Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 'berufliche Begabung' 4
3. Woran erkennt man einen leistungsstarken Jugendlichen?
5
3.1. Kriterien zur Auswahl leistungsstarker Jugendlicher 5
3.2. Probleme bei der Erkennung leistungsstarker Jugendlicher 6
4. Fördermaßnahmen und Qualifizierungsziele 7
5. Der Modellversuch "LAnf"
9
5.1. Hintergrund und Ziele des Modellversuchs 9
5.2. Die Konzeption des Modellversuchs 10
5.3. Die praktische Umsetzung 13
6. Nutzen der Begabtenförderung berufliche Bildung 14
6.1. Nutzen für den Auszubildenden 14
6.2. Nutzen für die Betriebe 15
7. Fazit 15
8. Abbildungsverzeichnis 17
9. Literaturverzeichnis 18
3
1. Einleitung
Menschen haben unterschiedliche Fähigkeiten, jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Die Stärken - und auch die Schwächen - zu entdecken und das Beste daraus zu machen verdient Anerkennung und Förderung. Ob in Schule, Studium oder Beruf - das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) versucht die unterschiedlichen Begabungen und Talente zu finden und zu fördern. Die Begabtenförderung beschränkt sich derzeit jedoch im Wesentlichen auf das BMBF-Programm "Begabtenförderung berufliche Bildung" und ist auf eine Förderung nicht während, sondern erst nach Abschluss der beruflichen Ausbildung gerichtet. Wesentliches Förderkriterium ist die Note der Ausbildungsabschlussprüfung. Besonders leistungsstarke Absolventen einer anerkannten dualen Berufsausbildung werden mit Hilfe von Kostenzuschüssen für 3 Jahre in ihrer persönlichen und beruflichen Weiterbildung unterstützt. Dieses Förderprogramm wird derzeit nicht systematisch ergänzt durch eine berufliche Begabtenförderung, die frühzeitig in den beruflichen Schulen und den Ausbildungsbetrieben, also während der Berufsausbildung ansetzt. Begabungspotentiale in der Berufsausbildung werden u.U. nicht rechtzeitig genug erkannt, unterstützt und gefördert. Vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Zugangs zu höheren allgemeinen Bildungsgängen, in Verbindung mit dem Erwerb der Hochschulreife, ist die Identifizierung und Förderung beruflich besonders begabter und befähigter Jugendlicher bereits während des Ausbildungsverlaufs jedoch immer notwendiger. 1 Nach Auskunft befragter Betriebe wird der Anteil der leistungsstarken Jugendlichen in der betrieblichen Ausbildung - bezogen auf die Gesamtzahl der Auszubildenden - auf 5 -10 % eingeschätzt. Daher sollte das bestehende BMBF-Förderprogramm ausgebaut und erweitert werden. "Es sollte sich nicht nur vornehmlich an leistungsstarke Absolventen beruflicher Ausbildung richten und die angebotenen Fördermaßnahmen im allgemeinen auf berufsbegleitende Weiterbildung, wie Fremdsprachen, Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung, Betriebswirtschaft und EDV, konzentrieren, sondern auf die Förderung besonders befähigter Jugendlicher während der betrieblichen Ausbildung ausgedehnt werden." 2
Thema dieser Hausarbeit soll daher sein, die Möglichkeiten und Verfahren der Begabtenförderung bereits während der betrieblichen Ausbildungszeit darzustellen, also noch bevor
1 Vgl. Helmut Pütz, Selten sind die Überflieger, Bielefeld 1998, S. 5
2 Ebenda, S. 5
4
das Förderprogramm des BMBF zum Greifen kommt. Als Beispiel soll der bereits erfolgreich abgeschlossene Modellversuch "Leistungsstarke Auszubildende nachhaltig fördern" (LAnf) genannt werden, welcher in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), welches der Rechtsaufsicht des BMBF unterstellt ist, durchgeführt wurde.
2. Begriffsklärung 'berufliche Begabung'
Um sich näher mit dem Thema Begabtenförderung befassen zu können, muss dieser Begriff zunächst bestimmt werden. "Leider liegt jedoch keine anerkannte Definition beruflicher Begabung vor, geschweige denn ein bewährtes theoretisches Modell der Entstehung beruflicher Begabung." 3
Bei der Entwicklung von Kriterien und Instrumenten zur Diagnose beruflicher Begabung sind im wesentlichen die zu einem bestimmten Zeitpunkt entwickelten und erlernten Fähigkeiten, Fertigkeiten und das Wissen, die die besonders erfolgreiche Ausübung eines Berufes ermöglichen, von Interesse. Es geht also um berufliche Talente. Der einzige in der Literatur zu findende Ansatz einer genauen Bestimmung beruflicher Begabung geht auf Bartenwerfer zurück und implementiert, dass Aspekte aus den Komponenten allgemeiner Begabung auch für berufliche Begabung relevant sei. Hierzu zählen seiner Ansicht nach sowohl die allgemeine Intelligenz, als auch die soziale Intelligenz, ein gutes Gedächtnis, Kreativität, schnelles Denken, Engagement und Zielstrebigkeit, günstige Umweltbedingungen usw. 4
Diese und noch weitere Faktoren werden in vier Kategorien zusammengefasst. "Er betrachtet herausragendes Niveau in allen Kategorien als Voraussetzung für die Annahme einer beruflichen Hochbegabung:
1. Befähigung bezüglich Intelligenz und Persönlichkeit,
2. Arbeitsmotivation mit Berücksichtigung der rivalisierenden Motivation einschließlich Selbstkonzept,
3. verarbeitete schulische und außerschulische Bildungsmenge bzw. Menge der verfügbaren leistungsrelevanten Erfahrungen,
3 Rudolf Manstetten (Hrsg.), Begabtenförderung in der beruflichen Bildung, Göttingen Bern Toronto Seattle
1996, S. 100
4 vgl. ebenda, S. 107
5
4. Förderung von Hochleistungen durch die Umwelt." 5
3. Woran erkennt man einen leistungsstarken Jugendlichen?
Für die Beschreibung und Identifizierung besonders leistungsstarker Jugendlicher in der betrieblichen Ausbildung sind nach den zuvor genannten Kategorien vor allem die Persönlichkeits-, Motivations-, Leistungs- und Schlüsselqualifikations- Faktoren von ausschlaggebender Bedeutung. Fachwissen und Fachkenntnisse sowie geschickter Umgang mit Problemen, Werkzeugen und Material spielen zwar auch eine wichtige, jedoch in der Ausbildung ergänzbare Rolle, darin sind sich fast alle Ausbildungsbetriebe weitgehend einig. 6
3.1. Kriterien zur Auswahl leistungsstarker Jugendlicher
Als besondere Qualifikation von leistungsstarken Jugendlichen werden die im Folgenden genannten Eigenschaften immer wieder hervorgehoben:
• Engagement
• Selbständigkeit
• Sozialkompetenz
• Unterstützung für andere Auszubildende
• Teamfähigkeit
• Auffassungsgabe
• verkäuferische Fähigkeiten
• Kundenorientierung
• Leistungen in der Fachtheorie
• Leistungen in der innerbetrieblichen Unterweisung
• Leistungen in der Berufsschule 7
Generell lässt sich sagen, dass sich besonders leistungsstarke Auszubildende durch größeres Engagement, durch mehr Eigeninitiative, durch erweiterte Lern- und Beteiligungsbereitschaft und auch höhere Fähigkeiten und Kenntnisse gegenüber dem durchschnittlichen Auszubil-
5 Ebenda,S. 107f
6 vgl. Helmut Pütz, Selten sind die Überflieger, Bielefeld 1998, S. 22
7 vgl. ebenda, S. 22
Arbeit zitieren:
Maike Danne, 2005, Förderungsmöglichkeiten für leistungsstarke Auszubildende in der betrieblichen Ausbildung, München, GRIN Verlag GmbH
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