Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition traditionelle und neue Erwerbsarbeit
3. Definition Normalarbeitsverhältnis
4. Die Krise der Erwerbsarbeit
4.1 Wie es zur Krise kam
5. Neue Beschäftigungsformen
6. Modelle der Neuorganisation von Fließbandarbeit
7. Neue Formen der Arbeit
8. Gründe für die Einführung von mindergeschützten Beschäftigten
9. Neue Arbeitstypen
9.1 Der virtuelle Unternehmer
9.2 Der Arbeitskraftunternehmer
9.3 Der Arbeitsgestalter
10. Die neue Arbeitsgesellschaft
10.1 Eine humanere Arbeitsgesellschaft
11. Fazit
12. Quellenverzeichnis
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1. Einleitung Aufgrund steigender Arbeitslosigkeit und gleichzeitiger Häufung von Insolvenzan- trägen steigen in Zeitungen, Fernsehen und anderen Massenmedien die Berichte über Forderungen nach neuen Arbeitsmodellen. Auch ist die Zukunft von jedem herkömmlichen Erwerbstätigen in der heutigen Zeit nicht mehr als sicher einzu- stufen.
„Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter“ 1 . Aufgrund dieser These versuchen immer mehr Unternehmen die herkömmliche Erwerbsarbeit durch neue Arbeitsmodelle zu ersetzen um so ein Optimum an Leistung aus den Mitar- beitern und damit für das Unternehmen herauszuholen. Hierbei wird immer weni- ger auf das bisherige Modell des Normalarbeitsverhältnises eingegangen. Es entstanden neue Arbeitsformen und Arbeitstypen. Doch sind diese neuen Ar- beitsmodelle in der Lage die traditionelle Erwerbsarbeit abzulösen?
Hierzu möchte ich zuerst die Krise der traditionellen Erwerbsarbeit darstellen, daraufhin die jetzige Entwicklung zu neuen Erwerbsmodellen aufzeigen. An- schließend gehe ich auf mindergeschützte Beschäftigungsformen ein und nach- folgend wird die neue Arbeitsgesellschaft, die unweigerlich im Entstehen begriffen ist, charakterisiert. Insbesondere die humanere Arbeitsgesellschaft, wie sie von einigen Autoren dargestellt wird, fließt hierbei gesondert ein. Im Fazit werde ich dann noch einmal konkret die Eingangsfrage aufgreifen und ein Resümee ziehen.
1 Feldmann, Peter H.: „Schöne neue Bürowelt“
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2. Definition traditionelle und neue Erwerbsarbeit Um über den Sachverhalt zu reden muss zuerst einmal abgegrenzt werden, was in dieser Arbeit unter Erwerbsarbeit und Normalarbeitsverhältnis verstanden wird. Hierzu ist die Aufteilung der Erwerbsarbeit in die traditionelle sowie in die neue notwendig.
Unter traditioneller Erwerbsarbeit ist in dieser Arbeit das Normalarbeitsverhältnis zu betrachten. Seit Jahrzehnten gehen wir von der Vorstellung aus, einen Beruf zu erlernen und diesen bis zur Rente, in meist einem Betrieb, auszuüben.
Demgegenüber steht die neue Erwerbsarbeit. Immer häufiger wird hierbei davon ausgegangen, dass man, aufgrund der Arbeitsmarktsituation, öfter den Arbeits- platz wechseln muss. Auch gehören Fortbildung, Weiterbildung und Umschulung zur Tagesordnung, die im Gegensatz zur traditionellen nicht durch ein Unterneh- men, sondern aus eigener Tasche bezahlt wird. Begleitet wird dies durch den zeitlich begrenzten, kompletten Rückzug aus der Arbeit (Sabbatjahr). Auch ist der Ruhestand nicht mehr abrupt sondern fließend. Man ist als Seniorpartner oder nebenbei immer noch im Berufsleben tätig. Die Entwicklung von der traditionellen zur neuen Erwerbsarbeit wird oftmals als „Krise der Erwerbsarbeit“ bezeichnet.
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3. Definition Normalarbeitsverhältnis Beim Normalarbeitsverhältnis handelt es sich um eine „stabile, sozial abgesicher- te, abhängige Vollzeitbeschäftigung“² bei der Lohn, Arbeitszeit und dergleichen tariflich festgelegt sind. Da auch im Krankheitsfall, bei Unfällen sowie Urlaub der Lohn weitergezahlt wird, ist eine Beschäftigungsstabilität gegeben. Es entsteht also eine kontinuierliche Erwerbsbiographie 2 . Diese ist wichtig um eine Familien- planung bzw. Zukunftsplanung zu machen. Ebenso wichtig ist die damit verbun- dene soziale Absicherung im Invaliditätsfall oder bei altersbedingtem Ruhestand. In der heutigen Zeit von besonderer Bedeutung ist das Weiterbestehen des Lohnverhältnisses bei Fort- oder Weiterbildung.
4. Die Krise der Erwerbsarbeit
Unter Krise der Erwerbsarbeit wird der bereits oben beschriebene Wandel von traditioneller zur neueren Erwerbsarbeit verstanden. „In den meisten westlichen Gesellschaften war bis in die 1960er Jahre hinein die Vorstellung von einem 'normalen Lebensablauf' (…) typisch“ 3 . Hierbei ist zu beachten, dass sich das Normalarbeitsverhältnis auflöst und sich neue Beschäftigungsmöglichkeiten auf- tun. Diese neuen Arbeitstypen werden im späteren Verlauf der Arbeit noch aus- führlicher dargestellt. Der Ausgang dieser Veränderung ist noch nicht absehbar. Sehen manche Soziologen – zu nennen wäre hier Mutz - diese Veränderung nicht zwingend als Krise an, so erkennen sie doch den Wandel und die sich neu herausbildende Arbeitsgesellschaft.
„Deutschland steht am Abgrund. Der Staat ist überschuldet.
Die Arbeitslosigkeit steigt. Die Zahl der Beschäftigten sinkt.“ 4
So beschreibt ein Bürgermeister die aktuelle Situation. Daraus ist abzulesen, dass aufgrund der staatlichen Verschuldung keine Hilfe von der Regierung zu erwarten ist. Im Gegenteil muss eher mit Kürzungen der Subventionen gerechnet werden.
2 Vobruba, Georg: „Arbeit und Einkommen nach der Vollbeschäftigung“, In: Leviathan, 1995, S.157 3 Hurrelmann, Klaus: „Der entstrukturierte Lebenslauf. Die Auswirkungen der Expansion der Ju- gendphase“, 2003, S. 117 4 Zitat aus einer Haushaltsrede der Stadt Hechingen, S. 1
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In der Landwirtschaft, die nach aktuellen Prognosen noch verstärkt abnehmen wird, sinkt die Zahl der Beschäftigten. Ebenso im sekundären Sektor, wo wie beim primären ein Beschäftigungsrückgang trotz Umsatzsteigerung verzeichnet wurde. Dies wird in Schlagwörtern wie „Aufschwung ohne Arbeitsplätze“ 5 .sehr deutlich. Einzig der Dienstleistungssektor konnte bis vor kurzem neue Arbeits- plätze schaffen. Jedoch verzeichnet auch er, etwa im Bankgewerbe, seit neues- tem einen Rückgang der Beschäftigungszahlen. Diese Entwicklung liegt weit über dem normalen konjunkturellen Zyklus, dem ein Markt unterliegt. Längst müsste die Konjunktur wieder anziehen und so die Arbeitslosen wieder in die Arbeitsge- sellschaft eingliedern. Die Realität sieht anders aus: „für die kommenden Jahre kündigen Industrieanalysten noch weit größere Einschnitte an“ 6 .
Zu der Krise gehört aber nicht nur der stetige Verlust an Arbeitsplätzen, sonst würde man schnell an das von manchem Soziologen prognostizierte „Ende der Arbeit“, das auch in Rifkins Titel steckt, stoßen. Zu der Krise gehört gleichzeitig das Ende der regulären abhängigen Erwerbsarbeit. Diese, in der Regel von mor- gens bis zum späten Nachmittag, an 5 Tagen in der Woche ausgeübte Arbeit wird durch neue flexiblere Modelle ersetzt. Galt 1965 noch Schelskys Satz, dass der Beruf „eine der großen sozialen Sicherheiten, die der Mensch in der moder- nen Gesellschaft…noch besitzt“ 7 , so ist heutzutage die Kontinuität des von Schelsky angeführtem Lebensberuf nicht mehr gegeben.
4.1 Wie es zur Krise kam
Durch die Globalisierung der Wirtschaft und der Märkte müssen die Unternehmen im weltweiten Wettkampf bestehen. Diese Global Players, also weltweit operie- rende Grossunternehmen, lagern ihre Produktion aus, weil sie so Personalkosten sparen können. Diese „Entgrenzung der Arbeitsgesellschaft“ 8 hat zur Folge, dass in den klassischen Industrienationen die Arbeitslosigkeit zunimmt. Auch wurden neue Arbeitssituationen nötig, um den Wettlauf im internationalen Konkurrenz- kampf zu gewinnen.
5 Rifkin, Jeremy: „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft“, 1997, S. 11 6 Rifkin, Jeremy: „Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft“, 1997, S. 18 7 Schelsky in Baethge, Martin / Baethge-Kinsky, Volker: „Jenseits von Beruf und Beruflichkeit? – Neue Formen von Arbeitsorganisation und Beschäftigung und ihre Bedeutung für eine zentrale Kategorie gesellschaftlicher Integration“, 1998, S. 461 8 Mutz, Gerd „Der souveräne Arbeitsgestalter in der zivilen Arbeitsgesellschaft“, Aus Politik und Zeitgeschichte, 2001, S. 16
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Arbeit zitieren:
Bernd Kirschmer, 2005, Die neue Arbeitsgesellschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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