckow, A. (6. September 2005)/ Bäthe-Guski, M. (24. August 2005)/
Löw, E. (1. September 2005)/ Scharpf, P. (24. August 2005).
2
1.2 Motivation und Gliederung der Arbeit
Die vorliegende Bachelor-Thesis dient der Erlangung des akademischen Titels des Bachelors of Business Administration an der Hochschule für Bankwirtschaft. Im Rahmen der Arbeit sollen die theoretischen Ansätze der Bankbetriebslehre mit deren praktischer Umsetzung dargestellt werden.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in fünf Kapitel. Nach der vorangegangenen Darstellung der Problematik und der Intention der Thematik, werden im zweiten Kapitel das Net Investment und die Ursache der Umrechnungsdifferenz näher dargestellt.
Im dritten Kapitel werden die Grundlagen des Hedgings und der für das Net Investment zum Einsatz kommenden Hedging-Instrumente erläutert.
Darauf aufbauend stellt das vierte Kapitel den zentralen Nukleus der Thesis dar und führt die Grundlagen, die Zielsetzung und die Anforderungen bei der Durchführung des Hedge-Accounting, sowie Hedging-Strategien, bezogen auf das Net Investment auf.
Die vorliegende Bachelor-Thesis schließt im finalen Kapitel mit einer kurzen Zusammenfassung der wesentlichen Aussagen, der kritischen Würdigung über die Anwendung des Vorgestellten und einer Empfehlung zur Durchführung des Hedge eines Net Investment in eine Foreign Entity.
Die Rahmenbedingungen der vorliegenden Bachelor-Thesis stellen die IAS und IFRS mit Stand Februar 2005 dar. Zur Darstellung der Thematik werden die gängigen und in der Praxis gebräuchlichen englischen Begriffe verwendet.
2. Net Investments in Foreign Entities 2.1 Definition
Ein Net Investment stellt nach IAS 21 einen monetären Posten bzw. einen monetären Vermögenswert in Form einer ausstehenden Forderung des berichtenden Unternehmens ggü. einem ausländischen Geschäftsbetrieb dar. Das wesentliche Merkmal eines monetären Postens ist das Recht auf Erhalt einer festen oder bestimmbaren Anzahl von Währungseinheiten. Die Abwicklung für diesen Posten ist in einem absehbaren Zeitraum weder geplant noch wahrscheinlich. 2
In der vorliegenden Bachelor-Thesis wird vorausgesetzt, dass aufgrund der im Ausland gesetzlichen Bedingungen, das Net Investment in der lokalen Fremdwährung getätigt werden muss.
2 Vgl. IAS 21.15 i.V.m. IAS 21.16.
3
In seiner einfachsten Form ist das Net Investment der Buchwert der Beteiligung. Weiterführend ist ein Net Investment der Anteil des berichtenden Unternehmens am Nettovermögen, d.h. der Betrag der Aktiva abzüglich der Passiva 3 , zuzüglich der abdiskontierten in Zukunft zu erwartenden Cash-Flows, d.h. Gewinnausschüttungen oder Dividenden. Das Net Investment stellt somit einen Anteil am Eigenkapital des ausländischen Geschäftsbetriebs dar und kann in Form von börsennotierten und börsengehandelten oder nur börsennotierten Wertpapieren, oder als reines Investment, welches weder an der Börse notiert noch gehandelt wird, gehalten werden.
Dabei ist festzuhalten, dass ausschl. für börsennotierte Wertpapiere, unabhängig von einem Börsenhandel desselben, ein Fair-Value und somit die Höhe des zu hedgenden Net Investment, bestimmbar ist.
Bei nicht börsennotierten Wertpapieren stellt sich primär das Problem der Bestimmung der Höhe des Net Investment und somit die Findung des Fair-Value. Approximativ kann im ersten Schritt die Differenz zwischen der Aktiva und der Passiva des Net Investments ermittelt werden. Jedoch stellt sich im zweiten Schritt die Frage, in wiefern zukünftige Cash-Flows Berücksichtigung finden. Denn nur der Fair-Value eines börsennotierten und zusätzlich börsengehandelten Net Investments enthält neben der Differenz zwischen den Aktiv- und Passivposten zusätzlich die approximierten zukünftigen Cash-Flows in barwertiger Form.
Als Lösungsansatz für die fehlenden verbarwerteten zukünftigen Cash-Flows des nicht börsennotierten Net Investments könnten auf individueller Basis künftige Cash-Flows bspw. im Rahmen der DCF-Methode zur Unternehmensbewertung 4 geschätzt und verbarwertet auf die Aktiv-Passiv-Differenz zur Ermittlung des Fair-Value addiert werden. 5 Da sich diese Vorgehensweise als zeit- und wissensintensiv darstellt, könnte auch eine Vereinfachung mittels entsprechender Indizes stattfinden. So könnte bspw. das nicht börsennotierte Net Investment einem entsprechenden Aktiensegment im Ausland, indem es ansässig ist, zugeordnet werden. Bspw. kann das Net Investment dem Segment der Blue-Chips zugeordnet werden. Für diese werden von Indexagenturen Indizes in Form von gemittelten und standardisierten Cash-Flow-Abschätzungen für die Zukunft veröffentlicht.
Eine weitere Problematik stellt die Haltedauer bzw. -absicht des Net Investment dar. Ein Net Investment hat keine vordefinierte Fälligkeit. Ein Unternehmen kann im Vorfeld
3 Vgl. IAS 21.8.
4 Siehe hierzu Anhang A: Die verschiedenen DCF-Methoden.
5 Vgl. Heidorn, T. (2002), S. 124 f.
4
oftmals nicht entscheiden, ob das Net Investment dauerhaft oder nur vorübergehend gehalten wird. Auch wenn das Unternehmen sich für eine kurz-, mittel- bzw. langfristige Haltedauer der Investition entscheiden kann, ist weiterhin die exakte Laufzeit derselben nicht bestimmt.
Als Lösungsansatz für die fehlende Laufzeit könnte diese auf individueller Basis durch die Duration geschätzt werden. Die Duration stellt die durchschnittliche Bindungsdauer des Barwertes der Cash-Flows dar. In diesem Fall würden der Kaufpreis, bspw. der Kurs bei einem börsennotierten Net Investment, ins Verhältnis zu den abdiskontierten, zukünftigen Cash-Flows gesetzt werden.
Da sich diese Vorgehensweise i.V.m. der zuvor diskutierten Bestimmung der zukünftigen Cash-Flows als noch zeit- und wissensintensiver darstellt, könnte auch eine Vereinfachung über historische Daten stattfinden. Dabei werden die Haltedauer der Net Investments der Vergangenheit über einen repräsentativen Zeitraum, bspw. zehn oder sogar dreißig Jahre, betrachtet. Von diesen Werten wird dann das arithmetische Mittel bestimmt. Diese Methode kann ebenso für die Laufzeit des Hedging-Instruments herangezogen werden. Nur so erhält das Risikomanagement einen Anhaltspunkt darüber, ob und wie lange das Net Investment gehedged werden soll, oder ob das Unternehmen eher von Hedging-Transaktionen absieht.
Unter einem ausländischen Geschäftsbetrieb wird ein Tochterunternehmen, ein assoziiertes Unternehmen, ein Joint Venture oder ein Niederlassung verstanden, dessen Geschäftstätigkeit in einem anderen Land angesiedelt ist, oder in einer anderen Währung ausgeübt wird, oder sich auf ein anderes Land, oder eine andere Währung als die des berichtenden Unternehmens erstreckt. 6 Die rechtliche Ausgestaltung des ausländischen Geschäftsbetriebs, z.B. als rechtlich selbständiges Unternehmen oder als rechtlich unselbständige Niederlassung, Betriebsstätte etc., ist unerheblich.
Nach IAS 21 7 erfolgt eine Unterscheidung der Net Investments, in ausländische Geschäftsbetriebe, in Net Investments in eine Foreign Entitiy und Net Investments in eine Foreign Operation.
6 Vgl. IAS 21.8.
7 Vgl. IAS 21.24 i.V.m. IAS 21.25.
5
Integrierte ausländische Teileinheit, die Wirtschaftlich selbständige Teileinheit im einen integralen Bestandteil des bericht-Ausland, die kein integraler Bestandteil enden Unternehmens darstellt. des berichtenden Unternehmens darstellt.
Quelle: eigene Darstellung.
Abb. 1: Alternativen des Net Investments in einen ausländischen Geschäftbetrieb 8
Im Folgenden werden Merkmale aufgeführt, die eher auf eine Foreign Entity als auf eine Foreign Operation, schließen lassen: 9
• obwohl das berichtende Unternehmen die Möglichkeit der Ausübung eines beherrschenden Einflusses auf den ausländischen Geschäftsbetrieb hat, werden die Geschäfte des ausländischen Geschäftsbetriebs weitgehend unabhängig von denen des berichtenden Unternehmens getätigt
• die Geschäftsvorfälle mit dem berichtenden Unternehmen haben bezogen auf das Gesamtgeschäftsvolumen des ausländischen Geschäftsbetriebs kein großes Gewicht
• die Geschäfte eines ausländischen Geschäftsbetriebs werden im Wesentlichen aus seinem Cash-Flow oder über lokale Fremdkapitalaufnahme finanziert
• der Personal- und Materialaufwand sowie die sonstigen Aufwendungen, die in die Produkte und/oder Dienstleistungen des ausländischen Geschäftsbetriebs eingehen, fallen vorwiegend in der lokalen Währung und weniger in der Berichtswährung an
• die Cash-Flows des berichtenden Unternehmens fallen eher unabhängig von den täglichen Aktivitäten des ausländischen Geschäftsbetriebs an und werden nicht unmittelbar vom Tagesgeschäft des ausländischen Geschäftsbetriebs beeinflusst
• die Umsatzerlöse des ausländischen Geschäftsbetriebs werden überwiegend nicht in der Berichtswährung, sondern in einer anderen Währung (Fremdwährung) erzielt
8 Vgl. Scharpf, P.(2001), S.247.
9 Vgl. IAS 21.26.
6
• der ausländische Geschäftsbetrieb sammelt monetäre Vermögenswerte und Schulden überwiegend in seiner Landeswährung an und tätigt in dieser Ausgaben und Einnahmen 10
Eine sachgerechte Identifizierung eines ausländischen Geschäftbetriebs kann in der Praxis dadurch vorgenommen werden, dass die tatsächlichen Verhältnisse anhand der oben aufgeführten Merkmale untersucht werden. Jedoch kann die Zuordnung dennoch unklar sein, so dass für eine angemessene Identifizierung eine Beurteilung durch das Management erforderlich ist. 11
Der wesentliche Unterschied der beiden alternativen Net Investments in einen ausländischen Geschäftsbetrieb besteht darin, dass ein Net Investment in eine Foreign Entity im Gegensatz zu einem Net Investment in eine Foreign Operation im Konzernabschluss des berichtenden Unternehmens nicht konsolidiert wird.
Die vorliegende Bachelor-Thesis konzentriert sich ausschl. auf das Net Investment in eine Foreign Entity.
Die Erst- bzw. Zugangsbewertung des Net Investment erfolgt beim berichtenden Unternehmen zum am Tag des Geschäftsvorfalls 12 gültigen Kassakurs 13 . Dabei ist das in der funktionalen Währung (Währung in welcher die Foreign Entity tätig ist (Fremdwährung) 14 ) getätigte Net Investment in die berichtende Währung umzurechnen. 15 Das Net Investment und somit der finanzielle Vermögenswert ist At-Cost anzusetzen, welches dem Fair-Value 16 der gegebenen Gegenleistung entspricht. 17 Der Fair-Value für das Net Investment ergibt sich hierbei aus dem zugrunde liegenden Nettovermögen der Foreign Entity i.V.m. einem Wechsel- bzw. Devisenkurse, der sich an einem aktiven Devisenmarkt täglich herausbildet. 18 Falls sich ein Fair-Value nicht
10 Vgl. IAS 21.11(a) i.V.m. Kusterle, B. (2003), S. 327.
11 Siehe hierzu IFRS Portal (2005).
12 Anm: Der Tag des Geschäftsvorfalls, ist der Tag an dem der Geschäftsvorfall erstmals nach IAS
anzusetzen ist. (IAS 21.22).
13 Anm: Aus praktischen Gründen kann ein Kurs verwendet, der einen Näherungswert für den aktuellen Kurs
darstellt. Bspw. kann der Durchschnittskurs einer Woche, eines Monats für das Net Investment in der
jeweiligen Währung verwendet werden. Jedoch bei stark schwankenden Wechselkursen ist die
Verwendung von Durchschnittskursen unangemessen. (IAS 21.22).
14 Vgl. IAS 21.8 i.V.m. IAS 21.9.
15 Vgl. IAS 21.8 i.V.m. IAS 21.20 i.V.m. IAS 21.21.
16 Anm: Der Fair-Value ist der beizulegende Zeitwert. Darunter versteht man den Betrag, zu dem zwischen
vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern, ein finanzieller Vermögenswert oder
Verbindlichkeit, beglichen werden könnte. (IAS 39.9).
17 Vgl. IAS 39.43.
18 Vgl. IAS 39.AG82.
7
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Dirk Strohmeier-Scheu, 2005, Hedging und Hedge Accounting von Net Investments in Foreign Entities , München, GRIN Verlag GmbH
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