Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1 Einleitung 1
2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu 2
2.1 Die Zaibatsu 2
2.1.1 Definition und Bedeutung der Zaibatsu 2
2.1.2 Struktur der Zaibatsu 3
2.1.3 Auflösung der Zaibatsu und Herausbildung der Keiretsu 4
2.2 Die Keiretsu 5
2.2.1 Definition der Keiretsu 5
2.2.2 Horizontale Keiretsu 6
2.2.3 Vertikale Keiretsu 7
2.2.4 Keiretsu Business Groups (KBG) 7
3 Dualismus der japanischen Wirtschaft 10
3.1 Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) 10
3.2 Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen 11
4 Horizontale Keiretsu-Unternehmensgruppe 13
4.1 Organisation und Koordination in horizontalen Keiretsu 13
4.1.1 Die Mitsubishi-Gruppe 13
4.2 Kooperation in horizontalen Keiretsu 14
4.2.1 Die Gruppenprofile von Mitsui Mitsubishi Sumitomo
Fuyô DKB und Sanwa 14
4.2.2 Netzwerkverflechtungen 15
4.2.2.1 Geschäftliche Netzwerkverflechtungen 15
4.2.2.2 Netzwerkverflechtungen durch Cross-Shareholding 17
4.2.2.3 Personelle Netzwerkverflechtungen 17
4.2.3 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen
Keiretsu-Unternehmensgruppe 18
5 Vertikale Keiretsu-Unternehmensgruppen 19
5.1 Fallbeispiel: Toyota Motor Corporation 19
5.1.1 Organisation der Toyota-Gruppe 19
5.1.2 Kooperation in der Toyota-Gruppe 20
5.1.3 Koordination der Toyota-Gruppe 20
5.2 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer vertikalen
Keiretsu-Unternehmensgruppe 21
6 Wettbewerbsverhalten und Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen 23
6.1 Nationaler Wettbewerb 23
6.2 Internationaler Wettbewerb und Folgen für die
Keiretsu-Unternehmensgruppe 24
7 Schlussbetrachtung 26
Literaturverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis
DKB Daiichi Kangyô Bank
F&E Forschung und Entwicklung
IBJ Industrial Bank of Japan
KBG Keiretsu Business Group
KMU kleine und mittlere Unternehmen
MITI Ministry of International Trade and Industry
Abbildungsverzeichnis
Abb 2 1: Struktur der Zaibatsu-Verbundgruppen 3
Abb 2 2: Vergleich der Aufbaustruktur von Zaibatsu- und Keiretsu-
Verbundgruppen 5
Abb 2 3: Organisationsstruktur der horizontalen und vertikalen
Keiretsu Business Group 8
Abb 2 4: Klassifikation der Keiretsu Business Groups 9
Abb 3 1: Die japanischen Betriebsgrößenklassen
(nach der Anzahl der Beschäftigten) 10
Abb 4 1: Organisationsstruktur der Mitsubishi-Gruppe 13
Abb 4 2: Anzahl der Toyota-Zulieferer auf verschiedenen Ebenen 19
Abb 4 3: Zuliefervereinigungen der Toyota-Gruppe (Stand 1992) 21
Tabellenverzeichnis
Tab 2 1: Charakteristika der Zaibatsu 4
Tab 2 2: Charakteristika der horizontalen Keiretsu 6
Tab 4 1: Gruppeninterner Handel der Big Six (Angaben in ) 16
Tab 4 2: Gruppeninterner Gesamthandel der Big Six (Angaben in ) 16
Tab 4 3: Häufigkeit der gruppeninternen Aktienbeteiligungen der
Big Six (Angaben in ) 17
Tab 4 4: Anzahl der entsendeten Führungskräfte der Big Six“
in die Mitgliedsunternehmen 18
1 Einleitung
Die japanische Wirtschaft ist geprägt durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine lange Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu-Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese Industriekonglomerate sind in horizontale und vertikale Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden. 1 Nach dem Platzen der sogenannten „Bubble-Economy“ Anfang der 90er Jahre und den Einflüssen der Globalisierung auf die japanische Wirtschaft, zeichneten sich Veränderungen in den Strukturen der Keiretsu-Unternehmensgruppen ab, deren Wirtschaftsmacht über Jahrzehnte im Ausland gefürchtet war und zwangen die japanischen Großunternehmen zu umfangreichen Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Dabei zeigen sich zunehmend Aufweichungen in den alten traditionellen Verflechtungen der Industriekonglomerate. 2 Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen und der Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen. Hierzu wird in Kapitel 2 die geschichtliche Entwicklung der Keiretsu dargestellt und eine genaue Definition der Keiretsu vorgenommen. Des Weiteren wird in Kapitel 3 der Dualismus der japanischen Wirtschaft erläutert, der das Verhältnis zwischen mittelständischen Betrieben und Großunternehmen prägt. Das Kapitel 4 stellt die Organisation, Koordination und Kooperation in horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppen in den Mittelpunkt und verdeutlicht Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu- Unternehmensgruppe. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird die Toyota Motor Corporation explizit beleuchtet, die als ein Beispiel für die Organisation, Koordination und Kooperation einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe dienen soll. Abschließend werden in Kapitel 6 das Wettbewerbsverhalten und die Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen erörtert. Hierzu werden die Ursachen des nationalen Wettbewerbs und die Auswirkungen auf die Großkonzerne dargelegt. Ferner werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu- Unternehmensgruppen näher betrachtet sowie Marktchancen für ausländische Unternehmen aufgezeigt.
1 Vgl. Vieweg/Hilpert (1993), S. 86f.
2 Vgl. Kanaya (2004), S. 15; Kreft (2000), S. 156.
2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu
Die Entwicklung von großen Unternehmenskonglomeraten in Japan lässt sich bis in die Zeit der Meiji-Restauration gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Diese Restauration hatte die Abschaffung der Macht des Shogunats und die Rückkehr zu der direkten Herrschaft des Kaisers und dem damit verbundenen traditionellen politischen System Japans zur Folge. Dabei war das höchste Anliegen der Meiji-Führung die Schaffung einer zuverlässigen Militärmacht, um die nationale Verteidigung gegen fremde Mächte und den militärischen Schutz gegen bedrohliche Elemente innerhalb des Landes sicherzustellen. Hierzu war die Entwicklung einer modernen strategischen Industrie dringend erforderlich, um die Erreichung der nationalen Ziele zu gewährleisten. 3 Als der erste bedeutende Wendepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung Japans ist das Jahr 1880 zu betrachten, da sich die Regierung aus einer Vielzahl von Gründen dazu entschlossen hatte, nahezu alle Unternehmen der Regierung an wohlhabende Familien zu verkaufen. Diese Regierungsunternehmen mit modernster Ausstattung und die Übernahme des geschulten Personals verschafften den Familien einen erheblichen permanenten Vorteil. Im Laufe der Zeit bauten viele Familien ihre Unternehmen zu beachtlichen finanziellen und industriellen Großkonzernen aus, die allgemein als Zaibatsu bekannt sind. 4
2.1 Die Zaibatsu
2.1.1 Definition und Bedeutung der Zaibatsu
Die Zaibatsu können als Finanzkonglomerate angesehen werden, die eine Monopolstellung in der japanischen Wirtschaft hatten und eng mit der Regierung kooperierten. Darüber hinaus wurden Know-how, Kapital und Rohstoffe aus dem Ausland über die Handelshäuser der Zaibatsu für die Modernisierungs- und Industrialisierungsprogramme der Regierung zur Verfügung gestellt. Die Kerngeschäfte der Zaibatsu waren zu dieser Zeit in den Sektoren Transport (Schiffe), Energieproduktion (hauptsächlich Kohle) und Finanzierung (Banken und Versicherung). 5 Im weiteren Verlauf verschob sich die Macht, sowohl im wirtschaftlichen als auch im staatlichen Bereich, immer weiter hin zu den Zaibatsu. Die drei größten Familien (Mitsui, Mitsubishi und Sumitomo) hatten in den 30er Jahren über die Hälfte der Produktion der meisten Industriezweige
3 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 7; Yoshino (1970), S. 43f.
4 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 7; Yoshino (1970), S. 44f.
5 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 7f.
unter ihrer Kontrolle und beeinflussten maßgeblich die politischen Parteien in Japan. Dies wird als eine der wesentlichen Ursachen für den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg gesehen. 6
2.1.2 Struktur der Zaibatsu
Die Organisation der Zaibatsu ist als eine Pyramide zu betrachten, bei der die jeweilige regierende Familie die oberste Instanz darstellte und die Verbundgruppen zentral verwaltete. 7 Zudem lag die Geschäftsführung bei der sog. Honsha, die eine Hauptgesellschaft mit Holding- Charakter war und deren Kapital sich im Besitz der Familie befand, sowie das der zwei nachgeordneten Stufen der Verbundgliedbetrieben. 8 Die Abbildung 2.1 veranschaulicht die Struktur der Zaibatsu.
Abb.2.1: Struktur der Zaibatsu-Verbundgruppen
Quelle: Eigene Darstellung (in Anlehnung an Steinbrenner (1997), S. 10.)
Zusammenfassend sind die Charakteristika der Zaibatsu in Tabelle 2.1 dargestellt. Dabei stellen die dominierende Stellung durch eine Familie, sowie der Holding-Charakter die bedeutendsten Merkmale der Zaibatsu dar.
6 Vgl. Ito/Rose (2004), S. 72; Rudolph (1996), S. 152; Steinbrenner (1997), S. 8f.
7 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 10.
8 Vgl. Rudolph (1996), S. 152; Steinbrenner (1997), S. 10f.
Quote paper:
Dipl.-Kfm. Patrick Domagalski, 2006, Keiretsu: Die japanische Herausforderung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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