Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Definition: Kommunikation 5
1.1. Etymologische Wurzeln 5
1.2. Kommunikationstechnische Definition 5
1.3. Vorschlag einer Definition für den Zusammenhang dieser Arbeit 6
2. Definition: Resonanz 9
2.1. Etymologische Wurzeln 9
2.2. Naturwissenschaftliche Definition 9
2.3. Resonanz in autopoietischen Systemen 10
2.4. Neuronale Resonanz 12
3. Spiegelneurone - ein neurowissen-
schaftliches Kommunikationsmodell 13
3.1. Handlungserkennen durch Spiegelneurone 14
3.2. Vokale Gesten und Spiegelneurone 16
3.3. Spiegelneurone und das Erkennen 18
4. Habitus als generative Grammatik der Handlungen 20
4.1. Habitus - Erkenntnisinstrument zwischen Subjekt und Objekt 21
4.2. Körper als Erkenntnisinstrument im Habitusmodell 24
4.3. Spiegelneurone und Habitus 26
5. Verkörperte Kognition 27
5.1. Inszenierung einer nicht vorhandenen Welt 28
5.1.1. Farbe als Wahrnehmungsproblem 30
5.1.2. Farbe als Problem der Kognition 31
5.2. Verkörpertes Handeln als Basis der Kognition 33
5.3. Körperlichkeit der Wahrnehmung und Kognition 34
6. Spiegelneurone, Habitus und verkörpertes Handeln 36
7. Autopoietische Systeme, Neuronale Resonanz
und Habitus 38
8. Literatur 44
Bemerkung zur neuen Rechtschreibung 46
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1. Einleitung
In einer Seminararbeit des Seminars „Kommunikation - kulturwissenschaftlich“ bin ich zum ersten Mal auf die sog. Spiegelneuronen aufmerksam geworden. Im Anschluss an meine Beschäftigung mit diesem Modell Neuronaler Resonanz haben sich viele Fragen aufgetan. In dieser Arbeit möchte ich mich einem Aspekt annähern, der aus diesen Fragen erwachsen ist. Ich möchte versuchen 5
das neurowissenschaftliche Kommunikationsmodell „Neuronale Resonanz“ mit dem soziologischen Habitusmodell Bourdieus als Modell der Kommunikation in Verbindung zu bringen. Dabei möchte ich zeigen, wie Spiegelneurone und der Habitus zusammenhängen.
Zu klären ist, inwieweit die vorgeschlagenen Modelle als Kommunikationsmo- 10
delle gedacht werden können.
Zunächst ist es dazu erforderlich, eine für diese Betrachtung relevante Definition von Kommunikation zu Verfügung zu stellen. Dazu werden nach einer etymologischen Herleitung des Begriffs u.a. Watzlawick und Mead herangezogen. Des Weiteren ist es erforderlich, den Begriff Resonanz nach einer ähnlichen 15
Herangehensweise herzuleiten, um dann Neuronale Resonanz mit ihrer Implikation eines Kommunikationsmodells erklären zu können. Die etymologische und naturwissenschaftliche Definition legen die Grundlage für das Verständnis von Resonanz in autopoietischen Systemen (Luhmann, Maturana/Varela). Im Rahmen dieser Arbeit kann nicht näher ergründet werden, wie sich ein System, 20
wie Luhmann es versteht, und der sozialen Raum mit seinen Feldern bei Bourdieu, in Verdingung gebracht werden kann, wenngleich die Möglichkeit einer Verbindung angenommen wird.
Danach werden die neurobiologischen Forschungsergebnisse, die die Spiegelneuronen entdeckt haben, nachgezeichnet, die Neuronale Resonanz als Me- 25
chanismus identifiziert haben, mit dem der Beobachter das Handeln anderer erkennt.
Bevor Neuronale Resonanz und Habitus in Verbindung gebracht werden können, ist es erforderlich, das Habitusmodell Bourdieus nachzuzeichnen und das Medium Körper in diesem Zusammenhang zu erläutern. 30
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Das Modell der Verkörperten Kognition bei Maturana und Varela verortert Kognition nicht in einem übergeordneten Bewusstsein, das losgelöst vom Körper funktioniert, sondern verortet Kognition in Zusammenhang mit Wahrnehmung im und am Körper. Dieses Modell soll im Rahmen dieser Arbeit nachgezeichnet werden und mit den beiden vorherigen Aspekten in Zusammenhang gebraucht 5 werden.
Dabei wird sich zeigen, dass die hier exemplarisch gewählten Modelle, die als Kommunikationsmodelle verstanden werden sollen, Übereinstimmungen haben. Es soll gezeigt werden, dass das als kulturwissenschaftliches Modell verstandene Bourdieu’sche Habitusmodell mit dem neurowissenschaftlichen Spiegel- 10
neuronenmodell als Neuronale Resonanz und der biologischen Erkenntnistheorie Maturana und Varelas am Beispiel Verkörperte Kognition anschlussfähig sind und versuche ein Kommunikationsmodell zu ermitteln, dass alle drei Aspekte beinhaltet und in einen systematischen Zusammenhang bringt.
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1. Definition: Kommunikation
Um eine Arbeit über neuro- und kulturwissenschaftliche Kommunikationsmodelle zu schreiben, ist zunächst eine Definition von Kommunikation erforderlich.
1.1. Etymologische Wurzeln
Der Duden (2001) definiert Kommunikation als „Verständigung untereinander“ 5
und „zwischenmenschlichen Verkehr […]“. Hergeleitet wird es vom lateinischen Wort communicatio, das sowohl Mitteilung, als auch Teilhabe, Gemeinschaft und Verbindung, Gemeinsamkeit bedeuten kann (Stowasser). Das Etymologische Wörterbuch des Deutschen leitet das Wort von dem lateinischen Verb communicare ab: „etwas gemeinsam, gemeinschaftlich machen, In- 10 formationen austauschen“.
An dieser Stelle sei auch auf den Begriff Kommune hingewiesen, der auf den gleichen Ursprung zurückgeht. Weiter sei auch auf den Begriff exkommunizieren hingewiesen, mit der Bedeutung aus der katholischen Kirche ausschließen. Verstehen wir Kirche als soziale Gemeinschaft, bedeutet die Exkommunikation 15
den sozialen Tod des Exkommunizierten, der fortan nicht mehr Teil der Kommune Kirche ist.
1.2. Kommunikationstechnische Definition
Technisch wird Kommunikation als Informationsaustausch so definiert, dass „einer (den wir Sender nennen wollen) da ist, der etwas (das wir als Botschaft 20
[…] bezeichnen werden) an jemanden anderen (der Adressat heißen soll), übermittelt’“ (Volli: 7, 9ff. Hervorhebungen Volli). Der Adressat hat dabei die Aufgabe, den Sinn zu erschließen und die Botschaft zu deuten. Dies kann nur erfolgreich sein - in dem Sinne, dass der Empfänger versteht, was vom Sender gemeint wurde - wenn der Kode, der zur Kodierung auf der Seite des Senders 25
benutzt wurde, dem des Empfängers zur Dekodierung entspricht. Stuart Hall weist daraufhin, dass es „keine zwangsläufige Korrespondenz zwischen Kodieren und Dekodieren gibt“ (Hall: 106, 3ff.). Der Empfänger kann eine Mitteilung mitunter mit einem Kode dekodieren, der die Nachricht sinnvoll macht, ohne den vom Empfänger intendierten Sinn zu erschließen. Vielmehr ist fraglich, in- 30
wieweit zwei soziale Akteure einen identischen Kode anwenden können.
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1.3. Vorschlag einer Definition für den Zusammenhang dieser Arbeit
Paul Watzlawick definiert mit seinem „ersten Axiom der Kommunikation“ mit einem einfachen aber bedeutungsschweren Satz, dass Nicht-Kommunikation unmöglich ist: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Watzlawick: 53, 9). Weiter definiert er eine einzelne Mitteilung (message), „eine Kommunikation“ (Watz- 5
lawick: 50, 24), mehrere Kommunikationen zwischen zwei oder mehreren Personen nennt er „Interaktion“ (vgl. Watzlawick: 50, 25ff.). Er macht deutlich, dass nicht nur sprachliche Zeichen Kommunikation sind, sondern jegliches Verhalten Kommunikation ist (vgl. Watzlawick: 51, 7ff.). Deswegen gelangt er über diese Definition zu seinem Axiom über die Unmöglichkeit des Nicht-Verhaltens: „Man 10
kann sich nicht nicht verhalten“ (Watzlawick: 51, 15f.). In der Darlegung des Standpunktes des Sozialbehaviorismus betont George Herbert Mead die Wichtigkeit der Geste, als Grundhandlung der Kommunikation. Aus Beobachtungen verschiedener Interaktionen zwischen Tieren (vgl. Hundebeispiel: Mead: 53) wird deutlich dass die Geste schon vor der bewuss- 15
ten Kommunikation 1 nach einem Reiz-Reaktions-Mechanismus soziale Tatsachen schafft 2 .
Sinnhaft werden die Gesten durch ihren Kontext und nicht erst durch Bewusstsein 3 .
Die Lautgebärde (vokale Geste), als „Medium sozialer Organisation“ (Mead) ist 20
der Ausgangspunkt für die Definition einer signifikanten Geste: „Wo eine von einem Individuum geäußerte vokale Geste bei einem anderen
Individuum zu einer Reaktion führt, können wir von ihr als Symbol dieser
Handlung sprechen; wenn sie in dem, der sie äußert, die Tendenz zur glei-
chen Reaktion hervorruft, sprechen wir von einer signifikanten Geste“ 25
(Mead: 94f.).
Mead stellt sich Gesellschaft auf der Grundlage dieses Modells als Spiel vor, in dem Kommunikation zum größeren Teil unbewusst abläuft, dadurch, dass be- 1 FürMead ist bewusste Kommunikation die Kommunikation mit Symbolen, wie etwa der Sprache, zur
Erzeugung bestimmter Reaktionen bei anderen.
2 „Der Begriff ‚Geste’ kann mit jenen Anfängen gesellschaftlicher Handlungen gleichgesetzt werden, die
als Reize für die Reaktionen anderer Lebewesen dienen“ (Mead: 82, 37f).
3 Mead verdeutlicht dies in seinen Untersuchungen bei Tieren. Ein Beispiel ist die Geste des Knurrens ei-
nes Hundes, das als Reiz zu einer Verhaltensanpassung beim zweiten Hund führt, der bellt, erwidert oder
flüchtet (vgl. Krallmann/Ziemann: 213). Der Sinn dieser sozialen Situation ergibt sich aus dem Kontext
nach einem Reiz-Reaktions-Schema.
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stimmte Handlungen bestimmten anderen Handlungen folgen müssen. Genauer stellt sich die Frage, ob in diesem Modell von Handeln gesprochen werden kann, da Handeln Intentionalität voraussetzt, im beschriebenen Reiz-Reaktion-Schema Handlungen aber als Reagieren erscheinen. 4 Unabhängig von dieser Fragestellung beinhaltet diese Kommunikationstheorie 5
die implizite Annahme, dass Reaktionen eines bestimmten Akteurs wegen der Bedingtheit nach einem Reiz-Reaktion-Schema - unabhängig von der jeweiligen sozialen Rolle des Akteurs in der spezifischen Interaktion - wenn nicht gleich, so doch ähnlich ist.
Alle Handlungen, bewusste wie unbewusste, sind Gesten. Selbst körperliche 10
Haltungen müssen als Gesten verstanden werden. Zweifellos kommuniziert der Akteur durch seine Körperhaltung (nicht ohne Grund muss der Soldat einer Armee in einer bestimmten Art laufen) und seine Haltung oder Position zu anderen und im Raum. Dies ist weniger fragwürdig, als es auf den ersten Blick scheint, in unserer Alltagssprache finden wir viele Belege, dass dies unsere Er- 15
fahrungswelt durchdrungen hat: eine Position einnehmen (als Übertragung der Bedeutung von Position als räumliche Bestimmung auf innere Positionen), Haltung bewahren (als implizite Äußerung innerer Vorgänge durch körperliche Haltungen/Gesten). Die Liste ließe sich fortsetzen.
Der Akteur informiert seine Umwelt ständig über sich und seine inneren Haltun- 20
gen durch das Medium Körper, der die Oberfläche der Innenwelt, die Schnittstelle zur Außenwelt darstellt. Die Gesten lösen in anderen Reaktionen hervor, die sich wiederum in Gesten äußern, die wiederum gestische Reaktionen provozieren, wobei im Sinne Watzlawicks eine Nicht-Reaktion unmöglich ist, da eine Nicht-Reaktion ihrerseits eine Reaktion darstellt. 25
Die Interaktion, das Spiel der Gesten, konstituiert eine soziale Gesamthandlung zwischen kommunizierenden, Gesten austauschenden Individuen über das Medium Körper.
Kommunikation - verstanden als Spiel der Gesten - ist nicht ort- und zeitlos. Bei Alfred Schütz ist der Ort der Kommunikation die „Welt des Alltags“, die „im- 30
4 Nicht dargestellt wird im Rahmen dieser Arbeit die Kontroverse, die teilweise aus den Reihen der Beha-
vioristen getragen wurde, und das mechanische Reiz-Reaktions-Muster hinterfragt, da es die individuellen
Einflussnahmen eines Akteurs außer acht lässt und Verhalten nur als bloßes bedingtes Reagieren darstellt.
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mer schon eine intersubjektive geschichtliche Kulturwelt“ ist (Krallmann/Ziemann: 188, 9ff.) 5 . Schütz betont das Medium Körper, welches dem Beobachter bzw. dem Empfänger der Kommunikation Fremdverstehen durch Rückbezüge auf die eigenen Denkschemata und eigenes Vorwissen, selbst Erlebtes ermöglicht. 6 Die „Gesamtheit an Grundregeln und erwartbaren Verhaltensweisen“ 5
(Krallmann/Ziemann: 241, 17ff.) sind für Erving Goffman die soziale Ordnung, die die zwischenmenschlichen Interaktionen, also die Kommunikation beeinflusst. Goffman versteht diese Regeln aber nicht als unbedingt einzuhaltende Regeln, sondern als Regeln, die sich durch deren Einhaltung oder nicht Einhaltung oder Modifikationen in den konkreten Situationen perpetuieren, eliminieren 10
oder erneuern (vgl. Krallmann/Ziemann: 242-243).
Auf innere Vorgänge des Anderen schließen wir also nur auf der Grundlage eigener Vorerfahrungen, die durch die soziale Ordnung in die Kommunikationssituation eingelagert sind und durch sie wiederum erzeugend wiederholt werden. Bei Gerold Ungeheuer finden wir weitere Hinweise dafür, das durch das Medi- 15
um Körper der Kanal geschaffen wird, innere Vorgänge des anderen nachvollziehen zu können:
„Da es […] aus dem Inneren einer Person in das Innere einer anderen keinen
direkten Weg des Kontaktes gibt, müssen äußere Handlungen dazwischen
geschoben werden, die ja gerade durch die Eigenschaft der Wahrnehmbar-20
keit, d.h. durch die einzige Form direkten Kontaktes zwischen Menschen,
gekennzeichnet sind.“ (Ungeheuer: 18)
Zwischen zwei Akteuren bildet sich durch Interaktion, verstanden als Form der Kommunikation durch das Austauschen von Gesten, ein gemeinsamer Bedeutungsraum, der eine gewisse Entstehungsgeschichte hat, die unbewusst durch 25
5 „Ich lebe und handle nicht allein in meiner privaten Welt, sondern gemeinsam mit Anderen in der ge-
genwärtigen Lebenswelt, in der gleichen gesellschaftlichen Wirklichkeit. Zudem ist meine Biographie
von einer Vor- und Nachwelt gerahmt. Und es haben sich vor und unabhängig von mir bestimmte Tradi-
tionen abgelagert, Sinnbezüge verfestigt und gesellschaftliche Einrichtungen herausgebildet, die allesamt
Kultur ausmachen und das Ganze des gesellschaftlich objektivierten Wissensvorrat bilden.“ (Krall-
mann/Ziemann: 188, 11ff.)
6 „Wesentlich für diese Erfahrungsweise fremder Erlebnisse ist also, dass Bewegungen des fremden Lei-
bes als Anzeichen für Erlebnisse des Anderen aufgefasst werden […]. Die beobachtete fremde Leibesbe-
wegung ist daher ein Signum nicht nur für ein Erlebnis des Anderen schlechtweg, sondern für ein solches,
mit welchem der Andere ‚gemeinten Sinn verbindet’. […] [Es ist] wichtig, hervorzuheben, dass es sich
bei der signitiven Erfassung des fremden Leibes als Ausdrucksfeld der fremden Erlebnisse keineswegs
um ein wie immer geartetes Schließen oder Urteilen handelt, sondern vielmehr um den besonderen inten-
tionalen Akt eines fundierten Auffassens, bei welchem wir nicht auf das Angeschaute, nämlich den Leib,
sondern durch dessen Medium auf die fremden Erlebnisse selbst gerichtet ist.“ (Schütz: 142)
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die Beteiligten der Interaktion wirken und von diesen wiederum beeinflusst werden, sogar durch die konventionelle Wiederholung erzeugt werden. Dabei ist der gemeinsame Bedeutungsraum streng genommen kein gemeinsamer, sondern von beiden Seiten nur eine Projektion eigener Denkschemata sozialer Ordnungen in den anderen, wobei Zeichen des Mediums Körper eine wichtige 5 Rolle spielen.
Zusammenfassend geht diese Arbeit davon aus, dass Kommunikation auf dem interaktiven Austauschen von Gesten beruht, welches ständig stattfindet, ohne dass es bewusst sein müsste, noch dass es bewusst nicht getan werden könnte. Darüber hinaus geht diese Arbeit davon aus, dass Interaktion als Kommuni- 10
kation eine Geschichte hat, die durch sie selbst erzeugt und reproduziert wird. Ein Ansatzpunkt ist die Frage, wo oder wie eine solche Geschichte der Interaktionen eingeschrieben, wie sie erzeugt und erhalten wird.
2. Definition: Resonanz
Im Titel der Arbeit wurde als Modell eines neurowissenschaftlichen Kommunika- 15
tionsmodells „Neuronale Resonanz“ vorgeschlagen. Zunächst ist es erforderlich den Begriff Resonanz herzuleiten. Dazu werden im Folgenden Definitionen aus verschiedenen Bereichen herangezogen.
2.1. Etymologische Wurzeln
Das Wort Resonanz geht auf das lateinische Wort resonatio zurück, das vom 20
Verb resonare abgeleitet ist. Es bedeutet: (1.) widerhallen, widerschallen und (2.) widerhallen lassen (vgl. Stowasser). Es kann also für intransitive sowie transitive Bedeutungszusammenhänge genutzt werden. Entsprechende Einträge in deutschen Wörterbüchern weisen auf den gleichen Zusammenhang hin. 25
2.2. Naturwissenschaftliche Definition
Physikalisch versteht man unter Resonanz das „durch Wellen gleicher Frequenz angeregtes Mitschwingen eines anderen Körpers“ (Langenscheidt). Auch die Definition von Resonanz in der Musik ist ähnlich: „tonverstärkendes
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Arbeit zitieren:
BA Michael Kempmann, 2006, Neuronale Resonanz und Habitus: Probleme des Verhältnisses zwischen neuro- und kultur-wissenschaftlichen Kommunikationsmodellen, München, GRIN Verlag GmbH
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