Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung----------------------------------------------------------------------------------------2
2 Der historische Kontext-----------------------------------------------------------------------3
2.1 Die Filme der Nachkriegszeit von 1919 bis 1924-------------------------------------------3
2.2 Der historische Hintergrund------------------------------------------------------------------- 4
Die Entstehungsgeschichte des Films Nosferatu (1922)-------------------------------5
3
3.1 Die Produktion des Films----------------------------------------------------------------------5
3.2 Die Hintergründe des Stummfilms-----------------------------------------------------------6
4 Motiv des Vampirs-----------------------------------------------------------------------------8
4.1 F.W. Murnaus Nosferatu als erster visualisierter Vampir---------------------------------8
4.2 Der Vampir in Barm Stokers Dracula und F.W. Murnaus Nosferatu------------------10
5 Die Ästhetik des Films Nosferatu----------------------------------------------------------11
5.1 Das ästhetische Potential der beweglichen Kamera--------------------------------------11
5.2. Die Erzählstruktur des Films Nosferatu----------------------------------------------------13
6 Die zeitgenössische Rezeption des Films Nosferatu
(F.W. Murnau, 1922)------------------------------------------------------15
6.1 Die Faszination des Phantastischen--------------------------------------------------------15
6.2 Die Wirkung des Phantastischen auf das zeitgenössische Publikum------------------16
6.3 Die zeitgenössische Rezeption (1922)-----------------------------------------------------17
7 Fazit---------------------------------------------------------------------------------------------23
8 Anhang: Nosferatus “Erben“--------------------------------------------------------------24
Literaturverzeichnis----------------------------------------------------------------------------------25
II
1 Einleitung
Im Jahre 1922 entstand unter der Regie von Friedrich Wilhelm (F. W.) Murnau in Deutschland der berühmte Stummfilmklassiker Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens, mit dem legendären Max Schreck in der Hauptrolle. Die Handlung wurde in groben Zügen dem weltweit bekannten Roman Dracula nachempfunden, der 1897 von dem Professor für englische Sprache und Literatur Bram Stoker in Großbritannien veröffentlicht wurde.
Die grundsätzliche Problematik, bezüglich der zeitgenössischen Rezeption des Films Nosferatu von F.W: Murnau, mit der ich mich im Zuge meiner Arbeit befasst habe, bestand darin, dass Rezeption von subjektiver Wahrnehmung bestimmt ist. Die zeitgenössische Rezeption impliziert jedoch auch die Problematik des Vergangenen, so dass ich mich in meinen Ausführungen nur auf die Texte der zeitgenössischen Filmkritiker basieren konnte, welche die Rezeption des damaligen Publikums darstellen. Der Aspekt der Objektivität spiegelt das Problem dieser Filmkritikerkommentare zu F.W. Murnaus Nosferatu wider, da Wahrnehmung von Subjektivität beeinflusst wird. Im Verlauf meiner Hausarbeit, werde ich zunächst F.W. Murnaus Nosferatu in den historischen Kontext einbeziehen, unter Berücksichtigung von anderen zeitgenössischen Filmen.
Des Weiteren, werde ich den Inhalt des Films und das Motiv des Vampirs kurz erläutern. Im Folgenden werde ich auf die Entstehungsgeschichte des Films eingehen und die Hintergründe der Filmproduktion, hinsichtlich ihrer Konsequenzen für die Prana-Film GmbH, reflektieren.
Anschließend nehme ich Stellung zur Ästhetik des Films Nosferatu und dessen ästhetisches Potential.
Zum Ende meiner Hausarbeit, werde ich mich im Detail mit der Fragestellung, wie der F.W. Murnaus Film Nosferatu vom zeitgenössischen Publikum rezipiert wurde, anhand von diversen zeitgenössischen Filmkritiken, befassen.
Im Anhang erläutere ich dann die immer noch starke Faszination, die von F.W. Murnaus Nosferatu ausgeht und bis heute Filmregisseure inspiriert. Nach dieser kurzen Einleitung, folgt nun die eigentliche Analyse hinsichtlich der zeitgenössischen Rezeption des Films Nosferatu.
2 Der historische Kontext
Im ersten Kapitel meiner Hausarbeit werde ich die Filme der Nachkriegszeit von 1919 bis 1924 erwähnen und in Bezug auf F.W. Murnaus Stummfilm Nosferatu setzten. Des Weiteren werde ich kurz auf den historisch-politischen Hintergrund, der die damalige deutsche Filmindustrie bedingte, eingehen.
Anhand der Aussagen von Gaston Haustrate, Magrit Dorn, Siegfried Kracauer und Jerzy Toeplitz werde ich auf die zeitgenössischen Ereignisse, welche ein revolutionäres Aufbegehren der Arbeiterklasse zur Zeit der Weimarer Republik widerspiegeln, eingehen.
2.1 Die Filme der Nachkriegszeit von 1919 bis 1924
Zwischen 1919 und 1933 wurden in Deutschland Filme produziert. Diese Filme waren aber nicht alle Meisterwerke einige jedoch, wie Nosferatu von F.W. Murnau ermöglichen uns heute ein Bild über die Anfänge der deutschen Filmkunst der 20er Jahre zu gewinnen. 1 Außer F.W. Murnaus Nosferatu wurden noch andere Filme, die Aspekte des Phantastischen beinhalten, gedreht: Das Cabinett des Dr. Caligari (1919) R: Robert Wiene), Der Golem, wie er in die Welt kam (1920 R: Paul Wegener, Carl Boese), Wachsfigurenkabinett (1924 R: Paul Leni) Mertropolis (1926 R: Fritz Lang).
Die Vampirfigur in F.W. Murnaus Nosferatu ist die erste Verfilmung von der literarischen Vampirfigur des Draculas nach Bram Stoker. 2 Nach Magrit Dorn, sei der Vampir für die Filmemacher des Phantastischen eine Projektion von Schuldgefühlen und Ängsten, die zwischen den beiden Weltkriegen die Menschen belasteten. 3
1 HAUSTRATE, Gaston: Le Guide de Cinéma. Paris 1984. S. 56
2 DORN, Magrit: Vampirfilme und ihre soziale Funktion. Ein Beitrag zur Genregeschichte. In: Medienwissenschaft. 4/1995.
S. 457
3 DORN, Magrit: Vampirfilme und ihre soziale Funktion. Ein Beitrag zur Genregeschichte. In: Medienwissenschaft. 4/1995.
S. 457
3
Des Weiteren macht Magrit Dorn darauf aufmerksam, dass die Filme dieser Epoche eine Flucht in eine Welt der Phantasie ermöglichen sollten, die wie ein Heilmittel gegen die revolutionäre Stimmung der Weimarer Republik verstanden worden sei. 4 Durch die Darstellung von Filmtyrannen, wie F.W. Murnaus Nosferatu oder R. Wienes Caligari wurde dem zeitgenössischen Publikum indirekt vermittelt, dass es keine Möglichkeit gab sich schicksalhaften Ereignissen entgegenzustellen. 5
2.2. Der historische Hintergrund
Da sich, nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland, in ganz Europa eine revolutionäre Stimmung verbreitete, galt es eine weitere Revolution, so S. Kracauer, nach dem Matrosenaufstand am Ende des Ersten Weltkrieges, in Deutschland zu verhindern. Die aufkommende Industrialisierung und der dadurch bedingte Aufstieg des Bürgertums trugen, nach S. Kracauer, erheblich dazu bei, dass das Proletariat vergessen wurde. Da jedoch die Arbeiterklasse eine große Macht ausübte, galt es ein Aufbegehren des Proletariats zu verhindern. Damit aber die Bourgeoisie Ende 1924 ihre Machtstellung festigen konnte, mussten Filme gedreht werden, die einen hoffnungslosen, aber instinktiven Widerstand des kleinen Mannes gegen eine höhere Macht zeigten, um so den Drang nach revolutionären Taten zu befriedigen. 6
Weil in den Filmen der Nachkriegszeit, so J. Toeplitz, dem zeitgenössischen Zuschauer der Weimarer Republik gezeigt wurde, dass ein Tyrann, wie die Vampirfigur in F.W. Murnaus Nosferatu, nicht durch einen Menschen vernichtet werden könne, sondern allein durch die Natur, welche im Film durch das Licht der Sonne symbolisiert wurde, so J. Toeplitz, sei der Drang nach revolutionären Taten auf die Leinwand projiziert worden. 7
4 DORN, Magrit: Vampirfilme und ihre soziale Funktion. Ein Beitrag zur Genregeschichte. In: Medienwissenschaft. 4/1995.
S. 457
5 KRACAUER, Siegfried: Von Caligari zu Hitler. Frankfurt am Main 1984. S. 85-96
6 TOEPLITZ, Jerzy: Geschichte des Films. München 1973. S. 229
7 TOEPLITZ, Jerzy: Geschichte des Films. München 1973. S. 229
4
3 Die Entstehungsgeschichte des Films Nosferatu (1922)
In diesem Kapitel werde ich darauf eingehen wie F.W. Murnaus Film Nosferatu entstanden ist, wann der Film produziert und uraufgeführt wurde.
Anhand der Berichte von Jörg Buttgereit, Alfred Holighaus, Lotte H. Eisner, Gerhard Lamprecht und Gaston Haustrate bezüglich F.W. Murnaus Nosferatu, werde ich im Folgenden die Konsequenzen des Films für die damalige Filmproduktionsfirma Prana-Film erläutern.
Zum Ende dieses Kapitels werde ich kurz auf die Vertonung des Stummfilms Nosferatu eingehen, die zu einer verballhornten Tonversion des Stummfilm Klassikers führte. 8
3.1 Die Produktion des Films
F.W. Murnaus Nosferatu ist im Zuge der Visualisierung phantastischer Filmthemen, wie R. Wienes Das Cabinett des Dr. Caligari (1919), entstanden.
F.W. Murnau diente Bram Stokers Vampirroman Dracula (1897) als Literaturvorlage für seinen Film Nosferatu 9 , den er 1921 nach einem Drehbuch von Henrik Galeen anfing zu drehen. Der Film, so J. Buttgereit, entspräche dem zeitgenössischen Wunsch des Publikums nach Ablenkung und zugleich dem damals filmischen Aspekt des Phantastischen, der schon zuvor mit Robert Wienes Das Cabinett des Dr. Caligari (1919) und danach mit Paul Lenis Wachsfigurenkabinett (1924) verwirklicht worden sei.
Abgesehen davon lobte Gaston Haustrate die Regie und die Produktion des Films. 10 Durch die Unterstützung, so G. Haustrate, großartiger Kameramänner, inszenierte F.W. Murnau Lichtspiele und setzte Schattenspiele ein, so wie z.B. die Verzerrung des Blickpunktes. Diese technischen Elemente, die Benutzung der Dekoration als Hauptelement des Dramas und die hochemotionale Darstellung der Schauspieler, so G. Haustrate, würden die Intensität der Atmosphäre und die subjektive Wahrnehmung unterstreichen.
8 EISNER, Lotte H.: Murnau. Frankfurt am Main 1979. S. 179
9 BUTTGEREIT, Jörg: Only a Movie?. In: Hans Helmut Prinzler: F.W. Murnau. Ein Melancholiker des Films. Berlin 2003.
S. 135
10 HAUSTRATE, Gaston: Le Guide de Cinéma. Paris 1984. S. 58
5
„[…] quelques élément parmi d’autres qui participent à l’intensité de l’atmosphère comme à la subjectivité du point de vue.” 11
Aber wie schon 1920 bei F.W. Murnaus Verfilmung von Robert L. Stevensons Roman Dr. Jeckyll und Mr. Hyde, den er unter dem Titel Januskopf verfilmt hatte, traten auch bei B. Stokers Dracula Probleme mit der Lizenz zur Verfilmung des Romans auf. 12 Um eine Urheberrechtsauseinandersetzung mit B. Stokers Erben zu vermeiden, änderte der Drehbuchautor Henrik Galeen den Filmtitel in Nosferatu, gab den Protagonisten andere Namen und verschob die Handlung nach Deutschland. 13
So wurde Graf Dracula in Graf Orlok, Jonathan Harker in Jonathan Hutter, Mina in Ellen und der Mackler Renfield in Mackler Knock umbenannt. Der Hauptdarsteller, der Graf Orlok verkörperte war Max Schreck. Seine schauspielerische Leistung, so J. Buttgereit, sei durch Albin Graus Ausstattung und Maske, sowie durch F.W. Murnaus Gestaltungs- und Inszenierungsstil unterstützt worden.
Die Dreharbeiten begannen 1921 und F.W. Murnau drehte, für die damalige Zeit eher untypisch, an Originalschauplätzen, wie Lübeck, Rostock, Wismar, Lauenberg und in den Karpaten, so dass die Natur eine Atmosphäre des Übernatürlichen erzeugte. 14 Vor der Uraufführung gab, nach J. Buttgereit, die Prana-Film GmbH Unsummen für die Werbung von F.W. Murnaus Nosferatu aus, so dass letzten Endes die Werbekosten die Kosten der Produktion überstiegen. 15
F.W. Murnaus Nosferatu wurde schließlich am 04. März 1922 im Berliner Marmorsaal des Zoologischen Gartens im Rahmen eines Festes uraufgeführt.
3.2 Die Hintergründe des Stummfilms
Obwohl F.W. Murnau und sein Drehbuchautor Henrik Galeen durch die Änderung der Namen in Bram Stokers Dracula eine Copyright-Auseinandersetzung vermeiden wollten, zeigten sie
11 HAUSTRATE, Gaston: Guide de Cinéma. Paris 1984. S. 58
12 BUTTGEREIT, Jörg: Only a Movie? In: Hans Helmut Prinzler: F.W. Murnau. Ein Melancholiker des Films. Berlin 2003.
S. 135
13 BUTTGEREIT, Jörg: Only a Movie? In: Hans Helmut Prinzler: F.W. Murnau. Ein Melancholiker des Films. Berlin 2003.
S. 135.
14 HOLIGHAUS, Alfred: Der Filmkanon. Berlin 2005. S. 15.
15 BUTTGEREIT, Jörg: Only a Movie? In: Hans Helmut Prinzler: F.W. Murnau. Ein Melancholiker des Films. Berlin 2003.
S. 135.
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Hildegard Schnell, 2006, Die zeitgenössische Rezeption des Films Nosferatu, München, GRIN Verlag GmbH
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