Inhaltsverzeichnis:
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1. Einleitung - 3-
2. Hauptteil - 3-
2.1. formale Analyse - 3-
2.2. Bezug zur Weihnachtsgeschichte - 6-
2.3. Bezug zu Borcherts eigenem Lebenslauf - 9-
2.4. Intention des Autors -10-
3. Schluss -11-
4. Literaturverzeichnis -13-
2
1. Einleitung
Die biblische Weihnachtsgeschichte wurde von Wolfgang Borchert, mit seiner Kurzgeschichte „Die drei dunklen Könige“, auf ein Szenario der Nachkriegszeit übertragen. Zunächst soll die Kurzgeschichte formal analysiert werden. In einem zweiten Arbeitsschritt soll der Bezug zur Weihnachtsgeschichte und anschließend der Bezug zu Borcherts eigenem Lebenslauf hergestellt werden. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, weshalb Borchert das Weihnachtsmotiv in seiner Kurzgeschichte aufgegriffen hat, und welche Intention er damit verfolgte.
2. Hauptteil
2.1. formale Analyse
Die Kurzgeschichte „Die drei dunklen Könige“ von Wolfgang Borchert wurde kurz nach dem zweiten Weltkrieg veröffentlicht und setzt sich mit den ärmlichen Verhältnissen während der Nachkriegszeit auseinander. Thematisch ist sie daher eindeutig der sogenannten Trümmerliteratur zuzuordnen.
Sie lässt sich in drei Abschnitte gliedern: Zuerst wird die Familie in ihrem Elend dargestellt. Danach folgt der Besuch der drei Fremden als „d a s Ereignis“ 1 und zuletzt richtet sich der Blickwinkel wieder auf die Familie, die nun im Gegensatz zur Situation am Anfang vom Licht erfüllt ist.
Die Kurzgeschichte ist sprachlich sehr einfach gehalten, ganz nach dem Prinzip der „lakonische[n] Kürze“ 2 . „[D]ie Weise des Sprechens ist
1 Weber, Albrecht: Die drei dunklen Könige. In: Hirschenauer, Rupert/Weber, Albrecht: Inter-
pretationen zu Wolfgang Borchert. München, R. Oldenbourg Verlag, 1962 (= Interpretationen
zum Deutschunterricht an den höheren Schulen), 97-108. S. 107.; im folgenden zitiert: Weber,
1962.
2 Migner, Karl: Leben und Werk Wolfgang Borcherts. In: Hirschenauer, Rupert/Weber, Alb-
recht: Interpretationen zu Wolfgang Borchert. München, R. Oldenbourg Verlag, 1962 (= Inter-
3
anspruchslos, fast primitiv, vergleichbar etwa mit der Bert Brechts. Ohne überhöhende und veredelnde Absicht registriert sie einfach.“ 3 Die Sätze sind alle sehr kurz und nur selten - ausgenommen bei der Einleitung wörtlicher Rede - tauchen Nebensätze auf. Die Figurenrede, welche übrigens nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet ist, folgt dem selben Sprachstil. Oft werden in der direkten Rede Verben und andere Wörter gespart. „Diese Ellipsen, aber auch die vollständigen Sätze, beschränken sich meist nur auf das Notwendigste des Gesprochenen.“ 4 Albrecht Weber erkennt darin „eine gewisse Gleichförmigkeit des Tons“ 5 . Vieles wird nur angedeutet und nur verkürzt oder gar nicht erst ausgesprochen. Einer der drei Ankömmlinge bietet beispielsweise dem Vater Tabak an, indem er ihm seine Manteltasche hinhält (vgl. DDDK. S. 186.). Dieser auffälligen Kürze und Schlichtheit steht jedoch die häufige Verwendung von Adjektiven entgegen, die daher zu „Sinnträgern“ 6 werden. Außerdem fällt eine große Bildebene auf, die sich hinter der sprachlichen Kürze verbirgt. Der Text arbeitet mit einer Vielzahl rhetorischer Mittel. Bereits die Überschrift enthält eine Alliteration auf ,d‘ (vgl. DDDK. S. 185.). Viele Gegenstände werden personifiziert und ihre Empfindungen werden auf menschliche Weise ausgedrückt. So ist das Pflaster „erschrocken“ (DDDK. S. 185.), die Holzlatte seufzt (vgl. DDDK. S. 185.) und die Tür weint (vgl. DDDK. S. 185.). Dem Leser werden nicht einfach Tatsachen präsentiert, sondern er muss bereits beim Lesen interpretieren, um zum Beispiel zu erkennen, was mit den abgebrochenen Häusern (vgl. DDDK. S. 185.) gemeint ist. Die Kurzgeschichte wird von einem auktorialer Erzähler erzählt. Der Erzähler beschränkt seinen Blickwinkel jedoch auf die Familie. Überwiegend werden die Gedanken des Mannes beschrieben, und auch als der Mann mit den drei Besuchern das Haus zum Rauchen verlässt,
pretationen zum Deutschunterricht an den höheren Schulen), 109-118. S. 117., im folgenden
zitiert: Migner, 1962.
3 Weber, 1962. S. 104.
4 Buchholz, Jens: Zukunftsperspektiven in den Werken Wolfgang Borcherts (Untersucht an der
Erzählung "Die drei dunklen Könge"). Göttingen, 1999. http://www.hausarbeiten.de/faecher
/hausarbeit/lit/232.html [31.03.05]; im folgenden zitiert: Buchholz, 1999.
5 Weber, 1962. S. 105.
6 Weber, 1962. S. 103.
4
Arbeit zitieren:
Daniel Steinbach, 2005, Wolfgang Borchert: "Die drei dunklen Könige" - eine Weihnachtsgeschichte in der Nachkriegzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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