Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie
WS 2004/2005
Semesterarbeit
Die Wortstellung im Deutschen
vorgelegt von:
Elmira Nedelcheva
5. Semester
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Satztypen 4
II.a Verbzweitsatz (Kernsatz) 4
II.b Verberstsatz (Stirnsatz) 5
II.c Verbletztsatz (Spannsatz) 5
III. Zur Abfolge im Vorfeld 6
IV. Zur Abfolge im Mittelfeld 11
IV.a Zur unmarkierten Abfolge der Ergänzungen im Mittelfeld nach Lenerz 13
IV.b Zur unmarkierten Abfolge im Mittelfeld - IDS - Grammatik 18
V. Zur Abfolge im Nachfeld 21
VI. Schluss 25
VII. Literaturverzeichnis 26
I. Einleitung
Die vorliegende Arbeit analysiert, in welcher Reihenfolge Satzglieder im deutschen Satz stehen und beschäftigt sich mit der Frage, welche Regularitäten bewirken, dass es verschiedene Möglichkeiten der Felderbesetzung gibt. Ein Satz besteht aus bestimmten Satzgliedern wie Subjekt, Objekt, Prädikat, adverbialen Bestimmungen sowie weiteren Ergänzungen. Für jede Sprache gilt, dass Satzglieder nicht beliebig angeordnet werden, sondern dass das nach Regeln in einer bestimmten Reihenfolge geschieht. Im Deutschen existiert ein Stellungsfeldermodell, das 1937 von dem Sprachwissenschaftler Erich Drach eingeführt wurde. Drach bezieht sich dabei auf den Aussagesatz, in dem das Finitum eine feste Stellung hat. Entsprechend bezeichnet er als "Vorfeld" das, was vor dem Finitum steht und als "Nachfeld" den Teil des Satzes, der dem finiten Verb folgt. Heute untergliedern Sprachwissenschaftler den Abschnitt nach dem Finitum in zwei Felder, in ein Mittel- und ein Nachfeld. Die Einteilung der Felder ist vom Verbstellungstyp abhängig. Da das Verb an erster, zweiter oder letzter Stelle stehen kann, unterscheidet man Verberst-, Verbzweit- und Verbletztsätze.
Ziel dieser Arbeit ist es zu zeigen, wie die Untergliederung eines Satzes in Vorfeld, Mittelfeld und Nachfeld dazu führt, dass sich bestimmte Wortformstellungsregeln ergeben, die als Hilfsmittel zur Beschreibung der Satzstruktur dienen.
Im ersten Teil der Arbeit werden anhand der unten genannten Studien die verschiedenen Satztypen untersucht. Darauf folgt eine ausführliche Darstellung der einzelnen Satzfelder und eine Erläuterung der Wortformstellungsregeln. Dadurch wird festgestellt, wie die einzelnen Felder besetzt werden können, welche Satzglieder in dem jeweiligen Abschnitt des Satzes stehen dürfen und welche nicht.
Als Quellen der Arbeit wurden benutzt: J. Lenerz: Zur Abfolge nominaler Satzglieder im Deutschen; P. Eisenberg: Grundriß der deutschen Grammatik: Der Satz; E. Bene(?): Die Besetzung der ersten Position im deutschen Aussagesatz; G. Zifonun u.a.: Grammatik der deutschen Sprache (IDS - Grammatik); C. Dürscheid: Syntax; B. Haftka: Deutsche Wortstellung und O. Behaghel: Deutsche Syntax: Eine geschichtliche Darstellung.
II. Satztypen
Das Finitum kann im Deutschen an erster, zweiter oder letzter Stelle stehen, deshalb unterscheidet man drei Satztypen: Verberst, Verbzweit und Verbletzt.
II.a Verbzweitsatz (Kernsatz)
Der Verbzweitsatz wird in drei Abschnitte gegliedert: in ein Vorfeld (VF), ein Mittelfeld (MF) und ein Nachfeld (NF).1
Beisp. Das Mädchen / hat / ihm das Buch / gegeben / heute morgen.
VF LK MF RK NF
In Kernsätzen steht das Finitum immer an der zweiten Stelle, in der linken Satzklammer (LK). Die rechte Satzklammer (RK) ist variabel besetzbar, d.h. dass dort das Infinitum stehen kann, es leer bleiben oder von Teilen des Verbalkomplexes besetzt werden kann. In Kernsätzen ist ein Vorfeld (VF) vorhanden, das sich vor dem linken Satzklammerteil befindet. Unter bestimmten Bedingungen kann das Vorfeld auch leer bleiben. Die linke und rechte Satzklammer umschließen das Mittelfeld (MF). Hinter der rechten Satzklammer befindet sich das Nachfeld (NF). Aussagesätze, Ergänzungsfragesätze, Wunschsätze und Ausrufesätze sind Arten von Verbzweitsätze.
Beisp. Karl holt Milch.: Aussagesatz
Wer holt Milch?: Ergänzungsfragesatz2
Er möge hereintreten.: Wunschsatz
Ich habe das nicht vergessen!: Ausrufesatz
Die Besonderheit des Ergänzungsfragesatzes besteht darin, dass ein Fragewort vorhanden ist.
[....]
1 Vgl. Dürscheid, C. (2003): Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag S. 90-92
2 Vgl. Eisenberg, P. (1999): Grundriß der deutschen Grammatik. Bd.2: Der Satz. Stuttgart: Metzler. S. 384
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Elmira Nedelcheva, 2005, Die Wortstellung im Deutschen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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