II
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Risikomanagement 2
2.1 Definition von „Risiko“ 2
2.2 Begriff des Risikomanagements 3
2.3 Anforderungen an das Risikomanagement 4
3. Rating als ein Instrument des Risikomanagements 5
3.1 Definition von „Rating“ 5
3.2 Internes versus externes Rating 6
3.3 Ratingkriterien 7
4. Systematischer Vergleich 8
4.1 Adressaten von Risikomanagement und Ratings 8
4.2 Wechselwirkung von Risikomanagement und Rating 8
4.3 Auswirkungen des Risikomanagements auf das Rating und des Ratings auf das
Risikomanagement (wechselseitige Auswirkungen) 9
5. Ausblick und Fazit 9
Literaturverzeichnis IV
Internetverzeichnis V
1
1. Einleitung
In den letzten Jahren konnte eine dramatische Veränderung der Bankenlandschaft beobachtet werden. Die zunehmende Globalisierung führt zu einer Verzahnung der weltweiten Geld-, Kredit- und Finanzmärkte. Aufgrund des verstärkten Wettbewerbs und höherer Kapitalmobilität sank die Profitabilität der traditionellen Kreditprodukte. Alternative Kreditprodukte gewannen durch die Suche von Banken und Investoren nach höheren Renditen an Bedeutung. Somit zeichneten sich eine Erhöhung der Liquidität und damit auch der Einfluss der neuen Kreditrisikomärkte auf die Finanzwelt ab. 1 Vor dem Hintergrund dieser bedeutenden Veränderungen müssen Kreditinstitute eine klare Definition ihrer Ziele vornehmen und dementsprechend ihre Geschäftsstrategie entwickeln, damit sie sich auch in Zukunft erfolgreich in den Märkten positionieren können. Des Weiteren müssen sie die Ausrichtung der Organisations- und Managementprozesse auf die sich ändernde Marktsituation vornehmen, damit die gewählte Strategie erfolgreich realisiert werden kann. Außerdem muss das Finanzinstitut technisches Know-How zur Risikomessung und zum Risikomanagement erwerben. 2 Jedoch beeinflussen auch aufsichtsrechtliche und marktspezifische Restriktionen die Situation der Kreditinstitute. Die primären Marktteilnehmer der Finanzwelt sind neben einer klaren Geschäftsstrategie auf Informationsinstrumente angewiesen, die den Markt transparenter machen und auch eine internationale Anerkennung realisieren können. Erst durch das Zusammenspiel dieser Komponenten kann sich ein Kreditinstitut erfolgreich gegenüber der Konkurrenz behaupten. So ist beispielsweise das Rating ein Instrument, das verschiedene Fakten zu einem kurzen Urteil komprimiert und in eine internationale Finanzsprache übersetzt. Mehr als 80 % der gesamten Weltkapitalströme werden mittlerweile durch Ratings beeinflusst. Auch die DaimlerChrysler Bank, eine Autobank, setzt in ihrem Genehmigungsprozess für Leasing- oder Finanzierungsanträge ein internes Ratingsystem zur Bonitätsanalyse ihrer Kunden ein. Im Jahr 2004 hatte sie einen Bestand im Bereich Leasing und Finanzierung von 702.502 Verträgen, die ein Vertragsvolumen von 14.531 Mio. Euro ergeben. Allerdings setzt die DaimlerChrysler Bank AG nicht bei jedem Neugeschäft ihr Ratingverfahren ein, sondern nutzt dieses aufgrund des hohen zeitlichen Aufwandes erst ab einem Gesamtengagement von 250.000 Euro. 3
Aufgrund dieser komplexen Bedeutung des Risikomanagements und des Ratings möchte ich diese beiden Komponenten in den Mittelpunkt meines Projektberichtes stellen. Beginnend mit
1 Vgl. Tiskens, Christoph (2003), S. 7 (siehe Internetverzeichnis).
2 Vgl. Wilson, Thomas C. (2000), S. 378.
3 Vgl. DaimlerChrysler Bank (Hrsg.) (2005), S. 21.
2
einer Definierung der Begriffe Risiko und Kreditrisiko werde ich zur Erklärung des Risikomanagements übergehen, um abschließend die Anforderung an ein Risikomanagement aufzuzeigen. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll der Bereich des Ratings erläutert werden. Hierbei wird versucht, ein Bogen über die Begriffserklärung des Ratings über den Vergleich des internen mit dem externen Ratings bis hin zu den Ratingkriterien zu spannen. Weiterhin soll ein systematischer Vergleich stattfinden, der die Adressaten beider Komponenten gegenüberstellt, die Wechselwirkungen aufzeigt und auch mögliche Auswirkungen des Zusammenspiels beider Instrumente darlegt. Abschließend wird versucht ein Ausblick zu geben und die Tendenzen bzgl. des Risikomanagements, aber auch die des Ratings zu deuten um schlussendlich ein Resümee über die Qualität das Ratings als ein Instrument des Risikomanagements ziehen zu können.
2. Risikomanagement
2.1 Definition von „Risiko“
Bei der Betrachtung des Risikomanagement ist es erforderlich, zunächst die Bedeutung des Begriffes Risiko zu klären. Wirtschaftliches Handeln wird stets von der Ungewissheit über zukünftige Ereignisse geprägt. Ursachen sind vor allem in verschiedenen Umweltsituationen und in dem Mangel an Informationen zu sehen. Diese Ungewissheit ist damit der Ursprung für die Existenz von Risiken. 4 Der Begriff Risiko wird in der einschlägigen Fachliteratur uneinheitlich definiert. Das Risiko wird allgemein als die Wahrscheinlichkeit einer Abweichung zwischen einem tatsächlich realisierten Wert und einem vorgegebenen Zielwert angesehen. 5 Damit schließt der Begriff „Risiko“ Chancen und Risiken mit ein. Jedoch wird über diese Definition auch eine Ungewissheit über die Eintrittswahrscheinlichkeiten der Möglichkeiten und die damit verbundenen Schadensausmaße ausgedrückt. 6 Zusammenfassend wird das Risiko auch als eine Verlust- oder Schadensgefahr bezeichnet. Viele Risiken, so z. B. natürliche Risiken wie Erdbeben, Sturm und Hagel oder persönliche Risiken wie beispielsweise Krankheit, können durch Versicherungen abgesichert werden. Auch Banken gehen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Risiken ein. So entstehen Risiken im internen Leistungsbereich der Banken, z.B. bei Einführung eines neuen EDV-Systems, und auch im externen Leistungsbereich, wie beispielsweise Wechselkursrisiken aus den Devisen- und Auslandsgeschäften oder auch
4 Vgl. Bangert, Michael (1987), S. 22.
5 Vgl. Gebler, Christoph (2005), S. 13.
6 Vgl. Füser, Karsten/ Gleißner, Werner (2005), S. 397.
3
Zinsänderungsrisiken aus den Fristenkongruenzen zwischen der Aktiv- und Passivseite der Bankbilanz.
Das Kreditrisiko gehört ebenfalls zu den Risiken des externen Leistungsbereiches. 7 Grundsätzlich bezeichnet das Kreditrisiko die Gefahr, dass ein Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Dieses Risiko lässt sich wiederum in drei Teilrisiken untergliedern: Das Ausfallrisiko misst die Gefahr, dass ein Kreditnehmer seinen Verpflichtungen nicht oder nur teilweise nachkommt. Mit dem Terminrisiko wird das Problem der nicht fristgerechten Erbringung von Zins- und Tilgungsleistungen durch den Schuldner bezeichnet. Das Besicherungsrisiko wiederum existiert jedoch nur, wenn der Kreditgeber die zur Absicherung des Kredites hinterlegten Sicherheiten nicht wie zuvor angenommen verwerten kann. Das Kreditrisiko muss aufgrund der Neuen Basler Eigenkapitalverordnung mit risikogerechtem Eigenkapital unterlegt werden. 8 Je höher also das Risiko eines Kredites beziffert wird, desto mehr Eigenkapital muss der Kreditgeber aufbringen. Den Risiken einer Kreditvergabe kann man allerdings nur mit einem geeigneten Risikomanagement entgegentreten.
2.2 Begriff des Risikomanagements
Die Auffassung von betriebswirtschaftlichem Risikomanagement wird naturgemäß von dem in der betriebswirtschaftlichen Theorie und Praxis vorzufindenden Risikoverständnis beeinflusst. Die in der Literatur und Praxis vorzufindenden Definitionen und Ausprägungen orientieren sichneben dem Risikoverständnis - an den jeweiligen Zielvorstellungen und den unternehmensspezifischen Eigenheiten. Risikomanagement wird für einzelne Risikoarten, Unternehmensbereiche oder ganze Unternehmen durchgeführt. 9 Allgemein definiert man das Risikomanagement als ein systematisches Denken und Handeln im Umgang mit verschiedensten Risiken. 10 Diesem Ansatz ist ein Prozess zugrunde gelegt, der unsichere Ereignisse, die die Unternehmensziele und -erfolge negativ oder positiv beeinflussen können, möglichst frühzeitig identifiziert, analysiert, beurteilt, kommuniziert und obsiegt. 11 Das Risikomanagement eines Kreditinstitutes beschäftigt sich mit der Steuerung seiner Risikopositionen. Die Risikopositionen umfassen die Gesamtheit der bewusst eingegangen bzw. übernommenen Risiken aus dem internen sowie dem externen Leistungsbereich der Bank. Die Steuerung der Risikopositionen erfolgt im Rahmen einer Grobplanung durch Zuteilung von
7 Vgl. Rudolph, Bernd/ Johanning, Lutz (2000), S. 23.
8 Vgl. Füser, Karsten/ Gleißner, Werner (2005), S. 404.
9 Vgl. Wieben, Hans-Jürgen (2004), S. 43.
10 Vgl. Füser, Karsten/ Gleißner, Werner (2005), S. 425.
11 Vgl. Weidemann, Morten/ Wieben, Hans-Jürgen (2001), S. 1789.
Arbeit zitieren:
Katrin Nonnenmacher, 2006, Credit Risk Management: Genehmigungsprozess bei Flottenkunden, München, GRIN Verlag GmbH
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