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Inhaltsverzeichnis:
1. VORWORT 3
2. DIE DARSTELLUNG DER BESSERVERDIENENDEN 3
3. ZIELE UND INTENTIONEN DER GEDICHTE 4
4. AUFBEREITUNG DER THEMATIK 6
5. SCHLUSSBETRACHTUNG 7
6. LITERATURVERZEICHNIS 8
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1. Vorwort
„Satiriker können nicht schweigen, weil sie Schulmeister sind. Und Schulmeister müssen schulmeistern. Ja, und im verstecktesten Winkel ihres Herzens blüht schüchtern und trotz allem Unfug der Welt die törichte, unsinnige Hoffnung, daß die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser werden könnten, wenn man sie oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht. Satiriker sind Idealisten.“ 1
Erich Kästner bringt im Vorwort seines Gedichtbandes „Bei Durchsicht meiner Bücher“ zum Ausdruck, worin er Ziele und Sinn der Satire sieht. In mehreren seiner Gedichtbände vor 1933 2 nimmt der Moralist aus Dresden wohlsituierte Menschen und Personen aus höheren Schichten zur Thematik - und macht sie somit auch zum Objekt der Satire.
Im folgenden werde ich daher „das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner“ untersuchen.
Einleitend betrachte ich die behandelte Gesellschaft - also die Millionäre, Besserverdienenden, Großindustriellen, usw. - in der Zeit um die Entstehung der in Frage kommenden Gedichte näher. Anschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche Absichten Kästner hatte, sich mit dieser Gesellschaftsschicht lyrisch auseinanderzusetzen. Anknüpfend daran untersuche ich noch, wie der Schriftsteller an die Thematik herangeht, um seiner Meinung Ausdruck zu verleihen und gerade das auszudrücken, was er beabsichtigt.
2. Die Darstellung der Besserverdiendenden
Kurt Beutler konstatiert in seiner Untersuchung:
„Kästner stellt die Reichen in den Gedichten als Arbeitgeber dar, welche die Arbeitnehmer autoritär maßregeln und über sie als dem Produktionsfaktor Arbeit ‚verfügen‘, d. h. innerhalb des Arbeitsverhältnisses sie nach freiem Ermessen bis zur Willkür befehligen, [...].“ 3
1 Kästner, E. (1997 3 ), S. 11.
2 Herz auf Taille (1928), Lärm im Spiegel (1929), Ein Mann gibt Auskunft (1930), Gesang zwischen den Stühlen (1932). „In Kästners Nachkriegslyrik hingegen finden sich keine sozialkritischen Anmerkungen im Sinne einer linksbürgerlichen Ausprägung mehr.“ [Leibinger-Kammüller, N. (o. J.), S. 145].
3 Beutler, K. (1967), S. 111.
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In den Gedichten „Offener Brief an Angestellte“, „Knigge für Unbemittelte“ oder „Hymnus an die Zeit“ gelingt es Kästner, den Tonfall der Herrschenden zu imitieren. Die Verwendung von Imperativen als Ausdruck der Herrschsucht der Kritisierten demonstriert die enge Verbindung von wirtschaftlichen und militaristischen Strukturen.
„Sie [die Imperative, FS] zeigen an, daß auch die ökonomisch Verfügenden die militaristischen Strukturen der Vergangenheit in die Berufs-, Produktions-, ja Öffentlichkeitsspähre der Weimarer Republik hinübergerettet haben." 4
Kästner weist in seinem Gedicht „Knigge für Unbemittelte“ auf das Interesse der Industrie an einem Krieg hin: „Den Millionären geht es schlecht. Ein neuer Krieg käm ihnen recht.“ Nebenbei wird in diesem Gedicht der Zweck der Unterdrückung von Angestellten deutlich: nämlich die Raffgier der Unterdrücker. Neben diesen Charaktereigenschaften malt Kästner dem Rezipienten jedoch auch ein Bild von der körperlichen Beschaffenheit der Kritisierten: „Im ständig wiederkehrenden Bild des fetten Moneymakers transponiert Kästner die Charakterologie ins Physische.“ 5
Walter nennt hier als Beispiele die Gedichte „Die Welt ist rund“, „Offener Brief an Angestellte“ und „Das Eisenbahngleichnis“. Beutler stellt des weiteren fest,
„daß der Autor die Reichen nur von außen sieht und sie deshalb auch nicht als Individuen, sondern als eine einheitliche Gesellschaftsklasse charakterisiert.“ 6
Tatsache ist, daß über den herrschsüchtigen Fettsack - die Unmenschlichkeit zeichnet sich hier durch das Häßliche aus - an ästhetische Emotionen und Instinkte beim Leser appelliert wird. Hinzuzufügen ist jedoch, daß dieses Bild in den Zwanziger Jahren längst überholt ist, wie Walter feststellt.
3. Ziele und Intentionen der Gedichte
Einer alten Forderung Goethes nach habe Dichtung weder zu loben noch zu tadeln, schreibt Drouve 7 . Kästner widersetze sich dem und stelle immer wieder
4 Walter, D. (1977), S. 73.
5 Ebd., S. 74.
6 Beutler, K. (1967), S. 113.
Arbeit zitieren:
Florian Schaffelhofer, 1999, Das Bild des Millionärs in den Gedichten von Erich Kästner, München, GRIN Verlag GmbH
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