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Entwurf einer Weltrepublik

Title: Entwurf einer Weltrepublik

Intermediate Examination Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Andreas Graw (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Als 1995 die Entstehung von Kants Friedensschrift „Zum ewigen Frieden“ ihr 200-jähriges Jubiläum hatte, war dies nicht unbedingt Anlass zum Feiern, wohl aber war das Jubiläum ein Startschuss für zahlreiche neue Kant-Interpretationen. In die Schar der Interpreten reihte sich auch Otfried Höffe als Herausgeber der Aufsatzsammlung „Zum ewigen Frieden ein“. Als Ergebnis seiner Studien hatte Kant seinerzeit die Schaffung eines Völkerbundes vorgeschlagen. Schon Kant sah die Weltrepublik als Möglichkeit, aus dem zwischenstaatlichen „gesetzlosen Zustande, der den Krieg enthält, herauszukommen“. Im Gegensatz zu Höffe räumt Kant dem Weltstaat keine Chance zur realen Verwirklichung ein, sondern begnügt sich mit dem „negative(n) Surrogat eines den Krieg abwehrenden, bestehenden und sich immer ausbreitenden Bundes“, dem Völkerbund. Mit „Globalisierung im Zeitalter der Demokratie“ legte Höffe 1999 seine detaillierte Vision einer komplementären Weltrepublik vor. Höffe schlägt darin einen Ausweg aus dem Hobbesschen Naturzustand vor, der in den zwischenstaatlichen Beziehungen mit Abstrichen noch immer herrscht. Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk in seiner politikwissenschaftlichen Lesart unter der allgemeinen Fragestellung: Wie sieht diese Weltrepublik aus bzw. wie ist ihr institutioneller Aufbau? Die zahlreichen Antworten auf Höffes Konzeption sollen in dieser Arbeit nicht unerwähnt bleiben und finden an den jeweils passenden Stellen ihren Niederschlag. Konkret wird das politische System Weltrepublik vorgestellt, sowie die Welt-Rechtsprechung mit ihren Instrumenten und Institutionen, wobei auch die schwierige Frage der Sezession behandelt wird. Schließlich geht es um globale Wirtschaftspolitik und Umweltschutz.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Globale Gerechtigkeit

3. Die komplementäre Weltrepublik

3.1 Kontinentale Zwischenstufe

3.2 Zwei-Kammer-System

3.3 Welt-Bürgertugenden

4. Recht

4.1 Völker-Rechtsschutz

4.1.1 Militär oder Weltpolizei?

4.1.2 Völkerrechtsgericht

4.2 Welt-Bürgerschutz

4.3 Ein Weltstrafrecht

4.4 Sezessionsrecht

5. Wirtschaft

5.1 Entwicklung

5.2 Globaler Umweltschutz

6. Einrichtung der Weltrepublik

7. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studienarbeit analysiert den Entwurf einer komplementären Weltrepublik nach Otfried Höffe unter politikwissenschaftlichen Gesichtspunkten, um ihren institutionellen Aufbau und ihre theoretische Legitimation zu untersuchen.

  • Legitimation der Weltrepublik durch das Prinzip des transzendentalen Tauschs
  • Struktur des politischen Systems, inklusive der kontinentalen Zwischenstufe und des Zwei-Kammer-Systems
  • Bedeutung der Welt-Bürgertugenden als Gegengewicht zu institutionellen Strukturen
  • Konzeption der globalen Rechtsprechung und Weltwirtschaftspolitik
  • Kritische Auseinandersetzung mit der praktischen Umsetzung und den Herausforderungen der Weltrepublik

Auszug aus dem Buch

3.3 Welt-Bürgertugenden

An mehreren Stellen äußert sich Höffe besorgt über die Entstehung einer Politiker-Kaste. Immer früher müsse man sich heute für die Politik als Beruf entscheiden und den Weg durch längst etablierte Parteien antreten. Dadurch sinke der Einfluss nebenamtlicher Politiker. In diesem Zusammenhang attestiert Höffe der Demokratie ein „aristokratisches Element“ (Höffe 1999, 118). So verwundert es nicht, dass er den Bürgertugenden einen erheblichen Stellenwert als Gegengewicht zu den Institutionen einräumt. Die Tugenden im Weltmaßstab, also die Welt-Bürgertugenden, müssen sich in der jungen Welt-Gesellschaft freilich erst entwickeln. Dafür schlägt Höffe die Schaffung nicht-staatlicher Organisationen vor. Deren Aufgaben im Einzelnen erwähnt Höffe nicht.

Der „Welt-Rechtssinn“ beinhaltet die Rechtstreue gegen die Welt Rechtsordnung und bezieht sich daher eher auf die Einzelstaaten, die allerdings die Gesamtheit ihrer Bürger repräsentieren (vgl. Höffe 1999, 342f). Analog zum bürgerlichen Ungehorsam im Einzelstaat gibt es nach Höffe auch den weltföderalen Ungehorsam, „als Ungehorsam eines Staates oder einer Gruppe von Staaten gegen die Weltrepublik“ (Höffe 1999, 343f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der globalen Gerechtigkeit und Höffes Vision einer komplementären Weltrepublik im Kontext der Kantschen Friedensphilosophie.

2. Globale Gerechtigkeit: Darstellung der legitimationstheoretischen Grundlagen des Modells, insbesondere des transzendentalen Tauschs und der neun Gerechtigkeitsprinzipien.

3. Die komplementäre Weltrepublik: Erläuterung der föderalen Struktur, die nationale Demokratien erhält und durch kontinentale Ebenen sowie ein Zwei-Kammer-System ergänzt.

4. Recht: Analyse der Institutionen zur Friedenssicherung, darunter Weltpolizei, Völkerrechtsgericht, Weltstrafgericht sowie Regelungen zum Welt-Bürgerschutz und Sezessionsrecht.

5. Wirtschaft: Untersuchung der globalen Wirtschaftsordnung, inklusive Weltwettbewerbsordnung, Entwicklungspolitik und globalem Umweltschutz.

6. Einrichtung der Weltrepublik: Diskussion des Übergangsprozesses von einer Welt-Konföderation hin zur Weltrepublik durch Sogwirkung und konzeptuelle Weiterentwicklung.

7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Höffeschen Entwurfs hinsichtlich seiner praktischen Relevanz und Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Weltrepublik, Otfried Höffe, Globale Gerechtigkeit, Komplementarität, Subsidiarität, Weltbürgertugenden, Völkerrechtsgericht, Weltstrafrecht, Politische Legitimation, Demokratie, Globalisierung, Föderalismus, Menschenrechte, Institutionelles Gefüge, Weltpolizei.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht Otfried Höffes politikwissenschaftlichen Entwurf einer komplementären Weltrepublik und deren institutionelle Ausgestaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der legitimationstheoretischen Basis, dem politischen Aufbau, der globalen Rechtsprechung und der Weltwirtschaftspolitik im Höffeschen Modell.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Struktur der Weltrepublik nach Höffe detailliert darzustellen und kritisch auf ihre institutionelle Umsetzbarkeit hin zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die politikwissenschaftliche Literaturanalyse, um Höffes Werk „Demokratie im Zeitalter der Globalisierung“ und dessen zeitgenössische Diskussionen auszuwerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Legitimation durch Gerechtigkeitsprinzipien, die föderale Struktur der Weltrepublik, das Rechtssystem und die Ansätze zur Wirtschaftsordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Weltrepublik, Globale Gerechtigkeit, Subsidiarität, Komplementarität, Weltbürgertugenden und politische Institutionen.

Was versteht Höffe unter dem Prinzip der Subsidiarität?

Es ist ein Mechanismus der Kompetenzverteilung, bei dem Aufgaben auf der kleinstmöglichen Ebene gelöst werden und nur bei Überforderung an höhere Instanzen delegiert werden.

Wie unterscheidet sich die Weltrepublik bei Höffe von der Kantschen Vision?

Im Gegensatz zu Kant, der den Weltstaat als unrealistisch ablehnte und den Völkerbund bevorzugte, entwirft Höffe eine komplementäre Weltrepublik, die nationale Demokratien als untergeordnete Einheiten integriert.

Warum hält Höffe Welt-Bürgertugenden für notwendig?

Sie dienen als notwendiges Gegengewicht zu den institutionellen Strukturen, um eine drohende Verselbstständigung einer Politiker-Kaste und die Demokratisierung im globalen Maßstab zu stützen.

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Details

Title
Entwurf einer Weltrepublik
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,9
Author
Andreas Graw (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V60034
ISBN (eBook)
9783638538022
ISBN (Book)
9783638718288
Language
German
Tags
Entwurf Weltrepublik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Graw (Author), 2005, Entwurf einer Weltrepublik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60034
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