Inhalt
1. Einleitung
2. Röpke: Der lernende Unternehmer
3. Unternehmertypen und wirtschaftliche Entwicklung
3.1. Der Routineunternehmer
3.2. Der Arbitrageunternehmer
3.3. Der innovative Unternehmer
3.4. Der evolutorische Unternehmer
4. Systematik der Unternehmertypen
5. Innovation und Evolution - Motor der wirtschaftlichen Entwicklung
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
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Was auf dem Weg zählt, ist die Fähigkeit zum Wandel.
1. Einleitung
Noch nie zuvor hat sich die Welt, die Technik, die ganze Gesellschaft so rasch und umfassend verändert wie in der heutigen Zeit. Diese Entwicklungen üben großen Druck auf die Unternehmen, besonders auf die kleinen und mittelständischen Betriebe, aus. Die Produktlebenszyklen werden kürzer, das Innovationstempo wird schneller, die Informationsgesellschaft verändert die Rolle des Wissens, lebenslanges Lernen ist gefordert, die Globalisierung eröffnet neue Märkte, erfordert aber auch neue Anforderungen an die Unternehmen, vor allem Flexibilität und Schnelligkeit - in dieser Umwelt müssen Unternehmen bestehen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie sich auf die sich immer wieder verändernden Einflüsse und Anforderungen einstellen. Wie erfolgreich die Unternehmen dabei sind, davon hängt auch maßgeblich die Entwicklung der Volkswirtschaft ab. „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ - dieser Satz gilt auch für eine Volkswirtschaft. Je erfolgreicher die Summe der Unternehmen, desto positiver die wirtschaftliche Entwicklung.
Doch warum ist der eine Unternehmer erfolgreicher als ein anderer? Was unterscheidet Unternehmer? Warum können sich vergleichbare Unternehmen unter vergleichbaren Bedingungen völlig unterschiedlich entwickeln? Und was ist ihr Beitrag zur Volkswirtschaft? Die nachfolgende Arbeit beschäftigt sich mit unterschiedlichen Unternehmertypen und ihren Fähigkeiten, mit denen sie einen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten. Grundlage sind die theoretischen Ansätze von Prof. Dr. Jochen Röpke, veröffentlicht in seinem Buch „Der lernende Unternehmer - Zur Evolution und Konstruktion unternehmerischer Kompetenz“.
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2. Röpke: Der lernende Unternehmer
In seinem Buch „Der lernende Unternehmer“ analysiert Prof. Dr. Jochen Röpke, seit Mitte der siebziger Jahre Professor für Wirtschaftstheorie an der Philipps-Universität Marburg, den Motor und das Rückgrat der volkswirtschaftlichen Entwicklung: das Unternehmertum. Der Autor beschreibt verschiedene Unternehmertypen und ihren potentiellen Beitrag zu einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leitet er die Forderung nach einem neuen Typus von Unternehmer ab: den evolutorischen Unternehmer. Die von Röpke dargestellte System- und Evolutionstheorie wird durch reale praktische Beispiele ergänzt, die zumeist aus der Tätigkeit des Autors im Rahmen des „Marburger Förderzentrums für Existenzgründer aus der Universität (Mafex)“ stammen. Daher ist ein zentraler Themenbereich des Buchs der Unternehmensgründer und die Möglichkeiten und Grenzen seiner Ausbildung.
Die Einstellung des 67jährigen Professors für Ökonomie ist durch zwei sehr gegensätzliche Vorbilder geprägt: zum einen durch den chinesischen Philosoph Laotse, zum anderen durch den Nationalökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek, bei dem Röpke habilitierte. Neben seiner Tätigkeit an der Philipps-Universität Marburg führt ihn seine Affinität zur asiatischen Kultur regelmäßig nach Indonesien, wo er an der Universität Bandung Ökonomie lehrt. In seinen Publikationen verbindet Röpke daher Elemente der östlichen und westlichen Hemisphäre.
Sein Werk „Der lernende Unternehmer“ hat er unter eine Weisheit Laotses gestellt: „Was auf dem Weg zählt, ist die Fähigkeit zum Wandel“.
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3. Unternehmertypen und wirtschaftliche Entwicklung
Joseph Schumpeter bezeichnet in seiner „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ die Unternehmerfunktion als „das eigentliche Grundphänomen wirtschaftlicher Entwicklung“ (Schumpeter, 1964, S. 110).
Er unterscheidet den „Wirt“ und den „Unternehmer“. Der Wirt passt sein Verhalten den bestehenden Verhältnissen und Kreisläufen an und handelt innerhalb der „Grenze der Routine“ (Schumpeter, 1964, S. 118). Die wirtschaftliche Entwicklung wird dadurch weder qualitativ (z.B. durch Innovationen) noch quantitativ (z.B. durch überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum) vorangetrieben. Das zu erwartende Resultat ist Nullwachstum; lediglich durch den verbesserten Ressourceneinsatz und die Entwicklung von Routine kann ein minimales Wachstum entstehen.
Als Unternehmer bezeichnet Schumpeter die Wirtschaftssubjekte, „deren Funktion die Durchsetzung neuer Kombinationen ist und die dabei das aktive Element sind“ (Schumpeter, 1964, S. 111). Der Unternehmer bricht aus der Routine aus, wagt Neues und setzt seine Neuerungen durch. Dabei muss er auf verschiedenen Ebenen Schwierigkeiten und Widerstände überwinden. Die sachliche Schwierigkeit besteht darin, dass er außerhalb der gewohnten Routine über keine verlässlichen Daten verfügt, die Grundlage für sein neues Handeln sein könnten. Die individuelle Schwierigkeit liegt im Unternehmer selbst begründet; er muss sich bewusst der eigenen Routine entziehen. Die soziale Schwierigkeit ist die soziale Umwelt, die in der Regel mit Widerstand auf Neuerungen reagiert (Schumpeter, 1964, S. 124 ff.).
Den Effekt für die wirtschaftliche Entwicklung bezeichnet Schumpeter als „Schöpferische Zerstörung“ der Gleichgewichte. Da das Durchbrechen der Routine eine Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten bewirkt, ist Unternehmertum der Schlüssel zur Erreichung von wirtschaftlichen Wachstum und technischem Fortschritt. Der Wirt verwaltet die Bestände, der Unternehmer treibt die wirtschaftliche Entwicklung voran.
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Arbeit zitieren:
Dipl. Wirtschaftsgeographin Ursula Hertlein, 2006, Unternehmertypen und wirtschaftliche Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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