Inhaltsverzeichnis
0) Einleitung 2
1) Politische Expansion 2
1.1. Außenpolitik 2
1.2. Monroe-Doktrin 3
1.3. Innenpolitik am Beispiel Andrew Jackson 4
1.4. Indianerpolitik 5
2) Die andere Seite der Expansion am Beispiel der Indianer 6
2.1. Wirtschaftliche Grenze 6
2.2. Neue Transportmöglichkeiten 7
2.3. Handel zwischen Indianern und Europäern 8
2.4. Christus vs. Wasserschildkröte 9
2.5. Der Widerstand der Indianer endet 10
3) Von der frontier zum Selbstverständnis 11
3.1. Manifest Destiny und die Wurzeln des exceptionalism 11
3.2. Die Turner These und ihre Erben 12
3.3. Neue Immigration in die Neue Welt 13
4) Amerikas exceptionalism setzt neue Grenzen - Konklusion 15
Bibliographie 16
1
0) Einleitung
Die Vereinigten Staaten von Amerika wachsen stetig. Dieses Wachstum bringt eine wandernde Grenze mit sich. Um die heutigen USA in ihrem Handeln und Sein besser zu verstehen, müssen wir einen Blick auf die wandernde Grenze Nordamerikas mit seinen Auswirkungen - die bis heute präsent sind - werfen. Ich werde im folgenden Text versuchen die wandernde Grenze Nordamerikas aus verschiedenen Positionen zu betrachten, um die nationale und welthistorische Bedeutung zu verdeutlichen. Dabei gehe ich im Speziellen auf die Innen- und Außenpolitik, die Wirtschaft sowie den technologischen Fortschritt der USA seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Das Verhältnis von Siedlern und Indianern ist als ethnologischer Teilaspekt nicht außer Acht zu lassen. Die Konklusion bietet schließlich Raum für die Synthese der genannten Untersuchungsfelder, deren Beitrag zum amerikanischen
Selbstverständnis und exceptionalism ich somit belegen möchte.
1) Politische Expansion
1.1. Außenpolitik
Die US-Außenpolitik im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts legte mit seinen Verträgen und Doktrinen den Grundstein für die Expansion der noch jungen Republik. Der Außenpolitik wurde damals schon eine große Bedeutung beigemessen, da diese seit der Unabhängigkeit von Großbritannien das wichtigste Mittel war, um sich selbst und den Rest der Welt zu definieren. Außenpolitik als solches bezog sich jedoch - im Gegensatz zu heute - nur auf den nordamerikanischen Kontinent, sowie im Fall der Monroe-Doktrin auch auf Südamerika. Die verschiedenen Verträge mit damaligen Anrainerstaaten wie Großbritannien oder Spanien sind auch Bestandteil der „Ära der guten Gefühle“ (1816 - 1824). Jedoch schon 1803 handelte James Monroe als damaliger Gesandter des Präsidenten Jefferson den so genannten Louisiana Purchase mit Napoleon aus. Durch den Kauf des Territoriums zwischen dem Mississippi und den Rocky Mountains für die Summe von 15 Millionen Dollar, waren nun die Wege für Siedler
2
und Händler in Richtung Westen offen. 1 Der Vertrag von Gent (1814) zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika sicherte den Frieden und somit die Grenze in Richtung Norden für die USA ab und Großbritannien konnte sich voll und ganz dem Unruheherd Europa widmen. Monroe, inzwischen US-Präsident, sicherte durch den Rush-Bagot-Vertrag (1817) und der Britisch-Amerikanischen Konvention von 1818 die Nordgrenze der USA und widmete sich - zusammen mit John Quincy Adams - der Expansion nach Süden und Westen. Florida, damals noch in spanischem Besitz, wurde durch den Adams-Onis Vertrag den USA angegliedert. Im gleichen Vertrag wurde den USA der erste Zugang zum Pazifischen Ozean besiegelt.
1.2. Monroe-Doktrin
Das bedeutendste Dokument US-Amerikanischer Außenpolitik seiner Zeit und darüber hinaus sollte die Monroe-Doktrin (1823) werden. Weitestgehend von Adams verfasst, ist dieses Dokument in erster Linie als Reaktion auf die spanische Kolonialpolitik zu sehen. Jedoch ist die Monroe-Doktrin auch ein Paradebeispiel für das politische Selbstverständnis, mit dem sich die USA in eine Vormachtsstellung bringen, deren Effekte bis heute in der US-Südamerikapolitik gesehen werden können. Dieses Selbstverständnis baut auf Adams Auffassung auf, dass Gott und Natur die USA dazu bestimmt hätten, sich über den ganzen Kontinent zu erstrecken. 2 Adams griff den Gedanken des Britischen Außenministers auf, der zu einer US-Britischen Allianz aufrief, jegliche Anektion revoltierender spanischer Kolonien in Südamerika durch Dritte (Nationen) zu unterbinden. Jedoch wollte Adams sich und den USA die Tür der Expansion nach Süden hin offen halten, ohne einen Allianzpartner, der im Zweifelsfall auch hätte sich dieses Interventionsvorrecht zu Nutze machen können. Mit der Monroe-Doktrin wurde auf der einen Seite Europa garantiert, dass die USA nicht an einem Krieg teilnehmen würde, bei dem nicht US-Interessen involviert wären. Allerdings würde auf der anderen Seite jeglicher zukünftige Versuch einer Europäischen Nation Kolonien in den Amerikas aufzubauen, von den USA als „unfreundlicher Akt“ gesehen. Der offiziell unilaterale Charakter der Doktrin muss jedoch unter dem Aspekt der Furcht vor der Britischen
1 Boyer, Paul S., et al. The Enduring Vision: A History of the American People. Ed. Pat Coryell. 4 th ed. Boston: Houghton Mifflin
Company, 2002. 156.
2 Ibid. 168.
3
Über(-See)macht gesehen werden, die jegliche europäische Intervention in Südamerika unterband. Seit 1823 haben die USA in der Hälfte der Staaten Süd- und Mittelamerikas militärisch interveniert - ein Vorgehen, was von der Monroe-Doktrin gestützt wurde und wird. Es gibt kein Europäisches Land, das dieser globalen Vormachtsstellung auch nur nahe kommt.
1.3. Innenpolitik am Beispiel Andrew Jackson
Für die Innenpolitik - wozu unter anderem auch die Politik gegenüber den Indianern gehört - war die wandernde Grenze gleichermaßen bedeutsam. Das 19. Jahrhundert war geprägt von einem Zyklus in dem Kulturen aufeinander prallten. Der weiße, angelsächsische Protestant, 3 in seiner Rolle als Siedler sah sich an der frontier (Grenze der Zivilisation) der rauen Natur und dem wilden, unzähmbaren Indianer gegenüber. Zwischen dem Mythos vom stolzen Wilden und den alltäglichen, realen und oft auch konfliktvollen Aufeinandertreffen von Siedlern und Indianern herrscht eine Diskrepanz, die Vorurteilen auf beiden Seiten Raum gab. Indianerstämme wie die Cherokee, oder Creek sind aufgrund ihrer Vertreibung ein gutes Beispiel für Indianerpolitik in den USA. Obwohl sich die Cherokee am meisten von allen Indianerstämmen auf die Siedler eingelassen haben - durch Mischehen, Missionierung und ökonomische Integration - litten sie nicht weniger als alle anderen Stämme unter der staatlichen Gewalt.
Andrew Jackson - siebter Präsident der Vereinigten Staaten, aber auch selbst Siedler an der Grenze zur Wildnis - vereinigt in sich den Konflikt zwischen „Rothäuten“ und weißen Siedlern, aber auch die kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Staat und den Indianerstämmen. Auch als ein Mann des Volkes gesehen, hatte Jackson für seine zwei Amtszeiten das Volk hinter sich. Jackson nahm sich im Namen der USA 100 Millionen Morgen Indianerland und gab im Gegenzug 32 Millionen an die Indianer. 4 Das manche Indianerstämme nicht freiwillig gingen, war für Jacksons Politik der „harten Hand“ kein Problem. Er, der er selbst schon als General die Invasion in 1818 Florida leitete, führte Kriege gegen die Creek und Seminole. Auf politischer Ebene führte er diesen Krieg mit dem Indian Removal Act von 1830 fort, der die Indianer aus ihrer östlichen Heimatregion Richtung Westen
3 White Anglo-Saxon Protestant (WASP)
4 Boyer, Paul S., et al. The Enduring Vision: A History of the American People. Ed. Pat Coryell. 4 th ed. Boston: Houghton Mifflin
Company, 2002. 174.
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Arbeit zitieren:
Paul Vierkant, 2004, Die wandernde Grenze Nordamerikas: Vom Exceptionalism zum Selbstverständnis - Die amerikanische Ausnahme der demokratischen Regel, München, GRIN Verlag GmbH
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