Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Geschichte der Erwachsenenbildung 2
3. „Erwachsenenbildung“ im Nationalsozialismus 3
3.1. „Bildung“ im Bereich Kunst 5
4. Unterschiedlichen Entwicklungen nach 1945 6
4.1. Die Phasen in der BRD 7
4.2. Die Phasen in der DDR 9
5. Schluss 11
6. Literaturangaben S 12
1. Einleitung
Die immer schneller werdende Entwicklung der Technik und der damit verbundene Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften, kann schon lange nicht mehr alleine durch eine schulische Ausbildung gedeckt werden.
Der Einzelne muss in der Lage sein, sich auch nach der Ausbildung immer weiter qualifizieren zu können. „Dies ist nicht allein im Interesse des Individuums gefordert, sondern auch im Blick auf den Erhalt eines funktionsfähigen ökonomischen Systems notwendig.“ (Wittpoth 2003, S. 32). Diese Notwendigkeit eines lebenslangen Lernens ist nicht neu.
Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Notwendigkeit des sog. „life long learning“, angesichts der zunehmenden Industrialisierung erkannt. Dem versuchte man anfänglich mit gegründeten Volksbildungsvereinen gerecht zu werden. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wird wieder verstärkt die Forderung nach „lebenslangem Lernen“ laut. Qualifizierung und Weiterbildung der Erwachsenen gehören jetzt unter Anderem zu den Hauptaufgaben der Erwachsenenbildung.
Die Hausarbeit wird die Geschichte der Erwachsenenbildung kurz skizzieren und das Aufgabenverständnis in den verschiedenen Epochen (während des Nationalsozialismus und die Entwicklungen nach 1945 in der BRD und DDR) deutlich machen. Anfänglich ist immer noch von Volksbildung die Rede, erst ab 1945 etabliert sich der Begriff Erwachsenenbildung endgültig und löst den der Volksbildung ab. Zusätzlich setzt sich der Begriff Weiterbildung als Oberbegriff gegenüber Erwachsenenbildung durch.
Da die beiden Begriffe oft nicht klar voneinander zu unterscheiden sind und synonym verwendet werden, empfiehlt sich eine kurze Definition:
Weiterbildung dient zur Vermittlung von Qualifikationen für die Sicherung beruflicher Leistungsfähigkeit (vgl. Kaiser 2001, S.91).
Erwachsenenbildung dagegen orientiert sich an dem Einzelnen und hilft ihm bei der Gewinnung und Sicherung von Identität (ebd.).
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2. Geschichte der Erwachsenenbildung
Die Bildung Erwachsener gibt es schon seit der Antike, sei es in Form von Theater oder im Mittelalter durch die Predigt (vgl. Kaiser 2001, S. 191). Die Anfänge der institutionellen Erwachsenenbildung sind allerdings erst in Folge der Aufklärung im 18. Jahrhundert entstanden. Die Menschen werden nun „als lernbedürftige und lernfähige Subjekte angesehen“ (Wittpoth 2003, S. 25). Anfänglich waren vor Allem die Volksaufklärung und die Ausbreitung der pädagogischen Aktivitäten, über das wohlhabende und gebildete Bürgertum hinaus, die Hauptaufgaben der Erwachsenenbildung. Dies geschah mit Hilfe von moralischen Wochenschriften und den entstandenen Lesegesellschaften (Wittpoth 2003, S. 26). Im 19. Jahrhundert wurde Erwachsenenbildung als „Form der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung“ verstanden (Kaiser 2001, S. 192). Durch Wissenschaftler und Wanderdozenten sollte wissenschaftliches Wissen auch an das Volk weitergegeben werden, zudem wurden die ersten Handwerker- und Volksbildungsvereine gegründet.
Während der Weimarer Republik wird die Verbreitung von Volksbildung immer wichtiger, es kam zu einem regelrechten „Gründungsboom“ der Volkshochschulen (Wittpoth 2003, S.28).
Auch in bildungspolitischen Diskussionen gewann die Volks- bzw. Erwachsenenbildung an Bedeutung. Die Verfassung von 1919 enthält den Auftrag, dass das „Volksbildungswesen, einschließlich der Volkshochschulen von Reich, Ländern und Gemeinden gefördert werden“ soll (§ 148, Abs. 4; Feidel- Mertz 1975, S. 21). Es entsteht eine neue Richtung der Erwachsenenbildung. Wo vorher noch die Wissensvermittlung an die Massen die Aufgabe war, ging es jetzt um Individualität und Auseinandersetzung mit Weltanschauungen (vgl. Wittpoth 2003, S. 28f.). Der Erwachsene rückt als Individuum mit seinen persönlichen Problemen und Bedürfnissen in den Vordergrund (vgl. Kaiser 2001, S. 193). Zudem sollte Volksbildung der „Volk- Bildung dienen“ (ebd.). Bildungsarbeit sollte über „soziale Grenzen hinweg“ möglich sein (vgl. Kaiser 2001, S. 192). Dies geschah in den gegründeten Arbeitsgemeinschaften, kleinen überschaubaren Gruppen, in denen „Lehrende und Lernende in einem Lernprozess gleichberechtigt“ vereint werden sollten (Feidel- Mertz 1975, S. 15).
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3. „Erwachsenenbildung“ im Nationalsozialismus
Die Frage, ob es während des Nationalsozialismus Erwachsenenbildung gegeben hat bzw. geben konnte, lässt sich nicht eindeutig beantworten (vgl. Feidel- Mertz in Tippelt 1999, S. 42). „In Theorie und Praxis [kann] unter nationalsozialistischer Herrschaft [von Erwachsenenbildung im eigentlichen Sinn] kaum noch die Rede sein“, nur „einige punktuelle Ansätze bleiben in Nischen“ erhalten (ebd.).
In der Zeit des Nationalsozialismus brechen die Ziele der Erwachsenenbildung aus der Weimarer Republik (also z.B.: in den Arbeitsgemeinschaften Teilnehmer, mit unterschiedlich politischen Anschauungen, ins Gespräch kommen zu lassen; das individuelle Eingehen auf jeden Einzelnen und dessen Förderung der Selbstständigkeit) ab (vgl. Kaiser 2001, S. 193).
Schon 1933 wurden viele „bestehende Organisationen der Volksbildung aufgelöst“ (Wittpoth 2003, S. 29). In einem Erlass vom 19.9.1933 wird die „Hauptaufgabe des Volkshochschulwesens nicht darin gesehen, nationalsozialistisches Gedankengut verstandesmäßig zu vermitteln, sondern darin, die Willenshaltung des deutschen Volkes zu fördern.“ (ebd.). Daran hatten sich die Volkshochschulen zu halten, auch wenn die Träger weiterhin noch „Länder, Provinzen und Gemeinden“ waren (ebd.). 1934 wurde das Volkshochschulwesen komplett zentralisiert, indem es „dem Reichsschulungsamt der NSDAP und der deutschen Arbeiterfront als deutsches Volksbildungswerk angeschlossen“ wurde (Feidel- Mertz in Tippelt 1999, S. 49). Die Volksbildungsarbeit wird nun von einem Zentrum aus bis hin zum Instrument der Kriegsführung funktionalisiert (vgl. Wittpoth 2003, S. 29). Durch die folgenden politischen „Säuberungen“ (Entlassung der Mitarbeiter/innen und Leiter/innen) beim Personal, kam es zur Schließung von freien, konfessionellen und politisch gebundenen Einrichtungen (Feidel- Mertz in Tippelt 1999, S. 42f.). Beispielsweise in Breslau an der städtischen Abend- Volkshochschule, wo „Alfred Mann als Jude für die Leitung nicht mehr tragbar“ war (ebd.); denn die Volkshochschulleiter sollten „Fachleute“, aber auch „zuverlässige Nationalsozialisten“ sein (Feidel- Mertz in Tippelt 1999, S. 49).
Ihre Hauptaufgabe war die Vermittlung „wahrer deutscher Kultur“ und das Durchsetzen von „blindem Gehorsam gegenüber dem Führer“(Kaiser 2001, S. 193).
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Arbeit zitieren:
Claudia Faller, 2005, Erwachsenenbildung im Nationalsozialismus und die Entwicklung danach, München, GRIN Verlag GmbH
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