0. INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführender Überblick Seite 3
2. Formen der sozialen Interaktion Seite 4
2.1. Verunmöglichte Interaktion:
Neurologische Korrelate Seite 4
2.2. Erfolgreiche Interaktion:
2.3. Unterdrückte Interaktion:
Social Disply Rules Seite 7
3. Abschliessendes theoretisches Experiment Seite 8
4. Anhang: Graphische Darstellungen Seite 10
5. Literaturverzeichnis Seite 11
1. EINFÜHRENDER ÜBERBLICK
Kommunikation wird oftmals spontan mit Sprache assoziert. Doch verbale Interaktion ist nur ein Aspekt der alltäglichen Kommunikation. Ein ebenso oft verwendeter Informationsaustauschkanal ist der nonverbale, denn Informationen können nicht nur auditiv, sondern auch (1) visuell, (2) olfaktorisch oder auch (3) haptisch erschlossen werden:
(1) Die sogenannte Körpersprache (Gestik, Körperhaltung, usw.) liefert aufschlussreiche Informationen zum Gemütszustand der beobachteten Person. Einen Überblick zum Thema liefert zum Beispiel Poyatos (1983, S. 54ff).
(2) Experimente belegen, dass das Geschlecht eines Menschen anhand seines natürlichen Körpergeruches identifiziert werden kann (Ellgring, 1984, S. 127). Der Körpergeruch liefert also nicht nur Informationen bezüglich Hygienegewohntheiten eines Menschen. (3) Wie wichtig der Tastsinn sein kann ist bei blinden Menschen erschliessbar: Mit Hilfe des Braille-Alphabetes sind sie in der Lage, die hervorgehobenen Schriftzeichen aktiv zu ertasten und dadurch relativ problemlos zu Lesen (Goldstein, 1997, S. 451f).
Ein weiterer, sehr effektiver nonverbaler Informationsbeschaffungsweg umfasst das Erkennen von Emotionen anderer Personen anhand ihrer Mimik: Sobald Gefühle einen bestimmten Grad an Intensität erreicht haben, drücken sie sich in emotionstypischen Gesichtszügen aus (Rosenberg & Ekman, 1997, S. 80). Auf den folgenden Seiten werden wir uns vor allem mit dieser gefühlsgebundenen Facette der visuellen Interaktion beschäftigen, denn dem Thema Mimik kann man nur gerecht werden, wenn man sich ebenso mit Emotionen beschäftigt: Obwohl gewisse Forschungsbereiche durch Analyse der Gesichtszüge konstant bleibende charakteristische Dispositionen zu erschliessen versuchen, kann man diesen eigentlich nur das aktuelle seelische Geschehen entnehmen (Argyle, 1975; zit. nach Häcker & Stapf, 2004, S. 603). Mimische Interaktion beschränkt sich praktisch ausschliesslich auf den Austausch von gefühlsgebundenen Informationen. Die Mimik des Interaktionspartners korrekt interpretieren zu können, ist somit eine wichtige Voraussetzung für die angemessene Interpretation seiner Gemütslage. Mimik ist hingegen nicht geeignet, um komplexe Wegbeschreibungen oder mathematische Axiome zu übermitteln. Sachliche mimische Interaktion ist nur auf der Ebene der Ablehnung, bzw. Zustimmung möglich. Da aber Emotionen in der Regel objektgerichtet sind (Meyer, Reisenzein & Schützwohl, 2001, S. 30f), handelt es sich beim Ablehnen, bzw. Zustimmen eines Sachverhaltes um einen gefühlsgebundenen Prozess: Mimik ist also nicht losgelöst von Emotion analysierbar!
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2. FORMEN DER SOZIALEN INTERAKTION
Georg Simmel bezeichnete das Ohr als das egoistischste und unbeweglichste Organ des menschlichen Kopfes. Ein Sinnesorgan das nur nimmt, ohne aber jemals auch geben zu müssen (1968, S. 487). Im ersten Moment würden wir der Mimik - sozusagen als Kommunikationsorgan - nicht die selben Attribute zusprechen, denn die Gesichtszüge verändern sich in schneller Abfolge und liefern dem Gegenüber eine Fülle an Informationen. Sie lassen unser Gesicht also lebhaft wirken. Dem muss aber nicht immer so sein: Wir werden uns auch mit Personen beschäftigen, die der nonverbalen Interaktion nicht mächtig sein können oder wollen. Dem ersten Punkt werden wir uns mithilfe neurologischer Korrelaten von Mimik und Emotionen annähern, 1 den zweiten Aspekt werden wir anhand sozialer Mechanismen betrachten. In dem Sinne werden wir bezüglich Übermittlungs- und Empfangsabsicht mimischer Botschaften folgende (Non-) Interaktionsvarianten analysieren: verunmöglichte sowie unterdrückte und erfolgreiche mimische Kommunikation. 2
2.1. VERUNMÖGLICHTE INTERAKTION : NEUROLOGISCHE KORRELATE
Im Gegensatz zur erfolgreichen mimischen Kommunikation und zur bewusst unterdrückten Informationsinteraktion, muss im Rahmen der verunmöglichten mimischen Kommunikation keine Unterscheidung zwischen Vermittler und Empfänger getätigt werden: Aufgrund neuronaler Läsionen ist sowohl das Übermitteln, als auch das Empfangen von Informationen zeitgleich inhibiert: Bei Lesen der Gesichtszügen anderer Personen scheinen wir unsere eigene Mimik als Referenz zu nutzen. Wir verstehen, was andere ausdrücken wollen, weil wir in vergleichbaren Situationen ähnliche Gesichtszüge annehmen würden. Dieser Sachverhalt wird durch neuroanatomische Befunde bestätigt: Personen mit Läsionen bestimmter Sektoren in der rechten Hirnhemisphäre weisen Defizite sowohl im Ausdrücken, als auch im Interpretieren von Gesichtszügen auf (vgl. Adolphs, 2003, S. 578; Gainotti, 1989, S. 153). Wer also der Mimik nicht mächtig ist, kann sie auch nicht lesen. Betroffene sind somit vom sozialen Leben ausgeschlossen! Die genannten Läsionen haben aber noch tiefgreifendere Konsequenzen für die Betroffenen und deren soziales Umfeld:
1 Obwohl dieses Kapitel eine biologische Ausrichtung haben wird, und somit den Eindruck erwecken könnte, keinen direkten soziologischen Bezug zu besitzen, erachte ich es als wichtig, auch diese (Non-) Interaktionsvariante anzusprechen: Das zwangsläufige Nichtteilnehmen können am sozialen Prozess bleibt eine Facette des sozialen Lebens, die nicht durch einfaches Ignorieren exkludiert werden darf.
2 Letzteres schliesst die Frage nach der Universalität der Mimik ein. Wo nötig werden wir zudem die Interaktionspartner in die Kategorien Agens oder Patiens einteilen.
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Arbeit zitieren:
Marcello Indino, 2005, Weltsprache Lächeln - Die visuellen Aspekte der sozialen Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Das Lächeln von Frauen und Männern in Werbeanzeigen
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hausarbeit, 27 Seiten
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