Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. II
Abk ürzungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Grundlagen zur gesetzlichen Krankenversicherung 1
2.1. Das System der GKV in Deutschland. 2
2.1.1. Entstehung des Systems in Deutschland 2
2.1.2. Aktuelle Situation in Deutschland 3
2.1.3. Aufbau und Leistungen der GKV 4
2.2. Rechtfertigung von Staatstätigkeit 6
3. Problembereiche der GKV. 8
3.1. Principal-Agent-Problem 8
3.1.1. Moral Hazard 8
3.1.2. Adverse Selektion 9
3.2. Probleme auf Einnahmeseite. 9
3.2.1. Demographische Probleme 9
3.2.2. Konjunkturelle Probleme 11
3.3. Probleme auf Ausgabenseite 13
3.3.1. Medizinisch-Technische Fortschritt. 13
3.3.2. Demographischer Wandel. 14
3.3.3. Problem der angebotsseitigen Nachfrageausweitung. 15
3.2. Probleme der Beitragsbemessungsgrundlage. 15
4. Reformvorschläge bzw. Gestaltungsoptionen 17
4.1. Aktuelle Reformvorschläge 17
4.2. Abwägung der Gestaltungsoptionen 19
5. Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Marktanteile der gesetzlichen Krankenkassen (Quelle: Eigene Darstellung in
Anlehnung an KM1, Stand 10/2005) ............................................................................... 3 Abb. 2: Altersaufbau im Wandel (Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland 2003) ....... 10 Abb. 3: Bruttoinlandsprodukt und Finanzierungsbasis der GKV (Quelle: Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen 1994, Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung 2000, Bundesdruckerei 1999, Bundesministerium für Gesundheit 2001, Statistisches Bundesamt 2002,
Arbeitskreis VGR 2002) ................................................................................................ 12 Abb. 4: Alterung in Deutschland von 1971 - 2050 (Quelle: ver.di - Vereinigte
Dienstleistungsgewerkschaft) ........................................................................................ 14
Abkürzungsverzeichnis
BIP -Bruttoinlandsprodukt BKK -Betriebskrankenkasse GKV -Gesetzliche Krankenversicherung PKV -Private Krankenversicherung SPV - Soziale Pflegeversicherung
1. Einleitung
„Es wird teurer werden […] und der Staat wird weniger zuschießen“ (Bundeskanzlerin Angela Merkel), warnte Angela Merkel im März 2006 und kündigte an, die Bürger müssten sich darauf vorbereiten, dass in den kommenden Jahren weitere Kosten für die medizinische Versorgung auf sie zukommen werden. Diese Aussage basiert auf einem fünfstündigen Treffen der Fraktionsvorsitzenden von Union und SPD und gibt einen Ausblick über die Auswirkungen der bevorstehenden Gesundheitsreformen für die einzelnen Bundesbürger in Deutschland. Grund hierfür ist, dass im Gesundheitssystem sieben bis zehn Milliarden Euro fehlen und die Koalitionäre die Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt an die gesetzlichen Kassen streichen wollen. 1 Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), vor allem aus finanzwissenschaftlicher Sicht, betrachtet werden. Hierbei werden in Kapitel 2 zuerst die Entwicklung der GKV in Deutschland, die aktuelle Situation, der Aufbau und die Leistungen einer GKV sowie die Rechtfertigung der Staatstätigkeit dargestellt. In Kapitel 3 werden ausführlich die Probleme der gesetzlichen Krankenversicherungen aufgezeigt und in Kapitel 4 mögliche Reformvorschläge bzw. Gestaltungsoptionen der Krankenversicherung diskutiert.
2. Grundlagen zur gesetzlichen Krankenversicherung
Das System der Krankenversicherung ist neben dem Prinzip der Fürsorge, worunter zum Beispiel das Verfahren der Sozialhilfe fällt, sowie dem Versorgungsprinzip, eines der zentralen Elemente im System der sozialen Sicherung. Die finanziellen Aufwendungen für das staatliche Sicherungssystem sind in den vergangenen Jahrzehnten aus diversen Gründen in den Industrienationen beträchtlich angestiegen, folglich kommt es in Deutschland zu einem Defizit von sieben bis zehn Milliarden Euro. 2 Um die Risiken, krank oder pflegebedürftig zu werden, abzusichern, existieren im Rahmen der sozialen Sicherung die Systeme der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der
1 vgl. Die Zeit 30.03.2006
2 vgl. Dietmar Wellisch 2000, S. 227
2
privaten Krankenversicherung (PKV) sowie der sozialen Pflegeversicherung (SPV). 3 Im Folgenden liegt der Fokus allerdings auf dem System der gesetzlichen Krankenversicherung.
2.1. Das System der GKV in Deutschland
In Deutschland gehören heute fast 90 Prozent der Bevölkerung einer der gesetzlichen Krankenversicherungen an. Die Mitglieder der GKV sind entweder pflichtversichert, oder, wenn ihr Jahreseinkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreitet, fakultativ versichert. Allerdings ist in den vergangenen Jahren ein deutlicher Trend hin zur privaten Vollversicherung bzw. zur gesetzlichen Krankenversicherung mit privater Zusatzversicherung zu erkennen. 4 Diese Aussage belegen die Daten des BKK Bundesverbandes, welche besagen dass im Jahr 1980 11,4 Prozent der Bundesbürger entweder privat vollversichert oder privat zusatzversichert waren. Im Jahr 2004 waren es bereits 22,4 Prozent, die Leistungen der privaten Krankenversicherungen in Anspruch nahmen. 5
2.1.1. Entstehung des Systems in Deutschland
Bereits im Jahre 1883 entwickelte Reichskanzler Bismarck im Sinne der finanziellen Absicherung der Bevölkerung für den Krankheitsfall mit der gesetzlichen Krankenversicherung ein umfangreiches staatliches Zwangssicherungssystem. Dieses System der sozialen Sicherung war Vorbild für die Sozialversicherungssysteme in vielen Industrienationen. Die Entschädigung für den Ausfall des Arbeitsentgeltes zur Deckung der Lebenshaltungskosten stand damals im Vordergrund. Nur zweitrangig wurde die Behandlung der Kranken finanziert. 6 Schon damals umfasste der Leistungskatalog Leistungen, wie zum Beispiel das Krankengeld, ärztliche Behandlung, Arznei- und Hilfsmittel, Krankenhausbehandlung, Sterbegeld und Wöchnerinnenunterstützung (Mutterschaftshilfe). Seinerzeit waren die Strukturen ähnlich wie heute, wobei die Arbeitgeber entgegen dem heutigen System nur 1/3 der Beiträge trugen und die Versicherungsnehmer 2/3. 7
3 vgl. Breyer/Franz/Homburg/Schnabel/Wille 2004, S.79
4 vgl. Baßeler/Heinrich/Utecht 2006, S.452
5 vgl. BKK Bundesverband, Rechenschaftsbericht der PKV
6 vgl. Bohnet 1999, S.300
7 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Sozialversicherung_in_Deutschland
3
2.1.2. Aktuelle Situation in Deutschland
Heute unterteilen sich die gesetzlichen Krankenkassen in die allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK), Betriebskrankenkassen (BKK), Innungskrankenkassen (IKK), Ersatzkassen für Angestellte und Arbeiter (EAN), landwirtschaftlichen Krankenkassen (EAR) sowie Bundesknappschaften und Seekrankenkassen. 8 Die Marktanteile der gesetzlichen Krankenkassen AOK, BKK und EAN machten 2005 knapp 80 Prozent des gesamten Marktvolumens aus, die anderen Krankenkassen hingegen spielten eine eher untergeordnete Rolle. 9 (siehe Abbildung 1)
Abb. 1: Marktanteile der gesetzlichen Krankenkassen (Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an KM1, Stand 10/2005)
Im Gegensatz zu den privaten Krankenversicherungen kann innerhalb der GKV jedes Mitglied ohne Rücksicht auf Berufs- oder Betriebszugehörigkeiten die Krankenkasse frei wählen. Diese gesetzlichen Krankenversicherungen dürfen keinem Versicherungsberechtigten verweigert werden. 10
8 vgl. Lampert 2004, S.249
9 vgl. http://www.bkk.de/bkk/powerslave,id,931,nodeid,931,p,0.html d
10 vgl. http://www.cecu.de/590+M5ee19dd9edc.html
4
Die Versicherung in der GKV ist außer für Beamte, Selbständige oder Personen, deren Lohn- oder Arbeitseinkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, obligatorisch. Wenn die Versicherungspflichtgrenze von 3.937,50 Euro je Monat überschritten wird, haben die Versicherungsnehmer die Wahl, ob sie als freiwilliges Mitglied in der GKV bleiben oder sich bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichern. 11
2.1.3. Aufbau und Leistungen der GKV
Unter der gesetzlichen Krankenversicherung kann ein System der kollektiven Risikoübernahme im Gesundheitssektor verstanden werden, wobei die zugehörigen Personen zum Zeitpunkt der Einzahlung der Versicherungsprämie noch nicht Wissen, ob sie die Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen müssen oder nicht. 12 Die gesetzliche Krankenversicherung gewährt für die Heilung von Krankheiten, vor allem die kostenlose Inanspruchnahme von ärztlicher Behandlung, die Versorgung mit Medikamenten im Krankheitsfall sowie einige Dienste im Rahmen der Vorsorge und Früherkennung von Krankheiten. Sie übernimmt des Weiteren die Kosten für Lohnfortzahlung der Arbeitgeber wenn ein Arbeitnehmer mehr als sechs Wochen krankheitsbedingt nicht arbeiten kann und finanziert die Krankenhausaufenthalte der Versicherten. Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen bestehen zu 90 Prozent aus Sachleistungen, worunter zum Beispiel die Medikamente und die ärztliche Behandlung fallen und lediglich zu 10 Prozent aus Geldleistungen, wozu beispielsweise das Krankheitsgeld oder das Mutterschaftsgeld zu zählen sind. 13
Das System der GKV basiert auf den drei grundlegenden Strukturprinzipien Solidarprinzip, Sachleistungsprinzip und dem Selbstverwaltungsprinzip, wobei das Solidarprinzip als das zentrale Element angesehen werden kann. 14 Das Solidarprinzip durchbricht das versicherungstechnische Äquivalenzprinzip, welches besagt, dass Personen mit gleichem Risiko auch gleiche Beiträge und gleiche Leistungen zu erwarten haben. Dies zeigt sich deutlich darin, dass sich der Beitrag der Krankenversicherung an der Löhnhöhe der Versicherungsnehmer orientiert und so eine Umverteilung von besser Verdienenden zu schlechter Verdienenden stattfindet.
11 vgl. http://www.die-gesundheitsreform.de/glossar/versicherungspflichtgrenze.html
12 vgl. Wellisch 2000, S. 229
13 vgl. Nowotny 1999, S. 459
14 vgl. http://www.cecu.de/590+M5ee19dd9edc.html
Arbeit zitieren:
Tobias Wahl, 2006, Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung, München, GRIN Verlag GmbH
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