Referatsausarbeitung - Kant als Repräsentant der Aufklärung - Uni Kiel im Mai 2002 2
Inhaltsverzeichnis
Seite
1 Antwort auf die Frage: Was ist Aufklärung? 3
2 Kants Menschenbild 3
3 Zur Staatsphilosophie 4-8
3.1 Worin besteht die Notwendigkeit einer 4
Staatsgr ündung?
3.2 Wann ist eine Herrschaft legitim? 5
3.3 Die Funktion des Staates und die Funktion des 7
B ürgers im Staat
4 Begriffsklärung 9-10
4.1 Der kategorische Imperativ 9
4.2 Der (Gesellschafts-)Vertrag 10
4.3 Die ideale Struktur des Staates 10
5 Ausblick: Kants Vertragstheorie und der 11
Kosmopolitismus
6 Literatur 12
Referatsausarbeitung - Kant als Repräsentant der Aufklärung - Uni Kiel im Mai 2002 3
1 Antwort auf die Frage: Was ist Aufklärung?
Kants philosophische Ansätze, auch die später davon abgeleiteten, bzw. hervorgegangenen staatsphilosophischen Gedanken, sind vor dem Hintergrund der Aufklärung zu sehen. Deshalb ist es wichtig, in diesem Referat eingangs auf diese Bewegung, diese Epoche hinzuweisen, in der Kants Theorien sich entwickelten.
Wie viele der Aufklärungsdenker des 18. Jh. sich bewusst von einer mythisch- spekulativen Tradition abkehrten, so folgte auch Immanuel Kant dieser Idee. Sie alle glaubten an die Kraft der menschlichen Ratio:
Überlieferte Werte, Institutionen, Konventionen und Normen wurden auf ihre rationale Legitimation hin überprüft.
Wohl der wirksamste deutsche Vertreter der Aufklärung war Immanuel Kant, der auf die in der Berlinischen Monatsschrift 1783 formulierte, rhetorische Frage des Pfarrers Johann Friedrich Zöllner (‚Was ist Aufklärung?’) in der Dez. - Nr. 1784 die berühmte definitorische Antwort gab:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache der selben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.
Sapere Aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.“ 1
Aus diesem Zitat ist schon ersichtlich, welches Menschenbild dem Philosophen vorschwebte. Es soll im Folgenden kurz skizziert werden.
1 Bahr 1989: 9f.
Referatsausarbeitung - Kant als Repräsentant der Aufklärung - Uni Kiel im Mai 2002 4
2 Kants Menschenbild
Kant sah den Menschen als eine gespaltene Kreatur an: Einerseits ein naturhaftes, rohes, wildes (wenn er sich auf das Naturhafte in sich zurückbesinnt zugleich: faules und feiges) Wesen an.
Andererseits sei der Mensch vernunftbegabt. 2 Seine Vernunftbegabtheit muss ihn dazu zwingen, sich aus einer durch Faulheit und Feigheit verursachten Unmündigkeit zu befreien, sodass es niemandem leicht würde, sich seines Verstandes zu bedienen. Dies ist eine aufklärerische Anthropologie, die freilich nicht von jedem der staatsphilosophischen Vorgänger Kants gedacht wurde. 3
Der Rekurs auf die Aufklärung ist für das Referat deshalb sinnvoll, weil später noch öfter im Hinblick auf den Freiheitsgedanken in der Staatsphilosophie darauf Bezug genommen wird.
3 Zur Staatsphilosophie
3.1 Worin besteht die Notwendigkeit einer Staatsgründung?
Kant übernimmt in der Tradition der Vordenker (bes. Hobbes) die Annahme eines Naturzustandes (NZ). Er nennt ihn das Ideal des Hobbes.
Dem Charakter nach sei der NZ ein anarchischer, rechtsfreier Raum ohne Ordnung. 4 Und weil er in seinem Gedankenexperiment die Annahme der Anarchie aufstellt, hat also jeder ein Recht auf alles und zugleich niemand ein Recht auf etwas. Kant hält diesen Zustand für unerträglich, propagiert den Ausstritt aus dem NZ und fordert folglich:
Exeundum e statu naturali
Er begründet diesen Schritt des Heraustretens aus dem NZ mit dem sog. Vernunftrecht und der Unterscheidung in Privatrecht und Öffentliches Recht 5 .
2 Kersting spricht hier von einem spannungsvollen Verhältnis von „S innlichkeit und Vernunft“. Sinnlichkeit versteht er als Zwang der „Naturkausalität“ (Kersting 1994: 183)
3 vgl. z.B. Thomas Hobbes, dessen Leviathan - natürlich mit der vorher zugesprochenen Legitimation durch die freiwillige Machtabgabe - für jeden im Staat denken soll
4 NZ sei ein „Zustand der Rechtlosigkeit (status iustitia vacuus)“ (Metaphys ik der S itten. AA, 6, S. 312).
5 „Aus dem Privatrecht im natürlichen Zustande, geht nun das Postulat des öffentlichen Rechts hervor: du sollst, im Verhältnis eines unvermeid lichen Nebeneinanderseins mit allen anderen, aus jenem heraus in einen rechtlichen, d.i. den einer austeilenden Gerechtigkeit übergehen“ (AA 6, S. 307).
Arbeit zitieren:
Simon Emmerling, 2002, Kant als Repräsentant der Aufklärung: Gedanken zu Kants Staatsphilosophie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Karl Marx - der größte Denker des Industriezeitalters?
Das Gesellschaftsmodell von Ka...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 20 Seiten
Rolle der regionalen Interessen im Rahmen der EU-Haushaltsverhandlunge...
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Seminararbeit, 17 Seiten
Grundzüge der Marxschen Theorie
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Referat (Ausarbeitung), 20 Seiten
Die Entwicklung des EU-Haushaltssystems – Eine kritische Analyse
VWL - Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik
Seminararbeit, 29 Seiten
Das Menschenbild Marx´ und seine Relevanz für das Konzept der menschli...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 12 Seiten
Hobbes - Vom Naturzustand bis zur Bildung des Staates
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit, 12 Seiten
Grundlagen des Wissens in der Alltagswelt bei Berger/Luckmann
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 13 Seiten
Ethnomethodologie - Theorie und Empirie
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 17 Seiten
Sozialstruktur und Segregation
Versuch einer Synthese von Mak...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Seminararbeit, 18 Seiten
Machiavellis „Der Fürst“ im staatsphilosophischen Kontext
Philosophie - Philosophie der Neuzeit (ca. 1350 - 1600)
Hausarbeit, 14 Seiten
Haushaltsverhandlungen in der Europäischen Union
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 26 Seiten
Portfolioarbeit in der Lehrerbildung an der TU Dresden am Beispiel des...
Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
Examensarbeit, 84 Seiten
Niccolo Machiavelli - Ansichten bezüglich des Verhaltens eines Fürsten
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit (Hauptseminar), 14 Seiten
Die AIDS-Phobie - oder vom Unglück, HIV-negativ zu sein
Psychologie - Klinische u. Gesundheitspsychologie, Psychopathologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 13 Seiten
Simon Emmerling's Text Kant als Repräsentant der Aufklärung: Gedanken zu Kants Staatsphilosophie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Simon Emmerling hat den Text Kant als Repräsentant der Aufklärung: Gedanken zu Kants Staatsphilosophie veröffentlicht
Simon Emmerling hat einen neuen Text hochgeladen
Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 25. Phänomenologische Interpretat...
Martin Heidegger, Ingtraud Görland
Gesamtausgabe Abt. 2 Vorlesungen Bd. 25. Phänomenologische Interpretat...
Martin Heidegger, Ingtraud Görland
Kants Ontologie der raumzeitlichen Wirklichkeit
Versuch einer anti-realistisch...
Kiyoshi Chiba
Die Klassische Deutsche Philosophie nach Kant
Systeme der reinen Vernunft un...
Walter Jaeschke, Andreas Arndt
0 Kommentare