Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Die Großstadt 5
1.1 Begriffserklärung Großstadt 5
1.2 Stadtentwicklung in Europa ab dem 18.Jh 5
1.3 Die Aktuelle Entwicklung in der Großstadt Paris. 6
2. Alltagsrealitäten und Perspektiven Jugendlicher 9
3. Gemeinwesenarbeit. 11
3.1 Begriffserklärung GWA. 11
3.2 Methoden, Ziele und Wirkung 11
3.3 Geschichte der Gemeinwesenarbeit 12
3.4 Aktuelle Begriffe der Gemeinwesenarbeit 14
3.4.5 Quartiersmanagement 14
3.4.6 Agenda 21 14
4. Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit. 16
5. Warum Gemeinwesenarbeit als Lösung? 17
6. Das Programm „Soziale Stadt“ als Lösungsansatz 18
Schlusswort 19
Literaturverzeichnis. 21
2
Einleitung
Berlin, Moskau, London, Paris. Wo man auch hinschaut, die Großstadt gerät wieder in den Blickpunkt. Das Leben, besonders in den Industrienationen spielt sich immer stärker in den Großstädten ab. Doch nicht nur die Vergrößerung der Städte nimmt kontinuierlich zu, auch die Unübersichtlichkeit und die steigende Armut in bestimmten Stadtteilen haben sich dadurch enorm verschärft. Waren die Städte in Europa von einer sozialräumlichen Spaltung nach amerikanischem Vorbild bisher nicht betroffen, so nehmen die Tendenzen zur Gettoisierung auch in europäischen Großstädten rasant zu. Nicht erst seit den Krawallen im November 2005 in Paris weiß man, dass die Lage in den französischen Vororten besonders prekär ist. Die Problemlagen der Gesellschaft spiegeln sich dort am deutlichsten. Dem Reichtum und Wachstum stehen Armut, Kriminalität und Angst gegenüber. Damit ist die soziale Rolle und die sozialen Funktionen, die die Stadt und die Stadtinstitutionen ihrer Bevölkerung bieten muss, unumgänglich geworden. Welche Rolle kann dabei die Gemeinwesenarbeit spielen? Dass der Kauf eines „Hochdruckreinigers“ bei der Firma Kärcher und die anschließende „Säuberung des Problemviertels vom Gesindel“ nicht die Lösung des Problems sein kann, ist bestimmt auch Nicht-SozialarbeiternInnen bewusst. 1 Aber welche Lösungsmodelle kann die Gemeinwesenarbeit bieten, um z.B. Unruhen wie in den Pariser Vororten gar nicht erst aufkommen zu lassen? Insbesondere wegen der Aktualität dieser erschreckenden Entwicklung, versuche ich der Frage, ob die derzeitige Entwicklung in den Großstädten ein Thema für die Gemeinwesenarbeit sein kann, nachzugehen.
Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die Großstadtentwicklung der letzten Jahre ermöglichen und die bereits angesprochene Problematik der heutigen Zeit aufgreifen. Zunächst konzentriert sich der Blick auf die Stadtentwicklung seit dem 18.Jahrhundert. Anhand des Beispiels Paris wird die aktuelle Entwicklung genauer unter die Lupe genommen.
1 vgl. www.stern.de. 25.11.05
3
Zur Verdeutlichung der derzeitigen Lage in den Großstädten folgen in Abschnitt 2 aktuelle Beispiele jugendlicher Alltagsrealitäten in Form von Interviews. Im dritten Kapitel wird genauer auf die Gemeinwesenarbeit, ihre Geschichte und ihre Methoden eingegangen. Warum Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit eigentlich schon immer zusammengehörte wird im nächsten Kapitel genauer ausgeführt, sowie mögliche Lösungsansätze der Gemeinwesenarbeit im Rahmen der Stadtentwicklung dargestellt. Abschließend werden Zukunftsperspektiven der Gemeinwesenarbeit aufgezeigt und als Fazit zusammengefasst.
4
1. Die Großstadt
1.1 Begriffserklärung Großstadt
„Im Allgemeinen eine Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern (laut Internationalem Institut für Statistik 1887). Die Großstadt ist in mehrere, funktional unterschiedene Stadtteile eingeteilt. Sie hat meistens ein Zentrum (City), in dem es gute Einkaufsmöglichkeiten und viele Geschäftsräume (Geschäfts- und Büroviertel), aber wenig Wohnraum gibt. Andere Stadtteile sind häufig reine Wohn- oder Industriegebiete. Hochhäuser und Wolkenkratzer sind ein charakteristisches Merkmal für eine Großstadt (es gibt allerdings auch Großstädte ohne Hochhäuser, z.B. in China). Großstädte sind bedeutende Wirtschafts-, Verwaltungs- und Kulturzentren für ein weit reichendes Einzugsgebiet, einschließlich Mittel- und Kleinstädten. Sie bilden häufig Trabantenstädte aus. Großstädte sind meistens das Zentrum eines Ballungsraumes. Die wichtigsten Großstädte der Welt werden Metropolen genannt. Die meisten davon bildeten sich erst in den letzten Jahrhunderten aus. Viele Großstädte haben infrastrukturelle Probleme auf Grund der hohen Einwohnerzahlen. Eine ausreichende medizinische Versorgung sowie die Elektrizitäts- und Wasserversorgung für alle Bewohner der Stadt sind problematisch. Es kann in Großstädten zur Ausbildung von Elendsvierteln (Slums) kommen“. 2
1.2 Stadtentwicklung in Europa ab dem 18.Jh
Nachdem in Großbritannien die Industrialisierung und die damit verbundene Verstädterung der Gesellschaft bereits Mitte des 18.Jh. Einzug hielt, dauerte es in Deutschland und Frankreich bis ca.1900. Entscheidende Innovation dabei war die Dampfmaschine, welche es ermöglichte, dass die verarbeitende Industrie nicht mehr an die Standorte der Rohstoffvorkommen gebunden war und somit in die Stadt umsiedeln konnte, wo Arbeitskräfte, Kapital und technisches Wissen vorhanden waren. Fabrikanlagen und Arbeiterviertel mit Mietskasernen entstanden in der Nähe der Altstädte.
2 Infothek Kompakt 1998
5
Nachdem sich die Altstädte in der ersten Phase verdichtet hatten, kam es dann zur räumlichen Expansion. Mit Hilfe der Massenverkehrmittel wie z.B. der Pferdebahn ab etwa 1880 verstärkte sich das Außenwachstum. Die bestehenden Städte wuchsen und veränderten sich zu Städteverbundgebieten. Zwischen 1918 und 1933 wurden neue Konzepte des sozialen Städtebaus entwickelt und z.B. in Hamburg und Berlin umgesetzt. Ab Mitte der 60er Jahre gab es im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs große Stadtentwicklungs- und Stadterweiterungsprojekte. Satellitensiedlungen resultieren dabei aus der Vorstellung scheinbar grenzenlosen Wachstums. Im Jahre 1990 wohnten beispielsweise in Großraum Paris bereits über 10 Millionen Menschen. Das ist im Vergleich zu 1920 eine Verdoppelung der Einwohnerzahl in gerade einmal 70 Jahren. Mittlerweile ist man vom dem Schwerpunkt der Großwohnsiedlungen (Suburbanisierung) abgekommen und strebt in der Städteplanung zunehmend in die Richtung einer sanften Modernisierung, welche z.B. Projekte wie Stuttgart 21 hervorbringt. 3
1.3 Die Aktuelle Entwicklung in der Großstadt Paris
Die Entwicklung der Großstädte, insbesondere die der Hauptstadt Frankreichs nimmt seit geraumer Zeit eine neue Dimension an. Wirtschaftliche Veränderungen, welche die nationalen Grenzen überschreiten spielen dabei die entscheidende Rolle. Als wesentliche Faktoren gelten die Internationalisierung und die Globalisierung. Des Weiteren bildet sich ein historisch neuer Stadttyp heraus, die „Global City“. Sie unterscheidet sich nicht nur durch ihre spezifische wirtschaftliche Struktur, sondern zusätzlich durch die daraus resultierende soziale und räumliche Struktur. „Global Citys“ werden durch ihre wirtschaftliche Attraktivität somit zu Zielorten für Migranten.
3 vgl. www.wikipedia.org. 28.11.05
6
Arbeit zitieren:
Patrick Wehner, 2006, Die aktuelle Entwicklung in den Großstädten - Eine Chance für die Gemeinwesenarbeit?, München, GRIN Verlag GmbH
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