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Weltagrarhandel und Entwicklung

Title: Weltagrarhandel und Entwicklung

Essay , 2006 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Schmidt (Author)

Politics - Topic: Development Politics
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Bedeutung des Weltagrarhandels
Im Jahr 2004 betrug das internationale Handelsvolumen von Agrarprodukten 783 Mrd. US$. Damit spielt der Weltagrarhandel im Vergleich zu anderen Handelsgütern eine untergeordnete Rolle. Der Anteil am gesamten internationalen Handel betrug 2004 8,8%.
Jedoch ist die Bedeutung von Agrarprodukten als Exportgut regional sehr unterschiedlich. An den gesamten Exporten Mittel- und Südamerika haben landwirtschaftliche Erzeugnisse einen Anteil von 28,9%. Bei Einzelnen Entwicklungsländern haben Agrargüter sogar einen Anteil von mehr als 80% an den Exporte, so bei Äthiopien, Paraguay, Belize und Nicaragua.

Wichtige Akteure
Wenn es um den Anteil verschiedener Länder an den weltweit exportierten Agrarprodukten geht, so liegen wiederum andere Länder(gruppen) vorne. In absoluten Zahlen sind die EU, USA, Kanada, Brasilien, China, Australien und Argentinien die größten Agrarexporteure. In der so genannten Cairns-Gruppe haben sich die wettbewerbsstarken Agrarexporteure Südafrika, Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Fidschi, Guatemala, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, Paraguay, Philippinen, Thailand und Uruguay zusammengeschlossen – diese Gruppe vereint einen Großteil der Agrarexporteure auf sich.
Der Cairns-Gruppe stehen Industrieländer mit einer eher protektionistischen Agrarpolitik gegenüber. Die wichtigsten Akteure hier sind die EU, die USA und Japan. We-terhin zählen die Schweiz und Norwegen zu dieser Gruppe.
Auf Seiten der Entwicklungsländer formieren Barbados, Botswana, Kuba, Elfenbeinküste, Dominikanische Republik, Ägypten, Honduras, Jamaika, Kenia, Mauritius, Marokko, Pakistan, Peru, Saint Lucia, Senegal, Sri Lanka, Trinidad und Tobago, Tunesien und Venezuela die Gruppe der Nettoimporteure von Lebensmitteln, die oft zusammen mit den 48 am wenigsten entwickelten Ländern als ein Block gesehen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Überblick über den Weltagrarhandel

2. Weltagrarhandel und Entwicklung

3. Stand der WTO-Verhandlungen im Agrarbereich

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieses Thesenpapiers ist es, die komplexen Zusammenhänge zwischen dem internationalen Weltagrarhandel und der ökonomischen Entwicklung in den Ländern des Südens zu analysieren sowie die Auswirkungen aktueller WTO-Verhandlungsprozesse kritisch zu beleuchten.

  • Bedeutung von Agrarprodukten für den Export in Entwicklungsländern
  • Mechanismen der Agrarprotektion und Handelsverzerrungen (EU, USA)
  • Wirksamkeit und Problematik von EU-Handelspräferenzen (Cotonou-Abkommen)
  • Effekte der Marktliberalisierung auf Armut und Beschäftigung
  • Rolle der Nahrungsmittelhilfe in der Entwicklungspolitik
  • Multifunktionalität der Landwirtschaft in Verhandlungen

Auszug aus dem Buch

Wer profitiert von der Liberalisierung der Agrarmärkte?

Liberalisierung bezieht sich auf die Senkung von Zöllen, der internen Stützung und der Exportförderung.

Die Auswirkungen einer solchen Liberalisierung, wie sie zurzeit im Rahmen der Doha-Runde der WTO verhandelt werden, sind schwierig im Detail abzuschätzen. Es gibt jedoch eine Reihe von Modellen, so genannte Globale Gleichgewichtsmodelle, die Schätzungen über die weltweiten Wohlstandsänderungen abgeben. Die Modellrechnung des Carnegie Endowment for International Peace geht speziell auf die Auswirkungen für Entwicklungsländer ein und bezieht, im Gegensatz zu vielen anderen Modellen, für Entwicklungsländer entscheidende Faktoren ein, wie zum Beispiel Unterbeschäftigung und relativ höhere Anpassungskosten.

Entsprechend dieser Schätzungen ist der globale Wohlfahrtsgewinn durch die Liberalisierung der Agrarmärkte relativ moderat. Die entwickelten Länder sind dabei als Gruppe der alleinige Gewinner der Liberalisierung, denn einige Länder dieser Gruppe sind wettbewerbsstarke Agrarexporteure (z.B. Australien, Neuseeland, Kanada) wohingegen in anderen Ländern der Abbau der volkswirtschaftlich gesehen ineffizienten Schutzmaßnahmen für die Landwirtschaft zu einer besseren Nutzung der Ressourcen und einem Einkommensgewinn führt. Die Entwicklungsländer hingegen verlieren als Gruppe durch die Liberalisierung, was sich durch die folgenden Gründe erklären lässt:

Es entstehen keine Effizienzgewinne durch die Reduzierung der internen Subventionen, da sie in Entwicklungsländern kaum existent sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überblick über den Weltagrarhandel: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Agrarprodukten im Welthandel, identifiziert die wichtigsten Akteure und beschreibt die Mechanismen der protektionistischen Agrarpolitik.

2. Weltagrarhandel und Entwicklung: Hier werden Handelspräferenzen der EU, die Auswirkungen der Marktliberalisierung auf Entwicklungsländer sowie die Problematik der Nahrungsmittelhilfe im entwicklungspolitischen Kontext diskutiert.

3. Stand der WTO-Verhandlungen im Agrarbereich: Das Kapitel gibt einen Überblick über die aktuellen Zielsetzungen und Themen der WTO-Runde und beleuchtet die Interessensgegensätze zwischen verschiedenen Ländergruppen.

4. Resümee: Die abschließende Zusammenfassung betont, dass eine Marktliberalisierung nicht automatisch zu mehr Entwicklungschancen führt und fordert eine Anerkennung der Multifunktionalität der Landwirtschaft.

Schlüsselwörter

Weltagrarhandel, Entwicklung, WTO, Agrarprotektion, Handelspräferenzen, Cotonou-Abkommen, Marktliberalisierung, Armutsbekämpfung, Nahrungsmittelhilfe, Exportsubventionen, Doha-Runde, Multifunktionalität, Cairns-Gruppe, Subventionen, Landwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Wechselwirkungen zwischen dem Welthandel mit Agrargütern und den Entwicklungsbedingungen in verschiedenen Weltregionen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen Protektionsmaßnahmen der Industrieländer, Handelspräferenzen für Entwicklungsländer sowie die Folgen der Marktliberalisierung für arme Bevölkerungsschichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen globalen Handelsregeln und der Armutsbekämpfung zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, inwiefern eine Liberalisierung den Entwicklungsländern tatsächlich nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse unter Einbeziehung von globalen Gleichgewichtsmodellen, um die ökonomischen Folgen der Handelsliberalisierung zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Status quo des Weltagrarhandels, die entwicklungspolitische Analyse von Handelsabkommen und den aktuellen Stand der WTO-Verhandlungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die zentralen Begriffe sind Weltagrarhandel, Handelsliberalisierung, Entwicklung, Protektionismus und Armutsreduktion.

Warum profitieren laut der Untersuchung nicht alle Entwicklungsländer von der Liberalisierung?

Viele Entwicklungsländer sind Nettoimporteure von Lebensmitteln oder ihre kleinen Betriebe sind auf dem Weltmarkt nicht wettbewerbsfähig, was bei einer Liberalisierung zu Einkommensverlusten führen kann.

Was kritisiert der Autor an der derzeitigen Nahrungsmittelhilfe?

Kritisiert wird, dass die Hilfe oft eher den Interessen der Produzenten in den Industrieländern dient als den Bedürfnissen der Empfängerländer und lokale Märkte verdrängen kann.

Was versteht man in diesem Kontext unter Multifunktionalität der Landwirtschaft?

Damit sind öffentliche Güter wie Ernährungssicherheit, ländliche Entwicklung und Erhalt von Kulturlandschaften gemeint, die durch den reinen Marktmechanismus nicht ausreichend vergütet werden.

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Details

Title
Weltagrarhandel und Entwicklung
College
University of Applied Sciences Bremen
Course
Nord-Süd-Dialog
Grade
1,0
Author
Andreas Schmidt (Author)
Publication Year
2006
Pages
12
Catalog Number
V60655
ISBN (eBook)
9783638542784
ISBN (Book)
9783656811428
Language
German
Tags
Weltagrarhandel Entwicklung Nord-Süd-Dialog
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schmidt (Author), 2006, Weltagrarhandel und Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/60655
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