2 2.m 3. Inhaltsverzeichnis 1.1. Quellenbeschreibung 1.2. Innere Kritik 1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung 1.2.2. Aufschlüsselung
2. Quelleninterpretation
1. Quellenkritik 3 1.1. Quellenbeschreibung 3 1.2. Innere Kritik
1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung 1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung 3
2.1. Inhaltsangabe 2.2. Einordnung in den historischen Kontext 5 2.2.1 Der Historikerstreit in den 80er Jahren 5
2.2.2. Allgemeines zum Historikerstreit 5
2.2.3. Inhalte und Streitpunkte der Auseinandersetzung
2.2.4. Weitere Kritiker der konservativen Geschichtsschreibung 2.2.4. Reaktionen des Auslandes und der ehemaligen DDR auf die Auseinandersetzung der deutschen Historiker 10
3. Ergebnis und Ausblick 12
4. Quellen und Literatur 14
4.1. Quellen 14 4.2. Literatur 14
3
1.Quellenkritik
1.1.Quellenbeschreibung
Bei der ausgewählten Quelle handelt es sich um eine Rede des früheren deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, die dieser am 8. Mai 1985 anlässlich einer Gedenkstunde zum 40. Jahrestag des Kriegsendes im deutschen Bundestag in Bonn hielt. Die Quelle liegt in gedruckter Form vor. 1
1.2. Innere Kritik
1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung
Der in der Rede Weizsäckers verwendete Begriff “Wahrhaftigkeit” findet heutzutage im deutschen Sprachgebrauch eher selten Anwendung. Mit Wahrhaftigkeit ist “die Übereinstimmung von Aussage und Überzeugung” gemeint. 2
Ansonsten finden sich in der Rede des Altbundespräsidenten keine unverständlichen Begriffe.
1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung
“...neue Bündnisse...” (Z.4)
Als Reaktion auf die Berlin-Blockade 1948/1949 und den Umsturz in Tschechien 1948 wurde 1949 in Washington D.C. auf Initiative der Vereinigten Staaten ein westliches Sicherheits-
1
2 Enzyklopädische Bibliothek. Band 15. Gütersloh 2000, S. 134
4
und Verteidigungsbündnis, die NATO, gegründet, zu deren Gründungsmitgliedern unter anderem Belgien, Dänemark, Frankreich und Großbritannien gehörten. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Bündnis 1955 bei.3
Die Staaten des Ostblocks gründeten mit dem Warschauer Vertrag 1955 ihrerseits ein militärisches Bündnis unter Führung der UdSSR, dem beispielsweise Bulgarien, Polen und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) angehörten.4
“Die militärische Kapitulation war bedingungslos.” (Z.23)
Gemeint ist die offizielle bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht, die am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst von Vertretern des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht unterzeichnet wurde, u.a. vom damaligen Chef des Oberkommandos Wilhelm Keitel. Die Kapitulationsurkunde sah die Einstellung der Kampfhandlungen aller deutscher Land-, Luft-und Seestreitkräfte für den Zeitpunkt ab 23.01 Uhr am 8. Mai 1945 vor.5
2. Quelleninterpretation
2.1. Inhaltsangabe
Richard von Weizsäcker macht in seiner Rede vor den Abgeordneten des deutschen Bundestages deutlich, dass der 8. Mai 1945, der Tag des Kriegsendes in Europa, zwar von jedem Volk unterschiedlich wahrgenommen wird, für die Deutschen aber ein Tag der Befreiung gewesen ist. Zudem erinnert er an die unterschiedlichen Schicksale der Menschen. Außerdem stellt er klar, dass der 8. Mai untrennbar mit dem Tag des Beginns der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, dem 30. Januar 1933, verbunden ist, der die Ursache für Flucht, Vertreibung und Unfreiheit darstellt. Am Ende des Auszuges aus der Rede Weizsäckers benennt dieser die Gruppen der Opfer des nationalsozialistischen Regimes, die
3 Geiss, Imanuel: Geschichte griffbereit. München 2002, S. 1041 4 Geiss, S. 1054
5
5
es an diesem Jahrestag zu gedenken gelte, wobei er besonders die größte Opfergruppe, die getöteten Juden, hervorhebt.
2.2. Einordnung in den historischen Kontext
2.2.1. Der Historikerstreit in den 80er Jahren
Die Rede Richard von Weizsäckers wurde etwa ein Jahr vor dem Beginn des Historikerstreits im Juni 1986 gehalten, der bei der folgenden Einordnung der Quelle in den historischen Kontext die zentrale Rolle spielt.
2.2.2. Allgemeines zum Historikerstreit
Von besonders großer Bedeutung für die historiographische Aufarbeitung des deutschen Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 ist die Kontroverse
zwischen bundesdeutschen Geschichtswissenschaftlern und Intellektuellen Mitte der 1980er Jahre, die auch als “Historikerstreit” bezeichnet wird.6
Inhaltlich wurde in dem Historikerstreit insbesondere die historische Position der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, der Verbrechen zwischen 1933 und 1945 sowie der “Vernichtungskriegführung” diskutiert. 7 Außerdem ging es um die Frage, ob bestimmte Auffassungen einiger Historiker der Bundesrepublik, wie z.B. die von Ernst Nolte und Andreas Hillgruber, eine Relativierung der nationalsozialistischen Herrschaft darstellen und “apologetische Tendenzen”, also den Nationalsozialismus verteidigende Ansätze, enthalten.8
6
7
8 Ebenda, S.7
Arbeit zitieren:
Robert Liniek, 2005, Historikerstreit / Die Rede Weizsäckers zum 40. Jahrestag der Befreiung, München, GRIN Verlag GmbH
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