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1. Theoretische Einführung 3
1.1. Diagnose. 3
1.2. Vorkommen. 5
1.3. Erklärungsansätze 5
1.4. Medizinische, verhaltenspsychologische und familiensystemische Maßnahmen. 6
2. Falldarstellung 7
3. Die klientenzentrierte Gesprächsführung nach C. Rogers 9
3.1. Die Haltung des Gesprächsführenden. 9
3.1.1. Echtheit (Kongruenz) 9
3.1.2. Positive Wertschätzung. 10
3.1.3. Einfühlendes Verstehen 10
3.2. Techniken der klientenzentrierten Gesprächsführung 11
4. Rollenspiel. 13
5. Auswertung des Rollenspiels 16
6. Ausblick: 18
6. Ausblick: 18
Literaturverzeichnis 19
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ADHS / Aufmerksamkeits- ,Hyperaktivitätsstörung
Das Portrait eines hyperaktiven Kindes zeichnete 1845 Dr. Heinrich Hoffmann in seinem berühmten „Struwwelpeter“ (einem, nach unseren heutigen Begriffen, eigentlich recht sadistisches Kinderbuch, in dem jedes unartige Verhalten grausam bestraft wird). Kinder, die wir als verhaltensgestört bezeichnen, gab es demnach auch früher schon.
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„Hyperaktivität“ ist keine eindeutige Diagnose. Es gibt viel zu unterschiedliche Auffassungen, Definitionen, Diagnosekriterien und Ursachenhypothesen über Phänomene, die selbst von Experten nicht einheitlich beschrieben werden. Mit unterschiedlicher Gewichtung werden folgende Begriffe für ähnlich erscheinende Verhaltensauffälligkeiten verwendet:
eine organische Ursache, mit anderen eher auf eine psychische Verursachung hingewiesen. Es
4
werden in den unterschiedlichen Begrifflichkeiten auch verschiedene Symptombereiche fokussiert: Motorik, Konzentration, Lernen oder diszipliniertes und angepasstes Verhalten. Für eine Erstellung einer Krankheitsdiagnose ist zunächst zu klären, ob das Verhalten eines Kindes tatsächlich aus dem Bereich der altersgemäßen Entwicklung herausfällt. Ob das Kind vielleicht nur auf eine Umwelt trifft, die sein an sich normales kindliches Verhalten nicht tolerieren kann.
In der 4. Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals psychischer Störungen (DSM-IV) (Saß, Wittchen & Zaudig 1998), wird eine enge Verbindung zwischen hyperaktiven Verhaltensweisen und einer Aufmerksamkeitsstörung vermutet und deshalb die Diagnose "Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung" bei einem Kind oder Jugendlichen als angemessen betrachtet, wenn die in Kasten 1 dargestellten Kriterien erfüllt sind.
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Nach übereinstimmender Meinung aller Experten beginnt die Störung mindestens vor dem 7. Lebensjahr. 2-3% der Mädchen und 8-9% der Jungen in der Grundschule sind als "hyperaktiv" zu diagnostizieren. 4-10% der Kinder von 2-15 Jahren sind "aufmerksamkeitsgestört". Meist zeigen sich die Symptome während der gesamten Kindheit hindurch, etwa ein Drittel der Kinder zeigt auch später im Erwachsenenalter noch Anzeichen der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung. Als Nebenmerkmale treten auf: niedriges Selbstwertgefühl, übermäßige Stimmungsschwankungen, niedrige Frustrationstoleranz, Wutausbrüche.
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Das Phänomen Hyperaktivität/Aufmerksamkeitsstörung ist ein Paradebeispiel für die unterschiedlichen und stark divergierenden Sichtweisen, welche die naturwissenschaftlich orientierte Medizin und die sozialwissenschaftlichen Fächer (Psychologie, Pädagogik, Soziale Arbeit) an Entwicklungsprobleme von Kindern herantragen. Während die Medizin entsprechend ihrem Verständnis von 9HUKDOWHQVDXIIlOOLJNHLWHQ DOV .UDQNKHLWHQ nach inneren, organischen
Ursachen sucht, richten Psychologie und Pädagogik ihr Augenmerk auf die äußeren Einflüssen in der Umwelt des Kindes, die es möglicherweise unruhig werden lassen. Vermutlich ist Hyperaktivität bei Kindern weder alleine die Folge von Erziehungsfehlern bei Eltern und Lehrern, noch kann sie alleine auf angeborene, organische Ursachen reduziert werden.
Zu den Medizinisch naturwissenschaftlichen Erklärungsansätzen für hyperaktives Verhalten zählen:
Genetische Defekte (erbliche Prädisposition)
Erworbene Gehirnschädigungen (Minimale Cerebrale Dysfunktionen des Gehirns, prä-, peri-, oder postnatal erworben)
Theorie der Untererregung (Wenn das Noradrenalinsystem im Hypothalamus zu schwach ist, dient das hyperaktive Verhalten zur Stimulation des trägen Nervensystems)
Störung im Glucosestoffwechsel (mangelhafter Zuckerstoffwechsel)
Allergietheorien (Allergie gegen Salicylate oder Phosphate lösen Stoffwechselstörungen aus, die Veränderungen des Gehirnstoffwechsels und damit des Verhaltens bewirken.)
Verknüpfung von Allergie- und Erregungstheorie
Die gängigen Erklärungsansätze im Sozialwissenschaftlichen Bereich sind: Lerntheoretische Erklärungen (durch “ falsche“ Erziehung erworbene Hyperaktivität)
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Diathese-Stress-Theorie (Kind mit organischer Prädisposition für Hyperaktivität trifft auf ungünstige Erziehungspraktiken wie ungeduldige, abweisende Eltern, wodurch Verhalten sich verschlimmert und verfestigt)
Kognitive Verarbeitungsstörung (Störung in den Wahrnehmungsfunktionen, die dann zu weiteren kognitiven Verarbeitungsproblemen für das Kind führen)
Hyperaktivität als Sekundärneurose (Konzentrationsstörungen und unkontrollierte Motorik führen zu Misserfolgen im Leistungs- und Sozialbereich. Die sich daraus ergebenden Unsicherheiten und sich entwickelnden Minderwertigkeitsgefühle werden durch auffälliges oder sogar antisoziales Verhalten überkompensiert, wird zur Gewohnheit, es entstehen sich selbst verstärkende negative Entwicklungen)
Systemische / familiendynamische Erklärungsversuche (Kind als Symptomträger im sozialen Bezugssystem, Ursache der Unruhe liegt außerhalb des Kindes, und ist in den konflikthaften Beziehungen der Familienmitglieder untereinander begründet. Das hyperaktive Kind bringt diese Spannungen durch sein Verhalten zum Ausdruck.)
Gleich, ob organische oder psychosoziale Ursachen überwiegen, eine von Kindern gezeigte hyperaktive Symptomatik beeinträchtigt ihre Entwicklungsmöglichkeiten sehr stark. Zum einen können sie aufgrund ihres ruhelosen Verhaltens und ihrer Konzentrationsschwächen ihre intellektuellen Kapazitäten nicht ausreichend nutzen und weiterentwickeln. Sie geraten spätestens in der Schule ins Hintertreffen. Zum anderen geraten sie durch ihren ungebremsten Bewegungsdrang und die Unruhe und das Chaos, das sie um sich herum verursachen, sozial immer stärker unter Druck. Sie enttäuschen die Erwartungen ihrer Eltern, Erzieher- und LehrerInnen und erfahren daher immer mehr Ablehnung. Durch ihre Impulsivität und Unzuverlässigkeit finden sie kaum Freunde. Hyperaktives Verhalten provoziert stets soziale Ablehnung und Sanktionen.
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Medikamente (für medizinische Erklärungsansätze; Einnahme des Medikamentes “ Ritalin“ , möglichst regelmäßig und in hoher Dosierung. Viele Kinder sprechen darauf an, aber: viele Nebenwirkungen!)
Diäten (entsprechend der Allergietheorien, zum Beispiel: Salicylatarme, farbstofffreie Diät. Vorteil: keine Nebenwirkungen, aber nur wenige Kinder sprechen darauf an.)
Frühförderung, Sonder-, Behinderten-, Heilpädagogik (Versuch, durch gezielte, der Störung des Kindes angemessene pädagogische Interventionen, Behinderungen aufzuheben oder zumindest zu kompensieren oder ihrer weiteren Verschlechterung entgegenzuwirken.)
Psychotherapie mit den Kindern (verhaltenstherapeutische Prinzipien, Entspannungsübungen, autogenes Training, ...)
Elterntherapie (Eltern fühlen sich schuldig an der Verhaltensstörung ihres Kindes)
Arbeit zitieren:
Martina Hassemer, 2001, Das hyperkinetische Syndrom. Theoretische Hintergründe und Interventionsmöglichkeiten in der sozialarbeiterischen Beratungspraxis, München, GRIN Verlag GmbH
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