Inhaltsverzeichnis
1. Herangehensweise und Probleme. 3
2. Welche Unternehmen suchen Controller? 5
2.1 Einteilung der Unternehmen nach Branche. 5
2.2 Einteilung der Unternehmen nach Größe 7
3. Erkenntnisse aus den Aufgabenbeschreibungen in den Anzeigen 10
3.1 Systematisierter Aufgabenkatalog von Controllern 10
3.2 Erkenntnisse aus den Häufigkeiten der Aufgaben. 12
4. Welche Controller-Typen gibt es? 15
4.1 Der Consultant-Controller? 15
4.2 Der Finanzcontroller? 16
5. Fachliche und persönliche Anforderungen an einen Controller. 17
5.1 Fachliche Anforderungen an einen Controller 17
5.2 Persönliche Anforderungen an einen Controller 21
5.3 Richtlinien für die Ausbildung eines Controllers 24
6. Exkurs: Beobachtungen in internationalen Stellenanzeigen 27
6.1 Probleme bei der Suche 27
6.2 Auffälligkeiten bei den Stellenanzeigen im Hinblick auf Aufgaben. 28
6.3 Auffälligkeiten bei den Stellenanzeigen im Hinblick auf Anforderungen 29
7. Versuch einer Definition des Begriffes Controlling. 31
8. Fazit 33
Quellenverzeichnis 34
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1. Herangehensweise und Probleme
Nachdem die Controllingliteratur wenig einheitliche Definitionen zum Begriff des Controllers lieferte, wurde von Jürgen Weber und Andreas Kosmider im Jahre 1990 eine Studie durchgeführt, die durch Auswertungen von Stellenanzeigen eine praxisnahe Definition von Controlling und den Aufgaben von Controllern liefern sollte. Da auch die von Weber und Schäffer vorgenommene Aktualisierung mittlerweile 8 Jahre alt ist, haben wir versucht, über Stellenanzeigen ein aktuelles Bild des Controllerberufes zu gewinnen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Vorgehensweisen der einzelnen Untersuchungen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.
Das Bild, welches unsere Auswertungen vermitteln können, kann nicht im vollen Umfang als repräsentativ angesehen werden, da folgende Faktoren zu berücksichtigen sind:
• Begrenzte Repräsentanz:
Man kann sicher davon ausgehen, dass die Zahl der in den ausgewählten Tageszeitungen ausgeschriebenen Stellenanzeigen nicht den tatsächlichen aktuellen Bedarf an Controllern in der Wirtschaft widerspiegelt.
• Begrenzte Kapazität:
Da ein positiver Zusammenhang zwischen den Kosten und der Länge einer Stellenanzeige besteht, versucht man sich möglichst kurz zu fassen. Dies ist uns vor allem bei den Anzeigen von Personalvermittlungen aufgefallen.
• Abhängigkeit von konjunktureller Entwicklung:
Da wir keine Zeitraum- sondern eine Zeitpunktbetrachtung durchführen, wirkt sich dieses für uns nicht entscheidend aus (Beobachtungszeitraum weniger als ein Jahr, daher keine nennenswerte Veränderung der Konjunktur zu erwarten).
• Abhängigkeit von personalpolitischen Grundsätzen: Da viele Stellen auch aus rechtlichen Gründen zunächst intern ausgeschrieben werden, gehen wir davon aus, dass diese (noch) nicht in den Anzeigen auftauchen. Gerade die anspruchsvollen Arbeitsplätze sind schwieriger intern zu besetzen, daher werden diese in den Stellenanzeigen vermehrt zu finden sein.
• Abhängigkeit von Stellenbeschreibungsusancen:
Für Stellenanzeigen bestehen keine Formvorschriften, daher werden diese meist frei formuliert und der Informationsgehalt der Anzeigen ist unterschiedlich. Um den formellen Schwankungen Rechnung zu tragen, haben wir die Eingliederung in die oben beschriebenen Fragebögen vorgenommen (vgl. Anhang I).
Die oben genannten Problematiken wirken sich bei uns noch stärker aus, da unsere Grundgesamtheit nur 75 nationale Stellenanzeigen umfasst. Im folgenden werden wir uns mit den Unternehmen, welche Controller suchen, sowie mit den Aufgaben und Anforderungen dieses Berufes auseinandersetzen.
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2. Welche Unternehmen suchen Controller?
2.1 Einteilung der Unternehmen nach Branche
Nach der Auswertung der vorliegenden Anzeigen haben wir die nachfragenden Branchen in der Häufigkeit betrachtet. Aufgrund der oben bereits erwähnten verhältnismäßig kleinen Grundgesamtheit haben wir neben der Branchenunterteilung außerdem eine Unterteilung nach Sektoren ausgewählt. Des Weiteren werden wir die nachfragenden Unternehmen anhand ihrer Größe in Form von Mitarbeiterzahl und Umsatz unterscheiden, untersucht wurde jeweils die Anzahl der freien Stellen nicht die Anzahl der Unternehmen.
Abb. 1: Nachfragende Unternehmen nach Sektoren unterteilt
Bereits in der ersten Studie von Weber und Kosmider war der sekundäre Bereich führend. Der Anteil der Dienstleistungen stieg kontinuierlich; eine Entwicklung, die auch in der Nachfolgestudie von Weber und Schäffer bestätigt wurde. Mit 38 % ist auch in unserer Beobachtung ein weiterer Nachfrageanstieg und eine starke Bedeutung der Dienstleistungsbranche zu erkennen.
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Der öffentliche Sektor trat in den ersten Jahren gar nicht auf, der spätere Anteil blieb mit ca. 2 % ebenfalls gering. Die Ursache hierfür könnte der geringe Stichprobenumfang sein. Weber und Schäffer gingen von einer nachhaltigen
Trendwende in diesem Bereich aus, eine These die wir anhand unserer Daten nicht bestätigen können, da der von uns beobachtete Teil unverändert auf dem niedrigen Niveau der ersten Studie liegt. Auffällig ist, dass die Produktionsgewinnung wenig bis gar nicht in Erscheinung tritt (in unserem Beispiel lediglich ein Unternehmen mit Tabakanbau). Um differenziertere Aussagen treffen zu können, haben wir uns anschließend mit der Unterteilung nach Branchen befasst, warnen aber aufgrund der kleinen Grundgesamtheit davor, etwaige Schlüsse als repräsentativ zu betrachten.
Bergbau, Elektrizitäts-und Wasserversorgung
Branche
Abb.2: Nachfragende Unternehmen nach Branchen unterteilt
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Der in beiden Studien beobachtete Rückgang von Stellenausschreibungen im Textil-, Leder- und Bekleidungsgewerbe kann auch von uns beobachtet werden. Der bereits angesprochene Anteil der erhöhten Controllernachfrage in der Dienstleistungsbranche äußert sich deutlich in der Zahl der Stellenanzeigen im Bereich sonstige Dienstleistungen, die in den Anzeigen am häufigsten nachgefragt werden. Die nächsthöher nachfragende Branche ist Banken und Versicherungen, dies spricht ebenfalls für eine höhere Bedeutung des Dienstleistungssektors.
Die nachfolgenden Branchen sind im produzierenden Sektor tätig. In den bisherigen Studien wurde die dominierende Rolle in diesem Sektor primär dem Stahl-, Maschinen-und Fahrzeugbau sowie der Chemischen Industrie inkl. Mineralölverarbeitung zugesprochen. Auch dies wird in unserer Beobachtung bestätigt. Die weiteren Branchen des sekundären Sektors folgen anschließend mit ähnlich hohen Werten. Auffällig ist jedoch eine nur geringe Bedeutung der Büro- und Datenverarbeitung. Dies könnte auf den „Hype“ am Neuen Markt Ende der 90er Jahre und der sich anschließenden hohen Anzahl an Insolvenzen in dieser Branche zurückzuführen sein. Da diese Ära in der IT-Branche von massiven Einstellungen geprägt war, und diese Zeit noch nicht zu lange zurückliegt, kann man davon ausgehen, dass der Bedarf an Controllern in dieser Branche vorerst gedeckt sein dürfte. Die untergeordnete Rolle der Textilbranche, nachdem diese im ersten Jahrzehnt der Weber/Kosmider-Studie noch am stärksten nachgefragt hatte, können wir in unseren Studien ebenfalls bestätigen (lediglich eine Nennung durch Adidas-Salomon).
2.2 Einteilung der Unternehmen nach Größe
Auch die Erkenntnisse der vorgehenden Studien, dass Controller in erster Linie von größeren Unternehmen nachgefragt werden, kann von uns unterstützt werden, da es zwar kleinere Unternehmen gibt, die Controller nachfragen, allerdings deutlich in der Minderheit sind. Größe wurde von uns durch die Parameter Umsatz und Mitarbeiterzahl definiert. Die Verteilung ist in den folgenden Diagrammen dargestellt.
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Abb. 3: Nachfragende Unternehmen nach Umsatzgröße unterteilt
Bei einem durchschnittlichen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro ist davon auszugehen, dass in erster Linie die „Umsatzmilliardäre“ Controller nachfragen. Die obige Graphik zeigt aber auch, dass die „kleineren Unternehmen“, mit einer Umsatzgröße von unter 1 Mrd., nahezu genauso häufig auftreten. Aufgrund der verschiedenen Kapitalintensitäten der Leistungserstellung in den verschiedenen Branchen, kann alleine aufgrund des Umsatzes nicht auf die Unternehmensgröße geschlossen werden. Um hier ein umfassenderes Bild zu erhalten, haben wir zusätzlich die Unternehmensgröße anhand der Anzahl der Mitarbeiter beurteilt. Die nachfolgende Graphik stellt unsere Ergebnisse hierzu dar:
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Abb. 4: Nachfragende Unternehmen nach Anzahl der Mitarbeiter unterteilt
Auch wenn eine durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 16.424 erneut signalisiert, dass in erster Linie große Unternehmen Controller nachfragen, fällt uns die Tatsache, dass 19 % der nachfragenden Unternehmen eine Mitarbeiterzahl von weniger als 500 aufweisen, besonders auf. Dies lässt darauf schließen, dass auch vermehrt kleinere und vor allem mittelständische Unternehmen Controller nachfragen. Sofern sich eine Nachhaltigkeit dieser Beobachtung nachweisen lässt, ist dies erneut eine Erkenntnis im Vergleich zu den vorliegenden Studien von Weber/ Kosmider bzw. Weber/ Schäffer.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Controlling ein Phänomen ist, welches sich in vielfältigen Branchen und Unternehmensgrößen feststellen lässt, wobei ein Fokus auf größere Unternehmen und eine Erhöhung des Dienstleistungsanteils beobachtet werden kann.
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Arbeit zitieren:
Timo Voß, Michael Geske, 2006, Controlling in der Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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