Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
PS Medienlehre Presse
Wintersemester 2005/2006
Die Geschichte der Presse in Deutschland:
Von den Anfängen bis zum Ende des 18.Jahrhunderts
von: Christine Engel (geb. Zech)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die ersten Druckwerke
3. Die Zeitung
3.1 Der Begriff „Zeitung“
3.2 Vorrausetzung für die Revolution der Zeitung
3.3 Meßrelationen und Fuggerzeitungen
3.4 Periodische Zeitungen
4. Die Zeitschrift
5. Die Redakteure und die Herausgeber
6. Die Reaktionen, die Rezipienten und die Inhalte
7. Zensur und Pressefreiheit
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Die Geschichte der Presse und des Journalismus kann eigentlich nicht mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern beginnen. Menschen waren immer schon neugierig und wollten Neues und Kurioses erfahren. So kann man die Spielleute und Troubadoure des Mittelalters ebenfalls als Journalisten bezeichnen, da sie in ihren Minnegesängen genau so Nachrichten verbreiteten wie es der handschriftliche Privatbrief schon lange davor getan hat. Auch wenn die vier Hauptmerkmale der heutigen Zeitung (Aktualität, Periodizität, Universalität, Publizität) bei diesen Medien meist nicht gegeben waren. Natürlich gab es Bücher auch schon lange vor Gutenberg. Vor Erfindung des Buchdrucks wurden sie im europäischen Raum durch Aufmalen mit Pinseln und mehrmaliges Abschreiben mit Federkielen durch Mönche in Klöstern vervielfältigt.1 Kurz vor 1450 waren schon Einblattdrucke, so genannte Inkunabeln, bekannt. Sie wurden mit Hilfe von Druckstöcken, die Holzschnitte einer ganzen Seite darstellten, angefertigt.2 Papier kam Ende des 14. Jahrhunderts durch die Araber über China in den europäischen Raum. Es löste das Pergament ab, das bis dahin der meist benutzte Bedruckstoff war. Um 1440 soll es schon zehn Papiermühlen in Deutschland gegeben haben. Das Papier war in der Herstellung billiger als Pergament und wurde erst aus Hanf, Flachs und Lumpenschiefer, später aus Holz, hergestellt.3
Diese Seminararbeit beschäftigt sich aber in erster Linie mit der Geschichte der Presse. Aus diesem Grund beginnt sie mit der Drucktechnik nach Johannes von Gutenberg und den ersten Druckerzeugnissen. Die Seminararbeit fährt fort mit dem Begriff „Zeitung“ und wie sich das Medium über drei Jahrhunderte entwickelt hat. Auf dieses Kapitel folgt die Geschichte der Zeitschriften. Im Anschluss darauf wird die Entwicklung der ersten Redakteure sowie der Herausgeber beleuchtet. Die letzten beiden Kapitel handeln von den damaligen Reaktionen auf die verschiedenen Druckwerke, von den Rezipienten der damaligen Medien, sowie von Presserecht, Zensur und Pressefreiheit der damaligen Zeit.
Die Seminararbeit orientiert sich zum größten Teil an folgender Literatur: Heinz Pürer und Johannes Raabe: „Medien in Deutschland“, Rudolf Stöber: „Deutsche Pressegeschichte“, Ernst Bollinger: „Pressegeschichte I“ und dem Fischer Lexikon für Publizistik und Massenkommunikation. Bewusst weggelassen wurde das Buch „Geschichte der deutschen Presse“ von Günter Bialowons, da sich die Schrift zu sehr an den sozialistischen und marxistischen Lehren orientiert. Ebenfalls vermieden wurde das Buch „Deutsche Presse“ von Hans A. Münster, da im Vorwort das nationalsozialistische dritte Reich glorifiziert und gegen die jüdische Bevölkerung gehetzt wird.
2. Die ersten Druckwerke
Johann oder Johannes von (oder auch: Gensfleisch zum) Gutenberg lebte von circa 1400 bis 2. März 1468. Er erfand nicht den eigentlichen Druck, denn schon in Babylon, bei den Römern und in Fernost gab es bestimmte Drucktechniken4. Das Revolutionäre an Gutenbergs Erfindung 1445, waren die beweglichen Buchstaben, mit denen der Druckstock zusammengesetzt war. Die beweglichen Lettern waren aus einer Legierung aus Blei, Zinn, Wismut und Antimon5 spiegelverkehrt gegossen.6 Anschließend wurde der gesamte Druckstock mit Farbe bestrichen und auf das Papier gepresst.7 Die meist benutzte Druckschrift dabei und später allgemein in Deutschland war „Fraktur“8. Das erste Druckwerk Gutenbergs war die „Pelpliner Bibel“9 oder allgemein auch Gutenberg-Bibel genannt. Sie hatte 42 Zeilen pro Seite und insgesamt 290 verschiedene Lettervariationen.10 Für das Projekt benötigte er rund zwei Jahre11, und anschließend - 1450 - erschienen von ihm ebenfalls die ersten gedruckten Kalenderblätter mit astronomischen Hinweisen.12 Die erste kommerzielle Verwendung des Drucks war im selben Jahr, die Vervielfältigung der Ablassbriefe, mit der sich die Menschen von ihren Sünden freikaufen konnten.13
Wenig später, um das Jahr 1480, eroberten Flugblätter, auch neue Zeitungen genannt, die Gunst der Leser. Bei ihnen handelte es sich um Einblattdrucke im Format Folio (etwa DIN A 4) oder Großfolio (etwa DIN A 5).14 Sie wurden auf Märkte verkauft und waren oft mit Blickfängen aus Holz- oder Kupferstichen, meist anspruchslos, bebildert.15
[...]
1 Vgl. Pürer,Heinz/Raabe Johannes: Medien in Deutschland. Band 1. Presse. Konstanz 1996, S. 13.
2 Vgl. ebd., S. 13.
3 Vgl. ebd., S. 14.
4 Vgl. Wilke, Jürgen: Pressegeschichte. In: Noelle-Neumann, Elisabeth/Schulz, Winfried/Wilke, Jürgen: Fischer Lexikon: Publizistik und Massenkommunikation. Frankfurt am Main 2004, S.462.
5 Vgl. Stöber, Rudolf: Deutsche Pressegeschichte. Konstanz 2005, S.22.
6 Vgl. Wilke 2004, a.a.O., S. 462.
7 Vgl. Pürer/Raabe 1996, S. 14.
8 Vgl. ebd., S. 15.
9 Vgl. ebd., S. 14.
10 Vgl. Stöber 2005, a.a.O., S. 24.
11 Vgl. ebd., S. 25.
12 Vgl. Bollinger, Ernst: Pressegeschichte I. Freiburg/Schweiz 1995, S. 2.
13 Vgl. ebd., S. 1.
14 Vgl. Stöber 2005, a.a.O., S. 35.
15 Vgl. ebd., S. 40.
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Christine Engel (geb. Zech), 2006, Die Geschichte der Presse in Deutschland: Von den Anfängen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, Munich, GRIN Publishing GmbH
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