Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Der Islam, die einzig wahre Religion 2
2.1. Der Absolutheitsanspruch des Islam 2
2.2. Der Totalitätsanspruch des Islam 3
2.3.Der Universalitätsanspruch des Islam 4
3. Der Heilige Krieg 4
3.1. Die Stadt des Friedens und die Stadt des Krieges 4
3.2. Dschihâd 6
3.3. Friedenszeiten 8
4. Tod im Auftrag des Glaubens 9
4.1. Die Märtyrer 9
4.2. Das Töten von Menschen 9
5. Fazit 10
6. Literaturverzeichnis 12
I
1. Einleitung
„Den Koran in der einen Hand, einen Säbel in der anderen: So führte unser Prophet seinen göttlichen Auftrag aus.
Der Islam ist keine Religion für Duckmäuser, sondern Glaube derjenigen, die den Kampf und die Vergeltung schätzen.“ 1
Seit der Iranischen Revolution 1979 wurde die westliche Welt, durch zahlreiche Attentate, mit dem „Heiligen Terror“ konfrontiert. Doch nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001, steht die Welt so fassungslos wie noch nie vor der Tatsache, dass eine Religion in der Lage ist, ihre Anhänger zu einer Attacke zu motivieren, die das Leben tausender Unschuldiger fordert.
Wann immer ein Bombenattentat oder eine Flugzeugentführung verübt wird, ist von islamischen Fundamentalisten und Dschihâd die Rede.
Es ist unumstritten, dass es neben den islamischen auch christliche, hinduistische und jüdische Fundamentalisten gibt. Dennoch belegen zahlreiche Anschläge, dass die Gewaltbereitschaft in moslemischen Gesellschaften sehr hoch ist. 2 Hier sind
zum Beispiel zu nennen:
11. April 2002: 21 Touristen werden bei dem Anschlag auf Djerba getötet, 29 verletzt. 08.Mai 2002: 11 Tote in Pakistan bei einem Bombenangriff auf einen französischen Militärbus. 12. Oktober 2002: Bei einem Bombenangriff im indonesischen Ferienort Kuta sterben über 190 Menschen. 3 29. August 2003: Das aktuellste Attentat im Irak fordert 75 Menschenleben, darunter der irakische Schiiten Führer al- Hakim. Des Weiteren sind in den letzten Monaten zahlreiche tote US- Soldaten im Irak zu verzeichnen.
Der Islam stellt einen Universalitätsanspruch gegenüber der Menschheit. Allahs Wille muss auf der gesamten Welt durchgesetzt werden und zu diesem von ihm sanktionierten Ziel scheint jedes Mittel legitim zu sein. Aber woher kommt dieser Anspruch? Warum ist die westliche Welt die Quelle des Bösen? An was glauben die Selbstmordattentäter? Legitimiert der Glaube den
1 Ali Khamenei, zitiert bei: Taheri, Amir, Morden für Allah. Terrorismus im Auftrag der Mullahs, übers. von Agnes Beck, München 1993, S.7.
2 Vgl. ebd., S. 21.
3 Vgl. Hirschmann, Kai, Terrorismus (= Wissen 3000), Hamburg 2003, S. 67.
1
„Heiligen Terrorismus“? Ziel dieser Hausarbeit ist es die religiösen Hintergründe der islamischen Terroranschläge zu beleuchten.
Zu Beginn werden die Ursachen für den Anspruch des Islam, die einzig wahre Religion zu sein, erläutert. Anschließend erfolgt eine Darlegung über die ursprüngliche Bedeutung des „Heiligen Krieges“ und was die radikalen Muslime motiviert unschuldige Menschen zu töten.
2. Der Islam, die einzig wahre Religion
2.1. Der Absolutheitsanspruch des Islam
Der Absolutheitsanspruch des Islam als einzig „wahre“ Religion steht in engem Zusammenhang mit dem Propheten Muhammad. Er ist der Gesandte Gottes mit der Aufgabe den Koran zu predigen.
Für gläubige Muslime ist der von Muhammad überlieferte Koran die letzte Instanz in Fragen des Gesetzes, der Verhaltensmuster und der praktischen Entscheidungen, denn die Liebe zu Gott drückt sich in der treuen Gefolgschaft, die man dem Gesandten erweist, aus. 4 „Wahrlich, ihr habt an dem Propheten
Allahs ein schönes Vorbild für jeden, der auf Allah und den letzten Tag hofft und Allahs häufig gedenkt.“ 5
Die Offenbarung im Koran und die Prophetengestalt Muhammad lässt eine Übereinstimmung mit dem Evangelium und der Tora erkennen. Für Muhammad ist dies ein Zeichen der Wahrheit seiner Botschaft. Er ist die endgültige Gestalt der von Gott gewollten Religion und bewirkt so die Aufhebung aller früheren Religionen. 6 „Er ist es, der seinen Gesandten geschickt hat mit der Führung und
der Religion der Wahrheit, dass er sie siegreich mache über jede andere Religion.“ 7
Des Weiteren ist im Koran die tiefe Abneigung gegen das Christentum und vor allem gegen die Juden verankert. Die Juden würden die göttliche Offenbarung verspotten und die Gläubigen zum Unglauben verführen. Über die Christen wird
4 Vgl. Khoury, Adel Theodor, Der Islam und die westliche Welt. Religiöse und politische Grundfragen, Darmstadt 2001, S. 33.
5 Der Koran. Eine vollständige Ausgabe, übers. von Hazrat Mirza Tahir Ahmad, München 1992, Sure 33, Vers 22.
6 Vgl. Khoury, Adel Theodor, Der Islam und die westliche Welt. Religiöse und politische Grundfragen, a.a.O. (Anm.4), S.16.
7 Der Koran, a.a.O. (Anm.5), Sure 48, Vers 29.
2
im Koran kritisiert, dass sie Jesus als den Sohn Gottes sehen, somit also die Lehre des Propheten Muhammad verfälschen. 8
Aus diesem Grund sei der Islam, und keine andere Religion, als Maßstab jeden Glaubens anzusehen.
2.2. Der Totalitätsanspruch des Islam
Die Islamisten verstehen Religion, Politik und Recht als Einheit und wollen somit, dass privates wie öffentliches Leben auf den Normen des Islam aufgebaut ist. Hierfür muss die Scharia, die Rechtsordnung, die auf Gottes Wort beruht, zur Anwendung kommen. Ihre Durchsetzung leitet sich aus dem Koran und der Sunna 9 ab. 10
Zwar gibt es Handlungen, bei denen der gläubige Muslim weiß, wie Gott, der oberste Richter, über sie urteilen würde, aber eine große Anzahl von Fällen geht über das hinaus was der Koran oder die Sunna eindeutig regeln. 11 Um in dieser
Situation ein gewisses Maß an Sicherheit zu haben, kann ein Rechtsgelehrter aufgesucht werden, der zu der Frage ein Rechtsgutachten, fatwa, erstellt. Neben dem Koran können hier weitere Rechtsquellen Verwendung finden: „ der Analogieschluss (qiyâs), der Konsens der Gelehrten (ijmâ`), das Prinzip der Notwendigkeit einer Handlung (durûriyya) und das Für- gut- Halten (istihsân).“ 12
Anders als zum Beispiel ein deutsches Richterurteil, ist die fatwa nicht verbindlich. Ist der Muslim mit der Antwort des Gelehrten nicht zufrieden, kann er sich an einen anderen wenden, mit der Hoffnung eine für ihn bessere Antwort zu erhalten. Da aber ein gewisses Maß an Verbindlichkeit unabdingbar ist, entstanden zusätzliche offizielle Rechtsinstitutionen, die überprüfen ob politische Entscheidungen mit der Scharia konform sind. Als Folge ergibt sich eine Unübersichtlichkeit aus islamischem und westlichem Recht sowie Gewohnheitsrecht. Daher fordern traditionell radikale Muslime die ausschließliche Anwendung der Scharia. 13
8 Vgl. Khoury, Adel Theodor, Der Islam und die westliche Welt. Religiöse und politische Grundfragen, a.a.O. (Anm.4), S. 29ff..
9 Sunna: überlieferte Auskünfte und Taten des Propheten Muhammad
10 Hartmann, Richard, Die Religion des Islam. Eine Einführung, Darmstadt 1992, S. 63 ff..
11 Vgl. ebd., S. 71.
12 Heine, Peter, Terror im Namen Allahs. Extremistische Kräfte im Islam (= Herder Spektrum, Bd.
5240), Freiburg 2001, S. 15.
13 Vgl. ebd., S. 16 f..
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Arbeit zitieren:
Sarah Stolle, 2003, Terrorismus im Auftrag Allahs, München, GRIN Verlag GmbH
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