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Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in das Thema. 2
1.1. Grundlegendes. 2
1.2. Zielsetzung der Arbeit. 2
2. Der geistesgeschichtliche Hintergrund. 3
2.1. Die Amerikanische Moderne. 3
2.2. Der Imagismus. 4
3. Ezra Pound, William Carlos Williams und der Imagismus. 5
3.1. Die ambivalente Beziehung der Dichter und ihre gegenseitige Beeinflussung. 5
3.2. Andere Einflüsse 6
4. Die Reform der dichterischen Sprache. 6
5. Das poetologische Programm der Dichter. 9
5.1. Pound: „A Few Don’ts“ 9
5.2. Williams: „No Ideas but in Things 11
6. Weitere Gedichtinterpretationen unter besonderer Berücksichtigung des
poetologischen Aspektes 12
6.1. William Carlos Williams - A Sort of a Song. 12
6.2. Ezra Pound - Commission. 13
7. Resümee. 14
Bibliographie. 15
Anhang 16
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1. Einführung in das Thema
1.1. Grundlegendes
„Make it new” 1 , so lautet das zentrale Motto der 1910 in London entstandenen und anschließend nach Amerika ausgewanderten Bewegung des Imagismus, das sogleich die Zielsetzung seiner Vertreter deutlich macht: Bruch mit alten Traditionen, Ablehnen der im Konventionellen erstarrten Lyrik und Experimentieren mit neuen Versformen. Die Erfüllung dieser Grundprinzipien machten sich auch die amerikanischen Schriftsteller und Dichter Ezra Pound und William Carlos Williams, zwei der Wegbereiter und Hauptvertreter des Imagismus, zur Aufgabe. Sie verzichten auf erzählende Elemente, setzen auf Kürze und Präzision des Ausdrucks und werden so zum Vorbild einer neuen Dichtergeneration, die sich als Gegenbewegung zur Romantik sieht, da nach Meinung der Imagisten der romantische Glaube an Vervollkommnung des Menschen falsch sei und die Klassik mit der notwendigen Begrenztheit des Menschen eher ihrer Auffassung nahe kommt. Zudem sehen sie ihre Lyrik als Versuch, der in Amerika herrschenden dichterischen Einfallslosigkeit und Oberflächlichkeit ein Ende zu setzen, sowie die Nachfolge des französischen Symbolismus anzutreten und ihn dabei neu aufzubereiten. Im Gegensatz zu diesem legen sie jedoch mehr Wert auf eine stärkere Konzentration auf ein einziges Ding („Image“ 2 ) im Gedicht sowie auf die Genauigkeit der Beschreibung. Pound drückt den seiner Meinung nach gewaltigen Unterschied folgendermaßen aus: „The symbolist’s symbols have a fixed value. [...] The imagiste’s images have a variable significance. [...] To use a symbol with an ascribed or intended meaning is, usually, to produce very bad art.” 3
1.2. Zielsetzung der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich vor allem die Herausarbeitung der poetologischen Aspekte der imagistischen Lyrik zum Ziel, will also sowohl die Position und Funktion des Dichters innerhalb der Gesellschaft aufzeigen, als auch die vom Poeten vorgegebenen Entstehungsbedingungen von Dichtung sowie die Auffassung von Sprache und Kunst mit ihren Gesetzen, Problemen und Grenzen erläutern. Hierbei soll besonders auf die minimalistische Dinglyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams’ eingegangen werden, die mit ihren revolutionären Ausführungen darüber, wie Poesie sein sollte, einen
1 Link, Franz: Make it new - US-amerikanische Lyrik des 20. Jahrhunderts; Paderborn, München, Wien, Zürich; Schöningh 1996: Titel (im Folgenden zitiert als: Link, Make it new 1996)
2 Pound, Ezra: Literary Essays of Ezra Pound; London; Faber & Faber 1954: S.4 (im Folgenden zitiert als: Pound, Essays 1954)
3 Witemeyer, Hugh: The Poetry of Ezra Pound, Forms and Renewal; 1908-1920, Berkely, Los Angeles; University of California Press 1969: S. 59
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Meilenstein in der amerikanischen Lyrik des 20. Jahrhunderts setzten und andere bedeutende Dichter ihrer Zeit maßgeblich beeinflussten.
2. Der geistesgeschichtliche Hintergrund
2.1. Die Amerikanische Moderne
Da die Amerikanische Moderne keinen fest umrissenen Zeitraum umfasst und so nicht konkret einzuordnen ist, wird eine exakte Definition zum Hauptstreitpunkt zahlreicher Literaturwissenschaftler. Fest steht jedenfalls, dass die Moderne sowohl im Kontrast als auch im Zusammenhang von Modernisierung und Modernität gesehen werden muss. Modernisierung gilt hierbei als Prozess der gesellschaftlichen Umstrukturierung nach der industriellen Revolution, und Modernität wird bezogen auf individuelle und kollektive Erfahrungen der Modernisierung, wozu das kulturelle Bewusstsein des Neuen und der Erwartung, aber auch der Fremdheit, Bedrohung und Krise aufgrund der aufkommenden Orientierungslosigkeit in dem aus seinen Bahnen gerissenen Leben gehören. Aus dieser Ausgangssituation heraus entsteht gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts die Epoche der Moderne als eine literarische und künstlerische Praxis, die sich ganz der Idee des Neuen verschrieben hat und durch den Bruch mit alten Traditionen, das Experimentieren mit neuen Versformen und Erzählmodi wie dem inneren Monolog versucht, das Bewusstsein der Modernität auszudrücken. 4 Der Renaissance-Charakter ist hierbei besonders wichtig, da er dem schon angesprochenen „Make it new 5 “-Prinzip entspricht und zur Wiederentdeckung vergessener Traditionen sowie deren Weiterentwicklung zu neuen Ausdrucksformen aufruft. Modernismus ist außerdem der Versuch, nicht über etwas sprechen zu wollen, sondern dieses „Etwas“ selbst zum Sprechen zu bringen. Dies wird besonders in William Carlos Williams’ Dingdichtung deutlich, die dem Motto „No Ideas but in Things“ 6 folgt. Hierauf soll jedoch später noch näher eingegangen werden.
Als letzter Kernpunkt des Modernismus lässt sich die Tatsache anführen, dass die Dichtung die Wirklichkeit nicht explizit interpretiert, sondern sie präsentiert, um dem Leser die Interpretation zu überlassen.
4 vgl. Zapf, Hubert (Hg.): Amerikanische Literaturgeschichte; Stuttgart, Weimar; Metzler 1996 S. 218-221 (im Folgenden zitiert als: Zapf, Literaturgeschichte 1996)
5 Link, Make it new 1996: Titel
6 Mac Gowan, Christopher und Litz, Walton (Hg.): The collected Poems of William Carlos Williams, Volume 1: 1909-1939; 1988: S. 263 (im Folgenden zitiert als: Mac Gowan, Poems 1 1988)
4
Drei Phasen der Moderne lassen sich unterscheiden: Die frühe Avantgarde, in der die experimentelle Darstellung sowie der Dialog mit Europa und mit anderen Künsten im Vordergrund stehen, die Phase der Meisterwerke, zu denen Pounds Cantos gehört, und die Spätmoderne, in der die Moderne als Institution gesehen wird. 7 In den USA entwickeln sich zwei Ausprägungen: Auf der einen Seite die internationalen Modernisten, zu denen mit Ezra Pound und T.S. Eliot die amerikanische Avantgarde in Europa gehört, und auf der anderen Seite die „Homemade Modernists“ 8 , welche die moderne Lyrik in Amerika repräsentieren und zu deren Hauptvertretern William Carlos Williams und Robert Frost zählen.
2.2. Der Imagismus
Entstanden um 1910 in London, wo ihm kaum Beachtung geschenkt wird, wandert der Imagismus sehr schnell nach Amerika aus, wo er aufgrund des dort herrschenden poetologischen Vakuums auf umso mehr Anklang stößt. Zum Grundprinzip zählt die direkte Wiedergabe des Gegenstandes, Dichtung soll weg vom Wort als Symbol zum Wort als eigene Wirklichkeit. Zudem lehnen die Imagisten die im Konventionellen erstarrte lyrische Tradition ab und berufen sich stattdessen auf teilweise antike Vorbilder, deren Formen sie auf neuartige Weise zum Ausdruck bringen wollen. Daher zählen besonders das Experimentieren mit neuen Versformen sowie das Anwenden freier Rhythmen und die Erhöhung der Umgangssprache zur Literaturfähigkeit zum Grundprogramm. Die Konzentration auf ein Ding oder eher eine gegenständliche Situation im Gedicht„Image“ 9 genannt, der Verzicht auf erzählende Elemente und die Kürze und Präzision des Ausdrucks sind weitere Eigenschaften der imagistischen Lyrik. 10 Problematisch ist hierbei jedoch, dass die Notwendigkeit zur Kürze und Beschränkung auf eine einzige Grundmetapher dem rein imagistischen Gedicht Grenzen setzt. Daher werden von zahlreichen Autoren Variationen angewandt, in denen das „Image“ als entscheidendes Bauelement jedoch auch in längeren und komplexeren Gedichten wie Pounds Cantos oder Eliots The Waste Land bestehen bleibt.
7 vgl. Zapf, Literaturgeschichte 1996: S. 218-221
8 Zapf, Literaturgeschichte 1996: S.223
9 Pound, Essays 1954: S.4
10 vgl. Schweikler, Günther u. Irmgard (Hg.): Metzler Literaturlexikon - Begriffe und Definitionen; Stuttgart; Metzler 1990: Eintrag zu „Imagismus“
Arbeit zitieren:
Julia Deitermann, 2002, Poetologische Implikationen in der minimalistischen Lyrik Ezra Pounds und William Carlos Williams, München, GRIN Verlag GmbH
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